Dötzenkopf Panorama Bad-Reichenhall

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Kategorie: Alpenstadt

9.000 neue Schwarzdornbüsche fürs Gradierhaus

 von Sepp
Das Gradierhaus Bad Reicehnhall © Kur Gmb H Bad Reichenhall / Bayerisch Gmain

Das Gradierhaus Bad Reicehnhall © Kur Gmb H Bad Reichenhall / Bayerisch Gmain

Jedes Jahr in den Wintermonaten ruht der Betrieb des Gradierhauses im Königlichen Kurgarten Bad Reichenhall. Die Zeit wird genutzt, um Dornenfelder an den hohen Gradierwänden auszutauschen. Die feinen Äste sorgen dafür, dass die herabrieselnde Sole zur Inhalation ganz fein zerstäubt wird. Eine Lieferung Schwarzdornbüsche steht noch aus, nach Ostern kann die Saison beginnen.

Ein langer, kalter Winter geht zu Ende. Der Schnee zieht sich ins Hochgebirge zurück. In Reichenhalls Königlichem Kurgarten stehen die Zeichen auf Frühjahr. Die Gärtner haben mit den Pflege- und Pflanzarbeiten begonnen. So gut wie fertig sind bereits alle Arbeiten am Gradierhaus. Das Dach des Mitteleingangs wurde saniert und eigentlich sollte die Anlage wie gewohnt zum 1. April und somit pünktlich zu Ostern in Betrieb genommen werden. Aufgrund der kalten Temperaturen und Schneefälle der letzten Wochen verspätet sich allerdings die letzte Schwarzdornenlieferung und damit die Gradierhaus Eröffnung um einige Tage.

Natürlicher Zerstäuber

Jedes Jahr im Winter werden an den dreizehn Meter hohen Gradierwänden Dornenfelder erneuert. Die Arbeiten folgen einem 1935 festgelegten Pflegeplan. Insgesamt teilen sich die Wände des Gradierwerkes in 35 Felder auf jeder Seite. Jedes Feld ist mit über 1.000 übereinandergeschichteten Dornenbüschen gefüllt und mit Holzbalken beschwert. Mitarbeiter des Betriebshofes haben seit Januar bereits acht Felder mit neuen Büschen versehen. Gesichert wie Kletterer bewegen sie sich dabei in den hohen Wänden und müssen absolut schwindelfrei sein. Die alten Büsche müssen nach circa zehn Jahren raus, weil sie verschlissen sind und Dornstein ansetzen. Als Dornstein bezeichnet man die graubraunen, grauen bis braunen Krusten an den Zweigen. Damit die Sole beim Niederrieseln über die Gradierwände so fein wie möglich zerstäubt wird, müssen die Äste aber ganz zart und spitzig sein. Die AlpenSole bezieht das Gradierhaus direkt vom Quellenbeau der Reichenhaller Saline, von wo es in den Königlichen Kurgarten gepumpt und dort von 26 auf fünf Prozent verdünnt wird, dann wirkt sie am besten. weiterlesen

Massenstart – auf fünf Gruppen verteilt, beginnen jeweils gut 100 Soldaten das Skitourenrennen. © Bundeswehr/Marco Dorow

Massenstart – auf fünf Gruppen verteilt, beginnen jeweils gut 100 Soldaten das Skitourenrennen. © Bundeswehr/Marco Dorow

Über 500 Gebirgssoldaten messen sich beim „Polarfuchs“

Das Führungskorps aller Verbände der Gebirgsjägerbrigade 23 stellte sich am Dienstag, 6. März, dem alljährlichen militärischen Wettkampf „Polarfuchs“. Mit zehn Kilogramm Gepäck und Waffe spurteten die Wettkämpfer 400 Höhenmeter mit Skiern auf den Götschen, um nach einem rasanten Abfahrtslauf wiederum die letzten 50 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Damit wiesen die militärischen Führer der Brigade ihre Skibeweglichkeit und körperliche Robustheit nach.

Vom Offizieranwärter bis zum Oberst – alle müssen mit!

Um 16 Uhr startete die erste von fünf Startwellen an der Götschenalm auf die Wettkampfstrecke. Die Aufstiegspur führte die insgesamt über 500 Soldatenüber verschneite Waldwege bis hinauf zur Liftstation unterhalb des Götschenkopfs.

