Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Kammerlinghorn 2.483 Meter

 von Sepp
Aufstieg zum Kammerlinghorn im Nebel

Aufstieg zum Kammerlinghorn in Wolken

Das Kammerlinghorn im Hochkaltermassiv war bis vor einigen Jahren noch ein Geheimtipp, hauptsächlich einheimische Bergsteiger fanden den Weg zum Gipfel auf 2.483 Metern. In den letzten Jahren erfuhr der Berg jedoch einen enormen Popularitätsschub: Grund hierfür ist zum einem sicherlich der Almerlebnisbus über den Hirschbichl sowie die verstärkte Bereitschaft der Bergsteiger, mit dem Mountainbike zum Ausgangspunkt einer Tour zu fahren. Beide Möglichkeiten verkürzen bei einer Bergtour aufs Kammerlinghorn den zeitraubenden Weg zur Bindalm oder zum Hirschbichl, wo die eigentliche Tour losgeht.

Entgegen der Prognosen war der Sonntagmorgen bewölkt! Da die Temperaturen sehr moderat waren, zögere ich meinen Aufbruch zum Kammerlinghorn hinaus. Schließlich ist es zehn Uhr, als ich an der Bindalm losgehe. Länger will ich nicht mehr warten, doch meine Hoffnung auf gutes Wetter erhält kurz hinter der Mittereisalm einen Dämpfer: Es beginnt zu tröpfeln! Ich verschärfe das Tempo. Der Steig mäandert jetzt in unzähligen Kehren durch einen schmalen Graben, Höhenmeter um Höhenmeter bringe ich hinter mich! Der Regen hört auf, aber Sonne? Fehlanzeige. Die Temperaturen sind ideal zum Gehen, ich gehe auf Anschlag. Latschenfelder prägen jetzt die Landschaft, dann Matten mit langem Gras. Ich bin jetzt auf circa 2.000 Metern, das Tempo fordert seinen Tribut. Am Karlkopf auf 2.195 Metern mache ich schließlich eine kleine Pause! Mein Blick schweift zum Ziel, dem Kammerlinghorn: Die Wolken sin noch dichter geworden! Noch ein Schluck Wasser und ein kleiner Happen zu Essen und weiter geht’s!

Vom Karlkopf (oder auch Karlkogel) ist der Gipfel des Kammerlinghorns schon zu sehen, je nach  Winkel lugt hin und wieder sogar das Gipfelkreuz hervor. Am Kamm entlang sieht man mehrere Bergsteiger, auf der rechten Seite des Berges, die steil abbricht, schmiegen sich Wolken eng an den Berg.

Kammerlinghorn in Wolken

Kammerlinghorn in Wolken

Meine Schritte sind jetzt ziemlich schwer, ich bin die Tour eindeutig zu schnell angegangen. Aber als ich am Gipfel ankomme, ist der Schmerz in den Beinen vergessen.

Kammerlinghorn Gipfelkreuz bei Wolken

Gipfelkreuz Kammerlinghorn

Gar nicht so einfach, einen Platz auf dem schmalen Plateau zu finden, da schon einige andere hier oben sind.

Am Gipfel des Kammerlinghorns

Am Gipfel des Kammerlinghorns

Die fehlende Sicht, ein kalter Wind und dementsprechende Temperaturen beschränken meine Gipfelrast aufs Nötigste. Das kurzzeitige Durchbrechen einzelner Sonnenstrahlen taucht die wolkenverhangenen Gipfel der Hocheisgruppe in ein ganz besonders Licht.

Sonne und Wolken am Hinterberghorn (Hocheis)

Sonne und Wolken am Hinterberghorn (Hocheis)

Ich entschließe mich trotz der spannenden Ausblicke zum zügigen Abstieg. Kaum habe ich die ersten dreihundert Höhenmeter im Abstieg hinter mich gebracht, bricht sich die Sonne endgültig Bahn.

Karlkopf (Karlkogel) beim Abstieg vom Kammerlinghorn

Karlkopf (Karlkogel) beim Abstieg vom Kammerlinghorn

Immer schöner wird das Wetter, je weiter ich nach unten komme. Jetzt sehe ich schon wieder die Bindalm unterhalb, im Hintergrund leuchten die Mühlsturzhörner.

Die Mühlsturzhörner (Reiter Alm)

Die Mühlsturzhörner (Reiter Alm)

Als ich an der Mittereisalm ankomme, ist es fast schon heiß.

Mittereisalm - Almidylle pur

Mittereisalm – Almidylle pur

Gemütlich marschiere ich die letzten Meter zur Bindalm, ein kühles Bier und ein Käsebrot krönen schließlich meine Kammerlinghorn-Bergtour! Euer Sepp

2 Kommentare

28. August 2014um12:05 von Wolfgang Huber

Servus Sepp,

bist du schon Mal vom Kammerlinghorn weiter zur Hocheisspitze? Weißt du wie lange man in etwa kalkulieren muss für die Gratwanderung bzw. wie schwierig die ist? Möchte mir die Hocheis Umrahmung nächstes Jahr vornehmen.

Gruß aus Passau,
Wolfgang

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1. September 2014um7:09 von Sepp

Servus Wolfgang, also ich bin die Umrahmung noch nicht gegangen, weiß aber dass sie äußerst schwierig ist. Wirklich nur für erfahrene Bergsteiger. Und vor allem zu beachten: Die gesamte Hocheisumrahmung ist eine sehr lange Tour, da musst du bestimmt mit 10 bis 12 Stunden rechnen!

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