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Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Rosi Fürmann

Achthal nach dem Bergbau

 von Rosi

Achthal mit den Gebäuden des ehemaligen Eisenabbaues und der Eisenverhüttung

Die letzten 100 Jahre in Bildern und Geschichten: Achthal nach dem Bergbau

Über Jahrhunderte prägte der Bergbau – der Abbau von Eisenerz aus dem Teisenberg – das Leben in Achthal (heute Gemeinde Teisendorf).  Erzbischof Matthäus Lang gründete hierfür am 2. Oktober 1537 die Eisengewerkschaft Achthal. Dazu entwickelte sich mit dem Erz aus dem Teisenberg eine florierende Industrie. Im Hochofen trennte sich die Schlacke vom Roheisen und aus einem großen Teil dieses Rohstoffes entstanden gleich an Ort und Stelle im Kunstgussverfahren viele Produkte des täglichen Bedarfs; Produkte für das Leben und Arbeiten der damaligen Zeit. Die „Geschichte vom Bergbau in Achthal“ endete 1925.

die komplette Anlage in Achthal mit rechts den Industrieanlagen zur Veredelung des Roheisens und links dem Areal mit „Beamtenstock“ und „Arbeiterstock“ – Aufnahme um das Jahr  1900

Achhtal mit rechts dem „Beamtenstock“, in der Mitte hinten die Kapelle „Maria Schnee“, links neben der Kapelle leicht versteckt das Werkswirtshaus und hinten links hinter dem Werkswirtshaus etwas erhöht das Schulhaus – Aufnahme um das Jahr 1930

Der Stolleneingang in Achthal – Aufnahme um 1915

Hier beginnt die gebürtige Achthalerin Rosemarie Wannersdorfer ihre Nachforschungen für die geplante Ausstellung „Achthal – so war es und so ist es heute“. Noch heute künden die ehemaligen Gebäude mit dem Arbeiterstock (heute ein Wohnhaus), dem Beamtenstock, der heute das Bergbaumuseum beherbergt und den markanten Gebäuden der Eisenindustrie von der Blütezeit des Ortes. Schwere Zeiten kamen nach 1925 auf die Bewohner zu, arbeiteten doch bis dahin fast alle Achthaler in der Eisengewerkschaft und hatten damit ihr Auskommen.

Das Schulhaus in Achthal – Aufnahme um 1915

das Werks-Wirtshaus von Achthal mit der Kapelle Maria Schnee – genaues Alter der Aufnahme nicht bekannt, dürfte aber vor oder um die Jahrhundertwende 1800/1900 gewesen sein

Rosemarie Wannersdorfer beginnt im Mai 2017 diese „100 Jahre Vergangenheit“ zu erforschen. Wenn sie auch oft auf keine Zeitzeugen mehr zurückgreifen kann, so finden sich doch viele, die ihr ihre Geschichten erzählen, von der Schulzeit im Schulhaus von Achthal, in das Rosemarie selbst noch zur Schule ging; und vom Werkswirt, in dem es den ersten Schwarzweis-Fernseher gab und man gemeinsam mit den Nachbarn „Fury, Lassie oder die Löwinger Bühne“ anschaute.

die ehemaligen Anlagen des Erzbergbaus in Achthal im April 1993

Sie wird immer neugieriger, wie sie erzählt und „ist eine Frage beantwortet, tut sich mit dieser Antwort schon wieder eine neue Frage auf“ – und sie fertigt Tafel um Tafel für die Ausstellung an, auf denen sie jeweils die Geschichte einer Familie, eines Hauses oder Anwesens mit möglichst aussagekräftigen Bildern zusammenstellt. Dass dabei lange nicht gepflegte Verbindungen, ja alte freundschaftliche Bekanntschaften wiederentdeckt werden, ist für Rosmarie ein äußerst angenehmer Nebeneffekt ihrer viel Zeit und Energie fordernden Arbeit.

Rosmarie Wannersdorfer bei der Vorbereitung ihrer Ausstellung „Achthal – so war es und so ist es heute“ die letzten 100 Jahre von Achthal nach dem Bergbau

Rosemarie Wannersdorfer eröffnet die bis zum 30. September 2018  laufende, und dabei zu den Öffnungszeiten des Museums zu sehende Ausstellung am 2. Mai um 19 Uhr, und sie plant einen „Erzählstammtisch“ jeweils am 17. Mai und 14. Juni 2018 um 19 Uhr im Vortragsraum des Museums. Dabei gibt es z.B. die Antwort auf die Frage, warum Martha – die Tochter der damaligen Werkswirtin Adelheid – an der von der Eisengewerkschaft Achthal durchgeführten Schulspeisung nicht teilnehmen durfte. – Und weshalb bezeichnen die Achthaler den 29. Juli 1957 als Schicksalstag?

Ein MUSS für Interessierte – es gibt so viel zu sehen, zu erzählen und zu erfahren! Ich bin dort – Eure Rosi

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