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Berchtesgadener Land Blog

Kategorie: Natur
Sepp Wurm

Schwenden auf der Mordaualm

 von Sepp
Almputzen auf der Mordaualm – Schwendaktion © Biosphärenregion Berchtesgadener Land

Almputzen auf der Mordaualm – Schwendaktion © Biosphärenregion Berchtesgadener Land

Schwendaktion der Biosphärenregion Berchtesgadener Land

Bei einer Veranstaltung der Reihe „Schatzkammer Natur“ setzte sich eine Gruppe fleißiger Freiwilliger in Ramsau aktiv für den Erhalt der artenreichen Almwiesen ein. Trotz unvermutetem Regen ließen sich die Teilnehmenden nicht aufhalten und trafen sich Sonntagmorgen beim Taubensee in Ramsau. Von den Referentinnen der Biosphärenregion Berchtesgadener Land, Gerti Rutz und Elisabeth Brandstetter, erfuhren sie Wissenswertes zur Almwirtschaft und was unter „schwenden“ oder „almputzen“ verstanden wird.

Die Almwiesen auf der Mordaualm werden seit mehr als 600 Jahren bewirtschaftet und sind auf Beweidung und Pflege durch die Landwirte angewiesen. Früher gab es sogar den Beruf des Almputzers, der von Alm zu Alm ging und aufkommende Büsche und Bäume auf der Weidefläche entfernte. In der heutigen Zeit gibt es nicht mehr genug Personal auf den Höfen, das sich um die Weidepflege kümmern könnte. Deshalb wachsen Almen im gesamten Alpenraum immer mehr zu. Damit verschwinden nicht nur wertvolle Futterflächen für das Vieh. Das Landschaftsbild, das von der Vielfalt an Almblumen und seltenen Arten, die heute nur noch auf den Almweiden vorkommen, geprägt ist, geht verloren. Die Gruppe entdeckte bereits auf dem Weg zur Alm einige für Mensch und Tier äußerst wichtige Heilpflanzen wie Edelgamander, Hauhechel und Wilden Majoran. Auf der Mordaualm angekommen, durften die Teilnehmenden kurz in den Käsekessel schauen und bekamen von den Almleuten einen kleinen Einblick ins SennerInnenleben. Danach ging es an die Arbeit! Mit Handschuhen und Zangen ausgestattet wurden kleine Fichten auf der Weide entfernt. Alle konnten hautnah miterleben, wie viel Arbeit die Almpflege ist. Innerhalb von zwei Stunden wurden hunderte kleine Bäume ausgerissen und umgeschnitten, ein ganzer Hügel entbuscht.

Die Almputzer der Schwendaktion © Biosphärenregion Berchtesgadener Land

Die Almputzer der Schwendaktion © Biosphärenregion Berchtesgadener Land

Und doch war es nur ein Bruchteil der Weidefläche. Immerhin hat die Almgemeinschaft aus drei Bauern auf der Mordaualm 24 ha Lichtweide zu bewirtschaften. Die Arbeit der Freiwilligen wurde dementsprechend auch von den Bauern gewürdigt und zwar mit einer großzügigen Brotzeit am Hinterkeilhof Kaser. Die Brotzeit aus almeigenen Produkten, bei strahlendem Sonnenschein und herrlicher Aussicht auf Hochkalter und Watzmann war ein hervorragender Lohn. Zum Abschluss wurden noch die alten und fast vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen – das Schwarze  Alpenschwein und die Pinzgauer Kühe – angesehen. Nach einem gemütlichen Rückweg waren alle Teilnehmenden begeistert von den vielen Informationen zur Alm und der eigenen körperlichen Erfahrung, die zum Nachdenken anregte, wie viel Arbeit hinter der Bewirtschaftung unserer vielgeschätzten Almen steckt.weiterlesen »

Ursula

Fesch ist er…

 von Ursula

…im eigenen Betrieb ausgebildet, seiner Heimat und vor allem den Bergen verbunden, mit viel handwerklichem Geschick und einem hintergründigen Humor: Lukas Schöbinger, fast 21 Jahre, ist der neue Bergbrenner der Enzianbrennerei Grassl und geht ab 14. August auf den Brennhütten rund um Berchtesgaden seiner besonderen Arbeit nach.

