Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Carl-von-Stahl Haus
Scheibstein Gipfel © Ann-Kathrin Helbig

Scheibstein Gipfel © Ann-Kathrin Helbig

In den Sommermonaten ist der Schneibstein einer der beliebtesten und am einfachsten zu besteigenden Berge in den Berchtesgadener Alpen. In den Wintermonaten sehr beliebt bei Skitourengehern und in der Zwischenzeit steht er im Bann der Schneeschuhwanderer. Wer bei Schneeschuhwandern an gemütliches umher gestapfe im Schnee denkt, der wird hier das Gegenteil erfahren. Für die nun beschriebene Schneeschuhtour benötigt es eine gute Kondition, Erfahrung im Tiefschnee und ganz viel Freude am Gehen.

Am Besten man nimmt sich für die Tour 2 Tage Zeit. Das Auto kann Großparkplatz Königssee abgestellt werden oder man fährt bis zur Endstation der Buslinie 841 „Königssee“. Je nach Konditon kann es auch vom Parkplatz Hinterbrand losgehen (1.100m). Als Ausrüstung empfiehlt sich ein Rucksack an dem man die Schneeschuhe fest machen kann, zudem gehört auch bei Schneeschuhtouren im alpinen Gelände eine Lawinenausrüstung mit LVS-Gerät, Schaufel und Sonde. Mittlerweile habe ich die Erfahrung gemacht, dass Skistöcke mit einer fixen Länge besser bei solchen Touren sind als zusammenklappbare Trekkingstöcke.

Komplett ausgestattet folgt man nun ab der Talstation der Jennerbahn der Beschilderung Stahlhaus/Schneibsteinhaus. Je nach Schneelage kann die Tour bis zu 4 Stunden dauern. Der Weg verläuft entlang einer breiten Forststraße wodurch man sich in recht sicherem Gelände bewegt. Gerade im Frühjahr und Frühwinter muss man oft auch die Schneeschuhe bis Königsbachalm noch am Rucksack lassen. Dann wenn der Tiefschnee kommt, ist oft nur eine schmale Spur vorhanden. Fast alle guten Schneeschuhe haben eine Aufstiegshilfe, die man bei Steigung einstellen sollte. So kommt man bequemer und schneller bergauf. Definitv ist die Schneeschuhtour bis zum Stahlhaus ein Klassiker. Der Aufstieg dauert nicht zu lange und die Landschaft ist einzigartig schön! Auch der Gedanke an einen hausgemachten Kaiserschmarrn motiviert unheimlich immer wieder dorthin aufzusteigen. Auf Höhe des Schneibsteinhauses überwindet man dann noch den letzten Aufschwung. Und schon öffnet sich der Blick zum Schneibstein und der Alpenvereinshütte.

Aufstieg zum Stahlhaus © Ann-Kathrin Helbig

Aufstieg zum Stahlhaus © Ann-Kathrin Helbig

Aufstieg zum Stahlhaus © Ann-Kathrin Helbig

Aufstieg zum Stahlhaus © Ann-Kathrin Helbig

Matratzenlager © Peter Pruckner

Matratzenlager © Peter Pruckner

Das Stahlhaus ist die einzige Berghütte in den Berchtesgadener Bergen, in der man das ganze Jahr einkehren und übernachten kann. Die Berghütte wird jetzt schon seit vielen Jahren von Peter Pruckner geführt, dessen Kaiserschmarrn vor einigen Jahren als einer der besten ausgezeichnet wurde. Auch mit Knödelgröstel, Braten und Suppen kann man sich hier stärken. Da ab hier nun der anstrengste Teil der Tour startet, empfiehlt sich eine Übernachtung im Stahlhaus. Gerade in den Wintermonaten gibt es noch Plätze in den Zimmern und Lagern. Bitte vorher auf dem Carl von Stahlhaus anrufen +49-8652-6559922.weiterlesen

