Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Buttenmandl
Lisa-Graf-Riemann

Die Schellenberger Buttenmandl

 von Lisa

 

Am 5. und 6. Dezember laufen sie wieder, die Schellenberger Buttenmandl, und begleiten den Heiligen Nikolaus, der die Kinder besucht und ihnen, wenn sie brav waren, Geschenke mitbringt. Wie habe ich als Kind die wilden Gesellen gefürchtet! In Passau, wo ich aufgewachsen bin, schlugen die Krampusse mit ihren Ketten gegen die Fensterläden, dass mir das Herz in die Hose gerutscht ist.

 

Die Schellenberger Buttenmandl können, wie alle Buttenmandl, Krampei und Ganggerl im Talkessel, den Kindern schon einen gehörigen Schrecken einjagen. Im Gegensatz zu den Berchtesgadener Strohbuttenmandln sind bei den Schellenbergern nur die Beine in Stroh eingebunden. Die Strohsparvariante sozusagen. Alle tragen Tierfelle und Fell- oder aufwändig geschnitzte Holzlarven mit krummen Nasen und großen Zähnen. Die großen Glocken scheppern dumpf, die Rute zischt durch die Kniekehlen, die Mädchen kreischen, der Glühwein dampft in der Tasse. 5. Dezember. Buttenmandllauf! Übrigens auch morgen, 6.12., noch einmal, wieder ab 17.00/18.00 Uhr.

Lisa-Graf-Riemann

Alle Jahre wieder …

 von Lisa

 

laufen Kramperl und Buttenmanndl am 5. Dezember durch Schellenberg. Erst hört man das Aufstellen der Biertische, das Geklapper der Tassen, Glühweintöpfe, Wursttöpfe der netten Damen von der Frauen-Union, das Ratschen der Marktbewohner, ja servus, habe die Ehre, griaß di. Vom Durchgangsverkehr auf der Alpenstraße ist auf einmal nichts mehr zu hören. Die Autos, die sonst am Marktplatz stehen, sind alle in Sicherheit gebracht, der Christbaum leuchtet vor dem hellen Stein der Dorfkirche. Dann endlich hört man sie kommen, die dumpfen schweren Glocken schlagen und schon stürmen sie über den Platz, Kreischen, Zischen von Ruten, noch mehr Kreischen, rußige Gesichter. Alle Jahre wieder.

Und der Winter, der ist jetzt da.

 

Lisa-Graf-Riemann

Buttnmandl in Schellenberg

 von Lisa

Warten auf die Buttnamndl

Spannend haben sie’s gestern gemacht, die Schellenberger Buttnmandl. Von der Frauenunion mit Glühwein und Bratapfelmost versorgt, harrten die Zuschauer geduldig aus, den mit Schnee überzuckerten Untersberg im Blick, über den die Dämmerung hereinbrach. Und grad als die Kälte uns doch begann, von unten her in die Schuhe zu kriechen, da hörte man die ersten schweren Kuhglocken schlagen.

Der Heilige Nikolaus und seine wilden Gesellen

Angeführt von einem blonden Engel mit entrücktem Lächeln auf den Lippen, ein Schritt dahinter Sankt Nikolaus mit würdigen Rauschebart und nachtblauem Umhang. Und dann die Horde der wilden Gesellen, in zottelige Felle gewickelt, mit Furcht einflössenden Fratzen, gebleckten Zähnen, herausgestreckten Zungen und den Ruten in der Hand, die vor allem die hübschen Mädchen zu spüren bekommen. Unter den Kindern, die zusehen, gibt es die Unerschrockenen und die weniger Mutigen. Respekt haben sie alle. Ich auch. Einmal erwischt mich doch einer, aber er hat Mitleid und streicht mir nur sanft ein bisschen schwarze Schuhcreme auf die Wange.