Wettkämpfer steigen auf den letzten Metern zum Ziel auf. © Bundeswehr/Marco Dorow

Wettkämpfer steigen auf den letzten Metern zum Ziel auf. © Bundeswehr/Marco Dorow

Nachdem die 19- bis 59-jährigen Starter vom Dienstgrad Gefreiter Offizieranwärter bis zum Oberst den höchsten Punkt der Strecke erreicht hatten, mussten sie innerhalb einer markierten „Wechselzone“ schnellstmöglich ihre Steigfelle von den Skiern abziehen, um sich auf die Abfahrtstrecke begeben zu können. Hier forderte die durch Regen und Nebel zeitweise stark eingeschränkte Sicht volle Konzentration von den Teilnehmern. Wieder an der Götschenalm angekommen, legten die Soldatinnen und Soldaten nochmals die Felle an, um auf den letzten Höhenmetern im Aufstieg noch einmal alles aus sich herauszuholen. Unter dem Beifall und den Anfeuerungsrufen der Kameraden wuchs Mancher auf den letzten Metern zur Ziellinie über sich hinaus.weiterlesen

Fred Ulrich Bad Reichenhall

Mozart-Tage Bad Reichenhall

 von Fred

Mozart Pur! 15. bis 19.03.2018 im königlichen Kurhaus

Der Titel deutet schon an, was die Mozart-Tage Bad Reichenhall 2018 dem interessierten Klassikliebhaber bieten möchten: eine zeitgemäße, abwechslungsreiche Werkschau in konzentrierter Form. Wie konsequent dieses Konzept auch inhaltlich durchgeführt wird, zeigt gleich das erste Konzert am Donnerstag im Königlichen Kurhaus: Die „Zauberflöte“ erklingt nicht als mehrstündige Oper mit großer Besetzung, sondern in einer reduzierten Fassung für Flöte und Streichtrio von Johann Wendt (1745-1801). Geiger Fred Ullrich wird diese „Zauberflöte“ in bewährter Manier mit viel Humor moderieren, begleitet von unserem Salonquartett „Reich an Hall“.

„Mozart in Vollendung“ bietet das zweite Konzert am Freitag. Im Fokus steht hier Mozarts sinfonisches und konzertantes Schaffen. Zwei der drei letzten großen Sinfonien – jene in Es-Dur und g-Moll – sowie das letzte der 27 Klavierkonzerte in B-Dur stehen auf dem Programm. Diesen drei Werken ist der Stempel höchster Meisterschaft aufgeprägt. Nichts mehr ist spürbar vom übersprudelnden, verspielten jungen Mozart, der um die Gunst des Publikums buhlt. Ein Hauch von Wehmut durchzieht stattdessen diese Stücke als eine Ahnung des Abschieds. Christoph Declara ist der Solist des Klavierkonzertes. Der aus Rosenheim stammende Pianist startete seine Solokarriere bereits im Alter von 14 Jahren und ist seither ein gefragter Solist im In-und Ausland. Christoph Declara unterrichtet darüber hinaus an der Universität Mozarteum.weiterlesen

TV-Tipp: Landgasthäuser

 von Sepp
"Forelle Müllerin" im Gasthaus Seeklause am Hintersee im Bergsteigerdorf Ramsau

„Forelle Müllerin“ im Gasthaus Seeklause am Hintersee

Seit 1998 geht Gastronomiekritiker Werner Teufl auf kulinarische Entdeckungsreise durch Bayern. Schlemmerreise und Landgasthäuser heißen die beliebten Sendereihen, die fixer Bestandteil des Programms des Bayerischen Fernsehens sind. Auch im Berchtesgadener Land war Werner Teufl schon mehrmals zu Gast. Zuletzt sendete das Bayerische Fernsehen im November 2017 Landgasthäuser aus dem Berchtesgadener Land. Damals waren unter anderem das Hotel Gut Edermann und die Stoißer Alm im Rupertiwinkel, das Bergrestaurant auf dem Predigtstuhl in Bad Reichenhall sowie das Wirtshaus Wachterl und das Berghotel Rehlegg aus dem Bergsteigerdorf Ramsau dabei. Natürlich hat Werner Teufl bei seiner kulinarischen Tour durch unsere Heimat mehr Wirtshäuser und Gaststätten entdeckt, als in eine Sendung passen. Darum gibt es am Freitag, den 23. Februar 2018, um 19:30 Uhr die nächste Sendung der Landgasthäuser im Bayerischen Fernsehen.