Herbstwanderung zum Carl-von-Stahl Haus

 von Ann-Kathrin
Grünstein umnebelt © Ann-Kathrin Helbig

Grünstein umnebelt © Ann-Kathrin Helbig

Der alte Slogan der Jennerbahn war „Der Kenner geht auf den Jenner“, nun herrscht seit Ende März Großbaustelle am Jenner. So mancher lässt sich vielleicht davon abschrecken. Baulärm, LKWs, Wegesperrungen – ja, all das gehört nicht zu einem entspannten Naturerlebnis. Doch nicht der ganze Berg und die ganze Region drumherum ist davon betroffen. Das Carl-von-Stahl Haus ist ganzjährig geöffnet. Sowohl eingekehrt, als auch übernachtet kann dort werden. Vor allem Sonnenauf- und untergänge sind gerade im Winter ein absolutes Highlight.

So starte ich meine Halbtagestour am Parkplatz Hinterbrand. Es geht ein kleines Stück auf der Forststraße entlang und bevor ich zur Baustelle der Jennerbahn-Mittelstation gelange, biege ich schon nach rechts ab und überwinde in steilen, stetigen Kehren den Krautkaserhang, an dem im Winter die jungen Athleten des DSV trainieren.

Wer Trekkingstöcke nutzt, kann hier die ersten Höhenmeter schneller und weniger wadenzwickend überwinden. Hinter der Sessellift-Station des Krautkaserhanges erreiche ich wieder die Forststraße und der Anstieg wird bis zur Mitterkaseralm (leckere Breznsuppe!) wieder flacher. Von hier geht es über das Mitterkaserjoch steil und zum teil betoniert bergauf. Zum Teil versuche ich auf Zehenspitzen hinaufzujoggen – einfach um diese unschön zu gehende Stelle schnell zu überwinden. Oben angekommen gelange ich an eine Weggabelung. Ab hier ist rechterhand die Sperre zum Jenner und der Baustelle der Bergstation, links geht es dann weiter zum Carl-von-Stahl Haus. An dieser Stelle ist es zu jeder Jahreszeit immer sehr windig. Deswegen weiter das Tempo halten gen Stahlhaus. Während des laufens lasse ich den Blick über die Bilderbuch-Herbstlandschaft schweifen. Bunte Bäume und das helle weiß der hohen Berge. Einfach Traumhaft! Durch den Schnee schauen die Berge, wie das Hohe Brett besonder steil und unwegsam aus.

Herbstfarben am Hohen Brett © Ann-Kathrin Helbig

Herbstfarben am Hohen Brett © Ann-Kathrin Helbig

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Goldener Wanderherbst im Berchtesgadener Land

Kleine Reibn- Zweitagestour im Hagengebirge

Wenn ich Besuch aus meiner berglosen Heimat bekomme und Freunde oder Verwandte die Berchtesgadener Bergwelt mit all ihren Facetten erleben möchten, schlage ich zuerst meistens die Kleine Reibn vor. Diese Tour im Hagengebirge ist nicht zu anspruchsvoll aber auch nicht zu einfach. Sie beinhaltet alles was man sich unter einem abwechslungsreichen Bergerlebnis vorstellt: Mindestens einen Gipfelerfolg, schöne Aussichten auf die Berchtesgadener Charakterberge, einen Eindruck von den unterschiedlichen Landschaftsformen in den Berchtesgadener Alpen, einen wunderbaren Bergsee und eine der typischen Berchtesgadener Almen. Mit großer Wahrscheinlichkeit kommt man darüberhinaus in den Genuss eines „Meet & Greet“s mit einem der absoluten Stars des Nationalpark Berchtesgadens.weiterlesen

Secret Places: Farrenleitenwand 1716 m

 von Ann-Kathrin
Panorama © Ann-Kathrin Helbig

Panorama © Ann-Kathrin Helbig

Geheime Plätze sollten geheim bleiben. So oder so ähnlich ist wohl die allgemeine Meinung. Doch dieser Platz, den ich euch vorstelle ist gar nicht so geheim. Dieser Ort voller Ruhe befindet sich mitten im durch eine Seilbahn erschlossenen Jennergebiet.

