St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Schlagwort: Hubert Ilsanker
Sepp Wurm

25 Jahre Oxn-Aug’n Trio

 von Sepp
Das Oxn-Aug'n Trio: Michael Rasp, Hubert Ilsanker, Helmut

Das Oxn-Aug’n Trio: Michael Rasp, Hubert Ilsanker, Helmut Keilwerth

Seit 1990 sorgen die drei Musikanten Hubert Ilsanker – auch bekannt als Bergbrenner Hubsi, Helmut Keilwerth und Michael Rasp als Oxn-Aug’n Trio für Humor und beste Unterhaltung. In diesen nunmehr 25 Jahren scharte sich eine große Fangemeinde um das originale Volksmusik Trio. Unzählige Auftritte im Berchtesgadener Land: Heimatabende, Maifeiern, Bierzelte und viele mehr haben den Ruf der Oxn-Aug’n als Stimmungskanonen etabliert. Nicht nur die Einheimischen, besonders auch die Gäste im Berchtesgadener Land haben die Musik der drei Vollblut-Musikanten zu lieben gelernt. Acht Tonträger, früher noch in Form von Musikkassetten, dann CDs, verbreiteten das Liedgut des Oxn-Aug’n Trios in die Welt! Besonders im Norden Deutschlands haben die Oxn-Aug’n viele Fans, die mit der Musik des Trios viele Erinnerungen an ihre Urlaube in Bayern verbinden.weiterlesen »

Lisa-Graf-Riemann

Wenn ein Bergbrenner ein Buch schreibt

 von Lisa

Man begegnet immer wieder Leuten, die behaupten, sie hätten ja so viel zu erzählen aus ihrem ereignisreichen Leben. Wenn sie das alles einmal aufschreiben würden, das würde ein Bestseller werden, todsicher. Als müssten sie sich nur einmal hinsetzen und mit dem Schreiben anfangen. Als könne jeder schreiben, der einen Bleistift halten und damit Buchstaben aufs Papier kritzeln kann. Die Verlage veröffentlichen doch so viel Schund, sagen sie. Ihr Buch dagegen würde bei den Lesern einschlagen wie eine Granate.

 

Ich sag dann in so einem Fall: Ja, dann setz dich doch mal hin, mach einen groben Plan und fang an. Wenn du die ersten 20 Seiten hast, schau ich sie mir gern an. Und dann hör ich nie wieder was von dem Bestsellerautor oder der Autorin.
Dass Schreiben auch eine Kunst ist, die noch dazu eine Heidenarbeit macht, das hat Hubert Ilsanker, der schreibende Bergbrenner, schon gemerkt beim Verfassen seines 350-Seiten-Buches und dass er sich Mühe gegeben hat, das wiederum merkt man dem Ergebnis an. Auch, dass der Autor Respekt hat vor anderen Schriftstellern, deren Bücher er staunend gelesen hat, Hermann Hesse zum Beispiel.

 


Was mir an seinem Buch noch gefällt, ist die tiefe Naturverbundenheit, die es vermittelt ohne kitschig zu werden, das Wissen über Pflanzen, Tiere, Landschaften und natürlich den Schnaps und die traditionellen Verfahren seiner Herstellung, die er mit seinen Lesern teilt. Oder das Gefühl von Geborgenheit, das er beschreibt, in der Gemeinschaft der Wurzengraber, Holzarbeiter, Handwerker, Förster – eine reine Männerwelt, und doch sind die Frauen auch präsent, irgendwie indirekt.

 

Manche Passagen sind sehr komisch, zum Beispiel das Kapitel „Kampf Mann gegen Maus“, wo der Bergbrenner beschreibt, wie er mit wechselhaftem Erfolg gegen die Mäuseplage in seiner Hütte vorgeht. Und er berichtet nicht nur von seinen Heldentaten, sondern scheut sich nicht, von Fehlern zu berichten, die auch dem Umsichtigsten und Erfahrensten unterlaufen.

 

Deshalb: Prädikat lesenswert, zumal für alle, die wissen – oder wissen wollen – wo die Priesbergalm liegt und was ein Pannonischer Enzian ist. Hubert Ilsankers Selbstgebrannten Enzian gibt’s – falls es jemand noch nicht weiß –  bei der Enzianbrennerei Grassl in der Unterau.