St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Lisa-Graf-Riemann

Kleine Reibn bei Sonne und Regen

 von Lisa
Alpensalamander am Jenner

Alpensalamander am Jenner

Das Blöde an den Bergmandln ist, dass man sie nur bei schlechtem Wetter zu sehen bekommt. Somit ist das Wetter eigentlich schon beschrieben, wenn wir erzählen können, dass uns gleich nach dem Ausstieg aus der Jennerbahn ein Bergmandl über den Weg gelaufen oder besser gekrochen ist. Doch auf unserer Reibn sind wir zum Glück nicht nur in Regen und Nebel gewandert, sondern wir hatten wir auch herrliche Sonnenaugenblicke, aber der Reihe nach.

Eigentlich ist die kleine Reibn ja gar nicht so klein, sondern ungefähr 14 km lang, mit etwa 600 Höhenmetern Aufstieg und 1.200 Höhenmetern Abstieg, der doch ganz schön auf die Knie geht. Reine Gehzeit ca. 6 Stunden, wenn man die Aufstiegshilfe Jennerbahn in Anspruch nimmt. 8 Stunden, wenn man vom Hinterbrand zu Fuß zum Stahlhaus aufsteigt. Mit ein paar Pausen ist es auf jeden Fall eine Ganztagestour, die sich aber auf jeden Fall lohnt, sogar bei wechselhaftem Wetter, wie am vergangenen Sonntag.

Aufstieg vom Stahlhaus zum Schneibstein

Aufstieg vom Stahlhaus zum Schneibstein

Das erste Wegstück führt von der Jenner-Bergstation hinüber zum Stahlhaus. Und beim Aufstieg von dort auf den Schneibstein (2.276 m) kommt dann doch die Sonne raus: Also Jacken wieder ausziehen. Je weiter wir hinaufkommen, desto feuchter wird die Luft und wir ziehen die Jacken wieder an, wandern mit der Hoffnung durch die Wolken, dass über ihnen die Sonne scheint.

Schneibsteingipfel im Nebel

Schneibsteingipfel im Nebel

Am Gipfel kommt die Sonne auch wirklich wieder heraus.

Sonne am Schneibstein-Gipfel

Sonne am Schneibstein-Gipfel

Jetzt schnell Brotzeit gemacht, denn von Westen kommt die nächste Wolkenfront dahergezogen und es wird richtig ungemütlich: Eisiger Wind, Regen und wir beginnen zu mutmaßen wie lange es dauert, bis uns Schneeflocken die Aussicht vermießen werden. Wir überlegen kurz umzukehren, entscheiden uns dann aber doch für die geplante Kleine Reibn, durch den Nebel über Schneefelder, an der Windscharte vorbei, wo es – nomen est omen – wirklich zieht wie Hechtsuppe.

Schnee und Nebel am Schneibstein

Schnee und Nebel am Schneibstein

Von dort geht es über Schneefelder hinunter zum Seeleinsee, wo sich noch einmal die Sonne zeigt. Trotzdem kommt keiner von uns auf die Idee, auch nur eine Zehe ins eisige Wasser zu stecken.

Seeleinsee

Seeleinsee

Den Stiergraben hinunter wandern wir jetzt zu den Priesbergalmen. Gämsen springen mühelos an den Felswänden entlang, dann beginnt es wieder zu tröpfeln. Jacken raus und aufgepasst, dass  die dicke Erdkröte am Wegrand nicht ein Opfer unserer Wanderstiefel wird.

Kröte am Wegesrand

Kröte am Wegesrand

Zu den Königsbachalmen scheint die Sonne ein letztes Mal, dann wieder Jacken raus, Kapuzen aufgesetzt, jetzt wird’s nass, bis wir die Jenner Mittelstation erreichen. Von dort langsam wieder trocknend zum Hinterbrand zurück.

 Voll erwischt

Voll erwischt auf dem Rückweg

Schee war’s, aber sobald sie wieder trocken sind, müssen die Bergstiefel auf jeden Fall geputzt und neu imprägniert werden. Eure Lisa

7 Kommentare

30. Juni 2015 um 7:49 von Ursula Haubner

Tolle Bilder und Worte dazu!
Ich wäre mitgegangen!wir sind doch noch Härteres gewohnt oder?sieht so schön aus!

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30. Juni 2015 um 9:37 von Lisa

Danke! Ja, es hätte auch schneien können, wie letztes Jahr im August am Dachstein.! Aufs Birnhorn Ende Juli packen wir am besten die Daunenjacken ein.

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30. Juni 2015 um 19:10 von Jürgen Müller

> Ich war am 24 dort, da hats oben geschneit 😉

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30. Juni 2015 um 19:27 von Lisa

Dann haben wir also noch Glück gehabt, Jürgen! Habt ihr Steinböcke gesehen?

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19. Juli 2015 um 0:03 von Bergtour über den Mauslochsteig auf den Kahlersberg

[…] Er sieht schon sehr einladend aus heute. Und bei dieser Hitze lassen sich einige Wanderer auf der kleinen Reibn auch nicht lange bitten und springen kurzerhand in den […]

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20. November 2015 um 19:06 von Der Seeleinsee ist weg

[…] zur nächsten Wandersaison das Wasser wieder seine normale Höhe erreicht und man wie immer auf der Kleinen Reibn die Füße in die kalten Fluten halten […]

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23. Juni 2016 um 14:36 von Kleine Reibn als Trailrun - Berchtesgadener Land Blog

[…] schon vom Wetterbericht erfahren, dass an diesem Tag eineige Stunden Sonne »drin sind« und die Kleine Reibn (die gar nicht so klein ist!) als Trailrunning-Event geplant. Dass man in diesem Gelände nur […]

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