Diese kleine Wanderung eignet sich perfekt für die Morgen- oder Abendstunden; vor oder nach der Arbeit. Hierzu am Besten auf dem Parkplatz Hinterbrand parken. Dort dann auf breiten Forstwegen der Beschilderung Priesbergalm folgen. Nach bequemen 45 Minuten gelangt man an eine Kreuzung oberhalb der Königsbachalm. Ab hier folgt man der Beschilderung Stahlhaus/Schneibsteinhaus. Nun windet sich die Forststraße etwas steiler bergauf. Sobald wir in eine Art Kessel gelangen und der Weg wieder ebener wird, biegen wir nach rechts ab in Richtung KönigsTALalm. Bitte nicht die beiden Almen KönigsBACHalm und KönigsTALalm verwechseln. Wir müssen für unseren Secret Place zur KönigsTALalm.

Fast eben spazieren wir durch das Königstal. Doch schnell windet sich der Weg wieder in Kehren bergauf und flott wird die KönigsTALalm erreicht. Nun folgen wir dem Weg bis zum Ende durch die zwei Almhütten hindurch. Der dennoch breite Weg führt nun weiter geradeaus. Schon nach wenigen Minuten befinden wir uns wieder in eine Art Kessel. Der Pfad, dem wir folgten teilt sich nun in zwei Richtungen. Wir nutzen die rechte Abzweigung. Bald haben wir unseren Aussichts- und Ruhepunkt erreicht. Nur noch wenige Minuten müssen wir nun in Kehren dem Pfad hangwärts bergauf folgen. Dann wird rechts abzweigend eine Kuppe erreicht. Wir sind nun an unserem Secret Place angelangt.

Aussichtsbank auf der Farrenleitenwand © Ann-Kathrin Helbig

Aussichtsbank auf der Farrenleitenwand © Ann-Kathrin Helbig

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30 Kilometer pures Glück!

 von Ann-Kathrin
Am Gipfelkreuz des Schneibsteins

Am Gipfelkreuz des Schneibsteins © Ann-Kathrin Helbig

Die kleine Reib’n ist allseits bekannt und wohl eine der am häufigsten begangenen Bergtouren hier im Berchtesgadener Land. Ausgeschrieben wird diese als Tagestour von rund 6 Stunden. Für diese Bergtour braucht man klare Sicht, denn das Highlight ist die wunderschöne Aussicht und das Tiererlebnis im Hagengebirge.

Ich will früh aufstehen um möglichst den Wandermassen am Jenner zu entgehen. Doch heute komme ich schwer aus dem Bett und habe ausgeschlafen. Mist! Dann muss ich eben später einen Zahn zulegen um schnell in einsamere Gefilde am Berg zu gelangen. Das Wetter schaut so lala aus. Komisch, Badewetter war angesagt. Also schnell geduscht (muss ich, da ich ein kleiner Stinkbock bin und die morgendliche Dusche ist vor einer Bergtour Schadensbegrenzung :-P), Rucksack gepackt und los auf mein kleines Rollerlein. Seit April 2016 besitze ich einen Roller mit 2-Taktmotor. Er bringt mich immer sicher von A nach B. Nur mit Steigungen hat er so seine Probleme. So kann ich nicht den direkten Weg nach Hinterbrand hinauffahren, sondern muss über die Oberau fahren. Das zieht sich, aber das Roller fahren macht Spaß und die Vorfreude auf die heutige Tagestour steigt.

Beim Wanderparkplatz Hinterbrand angelangt ist schon einiges los. Ich suche mir eine kleine Lücke, wo mein Rollerlein nicht viel Platz einnimmt – und los geht’s.

Der Jenner ist – da sehr gut erschlossen – ein Wanderberg. Gerade am Wochenende an Schönwettertagen ist hier einiges los. Dem einen gefällt’s, mir eher nicht so. Ich brauche Ruhe und Abgeschiedenheit. Also muss ich gleich zu Beginn rausholen was die Kondition hergibt. Mein Aufstieg zum Carl-von-Stahl Haus wird zum Trailrun. Natürlich erregt man damit bei den übrigen Wanderern Aufmerksamkeit, aber das ist mir Wurscht! Nach nicht mal einer Stunde bin ich am Carl-von-Stahl Haus angelangt und genehmige mir ein Spezi. Der Zucker tut mir gut. Oben geht ein leichter Wind und es ist angenehm kühl. Die Hüttenangestellte Claudia fröstelt es sogar schon fast, während ich im nassgeschwitzten Top dastehe. Das Spezi hab ich schnell getrunken und weiter geht’s!

