St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Schlagwort: Caspar David Friedrich
Toni

Herbsttour auf die Schlafende Hexe

 von Toni

Wandern auf Caspar David Friedrichs Spuren

Eine dichte Wolkendecke liegt tief über dem Berchtesgadener Talkessel, als wir am Wanderparkplatz Hallthurm zu einer Nachmittagstour starten. Erst geht es auf der breiten Forststraße ein kurzes Stück durch Fichtenwald, dann bald an einem Wegweiser zu einem steilen Pfad Richtung Rotofenscharte. Der Steig führt über Wurzeln und Steine in engen Serpentinen den Hang hinauf, während alle Geräusche vom dichten Nebel gedämpft werden und Kondenswasser von den Kiefern auf uns herabtropft. An einer kleinen Quelle werden die Trinkflaschen aufgefüllt, dann führt der Weg durch zwei Dolomit-Rinnen mit kurzer Drahtseilsicherung und über ein letztes Steilstück mit vielen glitschigen Treppenstufen umgeben von Buchenwald hinauf in die Rotofenscharte – der Lücke zwischen Kinn und Brust der berühmten Schlafenden Hexe.

 

Kletterei auf den Gipfel

Links von uns ragen im Dunst die nur mit Kletterausrüstung erreichbaren Gipfel des Kinns und der Nase der schlafenden Hexe auf, und geradeaus führt der markierte Weg weiter zur ebenso bekannten Steinernen Agnes, doch wir halten uns nun rechts.

Das Lattengebirge im Nebel

Das Lattengebirge im Nebel

Auf einem ausgetretenen Trampelpfad nähern wir uns den Felswänden der Hexenbrust und stellen erfreut fest, dass das Gestein überraschend trocken ist und guten Halt bietet – unerlässlich für die nun folgende Kletterei auf den Gipfel. Eine Steilrinne zwischen Latschen und Wiesenstücken muss hier überwunden werden, wobei der Fels mit seinen großen Griffen und Tritten gut kletterbar ist. Dennoch klopfen wir jeden Griff vor der Belastung sorgfältig ab und meiden lockere Brocken, da ein ausbrechender Stein in diesem fast senkrechten Gelände üble Folgen hätte. Dass wir hier als Menschen eigentlich nichts zu suchen haben, sondern uns ins Reich der Gämsen vorwagen, erkennen wir nun auf Schritt und Tritt: überall liegt frische Gamslosung herum und in der Luft liegt ein moschusartiger, „bockiger“ Geruch. Die Kletterkünstler können also nicht weit sein, sind im Nebel aber nicht zu entdecken.Nach der kurzen aber mühsamen Kraxelei kommen wir nun endlich auf den Gipfelgrat. An beiden Seiten brechen die Wände in die Tiefe hinab und ein teils nur handtuchbreiter Felsstreifen führt hinauf zum Gipfelkreuz der Brust der schlafenden Hexe, die auch unter Signalkopf, Bayrischer Löwe oder Mittlerer Rotofenturm bekannt ist.

Blick zum Staufen

Blick zum Staufen

 

Aussicht über das Nebelmeer

Oben angekommen schreiben wir uns ins Gipfelbuch ein, halten im Nebel Ausschau nach erkennbaren Bergspitzen und können unser Glück kaum fassen, als es nach wenigen Minuten aufreißt. Der Wind treibt Wolkenschleier hinauf, die Sonne hilft von oben nach und schließlich ragt unsere Felsspitze gerade einmal zehn Meter weit aus der endlosen Nebelfläche heraus! Sofort fühlen wir uns wie der „Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich. weiterlesen »

Sepp Wurm

Der Watzmann in der Malerei

 von Sepp

Der Mythos Watzmann beschäftigte vor allem im 19. Jahrhundert viele Maler, darunter Caspar David Friedrich. Vom Ihm stammt die wohl bekannteste Darstellung des Watzmanns in den bildenden Künsten:

Der Watzmann von Caspar David Friedrich

Der Watzmann von Caspar David Friedrich

Tatsächlich war Caspar David Friedrich nie in der Nähe des Watzmanns, er kannte ihn selbst wohl nur von Bildern und hat ihn nie in Echt gesehen. Daher auch der unpassende Vordergrund des Bildes.

 

Genauso dürfte es sich auch bei Adrian Ludwig Richter verhalten, einem weiteren Maler der Deutschen Romantik. Seine Perspektive auf den Watzmann, mit Wasserfällen im Vordergrund, findet wohl kaum eine reale Entsprechung:weiterlesen »