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Berchtesgadener Land Blog

Sepp Wurm

Bergbrenner unter Tage

 von Sepp
Miner's Gin nach altem verbrieften Brennrecht

Miner’s Gin nach altem verbrieften Brennrecht

Ein Gin aus dem Salzbergwerk Berchtesgaden

Florian und Martin Beierl, die Inhaber der traditionsreichen Enzianbrennerei Grassl, verkaufen nicht nur hochprozentige Köstlichkeiten, sondern Geschichten. Und was für welche: Zum Beispiel die vom Miner’s Gin und den ältesten Wacholderbrennrechten in ganz Bayern. Dieses Privileg ist den Grassls und ihren Nachfolgern der Familie Beierl seit Jahrhunderten garantiert. „Jetzt entsteht seit kurzem ein ganz besonderer Gin in unserem Haus!“ freut sich Florian Beierl. Der Miner’s Gin ist eine aufregend seltene Rarität. Von Hand in den Kupferbrennkesseln der ältesten bayerischen Bergbrennerei aus feinem Wacholder destilliert, reifen die hochprozentigen Köstlichkeiten anschließend in Steingut-Fässern tief in den Stollen des Salzbergwerks Berchtesgaden. Die salzige Luft im 250 Millionen alten Salzstock gibt dem Gin den letzten Schliff. Ich durfte heute dabei sein, als die ersten Liter des neuen Gins aus dem Salzbergwerk entnommen wurden.

Über den Spiegelsee im Salzbergwerk geht's zum Miner's Gin

Über den Spiegelsee im Salzbergwerk geht’s zum Miner’s Gin

Das der Wacholder im Nationalpark Berchtesgaden genutzt werden darf, ist historisch bedingt: Im frühen 17. Jahrhundert erhielt die Familie Grassl das verbriefet Kranebitt-Recht (Kranebitt ist ein altes Wort für Wacholder) von den Fürstpröbsten, den geistlichen und weltlichen Herren Berchtesgadens. Urkunden bezeugen, dass im März 1692 der Untersteiner Gastwirt Grassl die Rechte erhielt, Wacholder, Enzian und Meisterwurz zu brennen. Die Urkunden mit dem „Hütten-, Holz-, Wasser- und Brennrecht“ liegen im Bayerischen Hauptstaatsarchiv und erlauben dem Hause Grassl bis in die heutige Zeit, den Wacholder aus dem Nationalpark Berchtesgaden und den Berchtesgaden Alpen zu destillieren.

Grassl Brennrecht von 1692

Grassl Brennrecht von 1692

Die Idee, aus dem traditionell produzierten Grassl Wacholder einen eigenen Gin zu kreieren, kam durch die Experimentierfreude der Gebrüder Beierl, dem langjährigen Destillateur Meister Franz Hölzl und dem Bergbrenner Lukas Schöbinger.

Bergbrenner unter Tage: Lukas Schöbinger und Destillateur Meister Franz Hölzl

Bergbrenner unter Tage: Lukas Schöbinger und Destillateur Meister Franz Hölzl

Produziert wird der Gin in den eigenen Brennhütten am Priesberg und am Rossfeld. Die beiden Brennhütten auf 1220 und 1350 Metern Höhe sind die wohl ungewöhnlichsten Produktionsstätten Deutschlands. „An der Tradition des Bergbrennens auf unseren Hütten im Berchtesgadener Raum wollen wir auf jeden Fall festhalten!“ erzählt Florian Beierl.

Gin und Salz: Eine gelungene Kombination

Gelagert wird der Miner’s Gin schließlich im Salzbergwerk Berchtesgaden in der alpinen Salzlagerstätte. Sie ist über 250 Millionen Jahre alt. Hier reift der Gin zu seinem einzigartigen milden Genuss.

Gin in der alpinen Salzlagerstätte im Salzbergwerk Berchtesgaden

Gin in der alpinen Salzlagerstätte im Salzbergwerk Berchtesgaden

Die Stollen wurden händisch in mühevoller Bergmannsarbeit aus dem Berg gebrochen. Der Gin atmet in der dunklen Stille in alten Steinzeug die salzige Luft des Bergwerks. Eine leichte Nuance Salz im Geschmack lässt die mühevolle Arbeit von Generationen zur Gewinnung des Salzes erahnen.

Ein Stamperl Miner's Gin

Ein Stamperl Miner’s Gin

Aber überzeugt Euch selbst, die ersten Liter des Miner’s Gin sind ab sofort erhältlich. Euer Sepp

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