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Berchtesgadener Land Blog

Schlagwort: Brauchtum

Sepp Wurm

Heiliges Grab in Kleinrückstetten

 von Sepp
die Kapelle in Kleinrückstetten, Pfarrei Teisendorf, Berchtesgadener Land, Oberbayern

Kapelle zwischen den Linden

Ein Kleinod der Volksfrömmigkeit: In Kleinrückstetten / Teisendorf lädt am Karfreitag und Karsamstag die Kapelle zwischen den Linden zur Anbetung Jesu im Grab ein. Alle zwei Jahre an den Kartagen der ungeraden Jahre tauschen die Bauersleute der Bauernhöfe in Kleinrückstetten die „Armen Seelen“ in der Nische des Altartisches mit dem Grab Jesu aus.weiterlesen »

Sepp Wurm

Die letzte Rauhnacht

 von Sepp
Zwischen den Jahren: Winter auf Kühroint

Zwischen den Jahren: Winter auf Kühroint

Zwischen den Jahren

Die Nacht vom 5. Zum 6. Januar ist die letzte Rauhnacht. Diese Nächte um den Jahreswechsel werden regional unterschiedlich interpretiert, üblicherweise ist die Thomasnacht bzw. die Wintersonnwende – also die längste Nacht des Jahres – vom 21. zum 22. Dezember die erste Rauhnacht. Die letzte ist traditionell die Nacht vor dem Dreikönigstag am 6. Januar. Im Brauchtum des Berchtesgadener Landes sind die Rauhnächte, wie im gesamten altbayerischen Raum, tief verwurzelt. Mit dem Beten des Rosenkranzes sowie des Abbrennens von Weihrauch sollen die bösen Geister, die zwischen den Jahren besonders aktiv sind, ausgetrieben werde. Auch der Lärm der Weihnachtsschützen dient ja diesem Zweck.

Weihnachtsschützen

Weihnachtsschützen

Das Beten und Ausräuchern der Wohnräume und vor allem auch des Vieh-Stalls hat sich besonders in den bäuerlich geprägten Dörfern Bayerns bis heute erhalten und zeugt von einer tiefen Volksfrömmigkeit. Im Berchtesgadener Land wird heutzutage überwiegend nur noch an drei Rauhnächten geräuchert:weiterlesen »

Sepp Wurm

Almabtrieb von der Wasserfallalm

 von Sepp

Senner Markus Nitzinger

Bereits zum dritten Mal verbrachte der heute 22-jährige Markus Nitzinger vom Stoißberg (Gmd. Anger) einen Almsommer auf der Wasserfallalm und der Königsbergalm als Senner der Familie Stanggassinger vom Obersulzberglehen aus der Schönau. Mit Leib und Seele kümmerte sich der gelernte Bäcker den Sommer über um seine Tiere zuerst ab 24. Mai für fünf Wochen auf die Wasserfallalm (Niederalm, 1250 m), dann ging es für 2 Monate hinauf auf die Königsbergalm (Hochalm, 1600 m) und später bis zum Almabtrieb in den heimischen Hof wieder nochmal für 5 Wochen zurück auf die Wasserfallalm. „Ein Senner wie Markus, das ist ein Glücksfall“, schwärmt Franz, der mit seiner Frau Sylvia und den Töchtern Lena und Lisa den heimatlichen Hof  – das Obersulzberglehen – bewirtschaftet. „Er kümmert sich beispielhaft um das Vieh, hat eine gute Hand bei der Herstellung von Butter und Käse und liebt die Gesellschaft von Freunden und vorbeikommenden Wanderern – beste Voraussetzungen für ein Leben auf der Alm.“

Fuikln für den Almabtrieb

Schon Wochen vor den Almabtrieb begann der Senner und die ganze Familie die Fuikln mit den kunstvollen Röschen aus gefärbten Holzspänen zu schmücken und banden die Bauchriemen für die Kühe. Aufkranzen darf man nur, wenn der Almsommer unfallfrei auf der Alm und auf dem heimischen Hof verlief,  kein Tier zu Tode kam oder gar in der Familie ein Todesfall zu beklagen war.

