Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Hochkönig

Biwak Tour Schönfeldspitze Hochkönig

 von Sepp
Gipfelkreuz Schönfeldspitze

Gipfelkreuz Schönfeldspitze

Wir haben das perfekte Bergwetter des letzten Wochenendes nochmal zu einer ausgiebigen Bergtour genutzt. Höhepunkt der Tour soll der Hochkönig sein: der 2.941 Meter hohe Gigant ist der höchste Berg der Berchtesgadener Alpen und direkt auf seinem Gipfel steht das Matrashaus.

Wir starten am Freitagvormittag in Maria Alm am Parkplatz Sandten und steigen – schwer bepackt mit Ausrüstung und Proviant für 3 Tage – zum Riemannhaus in der Ramseider Scharte auf.

Die Ramseider Scharte

Die Ramseider Scharte

Hier oben auf 2.177 Metern Höhe machen wir das erste Mal Pause und genießen den Ausblick ins Steinerne Meer.

Das Riemannhaus 2.177m

Das Riemannhaus 2.177m

Das Steinerne Meer

Das Steinerne Meer

Und wir werfen einen Blick auf den ersten Gipfel unserer Mehrtages-Tour: Die Schönfeldspitze! Der 2.653 Meter hohe Berg ist wegen seiner markanten pyramidenartigen Form auch als Berchtesgadener Matterhorn bekannt. Auf vielen Bildern sieht man  die Schönfeldspitze deutlich als Felsspitze am Südende des Königssees aufragen. Wir entscheiden uns nicht für den Normalweg, sondern für den Aufstieg über den West Grat zum Gipfel und überschreiten somit die Schönfeldspitze. Dieser Weg führt am Gratverlauf entlang bis kurz unterhalb des Gipfels und bietet ein paar wirklich schöne Kletterstellen. Wobei der schwere und große Rucksack die Kletterei doch ziemlich erschwert. Den Gipfel der Schönfeldspitze ziert eines der schönsten Gipfelkreuze der Berchtesgadener Alpen: Ein liegender Jesus bildet den Querbalken des Gipfelkreuzes!weiterlesen

Andis Traum vom Watzmann

 von Sepp
Lauf über den Wazmann 2713m von der Mittelspitze zum Hocheck © Andreas Wiesinger/andi rennt

Lauf über den Wazmann 2713m von der Mittelspitze zum Hocheck © Andreas Wiesinger/andi rennt

Andreas Wiesinger ist Bergläufer – Extrembergläufer – und er plant im August 2015 ein Projekt, das auch erfahrene Bergläufer mit großem Respekt betrachten. Er wird im Berchtesgadener Land 30 Gipfel der nördliche Kalkalpen über 125 Kilometer in herausforderndem Gelände, davon 40 Kilometer auf Klettersteigen und technisch schwerstem, nicht gesicherten Gelände (Kletterstellen I/II.) mit gesamt 15.500 Höhenmeter Aufstieg und 15.500 Höhenmeter Abstieg in drei Tagen bewältigen.

Der Traum vom Naturerlebnis Berg. Vor 12 Jahren rauchte Andreas Wiesinger zwei Packungen Zigaretten am Tag. Sportlich und vor allem ein wahrer Naturfreak war Andi immer schon und mächtige Berge übten eine große Faszination auf ihn aus. Nach einer wegen Atemnot gescheiterten Bergtour auf das Zuckerhütl in den Stubaier Alpen und einem nächtlichen Asthmaanfall kam die für Andreas absolut schockierende Diagnose COPD! „Sie werden mit 40 Jahren überhaupt keine Berge mehr besteigen können und mit 50 Jahren nicht einmal mehr Treppen schaffen, wenn Sie so weitermachen. Hören Sie sofort auf zu rauchen und betreiben Sie keine anstrengenden Sportarten mehr“, bekam der Jenbacher von seinem Arzt zu hören. Mit dem Rauchen hörte Andreas Wiesinger auf, die Berge blieben aber sein begehrtes Ziel. Entgegen der damaligen Lehrmeinung begann Andreas mit Ausdauertraining – die Atemnot wurde weniger, die Ziele ambitionierter. Nach jahrelangem regelmäßigen Training in den Bergen begann Andreas wieder zu laufen. „Es ging mir beim Berggehen und Laufen immer um das für mich faszinierende Naturerlebnis Berge.  Festgehalten werden die Erlebnisse nicht nur im Kopf, sondern seit Beginn an auch in atemberaubenden Bildern.

Hirschwies mit Watzmann-Südspitze © Andreas Wiesinger/andi rennt

Hirschwies mit Watzmann-Südspitze © Andreas Wiesinger/andi rennt

Das Fotografieren – vor allem Panoramen – begleitet Andreas Wiesinger seit seinen ersten Bergtouren in jungen Jahren.weiterlesen

Lisa-Graf-Riemann

Vom Hochkönig ins Steinerne Meer

 von Lisa
Die-übergossene-Alm

Die übergossene Alm: Gletscher am Hochkönig

Auf dem Dach der Berchtesgadener Alpen

Eine Überschreitung hat schon etwas Majestätisches. Nun sind weder der Hochkönig noch das Steinerne Meer das Dach der Welt, aber mit seinen 2.941 Metern ist der Hochkönig immerhin der höchste Gebirgsstock der Berchtesgadener Alpen und kratzt schon an der 3000er-Marke. Sein Gletscher, die Übergossene Alm, schrumpft dahin, ist aber von vielen Berchtesgadener Gipfeln, auch vom Untersberg aus gut sichtbar.

Über die Ostpreußenhütte auf dem Hochkönig

Am  Wochenende haben wir das Abenteuer Überschreitung angepackt. Startpunkt war die Dielalm bei Werfen, von dort Aufstieg zur Ostpreußenhütte, die zwei Tage ohne Strom und Wasser gewesen war. Kurz vor unserem Eintreffen hatte ein Helfer den Generator wieder zum Laufen gebracht, was uns ein gekühltes Radler zur Begrüßung bescherte. Der Aufstieg zum Hochkönig-Gipfel war lang, aber unschwer. Im Matrashaus sind im August so gut wie alle Lagerplätze belegt, die Versorgung klappt dennoch wie am Schnürchen. Aufbruch nächsten Morgen um 6 Uhr 30 – aber doch viel zu spät, wie sich herausstellte.

Biwakschachtel am Wildalmkircherl

Wir nahmen den Herzogsteig, um die luftige Gratüberschreitung am Hochseiler zu umgehen, stiegen über Gletscher- und Schneefelder hinab und umkraxelten auf Leitern und einigen seilversicherten  Passagen einen Felsstock, um am späteren Vormittag zur Torscharte zu gelangen, dem Übergang zum Steinernen Meer. Vor dort glaubten wir den Wegweisern, dass wir in 2 Stunden an der Biwakschachtel am Wildalmkirchl sein würden.  Dazwischen lagen aber 3 Auf- und Abstiege, eine völlig unvermutet auftauchende Gratüberschreitung und ein weiterer Gipfel, das Brandhorn (2.609 m). Vielleicht gibt es Menschen, die die Strecke in 2 Stunden schaffen, wir gehörten aber nicht dazu.

 

Es war schon nach 16 Uhr, als wir die  wirklich hübsche und komfortable Biwakschachtel der AV-Sektion Maria Alm erreichten. Dort blieben wir und teilten uns zu zwölft die 8 vorhandenen Schlafplätze. Eine Frau schlief auf 4 aneinandergestellten Hockern – und angeblich gar nicht schlecht. Decken waren ausreichend vorhanden, es wurde Schnee in Eimern geschmolzen und bei Sonnenuntergang war natürliche Bettruhe.

Durch das Steinerne Meer zum Königssee

Ab der Biwakschachtel war die Überschreitung am nächsten Tag nur mehr ein Vergnügen. Wir wanderten auf einsamen Pfaden Richtung Kärlingerhaus. Ein Bad im Funtensee und ein Germknödel in der Hütte gingen sich aus. Dann stiegen wir am Nachmittag durch die Saugasse ab zum Königssee und nahmen das Schiff zurück nach Schönau.

Fazit: Eine schöne Tour für ausdauernde Wanderer, mit einigen Magenkitzlern. Frühaufsteher und Schnellgeher sind klar im Vorteil. Wobei ich persönlich meine erste Nacht in einer Biwakschachtel auf keinen Fall missen möchte.