Brauchtum & Kultur
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21. März 2014 um 12:59 von Sepp BGLT

Der Palmsonntag bringt erste Farbtupfer

In den Wochen vor Ostern finden im Berchtesgadener Land umfangreiche Vorbereitungen in den Familien und auf den Bauernhöfen statt. Die Väter schneiden Weidenäste, sammeln Zweige und binden die “Palmbuschen“, die im Gedenken an den Einzug Jesu in Jerusalem, noch heute am Palmsonntag gesegnet werden.

Palmsonntag im Berchtesgadener Land

Palmtragerbuam am Palmsonntag

Die Mütter und größeren Kinder basteln den Palmschmuck aus gefärbten Hobelspänen – den so genannten “Gschabertbandln“. Kunstvoll sieht er aus der bunte Schmuck aus zwei- und dreifarbiger Ziehamusi (Ziehharmonikas), mit Kugeln – den so genannten “Ohrein“, den “Rollein” und losen Bandln. So nennt man den handgemachten, individuellen Holzschmuck rund um Berchtesgaden. (weiterlesen…)

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11. März 2014 um 14:33 von Sepp BGLT

Der warme Wind vertreibt an Schnee…

Das Frühlingssingen im Kongresshaus Berchtesgaden ist mittlerweile ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Berchtesgadener Frühjahr.

Stoaberg Sängerinnen

Stoaberg Sängerinnen

Am kommenden Samstag, dem 15. März ist es wieder soweit: Musikanten und Sängergruppen aus Bayern und Österreich vertreiben die letzten Reste des Winters und feiern den Frühling.

 

Mitwirkenden Volksmusikanten

Ab 19:30 Uhr führt Sprecher Siegi Götz durch den Abend. Den musikalischen Teil der Veranstaltung bestreiten heuer:

 

  • Wiesbacher Musikanten, Ainring und Salzburger Land
  • Klausbachmusi, Berchtesgaden
  • Vogl-Anger Familienmusi, Berchtesgaden
  • Tannkoppenmusi, Pongau,
  • Innergebirg Viergsang, Pongau
  • Rainbacher Dreigsang, Rainbach im Mühlkreis
  • Stoaberg Sängerinnen, Berchtesgaden

 

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21. Februar 2014 um 09:28 von Sepp BGLT

Aperschnalzer vertreiben Finsternis und Kälte

Das Aperschnalzen ist im Alpenvorland ein uralter, vorchristlicher Brauch. Über seine Entstehung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die geläufigste ist, dass es um das Winteraustreiben gehe. Durch Lärm sollen die bösen Mächte der Finsternis und Kälte vertrieben werden. Manche Bauern wiederum glauben an einen Fruchtbarkeitsbrauch. Durch lautes Peitschenknallen soll die unter tiefer Schneedecke schlummernde Saat zu neuem Leben erweckt werden. Einer dritten Deutung zufolge soll das Schnalzen ein Verständigungsmittel während der Pestzeit gewesen sein, was aber ebenfalls nicht belegt ist.

Aperschnalzen im Berchtesgadener Land

Aperschnalzen im Rupertiwinkel

Goaßl-Schnalzer im Rupertiwinkel

Geschnalzt wird mit der so genannten “Goaßl“. Sie besteht aus einem Holzstiel und einem Hanfseil, das sich nach außen zu verjüngt und mit schwarzem Pech eingelassen wird. Vor dem Krieg waren sie fast doppelt so lang. Am Ende der Goaßl wird ein Bast befestigt. Durch schnelle Richtungsänderung entsteht der Knall. Geschnalzt wird in kleinen Gruppen, die man Passen nennt. Eine Schnalzerpasse besteht meist aus neun Mann (immer eine ungerade Zahl), die zwei Durchgänge schnalzen. Meist ist der kleinste Mann jeder Passe der so genannte “Aufdreher”. Er leitet das Schnalzen ein mit einem Ruf wie: “aufdrahd, oani, zwoa, drei, dahin geht’s”. Daraufhin schnalzen nacheinander alle neun Mann. Als letzter wird der kräftigste Bursche zum Draufschnalzen eingeteilt. Pro Durchgang schnalzt jeder Mann neun- oder elfmal. (weiterlesen…)

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21. Dezember 2013 um 13:33 von Sepp BGLT

Dekoration beim Berchtesgadener Advent

Als Erkennungszeichen des Berchtesgadener Advents dient auch heuer wieder das Arschpfeifenrössl, das in seiner größten, allerdings nicht käuflich erwerbaren Ausführung als Dekoration des Adventsmarktes über 2 Meter groß ist, normalerweise aber lediglich auf etwa 15 Zentimeter Höhe über Reiter misst.

Arschpfeifenrössl

Arschpfeifenrössl

Arschpfeifenrössl – Eine sprachliche Derbheit?

Auch wenn die Süddeutsche Zeitung uns Berchtesgadenern eine sprachliche Derbheit bei der Namensgebung  attestiert, ist die Bezeichnung  Arschpfeifenrössl bei genauerer Betrachtung höchst pragmatisch gewählt. Das Arschpfeifenrössl ist nämlich nicht nur echter Berchtesgadener Christbaumschmuck, sondern auch beliebtes Souvenir für Touristen. Diese schätzen den – im Berchtesgadener Dialekt „Oaschpfeifnrössl“ ausgesprochenen – Namen des kleinen Werkstücks sehr, vermittelt er doch wunderbar eine Ursprünglichkeit und Direktheit, die in unser heutigen sprachlich manchmal überkorrekten Welt überaus selten geworden ist. Dazu sind dies auch zwei Eigenschaften, die dem Berchtesgadener an Sich gerne nachgesagt werden!

Arschpfeifenrössl

Arschpfeifenrössl | Berchtesgadener Christbaumschmuck

Gott sei Dank sind die Erfinder des kleinen hölzernen Spielzeugpferdes mit dem musikalischen Hinterteil nicht der Versuchung erlegen, das Arschpfeifenrössl in die Standardvarietät zu zwängen! Oder wollt Ihr Euch ein Popo-Flöten-Pferd an den Christbaum hängen? Oder einen Hintern-Klarinetten-Gaul? Ich jedenfalls nicht, nein Danke!

 

Euer Sepp BGLT

Anmerkung: Dieser Text erschien letztes Jahr bereits in ähnlicher Form.

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19. Dezember 2013 um 13:30 von Sepp BGLT

Buttnmanndl und Weihnachtsschützen

Die Staade Zeit ist in Berchtesgaden manchmal gar nicht so “staad”, also leise. Die Buttnmanndl mit ihren Glocken begleiten am 5. und 6. Dezember lautstark den Nikolaus, in Maria Gern tun Sie das gar an Heilgabend!

Nikolaus und Buttnmanndl in Berchtesgaden

Nikolaus und Buttnmanndl in Berchtesgaden

Und auch der Brauch des Christkindlanschießens stört mit seinen lauten Salven aus den hangearbeiteten Böllern die nachmittägliche Adventsruhe an den letzten sieben Tagen vor Weihnachten.

Weihnachtsschützen Berchtesgaden am Lockstein

Weihnachtsschützen Berchtesgaden am Lockstein

Seit Jahrhunderten prägt dieses Brauchtum die Vorweihnachtszeit in Berchtesgaden.

 

Brauchtum im Advent im Berchtesgadener Land

In der morgigen Sendung von Hoagascht auf ServusTV widmet sich Moderatorin Christina Brunauer diesen speziellen Berchtesgadener Weihnachtsbräuchen. (weiterlesen…)

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13. Dezember 2013 um 10:08 von Ursula BGLT

Manch eine/e unter uns freut sich auch in der Vorweihnachtszeit auf ein frisches Bier.

 

Natürlich muss es etwas Besonderes sein, etwas, auf das man sich ähnlich wie auf Lebkuchen, Plätzchen und eben Glühwein das ganze Jahr freut. Wir Berchtesgadener vertrauen voll auf unser Hofbrauhaus. Pünktlich zum Advent wurde wieder geliefert: Festbier und Böckei.

 

 

"zum Nachtrunk anregend" - Berchtesgadener Bier

"zum Nachtrunk anregend" - Berchtesgadener Bier

 

„Süffig, elegant und frisch“ beschreibt die Brauerei das Festbier. Stimmt. Nach dem „goldenen“ Sommer freue ich mich auf die Abwechslung und die Mischung verschiedener Malze und schließe mich bei diversen Champions-League-Abenden meinem Mann beim Anstoßen an. Draußen beim Eisstockschießen greife ich persönlich lieber zum Böckei. Ein goldfarbenes Starkbier im frauenhandfreundlichen schmalen Flascherl. Bei 6,7 Vol. %. und eine Stammwürze von 16,3 % bin ich froh, dass unsere Eistockbahn direkt vor der Haustür liegt und ich unbekümmert nachgeben kann, wenn mich das Böckei nachdrücklich „zum Nachtrunk anregt“.

 

Übrigens: Sicher brauen auch die beiden anderen Brauereien im Berchtesgadener Land, Wieninger in Teisendorf und der Reichenhaller Bürgerbräu, zur Weihnachtszeit an gutes Bier. Da ich in manchen Lebensbereichen furchtbar „eignaht“ und stolz bin, kenn ich mich da nicht so gut aus,  bin aber gespannt auf Eure Kommentare mit entsprechenden Tipps.

 

Und dann können wir gerne mal zusammen anstoßen!

 

Lass ma‘s uns schmecken, Ursula, BGLT

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21. November 2013 um 17:44 von Christoph

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “mein schönes Land” gibt es einen schönen Artikel über Weihnachten und den Winter im Berchtesgadener Land.

mein schönes Land Winter im Berchtesgadener Land

Der Artikel ist reich bebildert.

Die typischen Traditionen und das alte Brauchtum an Weihnachten werden ausführlich beschrieben.

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4. November 2013 um 14:44 von Sepp BGLT

Autorenlesung mit bayerischer Musik im Haus der Berge

Die Wintervortragsreihe des Nationalparks Berchtesgaden feiert Premiere: Zum ersten Mal finden die Veranstaltungen im neuen Nationalparkzentrum Haus der Berge in Berchtesgaden statt. Ebenfalls neu: Der Eintritt ist frei! Den Auftakt macht der ehemalige stellvertretende Fernsehdirektor und Kulturchef des Bayerischen Rundfunks, Dr. Walter Flemmer. Der gebürtige Münchener liest am Freitag, 8. November, um 19:00 Uhr mit musikalischer Begleitung durch die “Hammerauer Musikanten” aus seinem Buch „In Bayern daheim“.

Erzählungen aus dem Berchtesgadener Land und dem Chiemgau mit musikalischer Begleitung durch die „Hammerauer Musikanten“

Erzählungen aus dem Berchtesgadener Land und dem Chiemgau mit musikalischer Begleitung durch die „Hammerauer Musikanten“

Dr. Walter Flemmer ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Bayerischen Verdienstordens sowie Gründungsmitglied des Vereins der Freunde des Nationalparks Berchtesgaden e.V. Der 77-jährige studierte Germanist und Philosoph hat bereits 16 Sachbücher veröffentlicht, darunter das 2010 erschienene Buch „In Bayern daheim“.

 

Eintritt frei

Aus diesem Werk liest der Autor am 8. November zum Auftakt der Winter-Vortragsreihe im „Haus der Berge, Hanielstraße 7 in Berchtesgaden. Die Lesung beginnt um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei. Die „Hammerauer Musikanten“ unter der Leitung von Hansl Auer begleiten die Erzählungen aus dem Chiemgau und dem Berchtesgadener Land musikalisch.

 

Pressemitteilung Nationalpark Berchtesgaden

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14. September 2013 um 18:00 von Sepp BGLT

Echte Volksmusik und alte Bräuche

Alte Bräuche werden gepflegt im Berchtesgadener Land, die Traditionen werden hochgehalten und eine besonders schöne Volksmusik wird hier gespielt: In den Rauhnächten räuchert man die Höfe aus, um böse Geister zu verscheuchen, das neue Jahr wird hoch auf dem Berg von Böllerschützen begrüßt

Weihnachtsschützen in Berchtesgaden

Weihnachtsschützen in Berchtesgaden

und der Winter mit lautem “Goaßlschnalzen vertrieben. In der Berchtesgadener Schnitzschule wird die alte Handwerkskunst an kommende Generationen weitergegeben, aber auch der Spagat zur modernen Kunst versucht. Dagegen kommt die einst weit verbreitete Berchtesgadener War, zu der feinbemalte Spanschachteln und hölzerne Spielzeugfiguren gehörten, nur noch aus der Museumswerkstatt. Handgefertigte Lederhosen sind dagegen noch längst nicht museumsreif, wobei die Kunden keineswegs nur Touristen sind.

Der Lederhosenmacher bei der Arbeit

Der Lederhosenmacher bei der Arbeit

Vor allem Einheimische, die  zum Kirchgang und an Festtagen noch regelmäßig Lederhose tragen, bilden die Kundschaft der Berchtesgadener Lederhosenmacher  – unter Ihnen auch der berühmte Hackl Schorsch, der in dieser Gegend daheim ist.

 

BR-Alpha sendet Volsmusiksendung

BR Alpha sendet am Sonntag, den 15. September um 14:15 Uhr die Sendung “Bei uns dahoam – Aus dem Berchtesgadener Land“, die erstmals bereits im Jahr 2000 ausgestrahlt wurde. Volksmusikkenner werden viele der Mitwirkenden erkennen:

  • Almhäuslmusi
  • Königsseer Gitarren- und Fleitelmusi
  • Locksteinmusi
  • Ramsauer Dreigesang
  • Ramsauer Weisenbläser
  • Wimhäusl Dirndl.
Almhäuslmusi auf BR Alpha

Almhäuslmusi auf BR Alpha

Liebhaber echter Volksmusik schalten am Sonntag Nachmittag BR Alpha ein!

 

Euer Sepp BGLT

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12. September 2013 um 10:29 von Sepp BGLT

Kallbrunner Bauern treiben am Samstag das Vieh ins Tal

Der Sommer ist zu Ende. Die Tage werden kürzer und kühler, auf den Gipfeln ist schon der erste Schnee zu sehen und auf den Almen geht das Futter langsam zur Neige. So auch auf der Kallbrunnalm, der größten und viehreichsten Alm im Berchtesgadener Land.

Die Kallbrunnalm

Die Kallbrunnalm

Über 300 Kühe und Jungtiere verbringen den Sommer auf der Kallbrunnalm, einer bayerischen Enklave auf österreichischem Boden. Die ersten der 30 Bauern haben die Alm bereits Richtung Tal verlassen, doch der Großteil der Almleute bringt das Vieh am kommenden Samstag, den 14. September zurück zu den Bauernhöfen im Tal. Die enorme Distanz zwischen Alm und Hof erfordert einen stundenlangen Fußmarsch des Viehs und ihrer Treiber, den sich einige Bauern ersparen und mit LKWs, Traktoren und Viehanhängern die Kühe heimbringen. Einige jedoch treiben ihr Vieh noch traditionell ins Tal.

 

Fuikln und Latschenboschn – Geschmückter Almabtrieb

Die Bauern vom Mayeringerlehen, vom Semleitlen, vom Kaltbach und vom Simonhof werden zwischen 11 Uhr und 13 Uhr am Hintersee und eintreffen und dann nach Hause weitergehen. Bis auf die Herde vom Kaltbachlehen werden die Tiere geschmückt sein.

Almabtrieb vor Ramsauer Kirche

Almabtrieb vor Ramsauer Kirche

In aufwändiger Handarbeit haben die Sennerinnen und Almleute seit dem 24. August, dem Bartholomäus-Tag, Sterne und Rosen aus gehobelten und eingefärbten Holzspänen gebunden und daraus Fuikln und Latschenboschen gamcht, die die Kühe stolz ins Tal tragen werden.

Fuikln und Boschn - Der Kopfschmuck der Tiere beim Almabtrieb

Fuikln und Boschn - Der Kopfschmuck der Tiere beim Almabtrieb

Geschmückt werden die Tiere beim Almabtrieb übrigens nur, wenn während des Almsommers kein Unglück geschehen ist. Hier findet Ihre die weiteren Termine der Almabtriebe, unter anderem über den Königssee!

 

Seht`s Euch an, Euer Sepp BGLT

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