Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Alm

Almabtrieb von der Wasserfallalm

 von Sepp

Bereits zum dritten Mal verbrachte der heute 22-jährige Markus Nitzinger vom Stoißberg (Gmd. Anger) einen Almsommer auf der Wasserfallalm und der Königsbergalm als Senner der Familie Stanggassinger vom Obersulzberglehen aus der Schönau. Mit Leib und Seele kümmerte sich der gelernte Bäcker den Sommer über um seine Tiere zuerst ab 24. Mai für fünf Wochen auf die Wasserfallalm (Niederalm, 1250 m), dann ging es für 2 Monate hinauf auf die Königsbergalm (Hochalm, 1600 m) und später bis zum Almabtrieb in den heimischen Hof wieder nochmal für 5 Wochen zurück auf die Wasserfallalm. „Ein Senner wie Markus, das ist ein Glücksfall“, schwärmt Franz, der mit seiner Frau Sylvia und den Töchtern Lena und Lisa den heimatlichen Hof  – das Obersulzberglehen – bewirtschaftet. „Er kümmert sich beispielhaft um das Vieh, hat eine gute Hand bei der Herstellung von Butter und Käse und liebt die Gesellschaft von Freunden und vorbeikommenden Wanderern – beste Voraussetzungen für ein Leben auf der Alm.“

Fuikln für den Almabtrieb

Schon Wochen vor den Almabtrieb begann der Senner und die ganze Familie die Fuikln mit den kunstvollen Röschen aus gefärbten Holzspänen zu schmücken und banden die Bauchriemen für die Kühe. Aufkranzen darf man nur, wenn der Almsommer unfallfrei auf der Alm und auf dem heimischen Hof verlief,  kein Tier zu Tode kam oder gar in der Familie ein Todesfall zu beklagen war.

 Almabtrieb von der Wasserfallalm hinunter in die Schönau

Unter dem eindrucksvollen Geläut der großen Kuhglocken verließ dann das Vieh mit dem Senner und den Treibern die Alm und kam nach einem flotten, mehr als  zweistündigen Marsch auf dem heimatlichen Hof an. „Bestimmt nicht das letzte Mal verbrachte ich den Sommer als Senner auf der Alm“. In diese Worte legt Markus seine ganze Liebe zu dieser Arbeit.

Text und Bild © RoHa-Fotothek Fürmann, Teisendorf

Video: Sennerin Elisabeth

 von Sepp

Unser Land: Die Sennerin von der Priesbergalm

Wer den Beitrag über Elisabeth Schellmoser, die junge Sennerin von der Priesbergalm am vergangenen Freitag in der Sendung Unser Land im Bayerischen Fernsehen verpasst hat, kann ihn hier nochmal anschauen. Und wer ihn schon gesehen hat, kann den 14 minütigen Film nochmal genießen. Ehrlich und sympathisch erklärt die junge Frau den Alltag auf der Alm: fernab jeder romantischen Verklärung besteht das Leben einer Sennerin eben aus harter Arbeit!


 
Ein wirklich schöner Beitrag! Euer Sepp

Grenzüberschreitende Almwanderung

 von Ann-Kathrin

43 Kilometer wandern an einem Tag

Start unserer grenzüberschreitenden Almwanderung war der Parkplatz an der Hirschbichlstraße. Vorbei am Klausbachhaus ging es dann in Richtung Hirschbichl. Ein fast ebener Weg führt nahe des Klausbaches (von hier stammt das Trinkwasser der Ramsauer) zur Hängebrücke. Sie ist 55 Meter lang und elf Meter hoch. Dominant zu erkennen an den Pfeilern der Hängebrücke ist das Logo des Nationalparkes Berchtesgaden. Einem Steg folgend gelangt man zu einer Aussichtsplattform, wo man eindrucksvoll die Mühlsturzhörner bewundern kann. Ein schwerer Felzsturz 1999 prägte das Landschaftsbild deutlich. Das ganze schaut ein bisschen aus wie die drei Zinnen des Berchtesgadener Landes.

