Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Berglauf

Drauß‘ vom Zwiesel komm ich her

 von Sarah

..und ich muss euch sagen: Es windet dort sehr! Über Zennokopf und (Mittel-) Staufen; musste ich dabei auch mal’s laufen.

Der Oktober bescherte uns in der 40. Kalenderwoche genau zwei herbstlich anmutende und mit reichlich Sonne betankte Tage, die genutzt werden wollten. An einem von ihnen entschloss ich mich spontan dazu, die Zwiesel-Zennokopf, Mittel- und Hochstaufen Überquerung in Angriff zu nehmen. Eine Tour, die mit knapp zehn Kilometern in der reinen Überschreitung von zirka 1.600 Höhenmetern zu den anspruchsvolleren Routen im Berchtesgadener Raum gehört (schwarze Markierung). Alpine Kenntnisse sowie eine gute Kondition sind Voraussetzung, um sich dem Hochstaufenmassiv hinzugeben.

Die Tour gibt es in mehreren Varianten: So ist zum Beispiel eine komplette Überschreitung des Hochstaufenmassivs möglich, indem zusätzlich Gamskogel und Fuderheuberg überquert werden. Auch besteht die Option, meine (von links nach recht gerichtete) Route im Richtungswechsel zu vollziehen.

Ich starte beim Parkplatz des Listwirtes, unweit vom gleichnamigen (List-) See entfernt. Vorbei an der Gaststätte folge ich zu Beginn des Laufes der gelben Wanderbeschilderung in Richtung Zwieselalm und Zennokopf, die laut Wegmarkierung knapp drei bis vier Stunden von mir entfernt liegen sollen.

Durch den Eintritt in eine Art Waldschleuse wird der vor mir liegende Weg durch seitlich stehende Bäume begrenzt und spendet daher immer mal wieder angenehmen Schatten auf meinem Lauf bergaufwärts. Ich genieße dabei das wechselnde Spiel zwischen kurzen Trailpassagen und Forstwegen, auf denen ich mich mithilfe meiner Stöcke optimal abstützen kann. Nach kurzer Zeit erreiche ich so die ersten Abzweigungen in weiterer Richtungsfolge meines ersten Ziels: Dem Zwiesel. Da ich dort noch niemals war, bin ich gespannt auf die Wegbeschaffenheit oberhalb des Kaiser-Wilhelm-Hauses, welches mir durchaus bekannt ist.

Durch rot-gelb gefärbtes Laub folge ich nun dem stufenlastigen Weg und begutachte gleichzeitig die Fülle der (Herbst-) Farben, die sich meinem Auge bietet. Solche Jahreszeit bietet nicht nur eine optimale Lauftemperatur sondern ebenso eine ,,Reifung“ der Natur: Die Bäume tragen Früchte, verlieren ihre Blätter und geben so das Resultat vergangener Sommertage ab.

Nach etwas über eine Stunde laufe ich an der Zwieselalm vorbei. Sie lasse ich aufgrund des heutigen, straffen Programms links liegen und erhasche lediglich einen Blick zur Hütte. Bereits einige WanderInnen genießen hier die Mittagssonne sowie den Ausblick auf die Berchtesgadener Bergwelt.

Auf weiterem, besteinten Pfad laufe ich in Richtung Zwieselspitze und muss nun immer wieder meine Konzentration schärfen: Durch die vergangenen, regnerischen Tage ist das Terrain weit oben noch immer recht feucht und die Grasflächen dadurch aufgeweicht. Wer hier nicht ausrutschen möchte, sollte Obacht geben.

