St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Sepp Wurm

Neue Rekorde am Watzmann

 von Sepp
Neuer Rekord in der Watzmann Ostwand © Philipp Reiter

Neuer Rekord in der Watzmann Ostwand © Philipp Reiter

Der Watzmann ist nicht nur durch seine außergewöhnliche Form so etwas Besonderes, sondern auch durch die alpinistischen Herausforderungen die der 2.713 Meter hohe Berg bietet. Zu den besonderen Herausforderungen gehören die Watzmann Ostwand und die Watzmann Überschreitung. Auf diesen beiden Klassikern des bayerischen Alpinismus wurden diese Woche neue Fabel-Rekorde aufgestellt. Bitte beachtet: Die hier beschriebenen Leistungen wurden von absoluten Ausnahme-Athleten erbracht! In eurem eigenen Interesse: Bitte messt Euch nicht an Ihnen!

Philipp Reiter, in Trailrunner-Kreisen unter dem Kampfnamen „Zauberlehrling“ als einer der besten seiner Disziplin bekannt, machte sich auf, um die legendäre Watzmann Ostwand zu durchlaufen. Die imposante Wand erhebt sich hinter Sankt Bartholomä am Königssee bis zum Gipfelgrat des Watzmann. Die tatsächliche Wandhöhe beträgt 1.800 Meter. Die Watzmann Ostwand gilt damit als längste durchgehende Felswand der Ostalpen.

St. Bartholomä am Königssee, dahinter die Ostwand © Philipp Reiter

St. Bartholomä am Königssee, dahinter die Ostwand © Philipp Reiter

Die bisher schnellste Zeit für die Durchsteigung der Ostwand stammt aus dem Jahr 1988. Damals im Herbst rannte Albert Hischbichler in 2:10,12 Stunden vom See bis zum Gipfel der Südspitze hinauf. Diesen Rekord galt es für Philipp Reiter und seinen Kameraden Martin Schidlowski zu schlagen.

Philipp Reiter und Martin Schidlowski

Philipp Reiter und Martin Schidlowski © Philipp Reiter

Und tatsächlich gelang es den beiden: Am 27. August starteten die beiden auf St. Batholomä zu ihrem Rekordversuch. In einer Zeit von 2:02,53 Stunden liefen die beiden die 6,52 Kilometer lange Strecke mit einer Höhendifferenz von 2.037 Metern.

Am Gipfelkreuz Watzmann Südspitze

Am Gipfelkreuz Watzmann Südspitze © Philipp Reiter

Eine absolut unvorstellbare Leistung, Respekt!

Bereits einen Tag vorher wurde auf der anderen legendären Watzmanntour, nämlich auf der Watzmann-Überschreitung ein Fabelrekord aufgestellt. Zur Erinnerung: Die Watzmannüberschreitung ist eine hochalpine, stellenweise sehr ausgesetzte Tour über die 3 Hauptgipfel des Watzmann inklusive eines kräftezehrenden Abstiegs von der Südspitze ins Wimbachgries. Die Gesamtstrecke der Watzmann-Überschreitung beträgt 22,5 Kilometer und überwindet insgesamt 2.389 Höhenmeter. Offiziell werden als Gehzeit 12 bis 14 Stunden angegeben!

Watzmannüberschreitung © Hans Herbig

Über diesen Grat führt die Watzmann-Überschreitung © Hans Herbig

Toni Palzer, der Weltklasse-Skibergsteiger aus dem Bergsteigerdorf Ramsau, war der alte und ist auch der neue Rekordhalter der Watzmann-Überschreitung.

Toni Palzer

Toni Palzer

Am 26. August lief er die Strecke über den Watzmann in sagenhaften 3:10,16 Stunden! Von der Wimbachbrücke bis zum Hocheck (2.651 m) hat er 1:25 Stunde gebraucht, für die eigentliche Überschreitung vom Hocheck bis zur Südspitze 28 Minuten und für den Abstieg von der Südspitze zurück zur Wimbachbrücke 1:12 Stunde! Eine unvorstellbare Leistung!