Als er das erste Mal den Kessel in der Brennhütte am Priesberg angeheizt hatte, durften das Bayerische Fernsehen – und ich – dabei sein. Ihr alle könnt ihm am 14. August während der BR Abendschau über die Schulter schauen – also zwischen 17:30 und 18:30 Uhr.

Zuerst zeigten uns Lukas, Michael Rasp und Florian Beierl, wo und wie die Enzianwurzeln gegraben werden müssen. Die geschieht übrigens seit dem frühen 17. Jahrhundert und dieses historische Vorrecht darf bis heute trotz Nationalpark ausgeübt werden. Nicht zuletzt wohl auch deswegen, weil schon im eigenen Interesse nur alle paar Jahre an der gleichen Stelle gegraben wird und damit der nachhaltige Bestand des Enzians gesichert ist.

Von der Pike bzw. Wurzel auf: Auch Geschäftsführer Florian Beierl weiß, wo besondere Prachtstücke zu graben sind.weiterlesen »

Gipfel des Hochkalters

Unverhofft kommt oft – so sagt es bereits ein deutsches Sprichwort.

Als wissbegieriger und erkundungsfreudiger Mensch probiere ich mich gerne aus; suche und teste neue, mir unbekannte Wege. So war für den bisher heißesten Tag des Jahres eigentlich ein Trailrun auf das sogenannte Ofentalhörndl geplant – bei welchem es sich um einen unmarkierten Weg handelt und daher an dieser Stelle keine weitere Erwähnung finden wird. Zu sagen bleibt lediglich, dass der Einstieg zu solchem Berg schwierig zu finden ist und somit auch von mir nicht eingesehen werden konnte.

Kurzerhand entschloss ich mich relativ spontan, den Hochkalter aus dem Ofental heraus zu besteigen.

Ich startete am Parkplatz der Nationalpark-Informationsstelle ,,Klausbachhaus“ in Ramsau am Hintersee. Nach kurzem Passieren einer Teerstraße zweigt der Weg links ab und fortan beginnt ein flacher Schotterweg durch das vordere Klausbachtal. Nach etwa zehn Minuten lockerem Warmlaufen zweigt der gerade Weg abermals nach links ab und ich folge der gelben Beschilderung zum Hochkalter, welche mit sechs einhalb Stunden versehen ist. Solcher Weg ist durch eine schwarze Markierung beschildert und führt durch das Ofental – durch das bei der Hochkalterüberschreitung üblicherweise abgestiegen wird. Ich jedoch möchte durch das Ofental zum Hochkalter aufsteigen und erhoffe mir dadurch mehr Einsamkeit beim Hinaufschreiten des Berges.

Häufig begangen ist der Weg auf den Hochkalter über die Blaueishütte und einen markanten Grad, welcher mit Hilfe einiger Kletterpassagen im ,,einfachen“ Schwierigkeitsgrad zum Gipfel führt. Solche Tour, so der Austausch mit anderen BergsteigerInnen, sei technisch anspruchsvoller und erlebnisreicher als der Weg über das Ofental.

Blick hinunter zur Blaueishütte; von dort führt der ,,Normalweg“ hinauf zum Hochkalter

Weiter auf den, mir unbekannten Pfaden, geht es nun bergaufwärts – jedoch noch immer recht flach durch ein längeres Waldstück leitend. Nach etwa zwanzig Minuten verändert sich der breite Waldweg zu einem schmalen Wiesenweg, der letztlich in einem steinigen Steig mündet. Die Beschaffenheit des Weges erinnert zeitweise an die Ausläufer einer Endmoräne, da viele gröbere Steine den Trail bestücken.

Vor mir erstreckt sich nun ein langes, steiniges Kar: Das Ofental. Da sich die Sonne noch hinter dem Massiv des Ofentalhörndls versteckt, bietet das Kar viel Schatten auf meinem Aufstieg zum Hochkalter. Die, nun kleiner werdenden Steine fühlen sich beim Laufen wie Sand an – was das Laufen fortan mühsam und kräftezerrend gestaltet. Durch die Verwendung von Stöcken kann ich mich jedoch ausreichend auf dem Untergrund abstützen und meine Geschwindigkeit beibehalten.