 

Almabtrieb von der Wasserfallalm hinunter in die Schönau

Unter dem eindrucksvollen Geläut der großen Kuhglocken verließ dann das Vieh mit dem Senner und den Treibern die Alm und kam nach einem flotten, mehr als  zweistündigen Marsch auf dem heimatlichen Hof an. „Bestimmt nicht das letzte Mal verbrachte ich den Sommer als Senner auf der Alm“. In diese Worte legt Markus seine ganze Liebe zu dieser Arbeit.

 

Text und Bild © RoHa-Fotothek Fürmann, Teisendorf

Sepp Wurm

TV-Tipp: Reichnis der Bergknappen

 von Sepp

BR Abendschau am Freitag, den 6. Juni

Am kommenden Freitag, den 6. Juni, bringt das Bayerische Fernsehen in der Abendschau zwischen 17:30 Uhr und 18:45 Uhr einen drei-minütigen Beitrag aus Berchtesgaden. Ein Kamerateam begleitet den Pionier des Salzbergwerks Berchtesgaden Franz Kurz zum Reichnis.

Bergknappe Franz Kurz in der Tracht

Bergknappe Franz Kurz in der Tracht

Gezeigt wird der Arbeitsplatz des Bergmanns, das Salzbergwerk Berchtesgaden. Dort erhält der Knappe das Reichnis: Ein Kilo Rindfleisch sowie ein Kilo geselchtes (geräuchertes) Schweinefleisch als Anerkennung der Arbeit eines Jahres! Über den Weg an der ehemaligen Soleleitung entlang geht Franz Kurz nach der Arbeit heim nach Maria Gern ins Cafè Etzerschlössl.

Reichnis: Je ein Kilo Rindfleisch und geselchtes Schweinefleisch

Reichnis: Je ein Kilo Rindfleisch und geselchtes Schweinefleisch

Im Cafè Etzerschlössl spielt dann die Gerer Klarinettenmusi mit Franz Kurz zur Feier des Tages einen Boarischen auf!

Gerer Klarinetten Musi

Gerer Klarinetten Musi

Fest der Bergknappen an Pfingsten

Der Termin kurz vor Pfingsten ist alles andere als ein Zufall: Immerhin ist Pfingsten ein besonderer Feiertag für die Knappen des Salzbergwerkes Berchtesgaden. Am Pfingstsonntag wird das Bergfest mit einem Konzert der Knappschaftskapelle am Schlossplatz und einem Festzug durch den Markt Berchtesgaden eingeläutet. weiterlesen »

Sepp Wurm

Blasmusik-Konzert in Saaldorf-Surheim

 von Sepp

Der Rupertiwinkel sucht den Volksmusik Superstar

Volksmusik, Brauchtum und Traditionen nehmen im Rupertiwinkel, dem nördlichen teil des Berchtesgadener Landes eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben ein. Ein unverzichtbarer Bestandteil ist dabei auch immer die Volksmusik, speziell die Blasmusik, die mit ihrem voluminösen Klang und ihrer natürlichen Lautstärke die perfekte Begleitung für große Feierlichkeiten ist.

 

 

Wertungsspiel am 27. April 2014, Beginn um 12 Uhr

Am 27. April findet in Saaldorf-Surheim ein Wertungsspiel des Bezirksverband Chiem – Rupertigau in den Kategorien Konzertwertung, Traditionelle Wertung und Kritikspiel statt. In verschiedenen Wertungsstufen treten mehr als 10 Blasmusik-Kapellen an. In einer offenen Wertung wird jede Kapelle von einer fünfköpfigen Fachjury bewertet. Der Zuhörer kann die Berwertung gleich nach dem Vortrag der einzelnen Kapellen mitverfolgen.