 

43 Kilometer: Klingt irre, ist irre!

Bei dieser Wanderung bin ich diesmal nicht alleine unterwegs sondern habe fesche und sportliche Begleitung bei mir.  Zuvor informiert, wieviel Kilometer wir wirklich wandern werden, habe ich mich nicht, aber ich ahnte schon, dass das keine Kurzstrecke werden wird. Allerdings wer folgt schon der Einladung „Hey, lass uns 43 Kilometer wandern!“ Schnellen Schrittes geht es auf die Bind-Alm zu. Dort gibt es beim Almkreuz die erste Fotopause.

auf der Bind-Alm

auf der Bind-Alm

Nur wenige Gehminuten von der Bind-Alm befindet sich dann der Grenzübergang Hirschbichl. Nun befinden wir uns im Pinzgau. Ein Salzsäumerweg über den Hirschbichl diente seit dem 13. Jahrhundert der Ausfuhr des Schellenberger und Halleiner Salzes nach Tirol. Noch ein kleines Stück auf der Teerstraße und wir wanderten in Richtung Kammerling-Alm. Im Winter diesen Jahres zog es mich schon mit Schneeschuhen im Gepäck dorthin. Ein wirklich empfehlenswerter Schneeschuhwanderweg!

auf den Kammerling-Almen

auf den Kammerling-Almen

Zu diesem Zeitpunkt peitschte mir ein Sturm um die Nase, da die Kammerling-Almen an einer expornierten Almwiesenfläche liegen. Von hier aus öffnet sich der Blick zu den Loferer Steinbergen. Auch die Gebirgskette der Mühlsturzhörner zeigt sich wieder imposant. Von hier aus hat man schon die Möglichkeit aus einer Wanderung eine mittelschwere bis schwere Bergtour zum Kammerlinghorn zu unternehmen.

Blick zu den Kammerling-Almen

Blick zu den Kammerling-Almen

Nachdem wir die Kammerling-Almen passierten ging es dann leicht bergab und dann einen leicht matschigen Pfad hinunter. Wieder stoßen wir auf eine Forststraße. Es ist noch immer weit bis zur Kallbrunn-Alm. Bis hierher war der Weg überraschenderweise nicht hoch frequentiert, obwohl es Sonntag war und strahlender Sonnenschein herrschte. weiterlesen

Wohin des Weges, junge Frau

 von Sepp

Samstag, 9. August – für den Nachmittag ist ein Gewitter angekündigt. Ich nehme mir vor, den sonnigen Vormittag für eine kleine Wanderung zu nutzen. Das Ziel ist die Kührointalm, nach Aufstieg über den Grünstein. Als ich losfahre hängen dicke Wolken über Berchtesgaden-Königssee. Auf der Straße Richtung Ramsau hingegen lacht mir die Sonne und blauer Himmel von der Reiteralpe entgegen. Statt links zum Parkplatz Hammerstiel abzubiegen, fahre ich also einfach geradeaus weiter. Das Ziel hat sich spontan geändert: Nun heißt es Halsalm!

Auf der Halsalm

Auf der Halsalm

Ich steige über einen schmalen Bergpfad auf und bin schnell oben, da ich allein unterwegs bin. Was heißt allein? Nicht ganz. Schmetterlinge begleiten mich den ganzen Weg über. Immer mal wieder erhasche ich einen herrlichen Blick auf den Hintersee. Auf 1211m, umgeben von einer traumhaften Wiese, liegt die Alm.

Die Halsalm

Die Halsalm

Oben angekommen lasse ich mir nicht das Käsebrot mit frischer Buttermilch entgehen – sau guad. Normalerweise bin ich eher der milde Gouda-Typ, aber hier auf der Alm schmeckt mir sogar der selbst produzierte länger gereifte Bergkäse sehr gut

Deftige Almbrotzeit: Käsebrot und Buttermilch

Deftige Almbrotzeit: Käsebrot und Buttermilch

Mit der Brotzeit mache ich es mir auf einer der Holzbänke bequem, genieße die Köstlichkeit und den Ausblick auf Hochkalter, Ramsau, Hohen Göll und Untersberg. Kühe und Kälber machen das idyllische Bild perfekt.weiterlesen

Die Sennerin von der Priesbergalm

 von Sepp

Sennerin auf der Alm

Elisabeth Schellmoser ist 20 Jahre alt und kommt aus Berchtesgaden. Ihr Vater ist Berufsjäger im Nationalpark Berchtesgaden, Ihre Mutter ist Schneiderin. Und Elisabeth ist Sennerin: Auf der Priesbergalm oberhalb des Königssees verbringt sie den Sommer auf der Alm und kümmert sich um das Vieh.

Elisabeth Schellmoser, die Sennerin von der Priesbergalm

Elisabeth Schellmoser, die Sennerin von der Priesbergalm

Am Freitag, den 22. August, sendet das Bayerische Fernsehen um 19 Uhr in der Sendung „Unser Land„, dem Magazin für Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz, ein Porträt der Sennerin von der Preisbergalm.

 

Die Priesbergalm

Auf etwa 1.500 Metern Höhe liegt die Priesbergalm. Vom Parkplatz Hinterbrand oder der Mittelstation der Jennerbahn ist die Alm in etwa zwei Stunden zu Fuß erreichbar. Besonders der Ausblick auf die direkt gegenüberliegende Watzmann-Ostwand macht die Alm bei Wanderern beliebt.

Priesbergalm

Priesbergalm, im Hintergrund die Watzmann Ostwand

Da es sich bei der Priesbergalm um eine Hochalm handelt, ist die Alm nur während etwa acht Wochen zwischen Anfang Juli und Anfang September bewirtschaftet. Davor und danach weidet das Vieh auf der Niederalm, zum Beispiel auf der Königsbachalm.weiterlesen

Ein Juwel im Nationalpark: Die Regenalm

 von Ann-Kathrin
Regenalm

Regenalm

Die Regenalm ist meist nur denen bekannt, die den Kaunersteig ab Salet gehen. Ich kam zum ersten Mal zur Regenalm im Juni. Ich hatte schon zuvor mal mitbekommen, dass dort auch Pferde seien. Somit kombinierte ich meinen Besuch der Regenalm im Anschluss zu einer Einkehr bei der Gotzenalm. Die Regenalm ist in 30 Minuten längstens zu Fuß von der Gotzenalm zu erreichen. Als ich ankam war ich wirklich froh mal einen Abstecher dorthin gemacht zu haben. Die Alm liegt traumhaft und bietet ein tolles Gebirgspanorama vom steinernen Meer zum Hochkönig und zur anderen Seite hin zur Watzmann-Ostwand. Nicht sicher, ob denn diese bewirtschaftet ist lief ich nur umher und machte Fotos. Auf dem Gebiet der Regenalm ist auch eine Diensthütte des Nationalparks. Von deren Position machte ich auch einige Fotos und sah auf einen Stein einen Mann mit einem Stock sehen, der zu mir sah. Ich dachte mir, dass das der Senner sein wird.

Nach ein paar schönen Foto-Aufnahmen ging ich ins Landtal (siehe Bericht „Way to paradise„). Am Abend saß ich dann wieder bei der Gotzenalm und trinkte noch etwas. Am Tisch gegenüber saß ein Mann, der mir sehr bekannt vorkam. Leider konnte ich nicht zuordnen wieso er mir bekannt vorkam. Als ich dann wieder zurück von der Gotzenalm nach Schönau wollte, stand eben dieser Mann an einer Weggabelung. Prompt sprach er mich an, ob ich das Mädel sei, dass vorhin bei ihm auf der Alm war. Schnell bejahte ich dies und wir kamen ins Gespräch. Als er mir erzählte, dass er einen der Kaser auf der Gotzenalm bewirtschaftete, fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Ich kenne den Mann! Nicht direkt, aber in der Dauerausstellung Vertikale Wildnis im Haus der Berge werden diverse Videoclips über SennerInnen aus dem Berchtesgadener Land gezeigt und er ist einer dieser Senner. Wie sich herausstellt kennt er auch meinen Vorgesetzen gut und hat auch Vieh von ihm auf der Regenalm. Ich versprach ihm so bald wie möglich ihn auf der Regenalm besuchen zu kommen.

Kaser und Diensthütte

Kaser und Diensthütte

Der Senner von der Regenalm

Bei dem Senner von der Regenalm handelt es sich um Hans Sommer (55 Jahre). Ursprünglich kommt er aus Benediktbeuern. Auf die Idee selbst mal auf einer Alm zu leben kam er, als er einen Dia-Vortag sah über das Schweizer Almleben. Hans Sommer nahm sich vor, wenn er bei der Bundeswehr fertig ist, will er selbst auf einer Alm leben. Bevor er als Senner zur Regenalm kam, war er für mehrere Sommer in einem Kaser auf der Gotzenalm. Dort hatte er sich das buttern und kasern selbst angeeignet. Leider geht dies bei der Regenalm nicht, da die Herde hauptsächlich aus Mutter-Kühen besteht und deren Kälber die Milch selbst benötigen, wodurch nicht genug Milch übrig bliebe um diese zu verarbeiten. Ein typischer Tag auf der Alm sieht für ihn so aus, dass er von den Tieren sehr früh geweckt wird, denn sie wollen sich ihr Salz abholen. Das Vieh dort kann sich ganz frei dort bewegen, allerdings muss man natürlich regelmäßig nach den Tieren schauen. So wie vor drei Wochen, als sich eine trächtige Kuh von der Herde abkapselte und ihr junges zur Welt brachte. Die Regenalm ist im Besitz des Nationalparks Berchtsgaden. Bei der Regenalm handelt es sich um einen sogenannten „Rundumkaser“. Um die Stube herum war alles Stall. Mittlerweile ist der Eingangsbereich Arbeits- und Schlafbereich. Im Stubenbereich steht noch ein Kessel und ein Herd von anno dazumal. Solch einen Kaser mit solcher Ausstattung findet man eigentlich nur noch in einem Museum. Fast 40 Tiere sind auf der Regenalm, davon 2 Pferde und 3 Ochsen.weiterlesen

Neueröffnung Almererlebnis-Weg

 von Sepp

Alm-Erlebnis-Weg in der Ramsau neueröffnet

Piding, 20. Juni 2014: Nun wurde der Alm-Erlebnisweg Ramsau im Berchtesgadener Land offiziell von Bürgermeistern, Landrat und Geschäftsführer der Molkerei Berchtesgadener Land eröffnet. Bei einem Rundweg vom Taubensee über die Mordau und Moosen kann man auf 13 Schautafeln viele Aspekte des Almlebens erfahren.

Almerlebnisweg Ramsau

Bei der Eröffnung des Almerlebnisweges Ramsau (von links): Bürgermeister von Bischofswiesen Thomas Weber, Bürgermeister der Ramsau Herbert Gschoßmann, Mordauer Almbauer Franz Kuchlbauer, Geschäftsführer der Molkerei Berchtesgadener Land Bernhard Pointner und Vize-Landrat des Berchtesgadener Landes Rudolf Schaupp.

Was ist der Unterschied zwischen einem Niederleger und einem Hochleger? Was versteht man unter Tagweide – Nachtweide und einer Schneeflucht? Auf dem Ramsauer Alm-Erlebnis-Weg, der von der Alpenstraße B 305 auf die Mordaualm, weiter hoch hinauf auf die Lattenbergalm und schließlich zur Moosenalm führt, kann man all diese „almerischen“ Begriffe eindrucksvoll nachvollziehen. Auf insgesamt 13 informativen Schautafeln rund um diese drei wunderschönen Fleckerl Natur wird das Leben auf der Alm mit dem gesamten Umfeld beschrieben und bei einer Einkehr auf der Mordau- oder Moosenalm kann man die Spezialitäten wie z.B. frische Milch und den Almkäse auch gleich ausprobieren.

