St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Alpin und anmutend: Das Kammerlinghorn

 von Sarah
Höhenrausch auf dem Kammerlinghorn

Höhenrausch auf dem Kammerlinghorn

Berge strahlen auf mich eine Ruhe und Vertrautheit aus – ein Gefühl des Geborgen- und Verankertseins in mir selbst. Aus solchem Grund suche ich immer wieder die alpine Höhe auf.

In Auseinandersetzung mit den Berchtesgadener Alpen und entsprechenden Hochtouren fällt mir immer wieder auf, dass das Gebiet um die Hocheisgruppe weniger Erwähnung findet als der wohl bekannteste unserer Berge, der Watzmann.

Grund hierfür erscheint mir das schroffe, konditionell anspruchsvolle und technisch schwierige Gebiet um Berge wie die Hocheisspitze, das Hinterberghorn oder die Wimbachschneidspitze. Resultierend daraus trifft man in solchem Terrain auch auf wenig Frequentierung durch BergsteigerInnen.

Geringe Frequentierung auf dem Kammerlinghorn als Teil der Hocheisgruppe

Geringe Frequentierung auf dem Kammerlinghorn als Teil der Hocheisgruppe

Um mich diesem Gebiet etwas zu nähern plante ich eine Tour auf den einzig markierten Berg der Hocheisgruppe: Das Kammerlinghorn auf 2.484 Metern. (Rote Markierung)

Gipfel des Kammerlinghorns

Gipfel des Kammerlinghorns

Ich starte, wie so oft im Sommer, morgens. Ausgangspunkt meines heutigen Laufs ist der gebührenpflichtige Parkplatz ,,Hintertal“ in Weissbach bei Lofer – im benachbarten Österreich. Das Gebiet um den Parkplatz leitet bereits angemessen für die Tour ein: Sattgrüne Wiesenflächen, ein Bach und der letzte Dunst von der Nacht umringen den noch leeren Parkplatz. Solcher ist der letzte vor der Hirschbichlstraße – welche lediglich von Almerlebnissbussen, beheimarten Bauern und RadfahrerInnen befahren werden darf.

Zunächst passiere ich für etwa zehn Minuten die Teerstraße, bis ich rechts in eine Forststraße abzweigen kann. Diese laufe ich nun weitere fünfzehn Minuten aufwärts, bis ich bereits die Kammerlingalm erblicken kann. Hier ist noch alles ganz ruhig; einige Kühe grasen bereits auf den umliegenden Wiesen. Gelassen- und Unbedarftheit strahlt von den Hütten aus und generiert eine wohlfühlende Atmosphäre. Ich biege abermals halblinks in einen Wiesenpfad ein und folge fortan der rot/weißen Markierung in Stein und Pfeiler.

Die Kammerlingalm

Die Kammerlingalm

Vorbei an den weidenden Kühen – die interessiert zu mir herüber blicken – erblicke ich hinter der Kammerlingalm liegend das Seehorn. Dieses aber soll für eine nächste Tour in Angriff genommen werden.

Weiter auf dem, nun enger werdenden Wiesenweg gelange ich in ein längeres Waldstück. Der Trail ist fortan mit zahlreichen Steinen und Wurzeln versehen, sodass Konzentration erforderlich ist. Auch auf einer Höhe von knapp 1.400 Metern erblicke ich hier noch vereinzelt Kühe, die genüsslich ihre Gräser zermalmen.

Etwas weiter im Wegverlauf gelange ich nun an eine Art Kreuzung, die über eine Beschilderung verfügt. Links würde man nach Ramsau, bzw. zum Hintersee gelangen. Geradeaus folgend mein Ziel: Das Kammerlinghorn sowie der Karlkogel, etwas unterhalb des Kammerlinghorns liegend.

Auf einer nun existenten Höhe von 2.00 Metern verändert sich abermals die Beschaffenheit des Weges: Es wird nun alpiner und auch den Höhenunterschied spüre ich als gebürtige Wittgensteinerin zunehmend.

Da ich unter der Woche das Kammerlinghorn erlaufe, begegnet mir im Aufstieg lediglich eine Person, welche sich im Abstieg befindet.

Der Weg wird alpiner

Der Weg wird alpiner

Durch schottriges – jedoch noch immer laufbares Terrain erreiche ich unter zwei Stunden die Höhe des Karlkogels, den ich jedoch links liegen lasse um weiter zum Kammerlinghorn aufsteigen zu können. Die noch bestehende und potentielle Einsamkeit auf dem Berg möchte ich nutzen können, so lange es geht.

Weitere dreihundert Höhenmeter folgen, bis ich das Gipfelkreuz erreiche. Lediglich kurz vor dessen ist die Beschaffenheit des Weges durch Felsen dominiert.

Kurz vor dem Gipfel gestaltet sich der Weg felsiger

Kurz vor dem Gipfel gestaltet sich der Weg felsiger

Ausblick auf die Hocheisrahmung

Ausblick auf die Hocheisrahmung

In Bildmitte: Der Große Hundstod

In Bildmitte: Der Große Hundstod

Summierend wurden im Aufstieg knapp sieben Kilometer und 1.500 Höhenmeter überwunden. Die Tour ausgehend vom Hintertal gestaltet sich kürzer als solche über die Bindalm im Klausbachtal und kann somit in einem geringeren Zeitfenster bestritten werden – das Naturerlebnis geht dabei jedoch nicht verloren.

Viel Spaß beim Nachgehen! Eure Sarah

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert*