Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Hüttentour Reiter Alm

 von Sepp
Unterwegs zur Neuen Traunsteiner Hütte auf der Reiter Alm

Unterwegs zur Neuen Traunsteiner Hütte auf der Reiter Alm

Steil und wild: So war meine Wochend-Bergtour. Ich war auf der Reiter Alm unterwegs. Und zwar auf dem schönsten Aufstiegsweg, dem Schaflsteig. Dann hab ich noch das Stadelhorn bestiegen, den höchsten Gipfel der Reiter Alm, bevor mich das Wetter ohne weiteren Gipfelsieg zur Neuen Traunsteiner Hütte trieb.

Aufstieg über den Schaflsteig zur Mayrbergscharte

Der Schaflsteig ist die wahrscheinlich schönste Variante, um auf die Reiter Alm zu kommen. Um zum Schaflsteig zu kommen, müssen wir aber erstmal bis zur Engertalm im Klausbachtal wandern. Tipp: Der Almerlebnisbus kann euch diesen zwar einfachen, aber langen Anmarsch ersparen. An der Engertalm führt ein Übersteig über den Zaun. Hier beginnt der Schaflsteig, ein sehr steiler und schwieriger alpiner Steig. Zuerst geht’s steil über die Weidefläche, dann durch lichten Mischwald und schließlich in die Latschen. In der Latschenzone ergeben sich das erste Mal richtige Ausblicke. Ich bin begeistert vom Blick zur Bindalm, aus dieser Perspektive habe ich die Alm noch nie gesehen.

Blick vom Schaflsteig zu Bindalm und Litzlalm

Blick vom Schaflsteig zu Bindalm und Litzlalm

Nach den Latschen wird das Gelände alpiner: Der Schaflsteig führt direkt zu den steilen Felswändern des großen Mühlsturzhorns und dann unterhalb dieser Wand entlang an beeindruckenden Felsformationen vorbei.

Beeindruckende Felsformationen unterhalb der Mayrbergscharte

Beeindruckende Felsformationen unterhalb der Mayrbergscharte

Eine unglaublich faszinierende Landschaft: Wild und schroff! Am Wandfuß entlang gehen wir weiter zu unüberwindbar wirkenden Felswänden.

Da geh's rauf

Da geht’s rauf

Doch die Wand hat eine Schwachstelle: In einer Rinne führt der Steig jetzt klettersteigähnlich versichert durch die Wand hinauf in die Mayrbergscharte zwischen Stadelhorn und Wagendrischlhorn.

Wegweiser in der Mayrbergscharte

Wegweiser in der Mayrbergscharte

Das Stadelhorn

In der Mayrbergscharte (2053 Meter) entscheiden wir uns, das Stadelhorn zu besteigen. Zwar wird der Himmel nun ganz schön wolkig, doch bis zum Regen wird es noch dauern. Über felsige Absätze kommen wir rasch höher, und haben dabei immer den Hintersee und die Halsalm tief unter uns im Blick.

Blick zum Hintersee und Halsalm im Aufstieg zum Stadelhorn

Blick zum Hintersee und Halsalm im Aufstieg zum Stadelhorn

Schließlich erreichen wir nach kurzem Aufstieg den Gipfel des Stadelhorn (2.286 Meter)

Gipfelkreuz Stadelhorn

Gipfelkreuz Stadelhorn

Die Wolken sind jetzt mehr geworden und wir werden Zeuge wie schnell das Wetter im Hochgebirge umschlagen kann. Als wir wieder in der Mayrbergscharte ankommen beträgt die Sichtweite lediglich ein paar Meter, dichter Nebel hat sich über die Reiter Alm gelegt und es wird wohl bald zu regnen beginnen. Wir verwerfen unseren ursprünglichen Plan, das Wagendrischlhorn zu übeschreiten, sondern wandern auf dem Normalweg am Fuß des Gugelhupfs in Richtung Traunsteinerhütte.

