St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Sabrina Moriggl

Sag mal, Anna Schneider ….

 von Sabrina

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Die Schüler in Freilassing haben Grund zum Jubeln – die Autorin Anna Schneider kommt am 9.10.2015 extra für eine Lesung ins Berchtesgadener Land! Organisiert wurde dieses Event von der Stadtbücherei Freilassing unter der Leitung von Edith Karnowski, die sich, ebenso wie die jungen Freilassinger, auf die 1966 geborene Autorin freut.

-> Anna, du warst früher schon mal in Berchtesgaden, stimmts?

Das ist richtig. Ich war auf Klassenfahrt in Berchtesgaden. Obwohl das ziemlich lange her ist, erinnere ich mich noch sehr gut daran: An meinen ersten Bergaufstieg, an das Salzbergwerk und an eine Tour nach Salzburg. Das war eine gelungene Woche damals.

-> Welche Rolle spielt die jeweilige Umgebung, in der du dich gerade befindest, für deine Bücher?

Eine große. Obwohl ich meine Bücher nicht immer fest verorte oder an erfundenen Schauplätzen spielen lasse, fließen natürlich reale Gegebenheiten mit ein: Die Stimmung, in die mich eine Landschaft versetzt; die Gerüche und Geräusche, die ich mit Orten verbinde.
Aber auch für das Schreiben selbst ist die Gegend um mich herum wichtig. Wenn ich in der Geschichte nicht weiterkomme, hilft mir oft ein Spaziergang. Am liebsten im Wald oder am Meer.

-> Lieber Stadt oder Land? Auf´m Berg, oder am See?

Alles! In einer Stadt würde ich gerade nicht gerne wohnen. Mit Kindern – ich habe zwei Söhne – finde ich dörfliche Strukturen einfach schöner. Sie geben den Kindern Geborgenheit, und zugleich den nötigen Freiraum. Aber die Nähe zu einer Großstadt finde ich wichtig, um ein breites kulturelles Angebot wahrnehmen zu können: Theater, Konzerte, Kino, Museen.
Ich lebe seit ein paar Jahren in einer perfekten Situation, denn ich habe zwei Wohnorte: Einmal hier in Bayern, zwischen den Bergen und München. Unsere zweite Heimat haben wir in einem kleinen Fischerdorf in Nordholland, fußläufig zum Meer, aber unweit von Amsterdam. Ich bin sehr dankbar, dass mein Beruf diese Möglichkeiten eröffnet.

-> Ramsau ist das erste Bergsteiger Dorf Deutschlands – schnürt Anna Schneider auch mal ihre Wanderschuhe und besteigt einen Gipfel?

Einen Gipfel besteigen, das würde ich schon gerne machen. Leider hindern mich meine Knieprobleme daran, in den Bergen herumzukraxeln. Doch die wunderschöne Natur genieße ich gerne. Zum Glück gibt es Seilbahnen für Menschen wie mich …
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-> Viele Schriftsteller pflegen ein Ritual, wenn sie sich an die Schreibarbeit machen. Manche kochen sich einen Tee, zünden Kerzen an, oder machen zuerst einen Spaziergang. Wie steht es mit dir?

Hin und wieder suche ich die Begegnung und schreibe in einem Café, in dem ich Leute beobachten kann, Leben um mich herum spüre. Dann bin ich jedoch noch nicht tief in der Geschichte drin, sondern noch in der Recherche- oder Probierphase. Wenn ich wirklich schreibe, brauche ich Ruhe und meinen Schreibplatz, an dem alle Unterlagen in Reichweite sind. Das tue ich am liebsten am frühen Morgen, wenn das Haus leer ist oder mitten in der Nacht, wenn alle schlafen. Ein Kaffee oder Tee, Schokolade oder Obst darf dabei natürlich auch nicht fehlen…

-> Mit „Blut im Schuh“ und „Bald wird es Nacht Prinzessin“ hast du zwei erfolgreiche Jugendbücher abgeliefert. Unter dem Pseudonym Anna Martens erschien dein erster Thriller „Engelsschmerz“ auf dem Erwachsenensektor. Woran arbeitest du gerade?

Ich habe gerade ein neues Jugendbuch abgeschlossen, das nun über meine Agentur vertrieben wird. Das nächste Projekt ist ein Spannungsroman für Erwachsene. In welche Richtung es dabei genau gehen wird, weiß ich offen gestanden noch nicht: Entweder wird es ein Psychothriller oder eine Krimiserie. Ich habe gerade eine Idee für eine interessante Protagonistin und bin gespannt, wohin mich meine Überlegungen führen werden… Als typische Krimiautorin verrate ich natürlich nicht mehr. Es muss ja spannend bleiben.

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-> Anna, im Berchtesgadener Land wurde heuer ein Remake der Trapp-Familie gedreht. Was bedeutet dir Musik?

Die Musik spielt in meinem Leben seit eh und je eine wichtige Rolle. Ich habe immer gerne getanzt, spiele Gitarre und Flöte, lerne gerade Klavier spielen und singe. Für die Bühne ist das allerdings nicht geeignet. Das überlasse ich anderen, die mehr Talent dafür haben. Doch Singen ist für mich ein tolles Ventil für alle Stimmungen und Emotionen. Es ist ein wunderbarer Ausgleich.

-> Was bedeutet dir Heimat?

Unglaublich viel. Heimat ist für mich nicht nur ein Ort, sondern viel mehr ein Gefühl. Das habe ich vor allem da, wo meine Familie ist, die mir Stärke und Geborgenheit gibt.
Dann gibt es noch Plätze, die ich mein Zuhause genannt habe oder noch nenne, die mir vertraut sind. Da ist das Oberbergische Land, in dem ich groß geworden bin. Die wunderbare Stadt Trier, wo ich mein Studium verbracht und an der Universität gearbeitet habe. Frankfurt und der Taunus – dorthin wollte ich nie, habe aber mein Herz schnell an die Menschen dort gehängt. Und natürlich das Fünf-Seen-Land, in dem ich jetzt schon fast neun Jahre lebe. Alle diese Orte liegen mir am Herzen.

Liebe Anna Schneider – danke, dass du dir Zeit genommen hast!

Mehr über die Autorin findet ihr hier:

http://www.anna-martens.de/anna-martens.de/Willkommen.html

http://www.schneideranna.com/

1 Kommentar

25. August 2016 um 11:54 von wc sitze

Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann haben Sie eine Stammleserin gewonnen.Vielen Dank für die tollen Informationen.

Gruß Sandra

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