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Berchtesgadener Land Blog

Sepp Wurm

Mit dem E-Bike zur Kallbrunnalm

 von Sepp
Die Kallbrunnalm

Die Kallbrunnalm

Die Mountainbike-Tour zur Kallbrunnalm ist eine der klassischen Radl-Touren in den Berchtesgadener Alpen. Das Ziel der Tour, die Kallbrunnalm, liegt auf österreichischer Seite, gehört aber verwaltungstechnisch zu Bayern. Die Kallbrunn ist mit ihren 30 Kasern nicht nur die größte Alm in unserer Heimat, sondern auch eine der schönsten. Ich habe das Traumwetter am Sonntag genutzt, und der Kallbrunnalm mal wieder einen Besuch abgestattet.

Dazu habe ich mich auf mein E-Bike geschwungen und bin erstmal gemütlich durch das Bergsteigerdorf Ramsau geradelt. Vorbei an der berühmten Pfarrkirche geht’s die ersten Kilometer fast flach bis zum Eingang des Zauberwaldes. Hier zweigt der Weg nach rechts von der Straße ab und führt in angenehmer Steigung durch den Wald zum Hintersee. Am Nordufer des Sees radle ich weiter zum Klausbachhaus, Hier markiert ein Zaun mit Tor den Eingang zum Nationalpark Berchtesgaden. Der Radlweg führt jetzt auf der Straße durch das Klausbachtal. Eine erste längere Steigung führt unterhalb der Mühlsturzhörner zur Hängebrücke. Gerade bei diesem Traumwetter zeigt sich, warum diese markanten Berge auch „Ramsauer Dolomiten“ genannt werden.

Die Mühlsturzhörner, die Ramsauer Dolomiten

Die Mühlsturzhörner, die Ramsauer Dolomiten

Hier mache ich kurz Pause und steige vom Rad ab. Etwas abseits der Straße gibt’s nämlich etwas ganz Besonderes zu sehen: Den Frauenschuh! Diese leuchtend gelbe Pflanze ist die größte heimische Orchideen-Art und sehr selten. Momentan blüht der Frauenschuh, doch bald ist das Schauspiel wieder vorbei.

Ein Frauenschuh, die größte Orchidee im Nationalpark Berchtesgaden

Ein Frauenschuh, die größte Orchidee im Nationalpark Berchtesgaden

Nach dieser botanischen Pause geht’s weiter: Vorbei an der Engertalm führt mich der Weg zum Mitterberg, dem berüchtigten Steilstück kurz unterhalb der Bindalm. Steil ist der Mitterberg, doch mit der Untersützung des Motors meines E-Bikes ist auch dieser Anstieg ein Klacks. Mühelos erreiche ich die ebene Fläche unterhalb der Bindlam und kurz darauf, nach einem weiteren, aber kurzem Steilstück, die Landesgrenze am Hirschbichl.

Am Hirschbichl, der Grenze zwischen dem Berchtesgadener Land und dem Salzburger Saalachtal

Am Hirschbichl, der Grenze zwischen dem Berchtesgadener Land und dem Salzburger Saalachtal

Jetzt geht’s erstmal wieder bergab, dann kurz bergauf zum Jagdhaus Falleck und dann für eine längere Strecke flach weiter. Erst oberhalb der Weißbachalm wird’s wieder steiler. Und zwar richtig: Etwa zweieinhalb Kilometer sind’s noch bis zur Kallbrunn, und die haben es in sich.  Mehrere Serpentinen, ein stellenweise loser Untergrund und die konstante Steigung machen diesen letzten Abschnitt nochmal zur Kraftprobe. Es sei denn, man hat ein E-Bike: Dann geht’s ganz gemütlich ohne große Kraftanstrengung bergauf. So erreiche ich die großzügige Hochfläche der Kallbrunnalm. Es ist sommerlich warm, doch hier oben merkt man deutlich, dass es immer noch Frühling ist: Der Enzian, der in den tieferen Lagen schon wieder fast verblüht ist, beginnt auf der Kallbrunnalm gerade zu blühen. Die immer noch schneeweißen Leoganger Steinberge im Hintergrund komplettieren das Klischee-Bild vom Frühling.

Enzianblüte auf der Kallbrunnalm

Enzianblüte auf der Kallbrunnalm

Die Almbauern habe ihr Vieh noch nicht aufgetrieben, aber die Jausenstation hat schon geöffnet. Bevor ich in der Jausenstation auf der Kallbrunnalm einkehre und mir auf der Terrasse ein Paar Würstel und einen Almdudler gönne, mache ich noch den Abstecher zum nahegelegenen Dießbachstausee.

Der Dießbachstausee

Der Dießbachstausee

Was für ein traumhafter Tag! Ich genieße die Sonne und lasse mir Zeit, bis ich wieder aufbreche. Auf dem Rückweg besuche ich natürlich noch meine Eltern auf der Bindalm, unsere Alm ist ja seit Samstag wieder bewirtschaftet. Bei diesem Traumpanorama auf die Ramsauer Dolomiten lasse ich den Sonntag gemütlich ausklingen.

Der Rundumkaser auf der Bindalm

Der Rundumkaser auf der Bindalm

Was für ein Tag! Leiht Euch doch einfach mal so ein E-Bike aus und erlebt das Klausbachtal in einer grenzüberschreitenden Radltour 😉

Euer Sepp

2 Kommentare

31. Mai 2017 um 12:23 von Steffi

Witzig, ich war am Sonntag auch dort. Zum ersten Mal und auf anderer Route, die Alm ist wirklich toll (und der weitere Weg zur Hochwies auch!). Was bedeutet das „verwaltungstechnisch zu Bayern“ denn genau?

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31. Mai 2017 um 17:09 von Sepp

Servus, die Kallbrunnalm gehört zu den Bayerischen Saalfortsen. Die Bayerischen Saalforste, früher auch Salforste, im Salzburger Pinzgau sind ein Teil der Bayerischen Staatsforsten. Als einziger der 41 Forstbetriebe der Bayerischen Staatsforsten liegen sie nicht in Bayern, sondern im Land Salzburg. Weitere Infos gibts auf Wikipedia

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