Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Neues aus dem Nationalpark

 von Sepp

Thomas Gesell (Mitte), Hüttenreferent der Sektion München des Deutschen Alpenvereins, erläuterte Nationalparkleiter Dr. Roland Baier (l.) und Dr. Peter Loreth von der Biosphärenregion Berchtesgadener Land die Pläne für den Umbau des Watzmannhauses.

544.000 Euro für Wege und Steige im Nationalpark

45 Teilnehmer waren der Einladung von Nationalpark-Leiter Dr. Roland Baier zur Herbstversammlung ins Berchtesgadener Nationalparkzentrum Haus der Berge gefolgt. Traditionell berichtet die Nationalparkverwaltung unter dem Titel „Erholungsnutzung im Nationalpark“ über durchgeführte Arbeiten und Projekte des laufenden Jahres. Vertreter von Behörden, Gemeinden, Vereinen, Verbänden, Forstbetrieb, Tourismus und Hüttenwirten erfuhren darüber hinaus von der Sektion München des Deutschen Alpenvereins (DAV) die Pläne für den rund 1,1 Millionen Euro teuren Umbau des Watzmannhauses.

Die Erhaltung der Wege und Steige spielt im Schutzgebiet rund um Watzmann und Königssee eine bedeutende Rolle. Rund 544.000 Euro investierte die Nationalparkverwaltung im laufenden Jahr für den Erhalt dieser Infrastruktur für Wanderer und Bergsteiger. Die drei Nationalpark-Revierleiter Matthias Hofbeck, Hans Neubauer und Werner Vogel stellten außerdem die erfolgten Maßnahmen zu Borkenkäferbekämpfung, Wegemarkierung, Instandhaltung der Diensthütten sowie Pflanzungen von Buche und Tanne in der Pflegezone vor. Anschließend berichtete Nationalpark-Wegereferent Lorenz Köppl über die aufwändige Sanierung der Watzmann-Überschreitung im Juli 2017. In 300 Arbeitsstunden entfernte das Steigbau-Team insgesamt 171 Meter Stahlseil und 56 Haken. 178 Meter Seil und 43 Haken wurden erneuert und ausgetauscht. Köppl betont: „Die Watzmann-Überschreitung ist durch unsere Maßnahme keinesfalls schwieriger geworden. Wir haben den Watzmann lediglich in unschwierigem Gehgelände von seinem Korsett ein wenig befreit“. Diese Maßnahme hat der Nationalparkverwaltung neben wenigen kritischen Stimmen auch viel Lob und Anerkennung eingebracht. Besonders aus der einheimischen Bevölkerung sowie dem benachbarten Österreich gab es große Zustimmung.

Umbau des Watzmannhauses

Auch einige hundert Höhenmeter unterhalb der Watzmanngipfel, am Watzmannhaus, wurde und wird derzeit gebaut. Thomas Gesell, Hüttenreferent der Sektion München des DAV, präsentierte die Pläne zum laufenden Umbau des Watzmannhauses. Bis Mai 2019 wird die beliebte Bergsteigerunterkunft in drei Bauabschnitten umgebaut und modernisiert. Auch den strengen Auflagen des Brandschutzes wird bei der rund 1,1 Millionen Euro teuren Maßnahme Rechnung getragen. Die Arbeiten finden sowohl während des laufenden Betriebes als auch in der winterlichen Schließzeit statt. Neben moderneren Schlafräumen werden auch die Sitzplätze im Gastronomiebereich erweitert und neue Sanitärräume eingerichtet.

Das Watzmannhaus wird renoviert

Das Watzmannhaus wird bis 2019renoviert

Nationalpark-Ranger Klaus Melde gab einen Überblick über die Arbeitsschwerpunkte des Nationalpark-Dienstes im vergangenen Sommer. „Vor große Herausforderungen stellen uns die wachsenden Besucherzahlen“, erläuterte Melde. „Die Zahl der illegalen Camper und Biwakierer hat im Sommer 2017 erheblich zugenommen, hinzu kommt ein wachsendes Müllproblem vor allem am Königssee.“ Wobei hier die Verursacher keinesfalls ausschließlich bei den Feriengästen zu finden seien: „Leider sind es auch viele Einheimische, die Campingausrüstung, Müll und Scherben ungeachtet zurücklassen“, ärgert sich der Ranger. 2018 gehen die Kontrollen in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Berchtesgaden weiter, bei Verstößen gegen die Nationalparkverordnung werden Bußgelder verhängt.

Über die geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz im Klausbachtal berichtete anschließend Nationalpark-Sachgebietsleiter Ulf Dworschak. Um die an den Klausbach angrenzende Bebauung vor Hochwasser zu schützen, soll die Hirschbichlstraße um rund einen Meter angehoben werden und als Damm fungieren. Außerdem werden im Bereich der Hirschbichlstraße außerhalb der Nationalparkgrenzen Spundwände eingezogen. „Die umstrittene Geschiebesperre im Klausbachtal ist damit vom Tisch“, erklärte Dworschak. Nachdem Fritz Rasp, Leiter der Tourist-Information Ramsau die Inhalte des Alpinen Philosophicums 2018 im Bergsteigerdorf vorstellt hatte, präsentierte abschließend Dr. Peter Loreth, Leiter der Biosphärenregion Berchtesgadener Land, das Projekt „Nachhaltige Tourismusentwicklung“. Derzeit entwickelt die Biosphärenregion in Zusammenarbeit mit Vertretern des Tourismus, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, des Landratsamtes und der Nationalparkverwaltung neue und nachhaltige Reisepakete. Die buchbaren Pauschalangebote unter dem Motto „Schützen unterstützen: Freiwilligenarbeit in der Natur“ sollen anlässlich der Freizeitmesse „f.re.e“ im Februar 2018 in München vorgestellt werden.

Pressemeldung Nationalpark Berchtesgaden

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