Passage zwischen Zennokopf und Zwiesel

Passage zwischen Zennokopf und Zwiesel

Schlussendlich erreiche ich die Höhe von 1782 Metern und somit den Gipfel des Zwiesels nach zirka 1,45 Stunde und beginne mit meiner ersten kurzen Rast und dem mentalen Festhalten des sich mir bietenden Panoramas.weiterlesen

Das Watzmannhaus: Spiel der Jahreszeiten

 von Sarah

Jahreszeitenwechsel am Watzmannhaus auf 1930 Metern

Berchtesgaden: Wir schreiben Mitte September und der erste Wintereinbruch auf den Bergen hat für diese Saison bereits Einzug gefunden. Geschneit hat es bislang auf einer Höhe ab ca. 1300 Metern – der Schnee schmilzt an manch sonnigen Tagen, vermehrt sich an kühlen Herbsttagen. Auch am Watzmannhaus (auf einer Höhe von 1930 Metern) hat sich bereits eine Schneedecke ausgebreitet und ummantelt die sich goldbraun färbende Wiesenlandschaft rund um das Haus.

Um solches Naturschauspiel bewundern zu können, starte ich meinen heutigen Berglauf an der Wimbachbrücke in Ramsau. Ich folge am Parkplatz der gelben Beschilderung in Richtung Watzmannhaus (rote Markierung) – die eine Aufstiegszeit von vier Stunden angibt. Unmittelbar zu Beginn des Laufs folgt eine Konfrontation mit steilem Aufstieg und witterungsbedingt feuchtem Weg. Da die Temperatur an solchem Tag jedoch wieder etwas gestiegen ist, herrscht ein optimales Laufklima.

Auch begegne ich einigen Wanderern, gar Gruppen, die sich auf dem Weg zum bzw. vom Watzmannhaus bewegen.

Nachdem ich eine Rechtszweigung passiert habe, werde ich von eingezäunten – jedoch bellenden Hunden ein Stück meines Weges begleitet. Solche dienen als ,,Radar“ für die, ebenfalls eingezäunten Schafe, welche die Hunde bewachen sollen.

Etwa 50 Minuten später erreiche ich die Stubenalm, wo die Natur sich noch sehr sommerlich/ herbstlich präsentiert: Die Kühe der Alm weiden auf den Wiesenflächen, die Vögel zwitschern und die Bauern gehen ihrer Tätigkeit nach. Auch überwiegt stets die Farbe grün in ihrer Präsenz – vergeblich suche ich hier nach dem weißen Gold: Schnee.

Wegbeschilderung nahe der Stubenalm

Weiter auf meinem Weg nach Oben wird es nun kühler, windiger und ich kann eine Veränderung der Temperatur ,,riechen“. Möglicherweise kennen einige LeserInnen von euch diese Sinnesempfindung – den besonderen Geruch, den der Winter mit sich bringt.

Angekommen an der Mitterkaseralm kann ich jetzt den Wintereinbruch sehen, riechen und spüren: Vor meinen Augen präsentieren sich Watzmannfrau, die Kinder und der Watzmann selbst in weißem Gewand. Lediglich vertikale Ausläufer des Gesteins ermöglichen das Erkennen von grauem Fels.weiterlesen

Kurz und knackig: Der Signalkopf als Hausberg

 von Sarah
Auf dem Signalkopf, dem Busen der schlafenden Hexe

Auf dem Signalkopf, dem Busen der schlafenden Hexe

Das Berchtesgadener Land ist gesegnet mit zahlreichen Bergen, die als Charakteristikum des besagten Landkreises anzusehen sind. Da liegt es nahe, einen solchen Berg unmittelbar von der Haustür weg zu ,,erklimmen“.

So gestaltete auch ich einen, der vorerst letzten Sommertage mit einem Trailrun auf einen meiner Hausberge, den Signalkopf. Solcher ist ebenfalls unter weiteren Bezeichnungen bekannt, wie z.B. ,,Mittlerer Rothofen“ und ,,Busen der Hexe“. Der Signalkopf liegt mit seinen 1.396 Metern im Lattengebirge und ergibt mit weiteren Gipfeln bzw. Erhöhungen das markante Seitenprofil der sogenannten ,,schlafenden Hexe“. Neben dem Watzmannmassiv oder dem Großen Hundstod existieren auch für die schlafende Hexe einige Volkssagen. Eine von ihnen meint, dass es sich zu Lebzeiten um eine hilfsbereite, wenig attraktive Frau gehandelt haben soll, die der Zauberkünste mächtig war. Mit den Jahren soll die Hexe durch ihren sozialen Ausschluss verbittert und böse geworden sein. Als ihr aufgrund dessen der heilige Martinus zur Hilfe eilte, versuchte sie diesen zu töten – so wie es eine der Sagen beschreibt. Als Strafe bezüglich ihren Aktes wurde sie in Stein verwandelt und wacht seither über das Gebiet des Hallthurms.