 

13 Schautafeln erläutern Aspekte des Almlebens

Der Ramsauer Alm-Erlebnis-Weg wurde von der Gemeinde Ramsau in Zusammenarbeit mit der Molkerei Berchtesgadener Land realisiert; zu Beginn der heurigen Almsaison wurden die Schautafeln grafisch erneuert; sie bieten Einblick in das Leben und Arbeiten der Sennerin, berichten über die räumliche Untergliederung einer Alm, geben Einblick über Formen und Entstehung der Landschaft, aber auch über geologische und bodenkundliche Verhältnisse. Man sollte für die ca. vier- bis sechsstündige Wanderung gute Kondition und Trittsicherheit mitbringen. Ausgangspunkt Parkplatz Taubensee an der Deutschen Alpenstraße B 305. Einfache Wanderung zur Mordaualm (1.191 m) auf einem Forstweg; weiter auf alpinem Steig über die Karschneid (1.530 m) zur Lattenbergalm (1.480 m) und weiter zur Moosenalm (1.409 m). Von der Moosenalm führt der Steig hinab zur Schwarzbachwacht und weiter zum Ausgangspunkt.

 

Pressemitteilung Milchwerke Berchtesgadener Land

Heuernte auf der Bindalm

 von Sepp
Heuernte auf der Alm mit Gabel und Rechen

Heuernte auf der Alm mit Gabel und Rechen

Für die einen war es Badewetter, das über das Pfingst-Wochenende herrschte, doch für die Bauern war es Heuwetter: Fast jeder Landwirt hat die heißen Tage genutzt um Heu zu machen. Während auf den Bauernhöfen in den Tälern die Heuernte mittlerweile fast ausschließlich maschinell erfolgt, ist die Heuarbeit auf den Almen noch sehr viel mühsamer. Bei uns auf der Bindalm ist das einzige motorisierte Gerät, das wir zum Heuen verwenden, ein kleiner Motormäher. So ersparen wir uns zumindest das Mähen des Grases mit der Sense, wie es früher üblich war. Die übrigen Arbeitsschritte, von der Futterwerbung bis zur Bergung des trockenen Heus, erfolgen in reiner Handarbeit. Die einzigen Werkzeuge sind Rechen, Gabel und Heunetze.

 

Nach dem Mähen des Grases am Donnerstag, bleibt es bis zum Freitagnachmittag liegen. An der Oberseite ist das feine Gras bereits leicht angewelkt, doch die unteren Schichten sind noch grasgrün. Also wenden wir das Mähgut: Mit einem Rechen wird das Gras dabei büschelweise umgedreht, so dass die bisher der Sonne abgewendeten Gräser oben auf liegen und anwelken können.

Almheu: fein und voller Kräuter

Almheu: fein und voller Kräuter

Auf den Feldern im Tal erfolgt dieser Arbeitsschritt maschinell, und zwar mit von Traktoren gezogenen Kreiselheuern mit einer Arbeitsbreite zwischen 4 und 8 Metern. Diese Maschinen ermöglichen Flächenleistungen von mehreren Hektar pro Stunde. Von dieser Schlagkraft kann man nur träumen, wenn man das Gras mit einem Rechen wendet: Zu viert brauchen wir eine Stunde, um das kleine Feld komplett zu bearbeiten. Und die Arbeitsqualität ist auch eine ganz andere, beim Wenden mit dem Rechen ist eine Häufchen- und Schwadbildung unvermeidlich und erfordert mehrmaliges Wenden. Insgesamt wenden wir das Futter dreimal,  am Freitag, am Samstag und dann nochmal am Sonntagmittag. Dann endlich ist das Gras trocken genug, um auf den Heuboden im Kaser transportiert zu werden.

 

Mit den Rechen formen wir das zu Heu getrocknete Gras schließlich zu Haufen und Schwaden.

Händische Schwadformung mit Rechen

Händische Schwadformung mit Rechen

Aber anstatt, wie im Tal, das Futter mit Traktor und Ladewagen in den Stadel einzubringen, tragen wir auf der Alm das Futter auf den Heuboden oberhalb des Stalles im Kaser. Dazu nutzen wir Heunetze, die wir befüllen, festtreten und verschnüren, um diese Heubündel dann auf den Schultern zum Kaser zu tragen.weiterlesen

Endlich zur Gotzenalm!

 von Ann-Kathrin

Die Gotzenalm stand schon länger auf dem Plan. Anfang April scheiterte der Versuch, da die Schneeschuhe zu Bruch gingen, im wahrsten Sinne des Wortes. Dann hieß es warten für mich – warten, bis der Schnee auch wirklich weg ist auf dem Weg zur Gotzenalm und auch auf der Gotzenalm selbst.