Das Ofental

Wie erwartet folgt mir niemand auf dem, meinerseits gewählten Weg und auch im Abstieg befindet sich bislang keine Menschenseele. Eine für mich optimale, ruhespendende Atmosphäre. Da ich als Sozialpädagogin arbeite habe ich tagtäglich mit vielen Menschen zutun – beim Laufen in den Bergen sehne ich mich dann nach einem Pendant: Einsamkeit.weiterlesen »

die Kneipp-Anlage in der Nonner Au

Nach einer kleinen Pause melden wir uns mit einem gemütlichen Spaziergang zurück.

Wenn die Temperaturen über die 25 Grad- Marke klettern, sind wir immer ganz froh, wenn wir einen Spaziergang (=Bewegung) mit etwas Abkühlung an einem Bach oder See kombinieren können- diesmal machen wir mit den Kindern einen kleinen, aber feinen Spaziergang durch den Bad Reichenhaller Ortsteil Nonn mit anschließendem Besuch der Kneipp-Anlage in der Nonner Au.

Blick aufs Müllnerhorn

Wir marschieren vom Parkplatz beim Nonner Stadion Richtung Nonner Kircherl hinauf. Diese begeistert mich durch ihre schöne Lage vor dem Bad Reichenhaller Hausberg, dem Staufen, immer wieder aufs Neue!

Für unsere Jungs wählen wir das Kircherl als „Ziel“ unseres Spaziergangs und drehen wieder um. Da wir den Kinderwagen dabeihaben, gehen wir die gleiche Strecke wieder zurück; es gibt aber ansonsten noch die Möglichkeit, einen kleinen (steilen) Pfad zu nehmen, der über ein kleines Brückerl und durch den Wald zu unserem nächsten Ziel führt: der Kneipp-Anlage in der Nonner Au.weiterlesen »

Christoph

Lisa Graf-Riemann und Ottmar Neuburger waren wieder unterwegs. Nach ihren 111 Orte im Berchtesgadener Land, die man gesehen haben muss haben sie ihr Erkundungsgebiet erweitert. Diesmal waren sie in den Ostalpen unterwegs.

Daraus ist ihr neustes Buch entstanden: 111 Orte vom Wilden Kaiser bis zum Dachstein, die man gesehen haben muss

111 Orte vom Wilden Kaiser bis zum Dachstein die man gesehen haben muss

Der Watzmann prangt mitten auf dem neuen Buch

Beim Kaisertal, das nur zu Fuß erreichbar ist (außer Sie sind Anwohner) beginnt das Buch und endet bei der Südwandbahn, die auf den Dachsteingletscher führt. Zwischen diesen äußersten Punkten haben Lisa Graf-Riemann und Ottmar Neuburger 111 sehenswerte Orte besucht und für die Leserin und den Leser anschaulich zusammengestellt.

Almen und Täler, Gletscher und Bergmassive, Dörfer und Städte – so vielfältig die Region ist, so vielfältig sind die Orte, die es zu entdecken gilt. Es ist diese spannende und abwechslungsreiche Mischung, die dieses Buch, wie schon den Vorgänger, für alle Freunde des Berchtesgadener Landes und seiner angrenzenden Gebiete so interessant macht.
Die Geschichte der bekannten Wallfahrtskapelle Maria Kirchenthal wird genauso erzählt wie die der Weihnachtsschützen in Berchtesgaden. Man lernt, dass der Hohe Göll kein Berg für Eilige ist und dass auf dem Wildalmkirchl-Biwak im Steinernen Meer Platz für acht müde Wanderer auf 2.467 Metern ist.