Mein nächstes Ziel: der Schneibstein.

Hier kann ich im Aufstieg das Tempo wieder runterfahren. Wider erwarten ist heute der Aufstieg gering frequentiert. Muss wohl auch am Wetter liegen. Nach Badewetter sieht es nicht aus. Es ist kühl, stark windig und bewölkt. Hoffentlich wird es nicht regnen oder gewittern, schießt es mir durch den Kopf. Nach einer gemütlichen knappen Stunde habe ich das Gipfelplateau erreicht. „Voi schee!“, würde der Eingeborene sagen und wie ich als Zugroaste sagen würde: „So schee, konnschd ned sache dass es ned schee is!“

Blick ins Hagengebirge

Blick ins Hagengebirge © Ann-Kathrin Helbig

Am Plateau setze ich mich erst einmal auf den Boden und esse meinen Mandelbogen von der Bäckerei Neumeier. Hier oben schmeckt diese noch drei Mal besser! weiterlesen

Immer wieder Stahl-Haus!

 von Ann-Kathrin
Hütte am Torrener Joch

Das Stahl-Haus: Hütte am Torrener Joch

Einige von euch haben schon mitbekommen, dass ich im Sommer in einer Berghütte gearbeitet habe. Das war das Carl-von-Stahl Haus 1734m am Torrener Joch. Mittlerweile bin ich dort nicht mehr angestellt, trotzdem trifft man mich gerade im Winter des Öfteren dort den Kopf über einer Kaspressknödelsuppe hängend (bei mir müssen immer 2 Knödel drin sein und mit wenig Brühe :-D). Natürlich gibt es dort auch andere Gerichte, bitte auch immer den Aushang und die Tages-/Wochengerichte beachten.

Die aktuelle Schneelage ist sicherlich kein Geheimnis: miserabel. Trotzdem sind tolle Schneeschuhtouren möglich. Denn genau dann wenn es zu viel zum wandern und zu wenig zum Skitourengehen ist, ist es genau richtig zum Schneeschuhtouren.

Selfie im Aufstieg

Selfie im Aufstieg

Für die Tour zum Stahl-Haus kann man wahlweise vom Wanderparkplatz Hinterbrand oder von der Talstation der Jennerbahn starten. Ich starte bevorzugt von der Talstation, da ich nicht weit davon entfernt wohne und keine Buslinie nutzen muss. Der Hochbahnweg nagt schon zu Beginn der Tour an der Kondition. Weniger konditionierte starten da besser von Hinterbrand, denn dort spart man sich ganz viele Höhenmeter im Aufstieg. Wer von der Talstation der Jennerbahn startet und dort auch wieder hin absteigt macht an einem Tag insgesamt rund 2100 Höhenmeter.

So nahm ich letzte Woche meine Freundin mit zum Stahlhaus. Das erste Mal im Winter für sie. Im Tal grau in grau. Bei Hinterbrand dichter Nebel sodass man kaum etwas sehen konnte. Das hatte schon was von Expeditionsstimmung. Erst kurz vor dem Carl-von-Stahl Haus öffnete sich die dichte Nebelsuppe.

meine Freundin im Aufstieg

meine Freundin im Aufstieg

Blick zum steinernen Meer - markant der große Hundstod

Blick zum Steinernen Meer – markant der große Hundstod

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Bergtouren im Dunkeln

 von Ann-Kathrin
Nachtstimmung auf dem Dützenkopf © Max Nikelski

Nachtstimmung auf dem Dützenkopf © Max Nikelski

Keine Angst vorm schwarzen Mann…

Gerade im Winter und im Herbst, wo die Tage immer kürzer sind richtet man sich immer nach dem Sonnenauf- und untergang, um bei Wanderungen und Bergtouren möglichst nicht in die Dunkelheit zu geraten. Allerdings kann dies sogar ganz schön sein und sogar der krönende Abschluss eines perfekten Tages sein. Um der Dunkelheit ohne Schrecken entgegen zu gehen braucht es das passende Equipment. Unverzichtbar ist eine Stirnlampe. Ich habe eine von LED Lenser, welche so stark ist, man könnte meinen es sei ein Autoscheinwerfer.