Blick von Bischofswiesen zur Schlafenden Hexe

Blick von Bischofswiesen zur Schlafenden Hexe

Ich starte meine Tour in der Gemeinde Winkl und laufe zunächst an der B20 entlang in Richtung Hallthurm. Nach kurzem Warmlaufen biege ich links zum Bichlberg ab, wo nun auch Wegbeschreibungen zu finden sind. Ich folge solcher weiter in Richtung ,,Hallthurm“. Nun ähnelt der Weg solcher Konsistenz, die ich präferiere: Wald- und Wiesenwege, rauschende Bächer und weidende Kühe. Auch steigt der Weg nun langsam an und ich erziele die ersten Höhenmeter.

Die schlafende Hexe

Die schlafende Hexe

Nach einiger Laufzeit erreiche ich eine Abbiegung oberhalb des Parkplatzes der schlafenden Hexe. Ich laufe links in den, nun verdichteten Waldweg hinein und folge somit der gelben Beschilderung in Richtung ,,Signalkopf“.weiterlesen

Ja, Feiertage gibt es im katholisch prädestinierten Bayern viele. So versprach Maria Himmelfahrt wahrhaftig himmlisches Wetter voraus; Etliche (Hoch-)Touren wurden sowohl von Einheimischen als auch von TouristInnen geplant. Was jedoch tun, wenn man an solchem sonnenreichen Tag arbeiten muss? Richtig! – Der Schneibstein als ,,einfacher 2.000er“ geht immer. 

Ich startete um sechs Uhr morgens vom Parkplatz Königssee in Schönau. Die Temperatur war noch recht frisch, sodass ich zum baldigen Loslaufen angeregt wurde. Vorbei an der derzeit bestehenden Baustelle der Jennerbahn führte es mich über eine Teerstraße hinauf zum Hochbahnweg.

Da insbesondere die ersten zweihundert Höhenmeter solchen Weges vertikal ansteigend verlaufen, konnte ich recht bald die zweite Schicht meiner Garnitur entfernen und aufgewärmt weiter in Richtung Königsbachalmen laufen.

Während des Hinaufschreitens im Laufschritt sah ich immer wieder nach rechts – von wo der Königssee mich anlächelte.

Aussichtsbegleiter: Der Königssee

Auf meinem Anstieg überholte ich BergsteigerInnen, begegnete MountainbikerInnen und wurde von einem weiteren Trailrunner eingeholt. Solcher befand sich auf dem Weg zur Gotzenalm – von wo aus er den Königssee weiter umrunden wollte. Da ich solche Tour diesen Jahres ebenfalls bestritten habe, gab ich ihm einige nützliche Infos, bis sich dann auch schon wieder unsere Wege trennten.

Angekommen oberhalb der Königsbachalmen befand sich König Watzmann bereits in seinem ersten Sonnenbad: Lediglich eine minimale Wolke spendete Schatten auf der Ostwand. Rauch- und Milchgeruch erklomm aus Richtung der Hütten und leitete einen typischen Tag auf der Alm ein.

Die Ruhe vor dem Sturm: Weidende Kühe der Königsbachalmen

Nach kurzem genießen der sich mir bietenden Aussicht folgte ich weiter der Beschilderung in Richtung Schneibsteinhaus (blaue Markierung). Da der Weg bis zum Carl-von-Stahl-Haus breit ausgebaut und von sandsteinlastiger Konsistenz ist, begegneten mir fortan vermehrt MountainbikerInnen auf ihrem Weg bergaufwärts. Einige von ihnen nahmen auch die, immer verbreitetere Option eines E-Bikes in Anspruch, um die Steigung bewältigen zu können.weiterlesen

Alpin und anmutend: Das Kammerlinghorn

 von Sarah
Höhenrausch auf dem Kammerlinghorn

Höhenrausch auf dem Kammerlinghorn

Berge strahlen auf mich eine Ruhe und Vertrautheit aus – ein Gefühl des Geborgen- und Verankertseins in mir selbst. Aus solchem Grund suche ich immer wieder die alpine Höhe auf.

