Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

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Schlagwort: Hochschlegl
Sabrina Moriggl

Predigtstuhl Überschreitung

 von Sabrina
Predigtstuhl_1

Blick auf den Predigtstuhl und Salach.

Predigtstuhl Überschreitung über steinerne Agnes

Schon lange stand der Predigtstuhl auf meiner Liste. Als Einheimische noch nie dort oben gewesen zu sein hat mich immer etwas beschämt. Wie gern wollte ich einmal mit der Seilbahn fahren, aber selbst mit der Einladung auf einen Kaffee konnte ich meine Mutter nicht für die älterste, in Original erhaltene Seilbahn der Welt begeistern. Alleine fahren fand ich langweilig und 22,- Euro für den Spaß zu teuer. Blieb nur der Fußweg. Oft bin ich in den letzten Jahren den Dötzenkopf rauf und runter und hab nach einen Pfad zum Predigtstuhl Ausschau gehalten. Gefunden hab ich ihn trotz Karte nie. Doch letztes Jahr – ich ging mit Helga und Matthias zur steinernen Agnes, wies das Schild dort weiter zum Predigtstuhl. Das behielt ich im Hinterkopf – die Agnes würde mir den Weg hinauf zum Predigtstuhl sichern. Dieses Vorhaben ließ mich nicht mehr los. Und erst vor ein paar Wochen saß ich auf der Terrasse der Tagesbar vom Juhasz, zeigte mit dem Finger zum Predigtstuhl und erklärte entschlossen einer Bekannten. »Da aufi mag i heuer gehen.«

 

Jetzt war die Zeit reif. Ich wollte, musste hoch – es galt mir selbst etwas zu beweisen. Von Freilassing aus kommend über den Hammerauer Berg erstreckt sich eindrucksvoll das Lattengebirge. Ein mulmiges Gefühl beschlich mich. Meine Kondition lag im bescheidenen Bereich im Vergleich zur damaligen Agnesbesteigung – und haben wir damals nicht auch ein wenig gejammert, weil es zwei Stunden permanent aufwärts ging? Kurzentschlossen, um acht Uhr früh, entscheidet sich meine Freundin Ursi mitzukommen, wodurch ein Vorteil klar auf der Hand lag: zwei Autos. Ich parkte meines bei der Predigtstuhlbahn, hüpfte in Ursis VW und zusammen fuhren wir nach Hallthurm zum Wanderparkplatz. Der Plan simpel: Rauf zur Agnes, rüber zum Predigtstuhl, mit der Seilbahn runter. Statt den Bus mein Auto nehmen und Ursis Auto holen. Gesagt getan. Der Aufstieg zur Agnes hatte nichts an seiner schweißtreibenden Steigung verloren. Der erste Aussichtspunkt versöhnt jedoch mit einem tollen Blick hinab ins Land.

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Auf dem Weg zum Predigtstuhl

Als wir unterhalb der Agnes ankommen, wartet dort bereits eine Gruppe Wanderer. Wir bleiben für einen kurzen Plausch und beschließen für unsere Rast einen etwas ruhigeren Ort aufzusuchen. Also weiter des Weges. Ein umgeknickter Baum ragt mit seinen Ästen über den Weg und zaubert einen verwunschenen Durchgang. Seine noch grünen Blätter streifen unsere Köpfe. Den weichen Trampelweg am Hang folgend umgibt uns eine wunderbare Aussicht auf die Berge.

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Aussicht auf die Berge

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Predigtstuhlbahn Bad Reichenhall

Predigtstuhlbahn

Die Sommerferien sind angebrochen und wieder wird bewiesen, dass Bayern (gerade Oberbayern) eines der beliebtesten Ferienziele ist. Dazu gehört auch das Berchtesgadener Land. Gerade die beliebtesten Ausflugsziele wie das Kehlsteinhaus, der Jenner oder St. Bartholomä erinnern dann eher weniger an Alpenidylle. Besonders begehrt sind diese Ausflugsziele zu den derzeiten Rekordtemparaturen über 30°. Körperliche Anstrengugen zur Mittagszeit sind gerade bei dieser Hitze nicht besonders zu empfehlen.

So mussten meine Eltern, die mir hier im Berchtesgadener Talkessel einen Besuch abstatten und ich überlegen, wie wir ein Berg- und Naturerlebnis ohne große Anstrengungen erfahren können. Da fiel mir der Predigtstuhl ein. Dort führt die älteste, noch im Original erhaltene Seilbahn der Welt hinauf (Baujahr 1925 – 1928). Tickets habe ich bequem über Kombiticket24 gekauft. Die Predigtstuhlbahn befindet sich im Bad Reichenhaller Ortsteil Kirchberg. Sowohl mit dem Auto als auch mit der Berchtesgadener Land Bahn ist die Predigtstuhlbahn leicht zu erreichen. Da meine Eltern vor Ort sind, findet die Anreise mit dem Auto statt. Schon jetzt am frühen Vormittag ist der Parkplatz ziemlich voll. Ohje! In der Wartehalle und schon mehrere Meter vor dem Eingang hat sich eine Warteschlange gebildet. Mein Vater ist nicht gerade begeistert und hat es schwer sich anzustellen und sich in Geduld zu üben. Doch nach 30 Minuten warten wird er sehen, dass es sich gelohnt hat. Bis dahin – ruhig Blut. In der Warteschlange sehe ich Menschen jedes Alters. Von Familien mit ihren Kindern bis hin zu Personen weit über 70. Die Aufstiegshilfe Predigtstuhlbahn scheint sich auch nach so langer Zeit des Bestehens großer Beliebtheit zu erfreuen. Aufgrund des großen Andranges fährt heute die Bahn im 10 Minuten-Takt. Üblich ist ein 30 Minuten-Takt.

Wir sind gespannt was uns oben erwartet, denn keiner von uns war jemals am Predigtstuhl gewesen. Der Plan durch eine Seilbahnfahrt mal nicht total nass geschwitzt zu sein geht leider nicht auf. Durch das Anstehen in der nicht klimatisierten Wartehalle sind alle total verschwitzt. Endlich ist es dann soweit. 20 Personen werden in eine Kabine ‚gesteckt‘. Gedanken über Massenabfertigung verschiebe ich schnell wieder, denn es geht bergauf und schon bieten sich wunderbare Ausblicke. Vom Saalachsee zum wilden Kaiser, Untersberg, Reiter Alm und Hochstaufen. Während der Fahrt gibt ein Mitarbeiter der Predigtstuhlbahn Informationen zu technischen Details und klärt auf welche Berge und Seen von hier aus zu sehen sind.

Tiefblick Bad Reichenhall

Tiefblick vom Predigtstuhl nach Bad Reichenhall

Nach 8 Minuten ist die Fahrt dann schon wieder vorbei und man kommt in den 70igern an. Wir haben also eine Zeitreise gemacht. Die Wartehalle der Bergstation und die Außenfassade beziehungsweise der Baustil der Bergstation erinnert sehr an die 70iger Jahre. Ein Blick in das Bergstationsrestaurant und man kommt wieder in der Neuzeit an!

urige Wegweiser am Predigtstuhl

urige Wegweiser am Predigtstuhl

Für uns geht es zuerst zum Gipfelkreuz, welches in wenigen Gehminuten von der Bergstation erreicht ist.weiterlesen