Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Ein Juwel im Nationalpark: Die Regenalm

 von Ann-Kathrin
Regenalm

Regenalm

Die Regenalm ist meist nur denen bekannt, die den Kaunersteig ab Salet gehen. Ich kam zum ersten Mal zur Regenalm im Juni. Ich hatte schon zuvor mal mitbekommen, dass dort auch Pferde seien. Somit kombinierte ich meinen Besuch der Regenalm im Anschluss zu einer Einkehr bei der Gotzenalm. Die Regenalm ist in 30 Minuten längstens zu Fuß von der Gotzenalm zu erreichen. Als ich ankam war ich wirklich froh mal einen Abstecher dorthin gemacht zu haben. Die Alm liegt traumhaft und bietet ein tolles Gebirgspanorama vom steinernen Meer zum Hochkönig und zur anderen Seite hin zur Watzmann-Ostwand. Nicht sicher, ob denn diese bewirtschaftet ist lief ich nur umher und machte Fotos. Auf dem Gebiet der Regenalm ist auch eine Diensthütte des Nationalparks. Von deren Position machte ich auch einige Fotos und sah auf einen Stein einen Mann mit einem Stock sehen, der zu mir sah. Ich dachte mir, dass das der Senner sein wird.

Nach ein paar schönen Foto-Aufnahmen ging ich ins Landtal (siehe Bericht „Way to paradise„). Am Abend saß ich dann wieder bei der Gotzenalm und trinkte noch etwas. Am Tisch gegenüber saß ein Mann, der mir sehr bekannt vorkam. Leider konnte ich nicht zuordnen wieso er mir bekannt vorkam. Als ich dann wieder zurück von der Gotzenalm nach Schönau wollte, stand eben dieser Mann an einer Weggabelung. Prompt sprach er mich an, ob ich das Mädel sei, dass vorhin bei ihm auf der Alm war. Schnell bejahte ich dies und wir kamen ins Gespräch. Als er mir erzählte, dass er einen der Kaser auf der Gotzenalm bewirtschaftete, fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Ich kenne den Mann! Nicht direkt, aber in der Dauerausstellung Vertikale Wildnis im Haus der Berge werden diverse Videoclips über SennerInnen aus dem Berchtesgadener Land gezeigt und er ist einer dieser Senner. Wie sich herausstellt kennt er auch meinen Vorgesetzen gut und hat auch Vieh von ihm auf der Regenalm. Ich versprach ihm so bald wie möglich ihn auf der Regenalm besuchen zu kommen.

Kaser und Diensthütte

Kaser und Diensthütte

Der Senner von der Regenalm

Bei dem Senner von der Regenalm handelt es sich um Hans Sommer (55 Jahre). Ursprünglich kommt er aus Benediktbeuern. Auf die Idee selbst mal auf einer Alm zu leben kam er, als er einen Dia-Vortag sah über das Schweizer Almleben. Hans Sommer nahm sich vor, wenn er bei der Bundeswehr fertig ist, will er selbst auf einer Alm leben. Bevor er als Senner zur Regenalm kam, war er für mehrere Sommer in einem Kaser auf der Gotzenalm. Dort hatte er sich das buttern und kasern selbst angeeignet. Leider geht dies bei der Regenalm nicht, da die Herde hauptsächlich aus Mutter-Kühen besteht und deren Kälber die Milch selbst benötigen, wodurch nicht genug Milch übrig bliebe um diese zu verarbeiten. Ein typischer Tag auf der Alm sieht für ihn so aus, dass er von den Tieren sehr früh geweckt wird, denn sie wollen sich ihr Salz abholen. Das Vieh dort kann sich ganz frei dort bewegen, allerdings muss man natürlich regelmäßig nach den Tieren schauen. So wie vor drei Wochen, als sich eine trächtige Kuh von der Herde abkapselte und ihr junges zur Welt brachte. Die Regenalm ist im Besitz des Nationalparks Berchtsgaden. Bei der Regenalm handelt es sich um einen sogenannten „Rundumkaser“. Um die Stube herum war alles Stall. Mittlerweile ist der Eingangsbereich Arbeits- und Schlafbereich. Im Stubenbereich steht noch ein Kessel und ein Herd von anno dazumal. Solch einen Kaser mit solcher Ausstattung findet man eigentlich nur noch in einem Museum. Fast 40 Tiere sind auf der Regenalm, davon 2 Pferde und 3 Ochsen.

Pferd bei der Regenalm

Pferd bei der Regenalm

Ich hielt mein Versprechen ein und kam dann jetzt im August wieder zur Regenalm um dort den Senner zu besuchen. Wir saßen fast den halben Tag draußen in der Sonne und unterhielten uns. Es ist wirklich ein sagenhaft schöner Ort dort. Und falls es sich demnächst mal ergeben könnte, würde ich dort auch mal eins bis zwei Tage dort bleiben.

Von dort aus ist man in 30 Minuten im Landtal. Auch zum Hochgeschirr, das den Übergang zum Hagengebirge bildet ist man schnell. In ca. zweieinhalb Stunden ist die Wasseralm in der Röth erreicht.

Blick zum steinernen Meer

Blick zum steinernen Meer

Ausblick von der Regenalm

Ausblick von der Regenalm

Blick von der Regenalm zur Ostwand

Blick von der Regenalm zur Ostwand

Diensthütte

Diensthütte

Bei der Regenalm handelt es sich wirklich um ein Juwel im Nationalpark Berchtesgaden mit einem herzlichen Senner, der sich über netten Besuch freut.

Almerische Grüße! Eure, Ann-Kathrin

3 Kommentare

10. August 2014um14:22 von Sepp

Danke Ann-Kathrin, wieder einmal ein ganz toller Bericht über einen wirklich wunderschönen Platz im Nationalpark!

antworten

10. August 2014um15:00 von Ann-Kathrin

Danke Sepp, das freut mich zu hören! 🙂

antworten

14. August 2014um19:41 von Michael

Ein wirklich schöner Bericht und tolle Fotos von diesem schönen Platz!

antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert*