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Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Geheimtipp
Michael

Wandertipp für Einsamkeitsliebhaber

 von Michael

Es ist ja immer etwas zwiespältig, einen ganz speziellen Tipp in aller Öffentlichkeit zu verraten. Das Ego möchte so etwas ja am liebsten ganz für sich behalten. Nachdem aber schon vor über 30 Jahren Werner Mittermeier im Plenk-Verlag Berchtesgaden darüber geschrieben hat und auch im AV-Führer des Rother-Verlages eine (leider nicht sehr hilfreiche) Tourenbeschreibung publiziert wurde, wollen wir den Bergfreunden diese schöne und (zumindest bisher 😉 sehr einsame Wanderung nicht verheimlichen. Nachdem sie recht lang, ziemlich anstrengend und gelegentlich nicht ganz leicht zu finden ist und es kein vernünftiges Einkehrziel unterwegs gibt, sollte sich der „Massenansturm“ auch nach diesem Blogbeitrag aber doch in Grenzen halten …

Weg zum Aibe

Am Alpelbach entlang zum Aibe

Nach langer Rede: Es handelt sich um den Alpelboden, das „Aibe“, von dem wir erstmals bei besagtem W. Mittermeier gelesen hatten – einem in BGD nicht ganz unbekannten Fotografen und Buchautor. Viele Jahre stand diese Wanderung bei uns auf dem Programm, aber nie wurde etwas daraus. Nachdem hier auch kein Gipfelziel lockt, ist es doch eine eher „introvertierte“ Unternehmung. Nun aber schien die Gelegenheit günstig zu sein, und wir entschlossen uns, dieses entlegene Ziel einmal zu suchen. Und wir mussten es wirklich suchen! Im Internet keine vernünftige Beschreibung, Freund Mittermeier erzählt hübsch und blumig von den Vögeln und der Ruhe, und der AV-Führer beschreibt in bewährter Weise in 2 kernigen Sätzen, die uns im Zusammenhang auch mit den besten Karten (die uns aber leider den besten Weg verheimlichen) ins Abenteuer lockten. Von der Kammerlingalm zum Alpelbach, dann allgemein am Bach aufwärts … so ähnlich lautet die Beschreibung. Gesagt, getan! Wir kamen vom Wanderparkplatz Hintertal oberhalb Weißbach (A) und mussten uns erst einmal den Zustieg zum Alpelbach durch teils steilen Wald suchen, da viele Forststraßen auf den Karten gar nicht eingezeichnet sind. Im Bachbett angekommen machten wir uns „an die Arbeit“: Über riesige Blöcke und teils feuchte, rutschige Passagen kämpften wir uns im wahrsten Sinn des Wortes empor, einen auch nur angedeuteten Steig fanden wir weder im noch neben dem Bachbett. Landschaft wildromantisch, das Wetter nicht ganz so gut wie erhofft. Das Gelände neben dem Bach durch „erfeulich“ sperriges und kratziges Unterholz geprägt. Und W. Mittermeier bezeichnete das im Buch als eine seiner Lieblingstouren – seltsam.

Weg durch das Geröll

Weg durch das Geröll

Es wurde steiler und irgendwie mussten wir den Bach verlassen. Über erdiges Steilgelände und rutschiges Geröll arbeiteten wir uns weiter hoch, immer den uns am besten erscheinenden Möglichkeiten folgend, manchmal auch ein wenig kletternd. Das Wetter wurde trüber und unsere Begeisterung sank zunehmend. Ein paar gelbliche Bäume, viele dunkle Latschen und vor allem graue Felsen – das soll ein toller Herbstgang sein?

Nach langem Gesteige in dieser Art – kein Steinmännchen weit und breit –  bemerkten wir so etwas wie eine Wegspur im Geröll. Im Gegensatz zu vorherigen Andeutungen von Steigspuren, die dann doch wohl Tierpfade waren, schien sie diesmal auch weiter zu führen und leitete durch ein Latschengestrüpp zu einem idyllischen Patz am Bach mit einem wunderschönen Steinmann 🙂weiterlesen