Wertungsspiel Blasmusikkonzert

Wertungsspiel in Saaldlorf Surheim

Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Der Bezirksverband Chiem – Rupertigau und die Musikkapelle Surheim freuen sich auf Euer Kommen. Der Eintritt ist frei!

 

Veranstaltungsort ist die Turnhalle Surheim, Schulstraße 12, 83416 Saaldorf-Surheim!

Sepp Wurm

Palmsonntag in Berchtesgaden

 von Sepp

Der Palmsonntag bringt erste Farbtupfer

In den Wochen vor Ostern finden im Berchtesgadener Land umfangreiche Vorbereitungen in den Familien und auf den Bauernhöfen statt. Die Väter schneiden Weidenäste, sammeln Zweige und binden die “Palmbuschen“, die im Gedenken an den Einzug Jesu in Jerusalem, noch heute am Palmsonntag gesegnet werden.

Palmsonntag im Berchtesgadener Land

Palmtragerbuam am Palmsonntag

Die Mütter und größeren Kinder basteln den Palmschmuck aus gefärbten Hobelspänen – den so genannten “Gschabertbandln“. Kunstvoll sieht er aus der bunte Schmuck aus zwei- und dreifarbiger Ziehamusi (Ziehharmonikas), mit Kugeln – den so genannten “Ohrein“, den “Rollein” und losen Bandln. So nennt man den handgemachten, individuellen Holzschmuck rund um Berchtesgaden.weiterlesen »

Sepp Wurm

Frühlingssingen in Berchtesgaden

 von Sepp

Der warme Wind vertreibt an Schnee…

Das Frühlingssingen im Kongresshaus Berchtesgaden ist mittlerweile ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Berchtesgadener Frühjahr.

Stoaberg Sängerinnen

Stoaberg Sängerinnen

Am kommenden Samstag, dem 15. März ist es wieder soweit: Musikanten und Sängergruppen aus Bayern und Österreich vertreiben die letzten Reste des Winters und feiern den Frühling.

 

Mitwirkenden Volksmusikanten

Ab 19:30 Uhr führt Sprecher Siegi Götz durch den Abend. Den musikalischen Teil der Veranstaltung bestreiten heuer:

 

  • Wiesbacher Musikanten, Ainring und Salzburger Land
  • Klausbachmusi, Berchtesgaden
  • Vogl-Anger Familienmusi, Berchtesgaden
  • Tannkoppenmusi, Pongau,
  • Innergebirg Viergsang, Pongau
  • Rainbacher Dreigsang, Rainbach im Mühlkreis
  • Stoaberg Sängerinnen, Berchtesgaden

 

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Sepp Wurm

Rupertigau-Preisschnalzen

 von Sepp

Aperschnalzer vertreiben Finsternis und Kälte

Das Aperschnalzen ist im Alpenvorland ein uralter, vorchristlicher Brauch. Über seine Entstehung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die geläufigste ist, dass es um das Winteraustreiben gehe. Durch Lärm sollen die bösen Mächte der Finsternis und Kälte vertrieben werden. Manche Bauern wiederum glauben an einen Fruchtbarkeitsbrauch. Durch lautes Peitschenknallen soll die unter tiefer Schneedecke schlummernde Saat zu neuem Leben erweckt werden. Einer dritten Deutung zufolge soll das Schnalzen ein Verständigungsmittel während der Pestzeit gewesen sein, was aber ebenfalls nicht belegt ist.

Aperschnalzen im Berchtesgadener Land

Aperschnalzen im Rupertiwinkel

Goaßl-Schnalzer im Rupertiwinkel

Geschnalzt wird mit der so genannten “Goaßl“. Sie besteht aus einem Holzstiel und einem Hanfseil, das sich nach außen zu verjüngt und mit schwarzem Pech eingelassen wird. Vor dem Krieg waren sie fast doppelt so lang. Am Ende der Goaßl wird ein Bast befestigt. Durch schnelle Richtungsänderung entsteht der Knall. Geschnalzt wird in kleinen Gruppen, die man Passen nennt. Eine Schnalzerpasse besteht meist aus neun Mann (immer eine ungerade Zahl), die zwei Durchgänge schnalzen. Meist ist der kleinste Mann jeder Passe der so genannte “Aufdreher”. Er leitet das Schnalzen ein mit einem Ruf wie: “aufdrahd, oani, zwoa, drei, dahin geht’s”. Daraufhin schnalzen nacheinander alle neun Mann. Als letzter wird der kräftigste Bursche zum Draufschnalzen eingeteilt. Pro Durchgang schnalzt jeder Mann neun- oder elfmal.weiterlesen »

Sepp Wurm

Das Arschpfeifenrössl

 von Sepp

Dekoration beim Berchtesgadener Advent

Als Erkennungszeichen des Berchtesgadener Advents dient auch heuer wieder das Arschpfeifenrössl, das in seiner größten, allerdings nicht käuflich erwerbaren Ausführung als Dekoration des Adventsmarktes über 2 Meter groß ist, normalerweise aber lediglich auf etwa 15 Zentimeter Höhe über Reiter misst.

Arschpfeifenrössl

Arschpfeifenrössl

Arschpfeifenrössl – Eine sprachliche Derbheit?

Auch wenn die Süddeutsche Zeitung uns Berchtesgadenern eine sprachliche Derbheit bei der Namensgebung  attestiert, ist die Bezeichnung  Arschpfeifenrössl bei genauerer Betrachtung höchst pragmatisch gewählt. Das Arschpfeifenrössl ist nämlich nicht nur echter Berchtesgadener Christbaumschmuck, sondern auch beliebtes Souvenir für Touristen. Diese schätzen den – im Berchtesgadener Dialekt „Oaschpfeifnrössl“ ausgesprochenen – Namen des kleinen Werkstücks sehr, vermittelt er doch wunderbar eine Ursprünglichkeit und Direktheit, die in unser heutigen sprachlich manchmal überkorrekten Welt überaus selten geworden ist. Dazu sind dies auch zwei Eigenschaften, die dem Berchtesgadener an Sich gerne nachgesagt werden!

Arschpfeifenrössl

Arschpfeifenrössl | Berchtesgadener Christbaumschmuck

Gott sei Dank sind die Erfinder des kleinen hölzernen Spielzeugpferdes mit dem musikalischen Hinterteil nicht der Versuchung erlegen, das Arschpfeifenrössl in die Standardvarietät zu zwängen! Oder wollt Ihr Euch ein Popo-Flöten-Pferd an den Christbaum hängen? Oder einen Hintern-Klarinetten-Gaul? Ich jedenfalls nicht, nein Danke!

 

Euer Sepp BGLT

Anmerkung: Dieser Text erschien letztes Jahr bereits in ähnlicher Form.

Sepp Wurm

Vorweihnachtliches Brauchtum

 von Sepp

Buttnmanndl und Weihnachtsschützen

Die Staade Zeit ist in Berchtesgaden manchmal gar nicht so “staad”, also leise. Die Buttnmanndl mit ihren Glocken begleiten am 5. und 6. Dezember lautstark den Nikolaus, in Maria Gern tun Sie das gar an Heilgabend!

Nikolaus und Buttnmanndl in Berchtesgaden

Nikolaus und Buttnmanndl in Berchtesgaden

Und auch der Brauch des Christkindlanschießens stört mit seinen lauten Salven aus den hangearbeiteten Böllern die nachmittägliche Adventsruhe an den letzten sieben Tagen vor Weihnachten.

Weihnachtsschützen Berchtesgaden am Lockstein

Weihnachtsschützen Berchtesgaden am Lockstein

Seit Jahrhunderten prägt dieses Brauchtum die Vorweihnachtszeit in Berchtesgaden.

 

Brauchtum im Advent im Berchtesgadener Land

In der morgigen Sendung von Hoagascht auf ServusTV widmet sich Moderatorin Christina Brunauer diesen speziellen Berchtesgadener Weihnachtsbräuchen. weiterlesen »