St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Der Weg zurück zum Hundstodgatterl; links zu sehen der Hundstod

Das Berchtesgadener Land zieht jährlich tausende von TouristInnen aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands sowie dem Ausland an. Die atemberaubende Vielfalt sowie die Kombination aus Bergen, Seen, Almen und geschützter Natur bietet auch den Einheimischen die attraktive Möglichkeit, den Urlaub in ,,der Heimat“ zu verbringen.

So gestaltete auch ich meinen Urlaub mit etlichen, lang ersehnten Trailrunningtouren im Raum Berchtesgaden. Eine davon sollte der Einblick in das Steinerne Meer mit Besuch des Ingolstädter Hauses bilden.

Nach frühem Aufbrechen eines heißen Samstages liefen mein Partner und ich von der Wimbachbrücke in Ramsau los. Vorbei an der Wimbachklamm ging es zunächst in Richtung Wimbachschloss – welches durch ein moderates Lauftempo nach dreizig Minuten erreicht werden konnte.

Die Sicht war bereits so klar, dass wir während des ,,Warmlaufens“ die uns umliegenden Berge bestaunen konnten. Das Wimbachtal löst mit seiner bloßen Existenz immer wieder Faszination auf mich aus: So fühlt man sich im Hochsommer teilweise wie im death valley. Rechts das Watzmann- ; links von uns das Hochkaltermassiv. Vor uns liegend der Loferer Seilergraben. Die Wegbeschaffenheit: Steinig. Optimale Voraussetzungen für einen landschaftlich hochkarätigen Trailrun!

Nach circa einer Stunde erreichen wir die Wimbachgrieshütte – wo wir bereits unsere Trinkbehältnisse auffüllen. Früh morgens stoßen wir hier auf Übernachtungsgäste, die sich mit einem Frühstücksbuffet für ihren weiteren Auf- bzw. Abstieg auf der Terrasse stärken. Es herrscht eine ruhige, dennoch ausgelassene Stimmung und die, teils verschlafenen Gesichter erwecken durch den nun einsetzenden Sonneneinbruch im Gries zu neuer Frische.

Nach kurzer Pause laufen wir weiter in Richtung Trischübelpass. Der Weg wird nun vertikaler und so müssen wir auch unsere Schnelligkeit an die Gegebenheiten des Weges anpassen. Unterhalb des Passes genießen wir den weitläufigen Einblick ins Wimbachgries. Ein Schmankerl für jeden Naturliebhaber!

Blick ins Wimbachtal

Beim Trischübel angekommen entdecken wir die ersten Gämse, die bereits munter durch die Natur streifen und sich von uns scheinbar so gar nicht beirren lassen wollen. Interessiert sehen sie uns an und entscheiden sich letztlich, einen anderen Weg einzuschlagen.

Auf nun 1.774 Metern (Trischübel) biegen wir rechts ab um in Richtung Hundstodgatterl zu laufen. Folgt man der Beschilderung geradeaus so käme man bspw. über die Siegeretplatte nach St. Bartholomä. In Erweiterung mit dem Rinnkendlsteig könnte man so den König Watzmann umrunden. Ebenfalls eine lohnenswerte, jedoch nicht für unseren Tag geplante Tour.

Hinauf in kleinen aber steilen Serpentinen gelangen wir in die sogenannte ,,Hundstod Grube“ – die ihrem Name alle Ehre macht. Wie in einer Schleuse laufen wir zunächst ein Stück bergab, flach geradeaus bis es dann steil ansteigend hinauf zum weiteren Plateu geht. Hier treffen wir auf mehrere BergsteigerInnen, die vom Ingolstädter Haus aufbrachen um in Richtung Grieshütte zu gehen.

Hundstod Grube

Nun müssen einige, noch vorhandene Schneefelder überschritten werden. Da diese jedoch von fester Konsistenz und gespurt sind, ist ein drüber laufen unbedenklich.

Nach knapp drei Stunden erreichen wir das Hundstodgatterl, von dessen Plattform es in anspruchsvollen Steinausläufern vorerst bergab geht. Da die Steine sehr dominant und teilweise spitz sind, außerdem große Zwischenräume zueinander aufweisen, ist äußerste Vorsicht und Konzentration geboten.

Kurz vor Erreichen des Hundstodgatterl; Im Hintergrund die Watzmann Südspitze

Als wir solchen Weg passiert haben, gelangen wir an eine Art Kreuzung: Links würde man zum Kärlingerhaus gelangen; rechts sehen wir bereits unser heiß ersehntes Ziel: Das Ingolstädter Haus!

In scheinbar weiter Ferne: Das Ingolstädter Haus im Steinernen Meer

Eine weitere Stunde laufen wir durch felsiges, schotterbehaftetes Terrain. Die Atmosphäre scheint beinahe surreal: Um uns herum schroffe Steine, Gräser, Schmelzwasser und zu guter Letzt Schafe – die auf einer Höhe von 2.000 Metern weiden.

Schneefelder unterhalb des Ingolstädter Hauses

Nach Insgesamt viereinhalb Stunden Laufzeit erreichen wir etwas erschöpft und hungrig das Ingolstädter Haus auf 2.120 Metern. Es steht einsam da – inmitten eines Meeres bestehend aus endlosen Steinen und schroffen Felswänden. Die sich uns bietende Aussicht ist unbeschreiblich und sollte bei Interesse und ausreichend Kondition selbst bestaunt werden. Um uns zu stärken genießen wir leckere Spinat- und Germknödel vom freundlichen Hüttenwirt – absolut empfehlenswerte Delikatessen! 🙂

Frontalaufnahme des Ingolstädter Hauses

Zusammenfassend benötigten wir für den (in den Wegvariationen der längste) Weg zum Ingolstädter Haus viereinhalb Stunden, wobei ca. 1.900 Höhenmeter für die Einzelstrecke überwunden werden mussten. Landschaftlich bietet die Tour viel Abwechslung, gigantische Aus- und Weitblicke sowie tolle Naturimpressionen.

Fahne des Ingolstädter Hauses; Im Hintergrund der große Hundstod

Eure Sarah!

2 Kommentare

24. Juli 2017 um 11:29 von Ulrich Völkel

Einmaliger Einblick in das Berchtesgadener Land.

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