BGLT-Bloggerin Sabrina perfekt ausgestattet

BGLT-Bloggerin Sabrina perfekt ausgestattet

In so mancher Vollmondnacht ist sogar eine Stirnlampe nicht einmal von Nöten. Im Tal die flackernden Lichter der Straßen, Häuser, Sterne und die Berge glitzern, eine perfekte Symbiose. In die Dunkelheit zu geraten bei einer Bergtour ist nicht immer zum Nachteil, allerdings sollte dies besser passieren, wenn man auf dem Rückweg ist und nicht wenn man sein Tagesziel noch nicht erreichte. Ein paar meiner Lieblingsdunkelheitstouren möchte ich euch vorstellen beziehungsweise wie ich dazu gekommen bin.

Alles fing an, als ich wochenends im Carl-von-Stahl Haus arbeitete. Sonntagabends hörte ich schon auf den 1736m Höhe mein Bett im Tal rufen. Es kostete mich Überwindung um 0 Uhr aus der Hütte zu gehen nach einem Arbeitstag den ganzen Weg alleine im Dunkeln bis nach Schönau am Königssee zu laufen. Zuerst war es echt beklemmend. Aber dann siegte die Vernunft, denn was soll denn passieren? Monster gibt es nicht! So lernte ich auch zum ersten Mal eine Nachtweide kennen. Mitten in der Nacht sind die Kühe wach/aktiv und jedes Mal wenn ich mit meiner Stirnlampe vorbeikam blieben sie wie angewurzelt stehen und schauten direkt in mein Licht. Jeder Abstieg war ein Erlebnis. In der Dunkelheit am Hochbahnweg mit den Stadtlichtern von Berchtesgaden & Schönau sah ich zum ersten Mal einen Fuchs in freier Wildbahn.weiterlesen

Bike & hike: Rund um den Hohen Göll

 von Ann-Kathrin
Abstecher Priesbergalm

Abstecher Priesbergalm

Von Hütte zu Hütte zu wandern ist mittlerweile recht beliebt und üblich. Doch eine Hüttentour mit dem Mountainbike kommt seltener vor. Hier im Berchtesgadener und angrenzendem Salzburger Land ist dies sehr gut möglich! Eine grenzüberschreitende Mountainbike-Tour bei der man rund 3500 Höhenmeter meistert.

Als Startpunkt für diese Tour bietet sich der Parkplatz Nahe der Scharitzkehlalm an. Von dort aus startet man am ersten Tag auf der Scharitzkehlstraße in Richtung Dokumentation Obersalzberg. Für alle die diese noch nicht besucht haben, lohnt sich ein Abstecher in die Dokumenatationsstätte des Instituts für Zeitgeschichte, die sich mit der NS-Vergangenheit des Obersalzberges und Berchtesgaden beschäftigt. Von dort aus fahren wir ein Stück die Straße bergab und biegen nach rechts in Richtung Oberau. Hier im verstreut und verträumt angelegten Dorf in rund 800m kann man eine erste Rast in einem der schönsten Biergärten des Berchtesgadener Talkessels einlegen. Direkt neben der weißen Kapelle liegt der Gasthof Auerwirt. Dort kann man mit Watzmannblick eine kühle Erfrischung genießen.

