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Berchtesgadener Land Blog

Sepp Wurm

Live-Bilder vom Steinadler-Horst

 von Sepp

Erstmals ist es dem Team des Nationalparks Berchtesgaden geglückt, eine Kamera mit Blick auf einen aktuell besetzten Steinadler-Horst zu installieren. Im Klausbachtal haben die Steinadler ihr Domizil in einer abgestorbenen Fichte bezogen, der Jungvogel ist bereits geschlüpft. Die Kamera sendet aus einer Entfernung von rund 300 Metern Live-Bilder auf einen Monitor in der Nationalpark-Informationsstelle am Hintersee. Der Jungadler ist knapp drei Wochen alt und hält die Elternvögel mächtig auf Trab.

 

Die Steinadler-Familie aus dem Klausbachtal ist der neue Besuchermagnet im Nationalpark Berchtesgaden. Eine Kamera liefert ab sofort Live-Bilder von der Kinderstube des „Königs der Lüfte“.

Die Steinadler-Familie aus dem Klausbachtal ist der neue Besuchermagnet im Nationalpark Berchtesgaden.

 

„Gewaltig hungrig ist er, die Alttiere haben alle Fänge voll zu tun, ihren Nachwuchs zu füttern!“ Nationalpark-Mitarbeiterin Gitti Bereiter betreut zusammen mit ihrem Kollegen Max Moderegger die Nationalpark-Infostelle „Klausbachhaus“ am Hintersee. Jeden Tag schauen sie im Adler-Horst „nach dem Rechten“. Der Bildschirm im ersten Stock zeigt Live-Bilder aus der Kinderstube des Steinadler-Paares im Klausbachtal. „Die Kamera ist bewusst in ausreichender Entfernung installiert worden, um die Vögel nicht zu stören“, erklärt Ulrich Brendel, Leiter des Steinadler-Projektes im Nationalpark Berchtesgaden. Nahaufnahmen sind daher nicht möglich, dennoch kann man die Elterntiere gut beim Füttern ihres hungrigen Nachwuchses beobachten. Max Moderegger rät: „Am meisten lohnt sich ein Besuch am Vormittag, denn dann ist das Licht am besten und mit etwas Glück kann man den kleinen, weißen Jungvogel im Horst entdecken“. Im Nationalpark brüten derzeit drei Steinadlerpaare, auch in den Revieren Wimbachtal und Hoher Göll sind die Jungvögel bereits geschlüpft. Im Revier Glunkerer machen es die „Könige der Lüfte“ ihren Beobachtern in diesem Jahr besonders schwer. „Wir haben den Horst trotz intensiver Beobachtungen bislang noch nicht finden können“, so Ulli Brendel, „aber wir arbeiten täglich daran.“

 

Nationalpark-Ranger Wolfgang Palzer bei der Installation der Kamera im Klausbachtal.

Nationalpark-Ranger Wolfgang Palzer bei der Installation der Kamera im Klausbachtal.

 

Auch in direkter Nachbarschaft des Nationalparks Berchtesgaden betteln hungrige Jungvögel um Futter: In den Revieren Untersberg und Saalach sind Mitte Mai zwei Jungvögel geschlüpft. Auch in weiteren Revieren in direkter Umgebung des Schutzgebietes vermutet Ulli Brendel brütende Adler, das Steinadler-Team des Nationalparks ist den Vögeln auf der Spur:
Am Wachterl hat das dort ansässige Steinadlerpaar bereits im Februar mit Aktivitäten zur Ausbesserung eines Horstes begonnen, zur Eiablage ist es jedoch nicht gekommen. Auch im verwaisten Revier Gotzen wird es in diesem Jahr keinen Adlernachwuchs geben. „Die Hinweise auf eine Wiederbesiedlung dieses Reviers haben sich im Laufe des Frühjahrs leider nicht bestätigt“, bedauert Steinadler-Experte Brendel. Weite Teile des Gotzen-Reviers werden derzeit von den Paaren Hoher Göll und Glunkerer mitgenutzt.

 

Der Nationalpark Berchtesgaden bietet noch bis Ende Oktober jeden Donnerstag kostenlose Führungen „Ins Tal der Adler“ an. Treffpunkt ist um 10:00 Uhr an der Nationalpark-Informationsstelle Hintersee („Klausbachhaus“) in der Gemeinde Ramsau. Die Führung dauert rund 3,5 Stunden, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Live-Bilder aus der Kinderstube der Klausbach-Adler gibt es noch bis Ende Juli im Klausbachhaus zu sehen. Dann wird der Jungvogel seinen Horst für immer verlassen und die Elternvögel bei ihren Jagdflügen begleiten. Die Informationsstelle ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

 

Viel Spaß bei der Adlerbeobachtung,

Euer Sepp BGLT

 

 

Termine für die kostenlosen Führungen ins Tal der Adler:

jeden Donnerstag von Anfang Mai bis Ende Oktober

Treffpunkt:

10:00 Uhr NP-Infostelle Hintersee
13:30 Uhr Rückkehr

ÖPNV:

RVO-Bus: Linie 846
Abfahrt: Berchtesgaden Bahnhof
Ankunft: Gasthof Auzinger – Abzweigung Hirschbichl

Anforderungen:

durchschnittliche Kondition,
Fernglas mitbringen

Veranstalter:

Nationalpark Berchtesgaden

Kosten:

keine

ACHTUNG:

Bei Schlechtwetter Steinadler-Ersatzprogramm in der Nationalpark-Informationsstelle Hintersee!

5 Kommentare

26. Mai 2011 um 14:39 von Fietzke Claudia

Hallo!
Kann man die Adler-Kamera nicht auch online ins Netz auf die Webseite stellen? Ich kann doch nicht jeden Tag in die Ramsau fahren??

Liebe Grüße
Claudia Fietzke

antworten

26. Mai 2011 um 14:57 von Sepp BGLT

Ich werde es dem nationalpark vorschlagen!

antworten

27. Mai 2011 um 5:58 von Franziska Günther

Guten Morgen!

Ich würde es auch super finden, wenn man die Bilder auch am Computer ansehen könnte! Wohne 650 km weit weg und würde gern ein Stück BGL auf meinem PC haben! 😉

antworten

31. Mai 2011 um 18:10 von Sepp BGLT

nun ja Franziska, das Adlerprojekt des Nationalparks ist nun mal ein Forschungsprojekt und kein touristisches. Wir sollten dem Nationalpark danken, das sie diese Kamera installiert haben. Ein webstream allerdings wäre technisch sehr aufwändig und wahrscheinlich nicht im Sinne des Nationalparks!

antworten

15. Juni 2011 um 15:04 von Mark

… muß wahrscheinlich erst wieder ein Österreicher kommen, der zeigt wie’s geht 😉
Nix für ungut!

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