In Auseinandersetzung mit den Berchtesgadener Alpen und entsprechenden Hochtouren fällt mir immer wieder auf, dass das Gebiet um die Hocheisgruppe weniger Erwähnung findet als der wohl bekannteste unserer Berge, der Watzmann.

Grund hierfür erscheint mir das schroffe, konditionell anspruchsvolle und technisch schwierige Gebiet um Berge wie die Hocheisspitze, das Hinterberghorn oder die Wimbachschneidspitze. Resultierend daraus trifft man in solchem Terrain auch auf wenig Frequentierung durch BergsteigerInnen.

Geringe Frequentierung auf dem Kammerlinghorn als Teil der Hocheisgruppe

Geringe Frequentierung auf dem Kammerlinghorn als Teil der Hocheisgruppe

Um mich diesem Gebiet etwas zu nähern plante ich eine Tour auf den einzig markierten Berg der Hocheisgruppe: Das Kammerlinghorn auf 2.484 Metern. (Rote Markierung)

Gipfel des Kammerlinghorns

Gipfel des Kammerlinghorns

Ich starte, wie so oft im Sommer, morgens. Ausgangspunkt meines heutigen Laufs ist der gebührenpflichtige Parkplatz ,,Hintertal“ in Weissbach bei Lofer – im benachbarten Österreich. Das Gebiet um den Parkplatz leitet bereits angemessen für die Tour ein: Sattgrüne Wiesenflächen, ein Bach und der letzte Dunst von der Nacht umringen den noch leeren Parkplatz. Solcher ist der letzte vor der Hirschbichlstraße – welche lediglich von Almerlebnissbussen, beheimarten Bauern und RadfahrerInnen befahren werden darf.weiterlesen

Gipfel des Hochkalters

Unverhofft kommt oft – so sagt es bereits ein deutsches Sprichwort.

Als wissbegieriger und erkundungsfreudiger Mensch probiere ich mich gerne aus; suche und teste neue, mir unbekannte Wege. So war für den bisher heißesten Tag des Jahres eigentlich ein Trailrun auf das sogenannte Ofentalhörndl geplant – bei welchem es sich um einen unmarkierten Weg handelt und daher an dieser Stelle keine weitere Erwähnung finden wird. Zu sagen bleibt lediglich, dass der Einstieg zu solchem Berg schwierig zu finden ist und somit auch von mir nicht eingesehen werden konnte.

Kurzerhand entschloss ich mich relativ spontan, den Hochkalter aus dem Ofental heraus zu besteigen.

Ich startete am Parkplatz der Nationalpark-Informationsstelle ,,Klausbachhaus“ in Ramsau am Hintersee. Nach kurzem Passieren einer Teerstraße zweigt der Weg links ab und fortan beginnt ein flacher Schotterweg durch das vordere Klausbachtal. Nach etwa zehn Minuten lockerem Warmlaufen zweigt der gerade Weg abermals nach links ab und ich folge der gelben Beschilderung zum Hochkalter, welche mit sechs einhalb Stunden versehen ist. Solcher Weg ist durch eine schwarze Markierung beschildert und führt durch das Ofental – durch das bei der Hochkalterüberschreitung üblicherweise abgestiegen wird. Ich jedoch möchte durch das Ofental zum Hochkalter aufsteigen und erhoffe mir dadurch mehr Einsamkeit beim Hinaufschreiten des Berges.