Die Almer Wallfahrer am Königssee

Die Schlemmerreise durch das Berchtesgadener Land beginnt am berühmtesten Ort unserer Heimat: Am Königssee.

Kirche und Wirtshaus St. Bartholomä am Königssee

Kirche und Wirtshaus St. Bartholomä am Königssee

Hier trifft der Zuschauer die Almer Wallfahrer, die sich bei Europas ältester Hochgebirgswallfahrt jedes Jahr am Samstag nach Bartholomä (24. August) auf den Weg von Maria Alm über das Steinerne Meer zum Königssee machen.

Ankunft der Almer Wallfahrer auf St. Bartholomä

Ankunft der Almer Wallfahrer auf St. Bartholomä

Sehr viel gemütlicher geht’s in der historischen Gaststätte St. Bartholomä zu. In direkter Nachbarschaft zu den prägenden Zwiebeltürmen der barocken Wallfahrtskirche serviert der Bartholomä Wirt Gamsrücken mit Zwetschgen-Preiselbeer-Röster und Quarkknödeln.weiterlesen

Verbraucherschutz in der Alpenstadt – seit 1493!

 von Fabi
Christoph Graschberger, der Bräu zu Bad Reichenhall

Christoph Graschberger, der Bräu zu Bad Reichenhall

Den meisten Bierconnoisseuren dürfte das „Bayerische Reinheitsgebot“ von 1516 ein Begriff sein, spätestens seit seinem 500. Jubiläum im Jahre 2016, das die Brauereien im Freistaat ausgiebig für Werbezwecke nutzten. Wer sich nur noch vage erinnert: Beim Bayerischen Reinheitsgebot handelt es sich um eine Landesverordnung, die Standards zum Bierbrauen vorschreibt und die Zutaten auf Wasser, Malz und Hopfen beschränkt. Zu mittelalterlichen Zeiten waren auch schon berauschende Gewächse wie Stechapfel und Schlafmohn in die Kessel gewandert, weswegen eine Regulierung notwendig wurde.

Für Kontroversen sorgt dabei schon seit Längerem, dass im Reinheitsgebot etablierte Ingredienzien wie Hefe oder sogar Weizen nicht erwähnt werden. Wie kann es sein, dass das bayerischste aller Getränke, das Weizenbier, nicht dem Reinheitsgebot entsprechen soll, da eben Weizen enthalten ist? Und konnte man damals überhaupt brauen ohne die Zugabe von Hefe bzw. Germ?weiterlesen

Kurmusik in der Konzertrotunde Bad Reichenhall

Kurmusik in der Konzertrotunde Bad Reichenhall

Die Bad Reichenhaller Philharmoniker feiern Jubiläum – 150-jähriges, um genau zu sein. Zu diesem Anlass wird ihnen in der Konzertrotunde am Königlichen Kurgarten eine eigene Ausstellung gewidmet:

„150 Jahre Bad Reichenhaller Philharmonie“

Eröffnet wird diese am Sonntag, 18. Februar 2018 um 15:30 Uhr während eines „Historischen Kurkonzerts“ durch Harald Labbow, den Vorsitzenden des Trägervereins der Bad Reichenhaller Philharmoniker. Das Besondere: Auch drei Büsten von bekannten Reichenhaller Dirigenten werden dabei dem Publikum nach Enthüllung durch Oberbürgermeister Dr. Lackner vorgestellt.
Bei diesen handelt es sich um Bronzegüsse des Bildhauers Fritz Schelle von Josef Gungl, Gustav Paepke und Wilhelm Barth, die im Laufe von 150 Jahren die anfängliche Blaskapelle zum hochrangigen Kurorchester mit breitem Repertoire und internationaler Besetzung entwickelten. Deren bronzene Portraits wird man künftig in der Konzertrotunde bewundern können.

Die Begrüßung übernimmt Mag.a Gabriella Squarra, Geschäftsführerin der Kur-GmbH Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain.

Karten für dieses besondere Konzert erhalten Sie in den Tourist-Infos in Bad Reichenhall und Bayerisch Gmain, im Staatsbad Shop in der Wandelhalle sowie unter bad-reichenhall.de.

Heute schreiben wir den 14. Februar. Besser bekannt als Valentinstag. Tag der Liebenden – oder doch eher ein kommerzieller Tag?!

