Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Ursula

Wer hat Angst vor dem Höllgrabenteife?

 von Ursula

Familienwanderung am Salzberg

Geht es Euch auch so? Auch wenn es rund um Berchtesgaden unzählige Wandermöglichkeiten gibt, fällt mir auf die Frage „Wo könnten wir denn heute hingehen?“ nicht immer gleich das Passende ein. Am Soleleitungsweg waren wir erst letzte Woche mit der Oma, am Hintersee bin ich zu sehr verführt, einen Käsekuchen zu essen (geht aktuell nicht, da Fastenzeit), auf den Brandkopf rauf ist zu kurz, um die Kinder auszupowern, auf der Kneifelspitze sind beim schönen Wetter am Wochenende zu viele andere Menschen, den Toten Mann finden die Kinder grad fad, am Jenner liegt noch Schnee….

Deswegen waren wir am vergangenen Samstag am Salzberg unterwegs. Getroffen haben wir uns an der Schnitzschule und haben gleich den ersten Kindertriumpf aus dem Ärmel gezogen: Auffahrt mit der Obersalzbergbahn bis zur Mittelstation.

Los geht`s in der nostalgischen Kabinen der Obersalzbergbahn

Los geht`s in der nostalgischen Kabinen der Obersalzbergbahn

Von hier ging es erst den Rennweg Richtung Watzmann entlang. Die Jungs haben sich gleich mal ein paar Stecken gesucht um Star Wars zu spielen, meine Tochter hat sich die Kleine geschnappt und versucht sie zu bemuttern.

Vor der uns der Berg der Berge...

Vor der uns der Berg der Berge...

Eigentlich geht man die erste Hälfte der Wanderung immer auf der Straße. Da die hier aber wirklich selten befahren wird und man einen für viele unbekannten Fleck auf der Berchtesgadener Landkarte erkundet, macht das überhaupt nichts.

...hinter uns das neue Häuserl beim Schiedlehen

...hinter uns das neue Häuserl beim Schiedlehen

Beim Schiedlehen wurde ein altes, kleines Haus mit Charme durch ein neues ersetzt – glücklicherweise auch klein, typisch und schnuckelig. Direkt gegenüber stehen die Blüten der Kastanie fast schon vor dem Platzen (im Herbst ist diese übrigens sehr ergiebig!). An der ersten Straßengabelung gehen wir nicht bergab Richtung Kalter Keller (auch schön), sondern links die Waltenbergerstraße hinauf. Gleich kommt ein Bankerl, Traumblick über Schied- und Sieglerlehen. Gleich dahinter ein kleiner gurgelnder Bach, der die Kinder fast von der ersten Brotzeit abgelenkt hätte.

Brotzeit, ein Bach - und die Kids sind glücklich

Brotzeit, ein Bach - und die Kids sind glücklich

Und was ist das, ein Baumstumpf mit Loch zum Durchkrabbeln? Und Haselnusssträucher, die zum Klettern einladen. Die Tour wird sicher länger dauern als eingeplant, passt.

Wer die Augen aufhält, findet immer wieder Spannendes.

Wer die Augen aufhält, findet immer wieder Spannendes.

Beim Maurerlehen begrüßt uns die verschmuste Hauskatze. Trotz erkennbarer Kampfspuren an den Ohren bestens aufgelegt. Ist einer meiner Lieblingshöfe, der „Maierla“, weil von herrlich jungen und alten Obstbäumen umgeben. Die Äpfel sind noch nicht so weit, aber die Aprikosen und Pfirsiche an der Hauswand stehen bereits in voller Blüte. Beim Sappei werden die Kinder langsam müde, schade dass der Forellenteich noch leer ist, wäre eine weitere Attraktion gewesen, so tröste ich mit der Aussicht auf den nahegelegenen höchsten Punkt der Tour. Unterhalb vom Grafllehen geht es wieder bergab Richtung Stockerpoint, bei den Einheimischen besser bekannt als „Höllgrabenteife“. Nur mit großer Mühe können wir die Jungs von den Unimogs fernhalten, beim Kieshaufen gelingt uns dies nicht.

Wenn das kein Traumplatz für Yedi-Ritter ist!

Wenn das kein Traumplatz für Yedi-Ritter ist!

Da hilft nur noch eine Mathematikaufgabe: Wie viele Stufen geht es hinunter bis zur Brücke über den Höllgraben? Und warum reckt sich über uns ein abgebrochener Baumstumpf in die Höhe, während die Stammspitze fast in den Weg ragt?

Der Höllgraben

Der Höllgraben

War das der Blitz?

War das der Blitz?

Dass es jetzt doch noch einmal bergauf geht, bemerken die Kinder nicht wirklich, immerhin sind wir jetzt auf einem Steig im Wald unterwegs, unter uns der Bach mit seinen vielen Gumpen. Wir riechen an einem blühenden Seidelbast (Obacht, giftig) und machen noch einmal Rast am Bankerl oberhalb vom Laxerer. Jetzt sind die Kinder gar nicht mehr müde, statt sich auszurasten springen sie herum und erobern die „Leitn“ (=steile Wiese).

Außer uns will noch jemand an der Bank sonnenbaden :-)

Außer uns will noch jemand an der Bank sonnenbaden 🙂

Das Paradies für kleine Entdecker

Das Paradies für kleine Entdecker

Unser Weg war damit fast beendet, ein paar Meter die Vorderbrandstraße runter, den Abstecher aus meinen Kinderheitstagen durch die Schlucht bis nach Hause, wo ein leckerer Kuchen und für uns Damen der Hugo auf dem Balkon wartete. Wer nicht das Glück hat, am Faselsberg zu wohnen, kann entweder bereits ab dem Stockerpoint über das Wembachlehen Richtung Königsseer Straße gehen und dann über den Hedwigsteig zur Talstation der Obersalzbergbahn zurück – oder ihr deponiert am „Watzmannblick“, unterhalb vom Spinnerer, ein Auto.

 

Und nächstes Wochenende planen wir dann unsere erste Radltour in diesem Jahr. Ich bin gespannt, was Ihr vorhabt. Eure Ursula, BGLT

1 Kommentar

3. April 2014um10:28 von Birgitt Uhlenbrock

Schöner Bericht von eurer Wanderung. Liebe Grüße an alle Teilnehmer. Wir sind bald mal wieder in der alten Heimat!
Gruß
Birgitt

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