Lisa Graf-Riemann und >Ottmar Neuburger mit 111 Orte vom Wilden Kaiser bis zum Dachstein die man gesehen haben muss

Das Autorenduo mit ihrem neusten Werk

Sehenswert neben den beeindruckenden Gipfeln sind auch die traditionellen Handwerker oder ihre Ausbildungsstätte wie die Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei des Berchtesgadener Landes. Die beiden Autoren führen zu Einsiedlern und Sherpas, zu Steinschafen, zu Buchbindern und Wollwebern. Die Liste ist lang – um genau zu sein sind es 111 Orte, wie der Titel es schon verrät, die in dem lesenwertem Buch anregend und lebendig beschrieben werden. Das Paar hat auch alle der ansprechenden Fotos selber gemacht und nimmt die Leserin und den Leser mit auf die Reise durch den östlichen Teil der Ostalpen. 111 Orte vom Wilden Kaiser bis zum Dachstein, die man gesehen haben muss ist ein kundiger Führer und ein anregendes Lese- und Bilderbuch für alle, die die Alpen lieben.

111 Orte vom Wilden Kaiser bis zum Dachstein, die man gesehen haben muss ist im Emons-Verlag erschienen, hat 240 Seiten und kostet 16,95€
Erhältlich in der Bücherstube Berchttsgaden

Servus und bis bald! Christoph

Sepp Wurm

Angehende Gebirgsjäger-Offiziere auf dem Watzmann

 von Sepp
Die angehenden Gebirgsjäger-Offiziere auf dem Watzmann-Hocheck

Die angehenden Gebirgsjäger-Offiziere auf dem Watzmann-Hocheck

Nachwuchs für die Berge begeistern: Angehende Gebirgsjäger-Offiziere präparieren sich für ihre Zeit in der Truppe

Zu einer Ausbildungswoche bei den Gebirgsjägern waren angehende Gebirgsjäger-Offiziere, die derzeit ein Studium an einer der beiden Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München absolvieren, eingeladen. Rund 30 Offiziere und Offizieranwärter folgten der Einladung der Gebirgsjägerbrigade 23 nach Berchtesgaden und stellten sich verschiedenen alpinen Ausbildungen, um sich auf die fordernden Aufgaben als angehende militärische Führerinnen und Führer in den Bergen einzustimmen. Höhepunkt der Ausbildungswoche war die Besteigung des Hochecks (2.651m) am Watzmann.

Wenn sie ihr Studium erfolgreich bestanden haben, stehen für  die jungen Offiziere die nächsten Herausforderungen an. Vor Beginn einer verantwortungsvollen Verwendung in der Gebirgstruppe hat der Nachwuchs noch einige militärische Lehrgänge mit Prüfungen zu absolvieren. Im Rahmen des truppengattungsspezifischen Offizierlehrgangs haben die zukünftigen Gebirgsjägeroffiziere eine Ausbildung zum Heereshochgebirgsspezialisten erfolgreich zu durchlaufen. Das ist ein Meilenstein, der ohne Erfahrung im Gebirge kaum zu bewältigen ist. Daher hat die Gebirgsjägerbrigade 23 die studierenden Offiziere auch diesen Sommer wieder zu der einwöchigen Gebirgsausbildung in den Standort Bischofswiesen eingeladen.weiterlesen »

Ann-Katrin
beim Hundstodgatterl © Ann-Kathrin Helbig

beim Hundstodgatterl © Ann-Kathrin Helbig

Hüttentouren erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Und so kommt es, dass ein Großteil der Berghütten hier in den Berchtesgadener Alpen zum Teil schon ausgebucht sind für Übernachtungen. Doch, was heißt das genau? Was wenn ich auf das Geradewohl vorbei komme – werde ich dann weggeschickt? Brauche ich dann einen Schlafsack? Was soll ich mitnehmen auf meine Hüttentour?

All diese Fragen werde ich euch beantworten. Ehrlich und konkret. Danach folgt eine Beschreibung einer 2-Tagestour durch das Steinere Meer, die ich vor kurzem gegangen bin.