Oberau Kirche und Auerwirt

Oberau Kirche und Auerwirt

Denn wie bei einer Bergtour wird auch bei dieser Mountainbiketour ausreichend Getränke und Proviant benötigt. Doch bitte keinen allzu großen Wanderrucksack nutzen. 20 bis 30 liter Rucksackvolumen reichen locker für zwei Tage und euer Rücken wird es euch danken! Vom Gasthaus Auerwirt geht es nun die Rossfeldstraße bergauf bis zur Abzweigung Neuhäusl/Bad Dürrnberg. Nicht nur Berchtesgaden auch Bad Dürrnberg und Hallein wurden durch den Salzabbau geprägt. So kann man auch in Bad Dürrnberg ein Salzbergwerk besichtigen. Von Bad Dürrnberg folgt man nun der Beschilderung nach Hallein. Hierzu fährt man nun erstmal wieder bequem bergab. In Hallein angekommen folgt man den großen grünen Schildern entlang des Tauern-Radweges entlang der Salzach. Diese Teilstrecke kann sich aufgrund der wenigen Abwechslung ein wenig ziehen. Doch sobald man im Bluntautal ankommt und den wunderschönen Bluntausee erblickt, wird die Mühe belohnt. Hier empfiehlt es sich nochmals eine kleine Pause einzulegen, denn ab der Gaststätte Bärenhaus haben wir einen langen, waldreichen Anstieg vor uns mit vielen Serpentienen. Dabei werden Schluchten und Wasserfälle gekreuzt, was landschaftlich sehr reizvoll ist.weiterlesen

Schneeschuh-Trekking Teil 3

 von Ann-Kathrin
Carl-von-Stahl Haus in der Sonne

Carl-von-Stahl Haus in der Sonne

Heute werde ich über eine Schneeschuh-Tour schreiben, die eher eine etwas anstrengendere ist. Hierbei lohnt es sich eine Nacht auf der Berghütte mit einzuplanen, wenn ihr weiter lest bzw. scrollt, dann wisst ihr warum 😉 Das Naturerlebnis wird natürlich besonders atemberaubend, wenn ihr bei gutem Wetter, also bei Sonnenschein eure Tour startet. Am Besten ihr parkt euer Auto am Großparkplatz am Königssee oder ihr nützt die Buslinie 841 ab Berchtesgaden Bahnhof und steigt bei der Jennerbahn aus. Hier habt ihr nochmals die Möglichkeit euch mit Proviant zu versorgen. Bei der Bäckerei Zechmeister bekommt ihr nicht nur leckere Köstlichkeiten sondern auch Heißgetränke und kalte Getränke. Wichtig ist es auch Wechselkleidung mit einzupacken. Ihr werdet schwitzen! Und zwar sowas von!

Nun geht es los!
Wie so oft bin ich bei dieser Tour auch alleine unterwegs. Der Rucksack lastet schwer, da dort noch die Schneeschuhe dranhängen. Erst wenn genügend Schnee am Untergrund vorhanden ist, sollte man diese um die Wanderschuhe schnallen, sonst schadet das den Krallen der Schneeschuhe. Vorbei an der Jennerbahn-Talstation geht es entlang der Straße und der gelben Wegeschilder in Richtung Stahlhaus/Schneibsteinhaus. Die Dauer wird mit vier Stunden einfach angegeben. Je nach Kondition und je nachdem wie viel Zeit man sich für diese Schneeschuh-Tour gibt kann man mit mehr oder weniger  Aufstiegszeit rechnen. Vier Stunden sind nur ein Orientierungswert. Im Sommer folgt man der Beschilderung hinauf zum Hochbahnweg. Im Winter nutzt man als Schneeschuhgeher denselben Aufstieg wie die Skitourengeher. Dazu gehe ich über die Piste bei der Gabelung wo es weiter zum Malerwinkelrundweg geht und laufe ein Stück am rechten Rand der Piste. Bald geht es in den Wald hinein und gehe den sogenannten Pletzergraben hinauf. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, Pisten mit Schneeschuhen zu kreuzen ist grausig! Man fühlt sich mit all den Pistenfahreren deplatziert, nur die Skitourengeher fragen interessiert wie es sich denn mit den Schneeschuhen so gehen lässt oder fragen neckisch wo ich denn meine Ski gelassen habe. Die Spucke verschlägt es ihnen aber dann, wenn das „Dirndl“ locker an ihnen vorbeizieht.

diesem Hinweisschild folgen

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Am Hochbahnweg angelangt begegnet man nur Schneeschuhwanderern oder Skitourengehern. Beide Personengruppen sind besonders unter der Woche nicht in zu großer Anzahl anzutreffen. So begegnete mir ein entgegenkommender Skitourengeher erst oberhalb der Königsbachalm am Königsbergergraben hinab. Stichwort Königsbachalm: Wer wie ich eine Nacht im Carl-von-Stahl Haus verbringen möchte, den lädt die Königsbachalm zum Sonnenbad und zur ersten Brotzeit ein. Im Winter ist die Königsbachalm nicht bewirtschaftet, also bitte selbst versorgen. Je nach Schneelage zieht der Königsbergergraben nochmal richtig Energie. Auch der Hochbahnweg mit seiner stetigen Steigung benötigte schon eine gute Kondition. Sobald es wieder ebenmäßiger wird kommt man an eine Weggabelung, geradeaus geht es zur Enzianbrennhütte des Bergbrenners „Hubsi“, die aber im Winter geschlossen ist und noch ein Stückchen weiter geht es zur Priesbergalm. Hier kommen über die hohen Rossfelder die Skitourengeher von der sogenannten kleinen Reibe zurück. Sehnsüchtig denke ich darüber nach auch in naher Zukunft Skitouren zu gehen. Doch leider muss man dazu erst einmal Skifahren lernen, inkl. Pistenabfahrt. Ich bin da eher eine Person, die das Naturerlebnis schätzt und bei sturem Pisten runtersausen, stelle ich mir das Naturerlebnis eher gering vor. Anders beim Skitouren gehen, hier ist man in denselben Gebiet „bergsteigerisch“ unterwegs, wie man es auch im Sommer ist. Durch das Aufsteigen mit Fellen kann um sich herum die Natur intensiv miterleben.

Genug der Träumerei, ich folge der Beschilderung Stahlhaus. Es geht nun recht angenehm daher, vor allen Dingen ist es hier sehr ruhig. Kein Wintersporttrubel. Vorbei am Zugang zum Königstal, wo man zur Königstalalm gelangt (hier bitte nicht hinfolgen, im Sommer wunderbare Einkehr, urige Almhütte) gehe ich weiter linkshaltend. Vorbei an einem hellblauen Kasterl geht es dann wieder steigend hinauf. Das Aufsteigen kann zwischendurch monoton und kräfteraubend sein, aber sobald sich der Wald lichtet, erkennt man wie sehr sich die Mühe lohnte.

Blick zur Jenner-Bergstation

Blick zur Jenner-Bergstation

Es geht noch leicht steigend bergan. Aber um mich herum öffnet sich eine Bilderbuchlandschaft. Die Landschaft schaut aus wie Watte. Ich erkenne Schneeschuhgeher- und Skitourengeherspuren, aber Tierspuren wie die eines Schneehasen oder von Alpendohlen sind im frischen Tiefschnee zu erkennen. Eine der Almhütten ist sogar so eingeschneit, dass ich nur noch einen Teil des Daches erkenne. Und da sagt einer, hier gäbe es zu wenig Schnee…

eingeschneite Berghütten im Jennergebiet

eingeschneite Berghütten im Jennergebiet

Nun sehe ich schon das Schneibsteinhaus, das seinen Namen vom hinter sich liegenden Berggipfel hat. Die letzte Berghütten auf deutschem Boden sozusagen.

Schneibsteinhaus mit Schneibstein

Schneibsteinhaus mit Schneibstein

Das Carl-von-Stahl Haus steht schon auf österreichischem Boden und ist eine Berghütte des österreichischen Alpenvereines, der Sektion Salzburg. Geführt wird diese vom deutschen Hüttenwirt Peter Pruckner.

Carl-von-Stahl Haus

Carl-von-Stahl Haus

Die letzten Meter sind trotz der nicht extremen Steigung doch noch ein bisschen kräfteraubend durch den längeren Anstieg. Ich muss mich selbst immer zu Pausen ermahnen/zwingen. Eigentlich würde ich überall in einem Zug hoch laufen, ohne Essen, ohne Trinken. Aber das ist eher kontraproduktiv für den Körper. Kurz vor dem Stahlhaus trinke ich noch einen Schluck Cola, die süße Brause gibt noch einmal ein bisschen Engergie. Oben angekommen, erwartet mich eine atemberaubende Winterlandschaft. Ein zauberhafter Tiefblick ins Bluntautal, hinauf zum Schneibstein, den Göll Nordwänden und hinüber zum steinernen Meer, dem großen Hundstod und der Watzmann-Ostwand.weiterlesen

Skitour auf den Schneibstein 2.276m

 von Sepp
Blick auf den Watzmann während des Auffstiegs

Blick auf den Watzmann während des Auffstiegs

Eigentlich wollte ich am Samstag eine Skitour durchs Watzmannkar aufs 3.Kind machen, doch Lawinenwarnstufe 3 machte meinen Plan zunichte. Stattdessen war ich mit den Tourenskiern auf dem Schneibstein im Hagengebirge, wo es bei weitem nicht so lawinengefährlich ist. Mit dem Start am Königssee weist die Skitour auf den Schneibstein zudem eine ähnliche Höhendifferenz und Distanz auf wie die Tour aufs 3. Kind. Im Sommer gilt der Schneibstein nach der Auffahrt mit der Jennerbahn als leichtester Zweitausender in den Berchtesgadener Alpen. Im Winter ist der formschöne und weithin sichtbare Berg besonders im Rahmen der Kleinen Reibn von großer Bedeutung für Skitourengeher.

Ich starte meine Skitour zusammen mit einem Kumpel am Parkplatz Königssee. Mit angelegten Tourenskiern gehen wir an der Talstation der Jennerbahn vorbei und am am Rand der Skipiste einige Meter in den dichten Nebel. Nach wenigen Minuten Gehzeit erreichen wir die beschilderte Aufstiegsspur für Skitouren, die nach rechts in den Wald abzweigt. Dieser Weg führt auf den sogenannten Hochbahnweg, der oberhalb des Königssees entlang führt und an einer Stelle den Blick auf den See freigibt. Allerdings ist es an diesem Tag richtig kalt, trotz zügigen Tempos und Handschuhen friert es mich etwas an den Fingern. Der Fotoapparat bleibt also erstmal im Rucksack. Erst an der Königsbachalm, wo wir ein kurze Trinkpause einlegen, zücke ich meine Kamera um die merkwürdige Stimmung am Himmel festzuhalten: Ein tiefdunkles Blau schiebt sich  durch die Nebeldecke und zeugt vom schönen Wetter ein paar hundert Meter weiter oben.

Morgens an der Königsbachalm

Morgens an der Königsbachalm

Also gehen wir weiter über das Gelände der Königsbachalm, an dessen Ende ein steiles Stück wartet, das die Felle unter unseren Skiern auf die Probe stellt. Durch den Wald machen wir Höhenmeter um Höhenmeter wett und als sich der Wald lichtet und das Tal der Königsbergalm sich vor uns  öffnet, umschmeicheln uns das erste Mal an diesem Tag die Sonnenstrahlen. Was für eine Wohltat! Auf dem Weg zum Schneibsteinhaus durchqueren wir ein traumhafte Winterlandschaft: Tief verschneite Bäume, schneebedeckte Gipfel rundum und unter uns im Tal der Nebel. Und natürlich einzelne Skispuren im Tiefschnee.

Auf dem Weg zum Schneibsteinhaus

Auf dem Weg zum Schneibsteinhaus

Am Schneibsteinhaus machen wir eine Pause, um uns vor dem Gipfelanstieg nochmals zu stärken.

Hütte hinterm Schneibsteinhaus

Hütte hinterm Schneibsteinhaus

Immerhin sind es vom Schneibsteinhaus bis zum Gipfel des Schneibsteins noch mehr als 600 Höhenmeter. Der Aufstieg zum Schneibstein erfolgt erst in schöner Spur, das Carl von Stahl-Haus immer im Blick, über einen schönen Hang. Aber langsam wird es steiler und stellenweise eisig. Da der Wind hier oben den meisten Schnee verbläst, liegen stellenweise nur wenige Zentimeter Schnee und bedecken oftmals nur notdürftig Felsen und Latschen.weiterlesen