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 Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Königssee © Bayerische Schlösserverwaltung

Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Königssee © Bayerische Schlösserverwaltung

Nach abgeschlossener Restaurierung kehren die letzten beiden Kreuzwegstationen zurück an den Königssee

Am 12. Mai erhält die am idyllischen Königssee gelegene Wallfahrtskirche St. Bartholomä, eines der berühmtesten Postkartenmotive Bayerns, ihren Kreuzweg wieder, nachdem die Bayerische Schlösserverwaltung die letzten beiden Stationen restauriert hat. Die Gemälde des späten 18. Jahrhunderts waren jahrelang hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt und wurden von ihr angegriffen, so entstanden sogenannte „Krepierungen“. Deshalb wurden die insgesamt 14 Kreuzwegstationen nacheinander in das Restaurierungszentrum der Bayerischen Schlösserverwaltung in Schloss Nymphenburg in München verbracht. Dort arbeitete die verantwortliche Restauratorin Manuela Frankenstein mit zwei jungen Absolventen, die gerade ein freiwilliges soziales Jahr in der Denkmalpflege durchlaufen, seit einigen Monaten an den einzelnen Stationen.

Die Gemälde wurden aus dem Rahmen mit seltener originaler Verglasung herausgenommen und dann nach und nach mit Lösungsmitteln zur Regenerierung des angegriffenen Firnis bearbeitet.

Das Gemälde „Die Kreuzigung“ vor und während der Restaurierung © Bayerische Schlösserverwaltung

Das Gemälde „Die Kreuzigung“ vor und während der Restaurierung © Bayerische Schlösserverwaltung

„Die Gemälde sind gerade für die gläubigen Besucher von großer Bedeutung, zumal St. Bartholomä eine Wallfahrtskirche ist“ sagt Manuela Frankenstein. „So ist es umso schöner für Pilger, aber auch für Touristen, die frisch restaurierten Gemälde nun wieder in ihrer vollständigen Pracht erleben zu können.“

Gemälde „Die Kreuzigung“, fertig restauriert © Bayerische Schlösserverwaltung

Gemälde „Die Kreuzigung“, fertig restauriert © Bayerische Schlösserverwaltung

Um dem an den Kunstwerken in St. Bartholomä nagenden „Zahn der Zeit“ Einhalt zu gebieten und neue Schäden zu vermeiden, wurden während der Restaurierungsarbeiten zudem vorbeugende Maßnahmen gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit  ergriffen. Der erste Gedanke, die hohen Werte rühren von aufsteigender Nässe des Königssees her, stellte sich nach Klimamessungen als falsch heraus. „Das Ganze ist eher ein Nutzungsproblem“, erklärt Tina Naumovic, die für die klimatische Betreuung in St. Bartholomä verantwortlich ist: „Die kalte, sehr feuchte Luft im Innenraum der Kirche kondensiert, sobald warme Luft von draußen hereinströmt.“

Als erste Maßnahme wurde ein Türschließer eingebaut, der die Tür automatisch schließt und dadurch das Hereinströmen warmer Luft verhindert. Weiterhin wurde im Dachstuhl sowie in der Apsis ein verstecktes intelligentes Luftentfeuchtungssystem installiert. Sobald die Luftfeuchtigkeit außerhalb der Kirche geringer ist als im Innenraum, aktiviert das System automatisch ein Gebläse und öffnet die Fenster auf der entgegengesetzten Seite der Kirche, um eine Luftzirkulation zu erzeugen. Ziel ist es, die Luftfeuchtigkeit bei einem relativ stabilen Wert um 70% zu halten, damit sich auch kein Schimmel bildet.

Am Freitag, den 12. Mai bringen Manuela Frankenstein und ihre Praktikantinnen die zwei letzten Kreuzwegstationen mit dem Elektroboot  zurück nach St. Bartholomä. Auf der Fahrt wird neben dem berühmten Echo auch auf die Stelle hingewiesen, wo am 23. August 1688 bei der Floßfahrt zum damaligen Wallfahrtsziel, der Kirche in Dürrnberg, mehr als 70 Wallfahrer ums Leben kamen. Seitdem ist St. Bartholomä das Ziel der Almer Wallfahrt.

Pressemeldung Bayerische Schlösserverwaltung

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