Häufig begangen ist der Weg auf den Hochkalter über die Blaueishütte und einen markanten Grad, welcher mit Hilfe einiger Kletterpassagen im ,,einfachen“ Schwierigkeitsgrad zum Gipfel führt. Solche Tour, so der Austausch mit anderen BergsteigerInnen, sei technisch anspruchsvoller und erlebnisreicher als der Weg über das Ofental.

Blick hinunter zur Blaueishütte; von dort führt der ,,Normalweg“ hinauf zum Hochkalter

Weiter auf den, mir unbekannten Pfaden, geht es nun bergaufwärts – jedoch noch immer recht flach durch ein längeres Waldstück leitend. Nach etwa zwanzig Minuten verändert sich der breite Waldweg zu einem schmalen Wiesenweg, der letztlich in einem steinigen Steig mündet. Die Beschaffenheit des Weges erinnert zeitweise an die Ausläufer einer Endmoräne, da viele gröbere Steine den Trail bestücken.

Vor mir erstreckt sich nun ein langes, steiniges Kar: Das Ofental. Da sich die Sonne noch hinter dem Massiv des Ofentalhörndls versteckt, bietet das Kar viel Schatten auf meinem Aufstieg zum Hochkalter. Die, nun kleiner werdenden Steine fühlen sich beim Laufen wie Sand an – was das Laufen fortan mühsam und kräftezerrend gestaltet. Durch die Verwendung von Stöcken kann ich mich jedoch ausreichend auf dem Untergrund abstützen und meine Geschwindigkeit beibehalten.

Das Ofental

Wie erwartet folgt mir niemand auf dem, meinerseits gewählten Weg und auch im Abstieg befindet sich bislang keine Menschenseele. Eine für mich optimale, ruhespendende Atmosphäre. Da ich als Sozialpädagogin arbeite habe ich tagtäglich mit vielen Menschen zutun – beim Laufen in den Bergen sehne ich mich dann nach einem Pendant: Einsamkeit.weiterlesen

Ein Paradies auf Erden: Der Königssee in Bildern

 von Sarah
Die Bootswerften Königssee am Morgen

Die Bootswerften Königssee am Morgen

Mit einem Umfang von 20 Kilometern und einer Fläche von 5,22 km² ist er nicht der größte, jedoch definitiv einer der schönsten Seen Deutschlands: Der Königssee.

Ganz verschwommen existierten in meinem Kopf die Bilder eines Sees, dessen Ufer am Seegelände bereits in Kindheitstagen große Wirkung auf mich erzielte. Als ich im Jahre 2015 nach Schönau reiste um die Beendigung meines Studiums zu zelebrieren, wurden die surrealen Kindheitsimpressionen aufgefrischt und um neue, tiefgehende Gefühle erweitert: Meine Zugeneigtheit zum Königssee.

Ummantelt von hohen und steilen Felswänden liegt er da, am Fuße des Watzmannes und inmitten des Nationalpark Berchtesgaden. Sein Wasser ist aufgrund von, im Wasser aufgelöstem Kalkgestein grün, bzw. türkisfarbend und mit einer maximalen Tiefe von 190 Metern ist er der tiefste See Deutschlands.

Auf dem Königssee: Mittig zu sehen die Schönfeldspitze

Auf dem Königssee: Mittig zu sehen die Schönfeldspitze

Der Ursprung des Sees liegt historisch gesehen weit zurück – ein Exkurs in die letzte Eiszeit ist von Nöten um die Entstehung festhalten zu können. Gebildet aus einem Gletscher des Steinernen Meeres und einer damals bestehenden Endmorände im Ort Schönau ergab sich die Bildung des heutigen Königssees – der seinen Namen vermutlich dank des Vornamens ,,Kuno“ trägt. Solchen trugen im Zuge der Fürstprobstei Berchtesgaden einige bedeutende Persönlichkeiten.weiterlesen

Der Weg zurück zum Hundstodgatterl; links zu sehen der Hundstod

Das Berchtesgadener Land zieht jährlich tausende von TouristInnen aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands sowie dem Ausland an. Die atemberaubende Vielfalt sowie die Kombination aus Bergen, Seen, Almen und geschützter Natur bietet auch den Einheimischen die attraktive Möglichkeit, den Urlaub in ,,der Heimat“ zu verbringen.