Ihr seid’s einfach der Wahnsinn! Respekt, Euer Sepp

23 Kommentare

28. August 2015 um 21:33 von Steve

Krasse Typen…der absolute Wahnsinn!

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29. August 2015 um 11:18 von Sepp

> Absolut unglaublich! Jetzt heißt es Training intensivieren, Steve 😉

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29. August 2015 um 19:38 von Karl Straßer

sind die von Beruf Gemsen

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2. September 2015 um 16:34 von Sepp

> Nein, die beiden sind halt Profi-Sportler!

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1. September 2015 um 18:34 von xxx

So ein Wahnsinn! Braucht die Welt das wirklich?

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2. September 2015 um 16:35 von Sepp

> Natürlich nicht, aber dennoch absolut beeindruckend!

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2. September 2015 um 21:30 von Andreas Wiesinger

Boahhhh! Meinen tiefsten Respekt!!! Absolute Weltklasseleistungen!!

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3. September 2015 um 22:33 von Schuhböck Volker

Für den Laien Wahnsinn, für den Insider absolute top Athletik an der obersten Grenze der Belastung. Es beweist ganz einfach, zu was der menschliche Körper zu leisten im Stande ist. Auch die nötige Willenskraft gehört dazu. So etwas schult auch den Geist.
Mein Respekt das auch zu tun!

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8. September 2015 um 11:50 von Michael Prittwitz

Als jemand, der beide Touren (im gemütlichen Wander- bzw. Klettertempo) kennt, als aktiver Bergsteiger und Trailrunner (wenn auch von bescheidenem Leistungsniveau) kann ich die Leistung der drei sehr gut einordnen: grandios – echte sportliche Spitzenleistungen sind das.
Gut befreundet mit Albert, dem bisherigen Rekordhalter, erfuhr ich gestern davon, als er mir halb belustigt, halb wehmütig, in seinem Rollstuhl sitzend, davon berichtete, dass sein Rekord nach 27 Jahren eingestellt wurde.
Ich kann mich noch erinnern, wie er uns damals 1988 bei einer Frühstückspause in der Klinik sagte, er wolle versuchen, die 2-Stunden-Marke zu »knacken«: Er habe sich einmal kurz verstiegen, und wenn er es ohne Versteigen schaffe, könne er vielleicht <2 Std. laufen! Dazu kam es nach seinem Unfall dann leider nicht mehr. Er hat aber nie den Lebensmut verloren und ist jetzt als Handradler, Monoskifahrer und Buchautor sehr aktiv (www.albert-hirschbichler.de).

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21. September 2015 um 0:09 von Rudy

sportlich bestimmt eine herausragende Leistung, aber gut finde ich es nicht

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23. Februar 2016 um 15:57 von Shine On

Frage einer normalen Bergwanderin. Ich war zwar auch schon auf dem höchsten Watzmangipfel (normale Wanderroute, Rinnkendlsteig usw.), aber die Leute, die da aus der Ostwand kamen, sahen nicht so aus, wie in diesem Bericht, so mit Turnschuhen und ohne Sicherungen? Sie benutzen hier mehrfach die Wortwahl die Ostwand hinaufrennen oder laufen. Geht das wirklich? Ich dachte da müsste man klettern, also mit Ausrüstung?

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11. März 2016 um 22:40 von Sepp

> servus shine, gute Bergsteiger wagen die Watzmann Ostwand ohne Sicherung, die zwei Rekordhalter gehöten ohnehin zu den besten ihrer zunft. Otto normal Wanderer sollte sowas natürlich nicht machen. Ähnlich verhält es sich auf der Watzmann Überschreitung. Die erfahrenen Bergsteiger gehen ungesichert über den Grat, da sie extrem trittsicher und schwindelfrei sind.

