Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

auf dem Weg zum Kärlingerhaus

auf dem Weg zum Kärlingerhaus

Vorheriger Beitrag: Almer Wallfahrt Teil 1 – Der Sonne entgegen

Nun war es endlich soweit: Es ging zum Kärlingerhaus, der letzten Raststation der Almer Wallfahrt. Oder besser gesagt dem letzten Bier vor St. Bartholomä. Mit dem Pater und seinem Freund mache ich mich auf den Weg. Durch Grassl Schnaps schon leicht beschwingt geht es am Ufer des Funtensees entlang. Viele Pilger erfrischen sich hier am Kältepol Deutschlands (Kälterekord -45,9°). Wir erfrischen lieber unsere trockenen Kehlen.

Am Haus angekommen herrscht die reine Oktoberfestzeltstimmung. Es wurden Essens- und Getränkezelte aufgebaut und das Hüttenteam und ihre fleißigen Helfer tragen Tracht. Der Pater bekommt gleich wieder eine Maß Bier in die Hand gedrückt. Er trinkt einen Schluck, muss aber auch einen klaren Kopf behalten und so teilen sein Freund und ich die Maß. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden nichts alkoholfreies mehr zu trinken. Beziehungsweise nichts mit Bierinhalt. Bier ist eben das Grundnahrungsmittel der Bayern und da muss man eben als „Zugezogene“ sich angleichen.

am Kärlingerhaus

am Kärlingerhaus

am Kärlingerhaus

am Kärlingerhaus

Der im Talkessel bekannte und beliebte Pater Kajetan geht noch durch die Reihen und unterhält sich mit Freunden und Bekannten währed sein Freund und ich nun Platz genommen haben auf einer der Bierzeltbänke. Seit morgens um 3 kaum gesessen. Wir schätzen wieviel Uhr es gerade ist und sind uns sicher, dass wir gegen Nachmittag haben. Beim Blick auf die Uhr merken wir, dass wir das Zeitgefühl vollkommen verloren haben. Und das nicht zu gering. Der Tag fühlt sich an wie zwei Tage und so sind wir sehr überrascht, dass wir erst frühen Mittag haben. Nachdem die Maß Bier geleert war, musste ein Kaffee her. Nicht nur zur Mittagszeit ein Ritual meierseits, nein – mittlerweile werde ich unheimlich müde. Das Bier, die pralle Sonne und die Hitze sind eine Belastungsprobe. Glücklicherweise bin ich lange Bergwanderstrecken gewohnt, sonst wäre dies auch noch belastend dazu.

In der Hütte ist es genauso proppenvoll wie draußen. Klar, heute sind geschätzt 2.500 Pilger unterwegs. Dementsprechend ist dann auch die Schlange zu den Sanitäranlagen. Da ich mich mittlerweile gut im Kärlingerhaus auskenne, gehe ich zielstrebig die Treppe in der Hütte hinauf und habe Sanitäranlagen für mich alleine ohne anstehen.

der Funtensee

der Funtensee

Nach dieser längeren Rast geht es dann an den Endspurt: Vom Kärlingerhaus über die Saugasse nach St. Bartholomä. Pater Kajetan hat es eilig. Die Holzknechte warten am Nachmittag auf St. Bartholomä und  er möchte noch ein obligatorisches Bad im Königssee wahrnehmen. Also highspeed! Ich dachte zuerst das sei eher scherzeshalber gemeint, aber nun sehe ich mich mit dem durchweg in seiner Kutte gekleideten Pater den Abstieg zu St. Bartholomä hinunterjoggen.

Wir erregen Aufmerksamkeit und das nicht zu wenig! Der Weg ist schmal und so müssen wir lautstark unser ankommen ankündigen sodass eine kleine Gasse für uns gebildet wird. Sprüche hagelte es massenweise. Hier ein paar Auszüge:

  • „Macht Platz für die Geistlichkeit!“
  • „Der Pater hat seine Messdienerin gleich mit dabei.“
  • „Schau, der Pater hat seinen Engel gleich mit dabei.“ (Das war mein Favorit).

Zur Aufklärung: Ich bin keine Messdienerin und auch ansonsten nicht besonders aktiv in der Pfarrgemeinde.

im Abstieg zu St. Bartholomä

im Abstieg zu St. Bartholomä

Auch wenn man den Abstieg joggt, er zieht sich trotzdem. Die Knie werden es mir danken! In nicht einmal zwei Stunden erreichen wir das Eisbachufer auf St. Bartholomä. Mittlerweile bin ich schon sehr geknickt und traurig, dass dieser erlebnisreiche Tag ein Ende nimmt. Es war ein unheimlich intensives Erlebnis, das ich nicht missen möchte.

Zu guter Letzt spielt noch einmal die Blaskapelle.

die Blaskapelle auf St. Bartholomä

die Blaskapelle auf St. Bartholomä

Danach geht es in die Kirche von St. Bartholomä zum Abschlussgottesdienst. Es ist unheimlich voll darin und leider musste ich kurz vor Ende des Gottesdienstes die Kirche verlassen. Mir wurde leicht schwindelig. Schnell zu einem der Stände an der Kirche was zu essen und trinken gekauft. An dem Tag hatte ich nur einen Obstriegel und ein paar Wiener gegessen und eine Menge Bier. Um eine richtige Oberbayerin zu werden, muss ich noch an der Verträglichkeit des Bieres arbeiten 😉

Hier noch die Route der Almer Wallfahrt. Auch als langwierige Tagestour unbedingt zu empfehlen und ein einmaliges Naturerlebnis, das man so schnell nicht vergisst!

die Route

die Route

Liebe Grüße, eure Ann-Kathrin

1 Kommentar

21. September 2015um11:34 von Almer Wallfahrt: Aufstieg und Überquerung Steinernes Meer

[…] Bald mehr lesen über meine Erfahrung Almer Wallfahrt in „Teil 2 – Oktoberfestzeltstimmung am Kärlingerhaus“ […]

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