Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

150-ste Besteigung des Dötzenkopfs…

 von Ann-Kathrin
Benjamin Krämer

Benjamin Krämer

… oder: und täglich grüßt der Benjamin Krämer.

Ein Mann mit Anfang 30, läuft in diesem Jahr schon zum 150. Mal auf den Dötzenkopf. Der muss doch verrückt sein, würde man stumpferweise zuerst annehmen.  Doch da steckt mehr dahinter als ein Sportsgeist.

Es geht um Kompensation.
Es geht um abschalten vom Arbeitsalltag.
Es geht um das Schöne im Gewohnten zu finden.

Wer ist der Typ eigentlich und warum sollte man etwas über ihn lesen wollen?
Zuerst: Kennt sonst wer jemanden, der in diesem Jahr schon 150x auf demselben Gipfel war? Und das Jahr ist noch nicht vorbei! Alleine das ist schon erwähnenswert. Was aber noch zu erwähnen ist, dass er diesen Berg nicht nur als Sportgerät ansieht. Benjamin ist 33 Jahre alt und lebt in Bad Reichenhall. Er arbeitet als Physiotherapeut in einer Kurklinik und betreibt nebenbei auch seine Mobile Massage Benjamin Krämer. Seit nun 7 Jahren lebt er hier, ursprünglich kommt er aus Niederbayern. Keine Frau oder Familie zog ihn hierher. Er tat das alleine, aus freiem Willen. Doch seine Familie ist nur rund 150 Kilometer entfernt. Mittlerweile hat er sich sehr gut eingelebt und auch eine naturverbundene Frau bereichert sein Leben. All das bekommt er unter einen Hut. Auch wenn die Zeit für das Laufen oder Berglaufen sehr knapp ist. Selbst in eine Stunde bekommt er dank seiner immer stärker werdenden Kondition so viel Berg und Natur wie möglich. Dem Laufen und dem Berglaufen hat er auch gute Freunde zu verdanken. Benjamin nimmt an Lauftreffs teil und ist aktives Mitglied im SC Ainring. In der Gruppe könne man sich am besten steigern findet er. Es wird kein Druck gemacht, aber trotzdem versucht man miteinander mitzuhalten.

Mobile Massage Benjamin Krämer

Mobile Massage Benjamin Krämer

Doch wenn er mal wieder nach Feierabend den Dötzenkopf hochläuft dann ist er alleine. Alleine, weil man so am besten abschalten kann. Den ganzen Arbeitstag ist er von Menschen umgeben, hier am Dötzenkopf kann er alles Angestaute raus lassen und seinen inneren Akku wieder aufladen. Bei der ersten Begehung empfand er es noch als anstrengend, damals war er aber schon sportlich gewesen. Dann wurde das Dötzenkopf Skyrace ins Leben gerufen. Der Ehrgeiz wuchs und somit auch der Wettkampfgedanke. Der Wettkampf mit sich selbst am Dötzenkopf. An manchen Tagen erklimmt er den Dötzenkopf gleich mehrmals, an manchen Tagen geht es um die Zeit. Wenn alle Bedingungen passen, dann ist er in 20 Minuten am Gipfel ab dem Wanderzentrum Bayrisch Gmain. Kaum vorstellbar wenn man bedenkt, dass die offizielle Zeit laut Wegeschild 1,5 Stunden beträgt. Noch dazu, dass er von zu Hause in Bad Reichenhall zum Wanderzentrum in Bayrisch Gmain joggt.

Sonnenuntergang auf dem Dötzenkopf

Sonnenuntergang auf dem Dötzenkopf

Wer natürlich solche Zeiten im Aufstieg aufweisen kann, der muss sich irgendwann mal messen. Benjamin ist keine klassische Wettkampfsau. Nicht jeder Wettkampf muss mitgemacht werden. Doch einige Wettkämpfe hat er nach einigen Jahren des vorhergegangen Trainings hinter sich. Da wäre beispielsweise der Jennerberglauf. Jedes Jahr im Oktober treffen die besten Bergläufer aus der Region aufeinander um sich joggend den Jenner hinauf zu messen. Auch zum Untersberg beziehungsweise zum Stöhrhaus gibt es jedes Jahr einen Berglaufwettkampf. Nach einigen Erfolgen in regionalen Berglaufwettkämpfen will Benjamin nun an der Deutschen Meisterschaft in nächstem Jahr teilnehmen.

Benjamin's Teilnahme an diversen Berglaufwettkämpfen

Benjamin’s Teilnahme an diversen Berglaufwettkämpfen

Anton Palzer, Stephan Tassani-Prell und Philipp Reiter – um nur ein paar Namen aus der Region zu nennen. Allesamt Spitzenathleten und Tonangebend in Sachen Berglaufsport. Doch was soll das sein, wieso einen Berg hinauf joggen?

Früher sagte mein Vater immer sonntags er mache einen Waldlauf, sprich joggen durch den Wald. Das ist wohl für jeden noch nachvollziehbar und normal. Wenn mich jemand frägt wieso ich so viele Bergtouren mache, dann antworte ich „weil ich es kann“. Und so wird es auch mit dem berglaufen sein. Auch Benjamin Krämer erzählt mir davon wie er Schritt für Schritt, Lauf für Lauf immer konditionsstärker wird. Auch ich selbst kenne es, dass ich immer konditionsstärker wurde und wieso den Körper und was in ihm steckt nicht noch ein wenig mehr reizen?! Vorteil: Nun passen kleine Bergtouren auch in den Alltag. Längere Distanzen können nun auch in einem Tag statt zweien absolviert werden. Nicht nur, dass hier die Elite des Berglaufes beheimatet ist, sondern das Berchtesgadener Land bietet alles was das Bergläuferherz begehrt. Von Forststraßen, zu wurzeligen Pfaden, steilen Felsanstiegen und luftigen Graten ist alles dabei.

Heute bin ich gegen Abend mit Benjamin Krämer auf seinen Dötzenkopf gegangen. Im Berglauf und Speed Hiking geht es nicht nur um das sich messen, es geht auch um das ankommen in sich selbst mit einem starken sportlichen Akzent. Warum es gerade zum 150x der Dötzenkopf sein muss ist für Benjamin klar. Es ist jedes Mal anders. So wie heute. „So klar ist es nicht immer abends. Wie schön man die Stadtlichter bis nach Salzburg sieht“, es schwingt auch eine kleine weiche Verliebtheit zu diesem Berg mit. Und mit seinen 410 Höhenmetern auf 4 Kilometern fördert und fordert er auch die Kondition und bietet somit fast ganzjährig alles was das Berglaufherz begehrt.

Wer auch mal in den Genuss einer Sportmassage von Benjamin Krämer kommen möchte, der kann ihn ab 17 Uhr unter 0160 / 98 26 12 33 oder auf Facebook erreichen.

2 Kommentare

6. Dezember 2016um21:48 von Steve

Danke für den Beitrag…
…der Benni ist einfach ein klasse Typ!

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7. Dezember 2016um11:07 von Sepp

Wahnsinn, 150 mal auf demselben Berg war ich auch noch nie, und dann noch in einem Jahr !

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