Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Mario Guggenberger
Lisa-Graf-Riemann

Auf den ersten Blick…

 von Lisa
In der Werkstatt des Lederhosenmachers Engelbert Aigner

In der Werkstatt des Lederhosenmachers

…sieht diese Werkstatt aus wie eine Puppenstube. Aber da sitzt ein ausgewachsener junger Mann über sein Arbeitsstück gebeugt, mit der Aussicht auf die Berchtesgadener Fußgängerzone im Rücken, der einen Beruf ausübt, der ihm sichtbar Freude macht und über den er auch ganz viel erzählen kann. Es ist der ausgesprochen fesche Lederhosenmacher Engelbert Aigner, der sein Handwerk auf die gleiche Weise und mit denselben Werkzeugen ausübt, wie es schon seine Vorgänger vor Jahrzehnten und womöglich Jahrhunderten getan haben. Eine Stunde hat er sich für uns Zeit genommen, morgens um acht, bevor er seinen Laden aufsperrt, und uns die einzelnen Schritte gezeigt und erklärt, wie von einem besonders weichen, “sämisch” gegerbten Hirschfell eine maßgeschneiderte und aufwändig per Hand bestickte, einmalige Lederhose entsteht. Ein Unikat, das ihren Träger durch sein ganzes Leben begleitet, und sogar an Söhne und Enkel vererbt wird.

Das Hirschfell wird gebügelt

Das Hirschfell wird gebügelt

Zwei Hirschen braucht man für eine Lederhose, weil nur der mittlere Kern eines Hirschfells verarbeitet wird. Am Anfang ist das Leder dunkel, schwarz oder braun, mit der Zeit wird es immer heller. Ist das Maß eines Lederhosen-Aspiranten einmal genommen, werden die Lederteile maßgenau mit einem Zeichenbein aus Kuhhorn – das der Guggenberger Mario aus Berchtesgaden fertigt – angezeichnet und zugeschnitten.

Schnitt anzeichnen mit dem Zeichenbein

Schnitt anzeichnen mit dem Zeichenbein

Alle Teile, die bestickt werden, werden auf Papier oder Leinen aufgebügelt, damit sie sich beim Sticken nicht verziehen. Dazwischen kommt eine dünne Schicht handgemachter Leim aus Roggenmehl und heißem Wasser.weiterlesen