Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Christian Thiel
Solist, Dozent und künstlerischer Leiter - Wen-Sinn Yang- Foto: Erich Steindl

Solist, Dozent und künstlerischer Leiter – Wen-Sinn Yang- Foto: Erich Steindl

Am vergangenen Samstag fand das Eröffnungskonzert zur Festwoche Alpenklassik in der Alpenstadt Bad Reichenhall statt. Die Konzertrotunde im Kurgarten war ausverkauft, kein Wunder bei gleich vier Solisten. Neben Einheimischen und Gästen waren auch viele der Meisterkurs-Teilnehmer im Publikum und ließen sich von ihren Dozenten verzaubern.

Das Eröffnungskonzert

Nach den Begrüßungen und der offiziellen Eröffnung der Festwoche machten sich die Musiker bereit für das erste Stück des Abends. Mit Mozarts Fagottkonzert, dem ersten Bläserkonzert des damals 18-jährigen Komponisten wartete gleich ein echtes Highlight auf die Zuhörer. Als Solist stand der Norweger Dag Jensen auf der Bühne, begleitet wurde er von der Bad Reichenhaller Philharmonie. Der renommierte Musiker, der schon in zahlreichen Namhaften Orchestern gespielt, viele Preise gewonnen und bei verschiedenen bekannten Festivals mitgewirkt hat, beeindruckte die Gäste mit der enormen Klangvielfalt seines Instuments. Zusammen mit seinem roten Fagott meisterte Jensen spielerisch die anspruchsvollen Passagen. Das Stück ist mit seinen humorvollen aber auch virtuosen Soli maßgeschneidert für das Fagott. Der lange anhaltende und immer wieder aufbrausende Applaus war Beweis genug, dass Jensen das Publikum in seinen Bann gezogen hatte.

Begrüßung beim Eröffnungskonzert - Foto: Erich Steindl

Begrüßung beim Eröffnungskonzert – Foto: Erich Steindl

Solist Dag Jensen kurz vor seinem nächsten Einsatz - Foto: Erich Steindl

Solist Dag Jensen kurz vor seinem nächsten Einsatz – Foto: Erich Steindl

Dag Jensen erntet seinen verdienten Applaus - Foto: Erich Steindl

Dag Jensen erntet seinen verdienten Applaus – Foto: Erich Steindl

Als zweites Stück stand Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 auf dem Programm. Auch Beethoven war erst 24 Jahre alt, als er dieses Stück komponierte. Als Solist saß am Samstag der Ausnahmepianist Michael Schäfer am Klavier. Nachdem sein Auftritt im Vorjahr aus gesundheitlichen Gründen ausfallen musste, begeisterte Schäfer das Publikum mit vollem Einsatz. Immer wieder war spürbar wie sehr Schäfer das Stück mit seiner ganzen Leidenschaft interpretierte. Der aufgeklappte und polierte Flügel gab Einblicke in die unglaubliche Technik des Solisten und des Instruments. Als der letzte Ton des Stücks verklang würdigte das Publikum auch die Leistung von Schäfer mit anhaltenden Applauswellen.

Solist Michael Schäfer nach seinem Mitreißenden Solo - Foto: Erich Steindl

Solist Michael Schäfer nach seinem Mitreißenden Solo – Foto: Erich Steindl

Nach einer ausgiebigen Trinkpause die bei den sommerlichen Temperaturen ein wahrer Genuss war, stand mit dem Konzert für Violine, Violoncello und Orchester, a-moll op. 102 von Brahms das letzte der drei Stücke auf dem Plan. Brahms selbst war in erster Linie Pianist und suchte für seine Werke mit Violine meist den Rat seines Freundes Joseph Joachim. Auf Grund eines Ehestreits zwischen Joachim und dessen Frau kam es zu einem Streit zwischen Brahms und Joachim. Nach sieben Jahren Funktstille machte Brahms den ersten Schritt zur Versöhnung, in dem er Joachim das besagte Stück zur Begutachtung vorlegte. Bei der Uraufführung im Jahr 1887 dirigierte Brahms, Joachim war einer der beiden Solisten. Die Versöhnung war geglückt. Am Samstag war der Schwede Ulf Wallin (Violine) und der gebürtige Schweizer Wen-Sinn Yang (Violoncello). Wallins Weg führte über verschiedene Engagement auf Konzertbühnen in Asien, Europa und den USA. Neben seine Auftritten ist Wallin Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Sein Pendant – Wen-Sinn Yang – ist nicht nur als Solist und Dozent bei der Festwoche Alpenklassik eingebunden, sondern auch noch als künstlerischer Leiter. Neben seinen Konzertauftrittten ist Yang Professor an der Hochschule für Musik und Theater München. Die Solisten zeigten eindrucksvoll was die beiden Instrumente leisten können, ohne dabei den Partner aus den Augen zuverlieren – kurz gesagt – ein beeindruckendes Doppelkonzert. Nicht zu vergessen – und das gilt für alle drei Stücke – die Bad Reichenhaller Philharmonie, die in gewohnter Professionalität die Umrahmung der Solisten garantierte.

Die Bad Reichenhaller Philharmonie ist stets gefordert bei der Alpenklassik - Foto: Erich Steindl

Die Bad Reichenhaller Philharmonie ist stets gefordert bei der Alpenklassik – Foto: Erich Steindl

Die beiden Solisten für das Doppelkonzert - Ulf Wallin und Wen-Sinn Yang - Foto: Erich Steindl

Die beiden Solisten für das Doppelkonzert – Ulf Wallin und Wen-Sinn Yang – Foto: Erich Steindl

Das weitere Programm der Festwoche Alpenklassik

Bis Freitag kann man noch täglich von 10-17 Uhr die Meisterkurse der International Summer School beobachten. Talentierte Nachwuchsmusiker bekommen von international anerkannten Professoren den letzten Feinschliff verpasst. Ins Leben gerufen wurden die Kurse von der Bad Reichenhaller Philharmonie und der Hochschule für Musik und Theater München. Darüber hinaus gibt es täglich ein Abendkonzert mit hochrangigen internationalen Solisten. Neben den Abendkonzerten finden auch während dem Tag noch weitere Konzerte statt. Alle Veranstaltungen der Festwoche Alpenklassik findet man in der Veranstaltungsbroschüre. Ein Highlight ist das Abschlusskonzert am Samstag, den 3.9.2016 an dem ausgewählte Meisterschüler mitwirken dürfen. Für Spannung und hochkarätige Musik ist somit die ganze Woche über gesorgt. Ein Besuch lohnt sich.

Euer Christian

2 Kommentare

8. September 2016um15:15 von Birgit

Hallo, mein Name ist Birgit und ich war mit meinem Mann eine Woche in Bad Reichenhall zur Alpenklassikwoche. Hier haben wir interessante und stimmungsvolle Tage erlebt. Wir haben Konzerte besucht und haben den Unterricht der Studenten bei Ihren Lehrern erleben dürfen. Das Wetter war prima aber leider nicht das Ambiente bei den beiden Kammerkonzerten der Studenten. Hier fehlten eine feine geschmeidige Abstimmung im Ambiente und Moderation. So musste ich mir eine trostlos aussehende Bühne bei den beiden Kammerkonzerten der Studenten anschauen. Auf der Bühne stand lediglich ein Klavier und das jeweilige Zubehör der Studenten. Rechts und links sah ich kahle Wände ohne jeglichen Schmuck. Ein paar Blumen hätten das Bild verbessert. Auch eine dezente Wandgestaltung außer nur ein Vorhang wäre toll gewesen. Was ich als sehr nüchtern empfand war das Ende der dieser beiden Konzerte. Die Moderation der Konzerte war bestens ABER als der letzte Student seinen Auftritt beendet hatte blieb der Moderator wie angewurzelt sitzen ohne ein kurzes Abschlusswort an das Publikum zu richten. Alles war wir abgeschnitten ohne festlichen Ausklang. Hier wünsche ich mir nächstes Jahr ein bisschen mehr Atmosphäre. Ansonsten war diese Woche sehr ereignisreich und bewegend. Viel Erfolg bei der Planung für das Jahr 2017 wünscht Birgit.

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26. Januar 2017um8:20 von "Ihr Wunsch ist uns Musik" - Berchtesgadener Land Blog

[…] Flair der Außenkonzerte begeistert Gäste auf Ihre ganz eigene Art und Weise. Während des Festivals Alpenklassik im August wurden die Kurkonzerte der Bad Reichenhaller Philharmonie zum ganz besonderen Erlebnis. […]

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