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15. April 2016 um 22:08 von Erik

Wahnsinnig gute Leistungen!
Ich selber machte die Watzmann-Überschreitung vom Watzmannhaus zur Südspitze mit heftigem Kater (5 Mass Bier am Vortag!) in 2½ Stunden.
Ich rate mehr dazu, die oben beschriebenen Leistungen zu wiederholen als meine…. 😉

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16. April 2016 um 15:13 von Harald Popp

Sackstarke Leistung. Da ist man dauernd auf Zug und muss trotzdem ständig fokussiert und orientiert sein.
Ich kann das beurteilen, weil ich am 12.9.1985 (vor einer Ewigkeit) mal solo vom See aus in 4 h 23 min über den Salzburger Weg hinauf bin zum Südgipfel (4 mal mit Selbstsicherung), danach in 2 h 55 min hinab zum Parkplatz Königsee über Watzmannhaus un Kühroint

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15. Juli 2016 um 9:48 von Sonnenuntergang am Watzmann-Hocheck - Magische Momente - Magiesche Momente

[…] haben und zum Hocheck aufgestiegen sind, Wanderern, denen die Hütte als Tagesziel genügt hat, Trailrunnern oder gar Ostwandbezwingern, findet sich hier […]

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24. August 2016 um 21:55 von Ingo

Ich machte heute auch die Überschreitung in 4 h und genau 30 min. Ich bin zwar genau doppelt so alt wie der Toni aber man verliert ja nicht viel Potential in meinem Alter. Wenn ich alles optimiert hätte und zu 100Prozent austrainiert wäre dann könnte ich mir um die 4 h vorstellen. Aber niiieeee im Leben diese 3 h 10. Das ist echt außerirdisch! Unvorstellbar!Absolut Weltklasse ????

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25. August 2016 um 8:12 von Sepp

> Respekt, 4:30 Stunden ist eine Wanhnsinns Zeit

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29. Juli 2017 um 14:16 von Jan

>4:30 wow Respekt… Am Freitag probiere ich auch das erste Mal ohne Übernachtung die Überschreitung.. Meine Wunsch Zeit… 7 Stunden.. Mal Sehn was am Schluss steht.. Aber am wichtigsten heil unten ankommen.. Berg heil

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26. September 2016 um 9:55 von Werner Maier

Also die 2:02 für die Ostwand sind noch nachvollziehbar aber die 3:10 für die Überschreitung sind meiner Meinung nach unrealistisch. Gibt es da unabhängige Dritte, die das bestätigen können?
Sieht man sich z. B. den ersten Abschnitt von der Wimbachbrücke (635 m) bis zum Hocheck (2651m) an. Im Artikel sind angegeben 2016 Höhenmeter in 1:25 Stunden. Das entspricht 1420 Höhenmeter pro Stunde!
Die weltbesten Bergläufer beim Hochfelln-Berglauf laufen (erst gestern fand der diesjährige Lauf statt), 1074 Höhenmeter in 0:43 Stunden. Das entspricht 1512 Höhenmeter pro Stunde.
Diese müssen dieses Tempo allerdings nur eine Dreiviertelstunde lang durchhalten und fallen dann am Gipfel oben halb tot um. Laut der Angaben im Artikel hat Toni Palzer ein ähnliches Tempo zwei Stunden bis zum Hocheck gemacht und war dann noch fit genug, den anspruchsvollen Weg zwischen den Gipfeln und den Abstieg in einem weiteren Affenzahn zu machen?? Klingt für mich einfach nicht ganz glaubwürdig, sorry

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26. September 2016 um 12:20 von Sepp

> Also ich kenne den Toni persönlich und habe ihn auch schon öfter in Aktion erlebt. Die Werte klingen tatsächlich unvorstellbar, aber er ist nun mal einer der Besten der Welt. Das kannst du ruhig glauben 😉

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17. Juni 2017 um 1:53 von Woidl

> Also i find ned das de erstplatzierten am Hochfellnlauf halbtot umfallen, im Gegenteil… de Laufen sowas von gemütlich daher dasd sogsd ja gibds des (im Vergleich zu anderen). De Zeit vom Toni hört se tatsächlich ausserirdisch und unrealistisch an, kannst aber ganz gwis glauben weil der Typ einfach von an anderm Stern is! Wos der Leistungen bringt is einfach grod da ausbabierlde Wahnsinn, a richtiger Stierbeidl hoid 🙂 Kon do a grod meinen allertiefsten Respekt aussprechen, sauwa gmachd Done!

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25. Oktober 2016 um 10:16 von Benjamin

Das ist ah Bayer konst song wost mogst.

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