Die Wettervorhersage versprach einen sonnigen Morgen und Mittag, erst gegen Nachmittag und Abend solle es Schauer und eventuell Gewitter geben. Also ging es dann mit dem ersten Bus nach Hinterbrand (Buslinie 838). Mit leichtem Zeitdruck im Nacken, da man ja nicht in ein Gewitter geraten will, ging es nun gegen kurz vor 10 los. Der Wegweiser sagt mir, dass ich vier Stunden zur Gotzenalm brauchen werde, ich bin gespannt, ob ich genauso lange brauchen werde. Vorbei an den Jennerwiesen und der Mittelstation der Jennerbahn ging es für mich erstmal in Richtung Königsbachalm.

Ausblick auf dem Weg zur Königsbachalm
Ausblick auf dem Weg zur Königsbachalm

Nach ca. 45 Minuten auf fast ebenen breiten Wegen über den Jenner-Westhang ging es den Königsberger Graben hinunter zur Königsbachalm.

Königsbachalm

Königsbachalm

An der Königsbachalm zeigt dann der Wegweiser zur Gotzenalm über den unteren Hirschenlauf. Ich hingegen entscheide mich für die Forststraße. Von dort aus läuft man auf einem breiten und ebenen Weg vorbei an der schön gelegenen Büchsenalm und dem Büchsenkopf, den man nach ca. 10 Minuten aufsteigen wunderbar als Aussichtspunkt nach St. Bartholomä nutzen kann.

Büchsenalm

Büchsenalm

Vorbei an der Büchsenalm führt die Forststraße oberhalb vom Königssee durch ein kleines steinschlaggefährdetes Gebiet. Von dort aus bietet sich schon ein erster Blick hinunter zum Königssee.

Blick zum Königssee

Blick zum Königssee

Schnell hat man dann auch die Gotzentalalm erreicht, wo auch der untere Hirschenlauf auf die Forststraße trifft. weiterlesen

Almauftrieb auf die Bindalm

 von Sepp
Almauftrieb am Hintersee vorbei

Almauftrieb am Hintersee vorbei

Am Samstag war es soweit: Wir haben unsere Kühe auf die Bindalm aufgetrieben. Kalt ist es, als wir in aller Früh am Hof mit der Herde los marschieren, nur wenige Grad über null zeigt das Thermometer. Aber es ist trocken und die Kälte werden wir bald nicht mehr spüren, die Kühe sind nämlich alles andere als langsam unterwegs. Unser Weg führt uns am Hintersee vorbei, der am Morgen in völliger Stille liegt. Ein einzelner Angler ist so früh schon mit dem Boot draußen, ansonsten sind wir allein.

 

Danach geht es durch das Klausbachtal vorbei an der Wildfütterung des Nationalparks Berchtesgaden, wo uns das Jungvieh der hier weideberechtigten Bauern begegnet. Vor dem Übergang zur Hängebrücke erwartet uns die erste ernsthafte Steigung: Den meisten Kühen und Jungtieren ist allerdings nichts anzumerken, sie halten ihr hohes Tempo, lediglich eine etwas ältere Kuh, die vor wenigen Wochen erkrankt, mittlerweile aber bereits wieder genesen ist, hat leichte Probleme mit den schnelleren Tieren mitzuhalten. Am Mitterberg dann, dem bei Radfahrern berüchtigten, weil extrem steilen Anstieg kurz vor der Bindalm, muss diese Kuh endgültig abreißen. So erreichen wir in zwei Gruppen die Almfläche der Bindalm, wo uns der vertraute Anblick der wild zerklüfteten Mühlsturzhörner erwartet.

Mühlsturzhörner von der Bindalm aus gesehen

Mühlsturzhörner von der Bindalm aus gesehen

Bei unserer Ankunft liegt die Alm noch im Schatten,

Ankunft auf der Alm

Ankunft auf der Alm

doch kurz bevor wir an die Almhütten, die sogenannten Kaser, erreichen, kommen die ersten Sonnenstrahlen über den Waldrücken oberhalb der Bindalm.weiterlesen