Über die Rossgasse zur Neuen Traunsteiner Hütte

Im Nebel über die Reiter Alm

Im Nebel über die Reiter Alm

Im Nebel wandern wir durch das Wagendrischlkar und erreichen eine Wegkreuzung: Nach rechts führt der Weg zu den Reiter Steinbergen und über die Steinberggasse zur Neuen Traunsteiner Hütte. Wir halten uns aber links an der Kreuzung und nehmen die Rossgasse. Die Sicht ist leider sehr begrenzt, so sehen wir leider nichts vom Großen Häuslhorn, an dessen Fuß wir ins Zentrum des Hochplateaus der Reiter Alm wandern.

Steindauben weisen den Weg durch den Nebel

Steindauben weisen den Weg durch den Nebel

Die Rossgasse führt über grobe Geröllfelder in einigem Auf und Ab nach Norden. Nach der Abzweigung zum großen Häuslhorn wird die Landschaft lieblicher, statt Steinen doninieren jetzt Latschen den Weg. Im letzten Bergabstück zur Almfläche der Reiter Alm ist zum ersten Mal die Neue Traunsteiner Hütte zu sehen. Der Nebel hängt fest, doch zu Regnen hat es immer noch nicht angefangen.

Blick über die Latschen zur Neuen Traunsteiner Hütte

Blick über die Latschen zur Neuen Traunsteiner Hütte

Wir erreichen schließlich die Almfläche, marschieren an den Kasern vorbei. Ein paar Kühe sind noch hier oben, doch die meisten wurden schon ins Tal getrieben.

Almhütten auf der Reiter Alm

Almhütten auf der Reiter Alm

Auf einer Anhöhe auf dem Almgebiet steht die Alte Traunsteiner Hütte, nur wenige Meter von der Neuen entfernt. Da die Alte Hütte auf Österreichischem Grund steht baute man die Neue Hütte nach Grenzstreitigkeiten dann einfach auf der Deustchen Seite neu auf.

Vorbei an der Alten Traunsteiner Hütte

Vorbei an der Alten Traunsteiner Hütte

Nur wenige Gehminuten trennen uns jetzt noch von unserem Tagesziel, der Neuen Traunsteiner Hütte.

Unterwegs zur Neuen Traunsteiner Hütte auf der Reiter Alm

Unterwegs zur Neuen Traunsteiner Hütte auf der Reiter Alm

Noch immer hat es nicht zu regnen begonnen, doch wir freuen uns auf die warme Stube. Schön zu sehen, dass der Kamin der Hütte raucht.

Die Neue Traunsteiner Hütte auf der Reiter Alm

Die Neue Traunsteiner Hütte auf der Reiter Alm

Bei einem deftigen Essen in der Stube sinnieren wir über den Aufstieg: Der Schaflsteig ist sicherlich der schönste Weg auf die Reiter Alm, aber auch der schwerste. Besonders mit großem Rucksack sollten sich nur erfahrene und trittsichere Bergsteiger an den Schaflsteig wagen.

Abstieg über Schrecksattel

Am nächsten Morgen regnet es, wie wir erwartet haben. Deshalb wählen wir den einfachsten Weg ins Tal: Den Schrecksteig nach Oberjettenberg. Dort haben wir, vorausschauend wie wir sind, ein Auto geparkt. Von der Traunsteiner Hütte führt ein breiter, an den steileren Stellen betonierter Weg in leichtem Auf und Ab zum Schrecksattel. Am Schrecksattel zweigt nicht nur der Schrecksteig ins Tal ab, sondern hier beginnt auch der Gebirgsübungsplatz der Bundeswehr. Das Warnschild wirkt etwas bizarr im Gebirge…

Hinweisschild am Eingang zum Gebirgsübungsplatz der Bundeswehr

Hinweisschild am Eingang zum Gebirgsübungsplatz der Bundeswehr

Am Schrecksattel (1.620 Meter) steht ein großes Gedenkkreuz und zahlreiche kleine Gedenktafel für die toten Soldaten. Über Serpentinen führt der schmale Weg hinunter ins Tal, erst an Felswänden entlang, dann durch den Wald. Im unteren Bereich trifft der Steig auf eine breite Forststraße, die dann bis zur Seilbahnstation der Bundeswehr führt. Der Regen wird jetzt immer stärker, doch das ist uns egal: Wir sind angekommen!

Die Reiter Alm wird ja oft unterschätzt, doch die Variante Schaflsteig macht diese Hüttentour zu einer äußerst anspruchsvollen Angelegenheit. Euer Sepp

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