Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Atemwege

Das Gradierhaus Bad Reichenhall

 von Sepp

Tröpfchenweise gesunde Luft

Einst diente das Gradierhaus von Bad Reichenhall der Salzgewinnung. Heute ist das Freiluftinhalatorium Anziehungspunkt für Menschen, die durchatmen wollen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mitten im Königlichen Kurgarten gelegen, ist es eine Oase in der Stadt. Hans Willberger ist quasi der Herr des Gradierhauses. Für ihn gibt es keinen schöneren Platz im Kurort.

Das Gradierhaus im Königlichen Kurgarten Bad Reichenhall

Das Gradierhaus im Königlichen Kurgarten Bad Reichenhall

Hans Willberger schließt die Augen. Er atmet tief ein. „Riechen Sie das Salz?“ Der 63-Jährige steht nicht etwa am Ozean und lässt sich eine laue Brise um die Nase wehen. Hans Willberger steht im Kurgarten. Er ist umgeben von einem farbenfrohen Blumenmeer: Tulpen, Tagetes, Begonien, Rosen noch und nöcher. Trotzdem liegt ein zartes Salzaroma in der Luft. Es weht vom nahen Gradierhaus hinüber. „Der Wind steht gut“, sagt Hans Willberger.  Der Mann arbeitet für die Kur-GmbH und ist für das Gradierhaus samt Kurgarten verantwortlich. Den herrlichen Sommertag nutzt er für einen Kontrollgang. Vorbei an Staudenrabatten und Zierbeeten, dem Königlichen Kurhaus und dem prächtigen AlpenSolebrunnen, in dessen Mitte der Titan Atlas das ganze Himmelsgewölbe trägt, spaziert Hans Willberger auf das Gradierhaus zu. Durch den Mittelpavillon tritt er ein. Sofort ist es angenehm kühl und das Salzaroma nicht mehr zu überriechen.

Es liegt was in der Luft

Das Gradierhaus ist ein 160 Meter langes Gebäude. Überdachte Wandelgänge führen um Gradierwände herum, die sich durch die gesamte Längsachse ziehen. Die Wände sind stattliche 13 Meter hoch und bestehen aus übereinandergeschichteten Schwarzdornzweigen (Schlehe). Hans Willberger: „Sie sind in einzelne Dornenfelder unterteilt. Jedes Jahr tauschen wir in den Wintermonaten, wenn der Betrieb ruht, drei bis vier Felder aus. Dann werden die alten Büschel entfernt, neue sorgsam übereinander geschlichtet und in Abständen mit Holzbalken beschwert. Für ein Feld braucht man rund eine Woche. Im Schnitt werden die Dornenbüsche 14 Jahre alt.“weiterlesen