So gestaltete auch ich meinen Urlaub mit etlichen, lang ersehnten Trailrunningtouren im Raum Berchtesgaden. Eine davon sollte der Einblick in das Steinerne Meer mit Besuch des Ingolstädter Hauses bilden.

Nach frühem Aufbrechen eines heißen Samstages liefen mein Partner und ich von der Wimbachbrücke in Ramsau los. Vorbei an der Wimbachklamm ging es zunächst in Richtung Wimbachschloss – welches durch ein moderates Lauftempo nach dreizig Minuten erreicht werden konnte.

Die Sicht war bereits so klar, dass wir während des ,,Warmlaufens“ die uns umliegenden Berge bestaunen konnten. Das Wimbachtal löst mit seiner bloßen Existenz immer wieder Faszination auf mich aus: So fühlt man sich im Hochsommer teilweise wie im death valley. Rechts das Watzmann- ; links von uns das Hochkaltermassiv. Vor uns liegend der Loferer Seilergraben. Die Wegbeschaffenheit: Steinig. Optimale Voraussetzungen für einen landschaftlich hochkarätigen Trailrun!

Nach circa einer Stunde erreichen wir die Wimbachgrieshütte – wo wir bereits unsere Trinkbehältnisse auffüllen. Früh morgens stoßen wir hier auf Übernachtungsgäste, die sich mit einem Frühstücksbuffet für ihren weiteren Auf- bzw. Abstieg auf der Terrasse stärken. Es herrscht eine ruhige, dennoch ausgelassene Stimmung und die, teils verschlafenen Gesichter erwecken durch den nun einsetzenden Sonneneinbruch im Gries zu neuer Frische.

Nach kurzer Pause laufen wir weiter in Richtung Trischübelpass. Der Weg wird nun vertikaler und so müssen wir auch unsere Schnelligkeit an die Gegebenheiten des Weges anpassen. Unterhalb des Passes genießen wir den weitläufigen Einblick ins Wimbachgries. Ein Schmankerl für jeden Naturliebhaber!

Blick ins Wimbachtal

Beim Trischübel angekommen entdecken wir die ersten Gämse, die bereits munter durch die Natur streifen und sich von uns scheinbar so gar nicht beirren lassen wollen. Interessiert sehen sie uns an und entscheiden sich letztlich, einen anderen Weg einzuschlagen.weiterlesen

Zum ersten mal in dieser Saison bin ich jeweils beide Wettkämpfe mitgelaufen und mehr als positiv überrascht worden.

Als ich vor knapp anderthalb Jahren mit dem Berglauf bzw. trailrunning begann, gaben mir Forstwege stets große Sicherheit und durch ihre technisch eher geringe Schwierigkeit zudem eine adäquate Übungsoption, um Berge erlaufen zu können. Gerade bergab fühlte ich mich auf einer Forstraße – im Vergleich zu verwurzelten, steinigen Trails – aufgehobener. Insbesondere das Gebiet um den Jenner bot mir mit seinen vielen Forstwegen ein optimales Übungsterrain.

Mit der Zeit wuchs meine Erfahrung im Berglaufsektor und die anfangs so innig geliebten Forstwege wurden schnell eintönig und langweilig. Fokus meines Interesses wurden schwierigere, nasse, steinige und von Wurzeln übersähte Wege, die jegliche Aufmerksamkeit meinerseits erforderten.