Fangen wir mal beim Rucksack an. Was wollt ihr eigentlich mit euren 60 Liter Rucksäcken, die schon über dem Kopf überhängen? Vollkommen unnötig! Außer ihr wollt nun die ganze Sommersaison in einer Berghütte verbringen! In den Rucksack soll ein dicker Pulli, eine dicke Jacke, eine Windjacke (super klein faltbar), T-Shirts, Tops, Unterwäsche, Socken, eine Wechselhose und vielleicht Shorts. Zu Essen reichen Müsli-Rigel und dafür eine große mind. 1,5-Liter Flasche die nachfüllbar ist. In den Berghütten kann man sehr gut essen. Denn Gewinn machen die Berghütten nur durch die Konsumation von Essen/Getränken. Alpenvereinshütten müssen einen Großteil der Übernachtungsgebühr an den deutschen Alpenverein abführen. Apropo Alpenverein: Berghütten des Alpenvereines sind auch Schutzhütten, was bedeutet ist ein Abstieg ins Tal nicht mehr zumutbar, so kommt ihr sicher im Notlager oder sogar im Gastraum auf einer Matratze unter. Ihr werdet nicht vor die Haustüre geschickt am Abend. Am Wochenende sind die Berghütten immer heillos überfüllt. Macht eure Hüttentour doch besser unter der Woche. Und was wollt ihr mit euren Zelten, Isomatten und Schlafsäcken?! Campieren ist im Nationalpark Berchtesgaden strengstens verboten! Wer erwischt wird, muss mit einer Anzeige rechnen. In den Berghütten gibt es sowohl im Matratzenlager, als auch in den Bettenlager genügend Decken und Kissen. Ihr braucht nur ein Inlett, also Hüttenschlafsack. Diese können in vielen Hütten geliehen werden oder kostengünstig gekauft werden. Das Packmaß ist winzig.

Also hier nochmal zusammengefasst:

  1. Den Rucksack minimalistisch packen. In der Regel reicht ein 30 Liter Rucksack für 3-4 Tage
  2. In den Berghütten Essen/Trinken konsumieren
  3.  Tour besser unter der Woche machen, da sonst schlafen in einer heillos überfüllten Hütte
  4. Campieren verboten! Zelt, Isomatte und Schlafsack zu Hause lassen.

So, jetzt kennt ihr euch aus.
Jetzt fragt ihr euch wieso redet die denn so schlau daher? Ganz einfach: Ich habe selbst schon in einer Berghütte gearbeitet, bin mehrmals die Woche in den Bergen unterwegs und beruflich im Tourismus tätig. Deswegen kommen hier auch ein paar Tipps und eine Tour, die ich vor kurzem machte als Beispiel.

Ein ehrlicher Guide durch das steinere Meer (denn wusstet ihr was blaue Linie im steinerne Meer bedeuten?!).

Tag 1:
Oft werde ich gefragt wohin mit dem Auto, wenn der Start nicht gleich der Endpunkt ist. Dazu rate ich immer die Tour zu einer Rundtour zu machen oder den Endpunkt so zu legen, dass man Mithilfe des ÖPNV zum Auto zurück gelangt. So auch heute. Das Auto lasse ich zu Hause in Schönau am Königssee (alternativ Mehrtagesticket am Automaten am Großparkplatz Königssee lösen). Mit dem ersten Schiff fahre ich bis zur Halbinsel St. Bartholomä. Mir wird wieder bewusst, dass ich am schönsten See Deutschlands lebe. An der Halbinsel angekommen biege ich gleich nach links und folge der Beschilderung Kärlingerhaus. Ausgeschildert ist es hier mit 5 Stunden für den Aufstieg über Saugasse zum Funtensee. Ehrlich gesagt kenne ich niemaden, der so lange brauchte. Der Druchschnitt is 3-3,5 Stunden. Meinen Kreislauf treibe ich gleich hoch indem ich das Tempo hoch anziehe. Denn nicht nur das Kärlingerhaus ist mein heutiges Ziel sondern auch 2 Gipfel. Also zack zack am Ufer entlang, steile schweißtreibende Kehren bis ins Schrainbachtal, dann flach am Schrainbach entlang und dann bin ich direkt vor ihr: der Saugasse. Ihr Ruf ist deutlich schlechter als sie ist. Das Ungewöhnliche an der Saugasse ist nur, dass man viele Höhenmeter über einige Spitzkehren macht. Der Endspurt nach der Saugasse zieht sich. Nach 2,5 Stunden habe ich das Kärlingerhaus erreicht. Die Haxen sind auf Autopilot, mein Kreislauf hasst mich gerade. Viel Wasser und zuckerhaltiges Essen brauche ich. Denn nun geht es weiter zum Gipfel des Viehkogels. Es geht steil und über mehrere Schuttrinnen bergauf. Man durchquert das wilde Viehkogeltal. 1 Stunde 45 Minuten dauert der Aufstieg.

Viehkogeltalhütte © Ann-Kathrin Helbig

Viehkogeltalhütte © Ann-Kathrin Helbig

NUN EINE INFO, DIE ES IN KAUM EINEM WANDERFÜHRER GIBT: Wenn ihr über das Viehkogeltal zum Riemannhaus wollt, dann müst ihr hinter der Viehkogeltalhütte den blauen Linien nach rechts folgen. Nicht den roten Punkten! Denn die roten Punkte führen zum Gifel des Viehkogel. Aber Achtung oft bedeuten blaue Linien, dass dort der Weg zum Gipfel führt. Vor allem auf österreichischer Seite des stenernen Meeres. Bitte im steinernen Meer oft auch auf den Boden achten. Denn dort findet man gesprayed oder mit Edding auf Stein geschrieben die Richtung. Es gibt im stenernen Meer kaum Wegweiser.

Nach dem letzten, sehr schottrigen Steilaufschwung habe ich die Gipfelwiese des Viehkogels erreicht. Dieser Gipfel bietet tolle Blicke zu den Funtenseetauern und auf das steinerne Meer. Der Abstieg erfolgt über den Aufstiegsweg. Da der Weg doch recht rutschig ist, empfieht sich hier Trekkingstöcke zu nutzen.

Viehkogel © Ann-Kathrin Helbig

Viehkogel © Ann-Kathrin Helbig

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Sepp Wurm

Rund um die Reiter Alm

 von Sepp
Mit dem E-Bike über den Steg

Mit dem E-Bike rund um die Reiter Alm

Mit dem E-Mountainbike einmal rund um die Reiter Alm

Die Reiter Alm steht immer etwas im Schatten ihrer Nachbarn Hochkalter und Watzmann, dabei hat das mächtige Gebirgsmassiv für Bergsteiger und Wanderer viel zu bieten. Und auch Radlfahrer kommen hier auf Ihre Kosten: Zwar ist das Hochplateau des Gebirges nur zu Fuß zu erreichen, doch rund um die Reiter Alm führt eine der beliebtesten Mountainbike-Touren im Berchtesgadener Land. Ich bin die Strecke am Sonntag gefahren.

Von Ramsau aus fahre ich mit dem Radl über den Taubensee zum Wachterl. Noch bevor ich das gleichnamige Wirtshaus erreiche, biege ich nach links ab und fahre hinunter zur Schwarzbachalm.

Mit dem Mountainbike zur Schwarzbachalm

Mit dem Mountainbike zur Schwarzbachalm

Kühe sind zurzeit keine auf der Alm, die Schwarzbach ist eine Niederalm. Die Tiere weiden im Sommer auf den Hochalmen im Lattengebirge, Moosen- und Anthauptenalm sowie auf der Kallbrunn- und Bindalm. Zu sehen gibt es dennoch einiges hier unten. Zum Beispiel das Schwarzbachloch, das in wenigen Minuten zu Fuß erreicht ist.

Hier geht's zum Schwarzbachloch

Hier geht’s zum Schwarzbachloch

Blick hinauf zur Reiter Alm

Blick hinauf zur Reiter Alm

Die Quellhöhle des Schwarzbaches entwässert die Reiter Alm. Die Wassermassen sammeln sich in den Höhlen des Gebirges und treten dann hier unten aus.

Das Schwarzbachloch

Das Schwarzbachloch

Nach den Regenfällen der vergangenen Wochen ist das heute ein gewaltiges Spektakel, das Wasser schießt in großen Massen aus dem Berg heraus.weiterlesen »

Ein Paradies auf Erden: Der Königssee in Bildern

 von Sarah
Die Bootswerften Königssee am Morgen

Die Bootswerften Königssee am Morgen

Mit einem Umfang von 20 Kilometern und einer Fläche von 5,22 km² ist er nicht der größte, jedoch definitiv einer der schönsten Seen Deutschlands: Der Königssee.

Ganz verschwommen existierten in meinem Kopf die Bilder eines Sees, dessen Ufer am Seegelände bereits in Kindheitstagen große Wirkung auf mich erzielte. Als ich im Jahre 2015 nach Schönau reiste um die Beendigung meines Studiums zu zelebrieren, wurden die surrealen Kindheitsimpressionen aufgefrischt und um neue, tiefgehende Gefühle erweitert: Meine Zugeneigtheit zum Königssee.

Ummantelt von hohen und steilen Felswänden liegt er da, am Fuße des Watzmannes und inmitten des Nationalpark Berchtesgaden. Sein Wasser ist aufgrund von, im Wasser aufgelöstem Kalkgestein grün, bzw. türkisfarbend und mit einer maximalen Tiefe von 190 Metern ist er der tiefste See Deutschlands.

Auf dem Königssee: Mittig zu sehen die Schönfeldspitze

Auf dem Königssee: Mittig zu sehen die Schönfeldspitze

Der Ursprung des Sees liegt historisch gesehen weit zurück – ein Exkurs in die letzte Eiszeit ist von Nöten um die Entstehung festhalten zu können. Gebildet aus einem Gletscher des Steinernen Meeres und einer damals bestehenden Endmorände im Ort Schönau ergab sich die Bildung des heutigen Königssees – der seinen Namen vermutlich dank des Vornamens ,,Kuno“ trägt. Solchen trugen im Zuge der Fürstprobstei Berchtesgaden einige bedeutende Persönlichkeiten.weiterlesen »

Isabel

Die Schellenberger Eishöhle

 von Isabel
Die Schellenberger Eishöhle im Untersberg

Die Schellenberger Eishöhle im Untersberg

Coole Erlebnisse am Untersberg – unterwegs zu Deutschlands größter Eishöhle

Heiße Temperaturen – eine Tour mit einer ganz besonderen Abkühlung ist die Wanderung zur Schellenberger Eishöhle auf 1570 Metern Höhe an den Südwandabstürzen des Untersbergs. Er gehört zu den Massiven mit den größten Höhlenvorkommen, unter anderem die Riesending-Schachthöhle, die 2014 mit einer spektakulären Rettungsaktion Schlagzeilen machte.

Das Wetter ist stabil gemeldet, und so entschlossen wir uns vergangenen Sonntag, über die Toni Lenz Hütte bis zur Eishöhle zu gehen. Der Wanderparkplatz gleich hinter Marktschellenberg in Richtung Salzburg ist schon um 7 Uhr morgens gut gefüllt.Alternativ kann man den RVO Bus Linie 840 nehmen, die Haltestelle liegt gleich am Einstieg zum Wanderwegs. Gut orientieren kann man sich am alten Zollturm, ein Relikt der mittelalterlichen Befestigungsanlagen der ehemaligen Fürstprobstei Berchtesgaden. Der Weg bis zur Toni-Lenz Hütte ist mit 3,5 Stunden angegeben, und mit 970 Höhenmetern nicht zu unterschätzen.

Aufstieg zur Toni Lenz Hütte

Aufstieg zur Toni Lenz Hütte

Die erste Stunde Aufstieg führt über einen Forstweg durch dichten Wald, bevor dieser in einen schönen Steig in lichterem Wald übergeht. Hier hat man auch immer wieder tolle Ausblicke, und auch die Hütte blitzt ein erstes Mal durch die Blätter zu uns durch. Sieht zwar ganz nah aus, dauert aber noch mindesten eine Stunde.

Erster Blick zur Toni Lenz Hütte

Erster Blick zur Toni Lenz Hütte

Besonders schön wird der Weg dann im oberen Teil, wenn es durch Latschen- und Almrauschfelder geht. Sogar einen Türkenbund entdecken wir am Wegesrand.

Türkenbund-Lilie am Wegesrand

Türkenbund-Lilie am Wegesrand

Nach etwa 2,5 Stunden erreichen wir die Toni Lenz Hütte und beschließen, erstmal eine kleine Pause einzulegen und uns bei einer Brotzeit aufzuwärmen – mittlerweile ist der Himmel leider ganz zugezogen – bevor wir die restlichen 20 Minuten zur Eishöhle aufsteigen.weiterlesen »