St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Drauß‘ vom Zwiesel komm ich her

 von Sarah

..und ich muss euch sagen: Es windet dort sehr! Über Zennokopf und (Mittel-) Staufen; musste ich dabei auch mal’s laufen.

Der Oktober bescherte uns in der 40. Kalenderwoche genau zwei herbstlich anmutende und mit reichlich Sonne betankte Tage, die genutzt werden wollten. An einem von ihnen entschloss ich mich spontan dazu, die Zwiesel-Zennokopf, Mittel- und Hochstaufen Überquerung in Angriff zu nehmen. Eine Tour, die mit knapp zehn Kilometern in der reinen Überschreitung von zirka 1.600 Höhenmetern zu den anspruchsvolleren Routen im Berchtesgadener Raum gehört (schwarze Markierung). Alpine Kenntnisse sowie eine gute Kondition sind Voraussetzung, um sich dem Hochstaufenmassiv hinzugeben.

Die Tour gibt es in mehreren Varianten: So ist zum Beispiel eine komplette Überschreitung des Hochstaufenmassivs möglich, indem zusätzlich Gamskogel und Fuderheuberg überquert werden. Auch besteht die Option, meine (von links nach recht gerichtete) Route im Richtungswechsel zu vollziehen.

Ich starte beim Parkplatz des Listwirtes, unweit vom gleichnamigen (List-) See entfernt. Vorbei an der Gaststätte folge ich zu Beginn des Laufes der gelben Wanderbeschilderung in Richtung Zwieselalm und Zennokopf, die laut Wegmarkierung knapp drei bis vier Stunden von mir entfernt liegen sollen.

Durch den Eintritt in eine Art Waldschleuse wird der vor mir liegende Weg durch seitlich stehende Bäume begrenzt und spendet daher immer mal wieder angenehmen Schatten auf meinem Lauf bergaufwärts. Ich genieße dabei das wechselnde Spiel zwischen kurzen Trailpassagen und Forstwegen, auf denen ich mich mithilfe meiner Stöcke optimal abstützen kann. Nach kurzer Zeit erreiche ich so die ersten Abzweigungen in weiterer Richtungsfolge meines ersten Ziels: Dem Zwiesel. Da ich dort noch niemals war, bin ich gespannt auf die Wegbeschaffenheit oberhalb des Kaiser-Wilhelm-Hauses, welches mir durchaus bekannt ist.

Durch rot-gelb gefärbtes Laub folge ich nun dem stufenlastigen Weg und begutachte gleichzeitig die Fülle der (Herbst-) Farben, die sich meinem Auge bietet. Solche Jahreszeit bietet nicht nur eine optimale Lauftemperatur sondern ebenso eine ,,Reifung“ der Natur: Die Bäume tragen Früchte, verlieren ihre Blätter und geben so das Resultat vergangener Sommertage ab.

Nach etwas über eine Stunde laufe ich an der Zwieselalm vorbei. Sie lasse ich aufgrund des heutigen, straffen Programms links liegen und erhasche lediglich einen Blick zur Hütte. Bereits einige WanderInnen genießen hier die Mittagssonne sowie den Ausblick auf die Berchtesgadener Bergwelt.

Auf weiterem, besteinten Pfad laufe ich in Richtung Zwieselspitze und muss nun immer wieder meine Konzentration schärfen: Durch die vergangenen, regnerischen Tage ist das Terrain weit oben noch immer recht feucht und die Grasflächen dadurch aufgeweicht. Wer hier nicht ausrutschen möchte, sollte Obacht geben.

Passage zwischen Zennokopf und Zwiesel

Passage zwischen Zennokopf und Zwiesel

Schlussendlich erreiche ich die Höhe von 1782 Metern und somit den Gipfel des Zwiesels nach zirka 1,45 Stunde und beginne mit meiner ersten kurzen Rast und dem mentalen Festhalten des sich mir bietenden Panoramas.

Aussicht zum Hochstaufen; ausgehend vom Zwiesel

Gipfel des Zwiesels

Weiter geht es zum Zennokopf, der nur unweit, unterhalb vom Zwiesel liegend, entfernt ist. Hier ragt ein großes, silbern farbendes Gipfelkreuz von der Wiese empor und markiert den Gipfel als solchen. Auch hier halte ich einen kurzen Moment inne, um meine weitere Tour in Augenschein zu nehmen: Die Überschreitung zum Mittel- sowie Hochstaufen.

Gipfelkreuz des Zennokopfes

Nun geht es erstmals steinig bergab: Zahlreiche Steine summieren sich zu einem Weg, der mich in eine Art Kar befördert. Begleitet von Drahtseilpassagen, die minimale Kletterkenntnisse erfordern, erreiche ich zwischendurch immer wieder ebene Flächen, auf denen ich gut laufen kann und somit ein gewisses Maß an Geschwindigkeit aufbringen kann. Denn ausgeschrieben ist die Überschreitung vom Zennokopf bis zum Hochstaufen mit drei Stunden. Da ich erst mittags zu meiner Tour aufbrach, drängt mich die Jahreszeit zu einem schnelleren Fortschreiten.

Überschreitung zum Mittel- und Hochstaufen

Es geht steil bergab

Nach weiteren anderthalb Stunden durch gering frequentierte Steige des Staufenmassivs erreiche ich freudig den Mittelstaufen, dem ich bislang keine Beachtung schenkte. Umso mehr genieße ich die sich mir bietende, ruhige Atmosphäre und den wunderbaren Ausblick ins Berchtesgadener Land sowie in den Chiemgau.

Erreichung des zweiten, bzw. dritten Gipfel des Tages

Mittlerweile trennen mich nur noch wenige Meter bergab- bzw. aufwärts zum Hochstaufen, die sich technisch nun nicht mehr all zu anspruchsvoll gestalten wie zuvor. Vom Mittelstaufen abgestiegen erreiche ich wieder alt bekannte Wege, den Bartlmahd. Von diesem ausgehend erblicke ich jetzt wieder vermehrt WanderInnen und fühle mich zurück in der Zivilisation. Weiter im Laufen erreiche ich nach weiteren 30 Minuten den Hochstaufen und bin glücklich, über die Erreichung des vierten Gipfel des heutigen Tages.

Gipfel des Hochstaufens

Ich lasse die heutige Route Revue passieren: Etwa 10 Kilometer und 1.600 Höhenmeter inkludierte die Überschreitung vom Zwiesel bis zum Hochstaufen. Eine Tour, die sich durch ihre stetig wechselnde Wegkonsistenz abwechslungsreich und aktiv gestaltet. Um mein Kalorienpensum nun wieder aufzufüllen, genehmige ich mir schlussendlich den super leckeren Apfelkuchen vom Reichenhaller Haus, der mir freudig überreicht wird.

Ich wünsche allen InteressentInnen solcher Tour viel Spaß beim Nachgehen, laufen bzw. klettern! Eure Sarah

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