Liebe findet meines Erachtens jeden Tag statt. In Blicken, Begegnungen, Gesprächen mit unseren Mitmenschen. Dennoch möchte ich den heutigen Tag nutzen, um meiner Liebe zu einem speziellen Thema Raum zu geben: Dem Watzmann.

Der Watzmann im Winterkleid

Wusste ich bis vor über zwei Jahren nicht, um welchen Berg es sich da genau handelt, der sich vor meinen Augen präsentierte – kann ich mir nun einen Alltag ohne den Ausblick auf dieses Weltwunder nicht mehr vorstellen.

Mit einer sagenumwobenen Höhe von 2.713 Metern ist er der zweithöchste Berg Deutschlands. Für uns Einheimische steht außer Frage, dass er gleichwohl der schönste Berg Deutschlands ist!weiterlesen

Wintertour auf den Zwiesel 1782m

 von Ann-Kathrin
Meine Freundin und ich am Zenokopf © Ann-Kathrin Helbig

Meine Freundin und ich am Zenokopf © Ann-Kathrin Helbig

Lange war es ruhig um mich gewesen, es gab wenig zu lesen von mir. Aber gewiss heißt das nicht, dass ich nicht unterwegs war. Im Gegenteil, ich war mehr denn je unterwegs und habe meinen Horizoint außerhalb der Berchtesgadener Alpen erweitert. Wer gerne meinen Touren folgen möchte, kann dies via Facebook oder Instagram machen. Dort findet ihr mich auch und halte diese Profile recht aktuell.

So, wieder genug von mir zurück zu einem tollen Winterberg. Zum Zwiesel bin ich fast immer nur im Sommer gestartet. Meist als Überschreitung mit dem Gamsknogel ab dem Jochberg Parkplatz/Schneitzelreuth. Einmal bin ich mit einem guten Freund diese Überschreitung im Frühwinter gegangen, zum Teil mussten die seilgesicherten Stellen und Eisentritte vom Schnee befreit werden. Im letzten November war ich auch am Zwiesel, allerdings war der Schnee noch so gering, dass „snowlines“ (Grödel) ausreichten. Dieses Mal wird es ganz anders sein.

Zwiesel © Ann-Kathrin Helbig

Zwiesel © Ann-Kathrin Helbig

Meine Freundin ist schon am Vortag bei der Zwieselalm gewesen, ab dort sei Ende im Gelände. Tiefschnee, der einfach noch nicht angespurt ist. Ein weiter gehen ohne Tourenski oder Schneeschuhe – unmöglich. Letzteres besitze ich in doppelter Ausführung. Das Auto stellen wir beim Listwirt in Bad Reichenhall ab. Dort geht es stetig bergan über eine Fortstraße bis man auf den Mulisteig trifft. Ab hier hat immer wieder gut gehbare Altschneefelder. Die Sonne lugt immer wieder zwischen den Bäumen hindruch. Uns wird sofort warm, der Duft der Luft verändert sich. Es fühlt sich schon fast frühlingshaft an. Schnellen Schrittes erreichen wir die Zwieselaln. Hier wird kurz gerastet und die Schneeschuhe angschnallt. Weitere Wanderer sitzen schon bei der Alm in der Sonne. Doch keiner hat bisher angespurt, also müssen wir zwei das unternehmen. Kaum im Wald unterwegs, schauen wir recht verwirrt. Wo sind die Markierungen? Geht man auch im Winter wie im Sommer? Fragen über Fragen, aber eines ist fix: Man sollte die Tiefwintertour zum Zwiesel nicht alleine als Ortkunkundiger angehen, sonst findet man sich schnell beim nächsten Abhang wieder. Das stapfen, spuren und queren wird immer anstrengender. Eine Auftsiegshilfe an den Schneeschuhen hilft uns ein wenig. Nicht lange im Bergwald und immer steileren Hängen fragen wir uns ob wir noch richtig sind. Alles ist so anders als zu den anderen Jahreszeiten. Von der Weiten sehen und hören wir andere Wanderer. Wir warten auf Sie und tuen uns zusammen.weiterlesen

Faschingsroas wia friahra

 von Sepp
Teilnehmer Faschingsroas © Stefan Wiebel Fotografie

Teilnehmer Faschingsroas © Stefan Wiebel Fotografie

„Faschingsroas wia friahra“ auf der Schlegelmuldenalm ein voller Erfolg!

