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28. August 2013 um 08:24 von Steffi BGLT

Vom Riemannhaus übern Funtensee zum Königssee

Immer wieder ist’s aufs Neue soweit – am Samstag nach dem 24. August, dem Bartholomäus Tag, findet die traditionelle Almer Wallfahrt statt. Dieses Jahr fiel der Termin sogar direkt auf den Bartholomäus Tag. Bis ins Jahr 1688 war das ursprüngliche Wallfahrts-Ziel die Kirche in Dürrnberg bei Maria Alm – heutzutage pilgern die Wallfahrer von Maria Alm in die entgegengesetzte Richtung nach St. Bartholomä.

Riemannhaus

Gestartet wurde um 2 Uhr morgens, als meine Mama und ich von zu Hause abgeholt wurden, damit wir uns am Busparkplatz Königssee mit den anderen Wallfahrern treffen konnten. 100 verschiedene Autos – 100 verschiedene Kennzeichen, so kam es mir zumindest vor. Rosenheim, München, Hamburg, Altötting; alle wollten dabei sein. Von dort aus ging es dann mit den Bussen nach Maria Alm. Eine Stunde Fahrt lag nun vor uns, die ich um diese Uhrzeit selbstverständlich  noch ausnutzte, um einen kleinen Erholungsschlaf zu machen. Perfekte Organisation ist das „A und O“ bei solch immensen Menschenmassen. Also wurden auch wir nach dem Aussteigen aus dem Bus zu den Shuttle-Taxis weitergeleitet, die uns dann zum Startpunkt der Almer Wallfahrt brachten.

Aufstieg zum Riemannhaus

Aufstieg zum Riemannhaus

Nun ging’s los – in der Dunkelheit folgten wir der Lichterschlange, der knapp über 2000 Wallfahrer bis zur Ramseider Scharte, auf der das Riemannhaus auf 2177 Metern erbaut wurde. Da auf knapp 2200 m um 6:30 Uhr morgens doch ein anderes Lüftchen weht als unten im Tal, freuten wir uns über einen wärmenden Tee. Rasch ein passendes Brotzeit-Platzerl gefunden und die warmen Jacken drüber geworfen begannen wir schnell unser stärkendes Frühstück bei Sonnenaufgang zu genießen.

durch`s Steinerne Meer zum Funtensee

durch`s Steinerne Meer zum Funtensee

Dann war es soweit – die Bergmesse wurde vom diesjährigen Wallfahrtspfarrer und der Trachtenmusikkapelle Maria Alm eröffnet. Nachdem Pfarrer Nikolaus Stanek die gestärkten Wallfahrer gesegnet hatte, machte sich der Vorgeher Imlauer Georg als Erster auf den Weg in Richtung Funtensee über das Steinerne Meer. Ca. 13 km Fußmarsch bis zum Kärlingerhaus lagen vor uns. Dort angekommen, versuchten wir unter den anderen Wallfahrern ein einigermaßen ungestörtes Plätzchen zu finden, um die hausgemachten ausgezogenen Krapfen, die wir uns bei Ankunft gekauft hatten, in Ruhe genießen zu können. Eine köstliche Idee von den Hüttenwirten.

Wallfahrer am Funtensee mit Kärlingerhaus

Wallfahrer am Funtensee mit Kärlingerhaus

Erholt machten wir uns nach einer gelungenen Rast am Kärlingerhaus mit Aussicht auf die Schönfeldspitze, die im Steinernen Meer wie ein spitzer Hut aus dem Nichts aufragt, auf die ca. letzen 20 Kilometer nach St. Bartholomä am malerischen Königssee. Der Weg führte über die sogenannte „Saugasse“. Die letzten steilen Passagen machten sich schon sehr in den Knien bemerkbar. Doch das Ziel, das erfrischende, klare Wasser des Königssees, machte auch dem erschöpftesten Glied der endlos langen Kette Mut bald anzukommen.

Abstieg zum Königssee durch die Saugasse

Saugasse

Zur Belohnung durfte dann auch jeder in das ziemlich frische Wasser hüpfen. Einige trauten sich bei der Kälte noch ein Eck weiter zu schwimmen und durften sich gleich im Bikini Freibier gönnen, das dort von den Holzknechten des Nationalparks Berchtesgaden für alle beteiligten Wallfahrer gesponsert und gezapft wird.

Musikanten der Trachtenmusikpaelle Maria Alm

Musikanten der Trachtenmusikpaelle Maria Alm

Als krönendes Highlight fällt mir ehrlich gesagt nicht nur eines ein – der Aufstieg mit Sicht auf die Lichterschlange, die Bergmesse, die unschlagbare Aussicht um sich herum und die Freundlichkeit und der Zusammenhalt der Menschen, wenn jemand nicht mehr konnte – die ganze Almer Wallfahrt besteht aus unzähligen Highlights, die einfach nur an einem Tag zusammengefasst wurden.

 

Somit auf jeden Fall empfehlenswert!

2 Kommentare

  1. lucia sagt:
    weiß jemand ob da ausgesetzte stellen wo sind, bzw ob man diese tour mit hund gehen kann?
    • Sepp BGLT sagt:
      Servus Lucia, wirklich ausgesetzte Stellen gibt es eigentlich nicht. Lediglich der Aufstieg zum Riemannhaus ist ziemlich steil, aber auch nicht schwierig, Für einen bergerfahrenen Hund sollte die Tour kein Problem sein!

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