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Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Massenstart – auf fünf Gruppen verteilt, beginnen jeweils gut 100 Soldaten das Skitourenrennen. © Bundeswehr/Marco Dorow

Massenstart – auf fünf Gruppen verteilt, beginnen jeweils gut 100 Soldaten das Skitourenrennen. © Bundeswehr/Marco Dorow

Über 500 Gebirgssoldaten messen sich beim „Polarfuchs“

Das Führungskorps aller Verbände der Gebirgsjägerbrigade 23 stellte sich am Dienstag, 6. März, dem alljährlichen militärischen Wettkampf „Polarfuchs“. Mit zehn Kilogramm Gepäck und Waffe spurteten die Wettkämpfer 400 Höhenmeter mit Skiern auf den Götschen, um nach einem rasanten Abfahrtslauf wiederum die letzten 50 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Damit wiesen die militärischen Führer der Brigade ihre Skibeweglichkeit und körperliche Robustheit nach.

Vom Offizieranwärter bis zum Oberst – alle müssen mit!

Um 16 Uhr startete die erste von fünf Startwellen an der Götschenalm auf die Wettkampfstrecke. Die Aufstiegspur führte die insgesamt über 500 Soldatenüber verschneite Waldwege bis hinauf zur Liftstation unterhalb des Götschenkopfs.

Wettkämpfer steigen auf den letzten Metern zum Ziel auf. © Bundeswehr/Marco Dorow

Wettkämpfer steigen auf den letzten Metern zum Ziel auf. © Bundeswehr/Marco Dorow

Nachdem die 19- bis 59-jährigen Starter vom Dienstgrad Gefreiter Offizieranwärter bis zum Oberst den höchsten Punkt der Strecke erreicht hatten, mussten sie innerhalb einer markierten „Wechselzone“ schnellstmöglich ihre Steigfelle von den Skiern abziehen, um sich auf die Abfahrtstrecke begeben zu können. Hier forderte die durch Regen und Nebel zeitweise stark eingeschränkte Sicht volle Konzentration von den Teilnehmern. Wieder an der Götschenalm angekommen, legten die Soldatinnen und Soldaten nochmals die Felle an, um auf den letzten Höhenmetern im Aufstieg noch einmal alles aus sich herauszuholen. Unter dem Beifall und den Anfeuerungsrufen der Kameraden wuchs Mancher auf den letzten Metern zur Ziellinie über sich hinaus.

Endspurt: Soldaten, die den Wettkampf bereits beendet haben, feuern ihre Kameraden aus den nachfolgenden Startgruppen an. © Bundeswehr/Marco Dorow

Endspurt: Soldaten, die den Wettkampf bereits beendet haben, feuern ihre Kameraden aus den nachfolgenden Startgruppen an. © Bundeswehr/Marco Dorow

Als erfahrener Teilnehmer spricht Oberstabsfeldwebel Christian Leithner vom Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald unmittelbar nach dem Wettkampf wohl vielen aus der Seele: „Es ist egal, ob man ganz vorne oder weiter hinten mitläuft. Für jeden ist es anstrengend, aber wenn die Mühen vorbei sind, ist jeder froh, dass er wieder mit dabei war und dass das Rennen gut und ohne Verletzungen gelaufen ist.“ Doch auch der Führungsnachwuchs hatte die Gelegenheit, wertvolle Erfahrungen zu sammeln, wie Obergefreiter und Reserveoffizieranwärter Frederik Walter berichtet: „Natürlich habe ich den typischen Anfängerfehler gemacht, zu schnell loszulaufen. Aber nachher habe ich noch gut durchgezogen und auf dem letzten Stück alles rausgeholt.“

Gemeinsame Siegerehrung für zwei Militärwettkämpfe

Da am Folgetag ein weiterer militärischer Wettkampf der Gebirgsjägerbrigade 23 – die Premiere der „International Mountain Warfare Patrol“ (IMWP) in Ruhpolding – auf dem Programm stand, wurden die Siegerehrungen für beide Veranstaltungen zusammengelegt. Dazu fanden sich die Teilnehmer von Polarfuchs und Militärpatrouille am Mittwochabend in der Sporthalle an der Von-Martius-Straße in Bad Reichenhall ein.  Der Brigadekommandeur, Oberst Jared Sembritzki, nahm zusammen mit dem stellvertretenden Landrat Helmut Fürle und Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner die Siegerehrung vor. Um die Leistungen angemessen vergleichen zu können, wurden die Teilnehmer in 18 Gruppen eingeteilt. So gab es unter anderem eigene Wertungen für Kommandeure, Kompaniechefs und „Spieße“, Offizieranwärter, Zugführer und die jeweiligen Führungsgrundgebiete der Stäbe.

Brigadeeinheiten ganz oben auf dem „Stockerl“

Stabsfeldwebel René Hellmann vom Stabszug der Gebirgsjägerbrigade 23 lief dieses Jahr allen davon und wurde mit einer herausragenden Zeit von 39:28 Minuten Tagesschnellster. Stärkste Soldatin war Oberleutnant Stephanie Hammers vom Gebirgsaufklärungsbataillon 230 aus Füssen mit einer ebenfalls beachtlichen Zeit von 53:38 Minuten.
In der Mannschaftswertung sicherten sich die Brigadeeinheiten – bestehend aus Stab, Stabs- und Fernmeldekompanie und dem Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230 – vor den Gebirgsjägerbataillonen 232 aus Bischofswiesen und 233 aus Mittenwald den ersten Platz. Oberstleutnant i.G. Martin Sonnenberger, der Sieger der Kommandeurgruppe wurde, nahm als Chef des Brigadestabes stellvertretend den großen Wanderpokal entgegen, der vom Kameradenkreis der Gebirgstruppe gestiftet wurde.  Musikalisch untermalt wurden Siegerehrung und Kameradschaftsabend von der Egerländerbesetzung des Heeresmusikkorps 10 aus Ulm.

An Bewährtem festhalten und stetig weiterentwickeln

Der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Jared Sembritzki, nutzte die Veranstaltung auch, um das Wort an sein Führerkorps zu richten: „Das was wir beim Polarfuchs verlangen, muss jeder Vorgesetzte dieser Brigade drauf haben.“ Er versicherte den Soldaten, dass mit dem Polarfuchs an Altbewährtem festgehalten wird, sich die Gebirgstruppe aber auch hier weiterentwickeln muss.

Pressemeldung Gebirgsjägerbrigade 23

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