Die zweite Auflage der legendären Faschingsgaudi auf der Schlegelmuldenalm war auch heuer wieder ein voller Erfolg. Trotz Kälte und Nebel stellten sich am vergangenen Faschingssamstag mehrere Dutzend Teilnehmer dem herausfordernden Parcours am Hang des tief verschneiten Hochschlegel, den sie mit einem Luftballon zwischen den Beinen überwinden mussten.

Die Teilnehmer beim Aufstieg zum Start © Stefan Wiebel Fotografie

Die Teilnehmer beim Aufstieg zum Start © Stefan Wiebel Fotografie

Im Ziel angekommen ging‘s gleich weiter. Zielgenauigkeit war beim Korb-Frisbee gefragt. Der Wind stellte eine zusätzliche Herausforderung dar, aber die bunt maskierten Gäste, zeigten Treffsicherheit. Beim Finale ging es dann um den richtigen Riecher – verschiedene Aromen mussten beim Duft-Quiz richtig erschnuppert und zugeordnet werden.weiterlesen

Besondere Kurmusikprogramme

 von Fabi
Christian Simonis in Kurmusik-Laune und Kommunikation mit dem Publikum

Christian Simonis in Kurmusik-Laune und Kommunikation mit dem Publikum

Christian Simonis beleuchtet Hintergründe einiger Jubiläums-Sonderthemen

Ein reichhaltiges Angebot an Highlights bieten die Bad Reichenhaller Philharmoniker in ihrem Jubiläumsjahr. Chefdirigent und künstlerischer Leiter Christian Simonis erläutert im Gespräch mit Elisabeth Aumiller ein paar markante Konzertschwerpunkte.

Herr Simonis, am 27. Januar gestalten Sie unter dem Titel „Jüdische Komponisten der Operette im Dritten Reich“ einen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und der Befreiung aus dem Konzentrationslager Auschwitz. Wie kommt dieses Thema in Ihr Jubiläumsprogramm?

S.: Die Einbeziehung der Zeit des Naionalsozialismus gehört auch zu unserer 150-jährigen Geschichte. Jüdische Komponisten und Librettisten wurden damals verboten, ebenso alles, was mit Sinti und Roma und auch den Freimaurern zu tun hatte. Wir spielen in diesem Gedenkkonzert Werke von Jacques Offenbach, Emmerich Kálmán, Siegfried Translateur, Leon Jessel, Leo Fall, Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Strauß und Werner Richard Heymann. Das sind für uns heute selbstverständliche Namen. Es ist völlig normal, dass wir sie in unseren Konzerten spielen. Aber damals konnte das nicht stattfinden und das dokumentieren wir damit augenfällig. Vor der Musik von Johann Strauß allerdings mussten die Nazis kapitulieren. Strauß‘ Urgroßvater hatte zwar jüdische  Wurzeln, aber dagegen fand sich ein Mittel. Die Geburtsurkundevon Johann Strauß Sohn wurde gefälscht und mit diesem „Kunstgriff“ konnte er voll arisiert  werden.

Und wie kommt Mozart in diese Phalanx?
S.: Der 27. Januar ist Mozarts Geburtstag und er ist das Licht vor diesem betrüblichen Hintergrund. Aber immerhin ist die Zauberflöte stark vom Geist der Freimaurer durchweht und Mozart  selbst war auch Freimaurer, sodass er sich unter die damals Verfemten reiht. Aber wir wollen hier nicht auf Einzelschicksale der damals lebenden Komponisten und Librettisten eingehen. Nicht alle konnten rechtzeitig das Land verlassen. Aber einen Blick auf die Musik zu tun, die heute geliebt und oft gespielt wird und damals in der Versenkung verschwand, ist ein Grund zum Nachdenken, aber auch zur Freude und Dankbarkeit, dass wir sie heute so selbstverständlich genießen dürfen. Am 28. Januar gedenken wir im Rahmen musikalischer Schätze aus unserem Archiv weiterer vier Komponisten, die damals verboten waren: Franz Lachner, Ermanno Wolf-Ferrari, Joseph Suder und Mark Lothar.

Welche Schwerpunkte setzen Sie zum Thema 100 Jahre Freistaat Bayern und welche anderen Themen sind noch herausragend?weiterlesen