Mit diesem Hintergrund und dem Wissen, dass der Stoisseralm– wie auch der Kampenwandlauf prozentual viel Forstweg beinhalten würde, ging ich etwas voreingenommen in beide Wettkämpfe hinein. ,,Landschaftlich wird mir das vermutlich nicht viel geben“ dachte ich – nicht nur einmal. Dennoch wollte ich es mir mal wieder beweisen und mich auf der Stoisseralmstrecke ( 7 Kilometer und 650 Höhenmeter) sowie der kurzen aber steilen Kampenwanddistanz (6 Kilometer und 850 Höhenmeter) beweisen.weiterlesen

Auf einsamen Pfaden: Der Steinberg

 von Sarah

Bischofswiesen, 05:50 Uhr – der Wecker klingelt. Obwohl der Wetterbericht kein typisches Sommer-Sonnen-Wetter vorhersagte und auch der Blick aus dem Fenster von einer durchgezogenen Quellwolkenschicht getrübt ist, mache ich mich auf den Weg nach Ramsau. Das Ziel stellt heute der Steinberg im Hochkaltergebirge dar. Da ich bislang selten von solcher Tour gelesen oder gehört habe, möchte ich mich nun selbst kundig machen, was es mit diesem Steinberg auf sich hat.

Ich starte am Parkplatz Hintersee – Seeklause, wo ich auch gleich eine gelbe Beschilderung des Steinbergs ersichten kann. Da dieser mit schwarzer Markierung versehen ist, bin ich schon gespannt was mich erwarten wird.

Zunächst laufe ich (wie so oft) eine Zeit lang auf einer Forststraße hinauf auf bekannten Wegen. Die Forststraße ist breit ausgebaut und bietet auch MountainbikerInnen die Option, eine Teilstrecke mit dem Fahrrad zurücklegen zu können.

Aufgrund meines frühen Aufbrechens befinde ich mich allein auf den, mich umliegenden Pfaden in Richtung Schärtenalm. Diese erreiche ich nach vierzig Minuten um von dort aus weiter zur Blauseishütte zu laufen. Nach weiteren zehn Minuten und dem Passieren einer Holzbrücke erreiche ich den linksgerichteten Einstieg zur Blaueishütte, welcher ebenfalls markiert ist. Von nun an verändert sich auch die Beschaffenheit des Weges von einer Forststraße hin zu einem verwurzelten, steinigen und treppenlastigen Steig. Da es in der Nacht ausgiebig geregnet hat, sind die Steine und Wurzeln feucht – Vorsicht! Insbesondere im Hochkaltergebirge verwandelt sich der Untergrund wegen seiner Vielfalt von Wurzeln, Erde und Schotter gerne einmal zu einer ungewollten Rutschpartie. Als ich die Blaueishütte erreiche, informiert mich eine weitere Beschilderung über die verbleibende Zeit der Steinberg-Route. Da solche Zeitangaben aufgrund von Durchschnittswerten im Bergauf- sowie abgehen erstellt werden, halbiere ich auch heute wieder solche Information um einschätzen zu können, wie viel Zeit ich noch zum Erreichen des Gipfels benötigen werde. In knapp fünfundvierzig Minuten müsste ich also am Gipfel stehen – mal sehen!

Der Weg bleibt weiterhin anspruchsvoll und konzentrationswürdig. Nun entdecke ich auch einige KletterInnen, die sich auf ihren Weg machen. Viele Klettergruppen oder auch BergwachtanwärterInnern nutzen immer wieder die natürlichen Optionen im Kaltergebiet um ihrer Passion nachzugehen und/ oder zu trainieren. Hinauf zum Steinberg folgt mir jedoch niemand. Felsplatten und ein schotterbehafteter Pfad liegen nun vor mir. Da die Temperatur mittlerweile gestiegen ist, bin ich froh über mein frühes Starten der Tour. Auch spendet mir die Umgebung durch hohe Felswände ausreichend Schatten vor der, etwas zurückhaltenden Sonne. Im Hochsommer eine optimale Lösung für Hochtouren, die nicht von der Sonne beherrscht werden.

Ich geniesse beim Herauflaufen den Ausblick, der sich mir bietet: Unter mir die Blaueishütte – noch weiter unten der Hintersee. Über mir ragt die Schärtenspitze hervor; als ich mich umdrehe erstreckt sich das dominante Hochkaltermassiv in meinem Blickfeld. Vor meinen Augen erblicke ich bereits den Steinberg.

Blaueishütte und Hintersee

Blick zum Hochkaltermassivweiterlesen