St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Schlagwort: Nebel
Sepp Wurm

Grünstein im Nebel

 von Sepp
^Das Grünstein Gipfelkreuz im Nebel

Das Grünstein Gipfelkreuz im Nebel

Der Grünstein ist einer der aussichtsreichsten Gipfel, die man schnell erreichen kann. Die grandiose Aussicht auf Königssee und Watzmann, der Klettersteig (zurzeit geschlossen) und die etwas unterhalb des Gipfels gelegene Grünsteinhütte machen den Berg so beliebt, nur selten hat man den Gipfel für sich.

Ich war heute auch mal wieder auf dem Grünstein: Es ist Sonntag und ich habe lange geschlafen, es ist schon 12 Uhr als ich am Parkplatz Hammerstiel losgehe. Die ersten paar Meter durch den Wald sind etwas eisig, doch als der Weg auf die Forststraße einzweigt, ist von Eis nichts mehr zu sehen. Auch auf dem Waldsteig, der die Serpentinen der Forststraße abkürzt, ist es sehr gut zu gehen: Stellenweise liegt etwas Schnee, doch stellt der Untergrund kein Problem dar. Nach der Grünsteinhütte führt der Wanderweg stellenweise an einem Abbruch entlang, der den Blick zum Königssee preisgibt. Allerdings wird nach oben hin der Nebel immer dichter. Als ich auf dem Gipfel Plateau ankomme, sehe ich das Gipfelkreuz am Ausstieg des Klettersteigs schon in dichtem Nebel. In Richtung Nordosten ist es etwas heller, doch „Aussicht“ kann man den Blick heute nicht nennen. weiterlesen »

Toni

Herbsttour auf die Schlafende Hexe

 von Toni

Wandern auf Caspar David Friedrichs Spuren

Eine dichte Wolkendecke liegt tief über dem Berchtesgadener Talkessel, als wir am Wanderparkplatz Hallthurm zu einer Nachmittagstour starten. Erst geht es auf der breiten Forststraße ein kurzes Stück durch Fichtenwald, dann bald an einem Wegweiser zu einem steilen Pfad Richtung Rotofenscharte. Der Steig führt über Wurzeln und Steine in engen Serpentinen den Hang hinauf, während alle Geräusche vom dichten Nebel gedämpft werden und Kondenswasser von den Kiefern auf uns herabtropft. An einer kleinen Quelle werden die Trinkflaschen aufgefüllt, dann führt der Weg durch zwei Dolomit-Rinnen mit kurzer Drahtseilsicherung und über ein letztes Steilstück mit vielen glitschigen Treppenstufen umgeben von Buchenwald hinauf in die Rotofenscharte – der Lücke zwischen Kinn und Brust der berühmten Schlafenden Hexe.

 

Kletterei auf den Gipfel

Links von uns ragen im Dunst die nur mit Kletterausrüstung erreichbaren Gipfel des Kinns und der Nase der schlafenden Hexe auf, und geradeaus führt der markierte Weg weiter zur ebenso bekannten Steinernen Agnes, doch wir halten uns nun rechts.

Das Lattengebirge im Nebel

Das Lattengebirge im Nebel

Auf einem ausgetretenen Trampelpfad nähern wir uns den Felswänden der Hexenbrust und stellen erfreut fest, dass das Gestein überraschend trocken ist und guten Halt bietet – unerlässlich für die nun folgende Kletterei auf den Gipfel. Eine Steilrinne zwischen Latschen und Wiesenstücken muss hier überwunden werden, wobei der Fels mit seinen großen Griffen und Tritten gut kletterbar ist. Dennoch klopfen wir jeden Griff vor der Belastung sorgfältig ab und meiden lockere Brocken, da ein ausbrechender Stein in diesem fast senkrechten Gelände üble Folgen hätte. Dass wir hier als Menschen eigentlich nichts zu suchen haben, sondern uns ins Reich der Gämsen vorwagen, erkennen wir nun auf Schritt und Tritt: überall liegt frische Gamslosung herum und in der Luft liegt ein moschusartiger, „bockiger“ Geruch. Die Kletterkünstler können also nicht weit sein, sind im Nebel aber nicht zu entdecken.Nach der kurzen aber mühsamen Kraxelei kommen wir nun endlich auf den Gipfelgrat. An beiden Seiten brechen die Wände in die Tiefe hinab und ein teils nur handtuchbreiter Felsstreifen führt hinauf zum Gipfelkreuz der Brust der schlafenden Hexe, die auch unter Signalkopf, Bayrischer Löwe oder Mittlerer Rotofenturm bekannt ist.

Blick zum Staufen

Blick zum Staufen

 

Aussicht über das Nebelmeer

Oben angekommen schreiben wir uns ins Gipfelbuch ein, halten im Nebel Ausschau nach erkennbaren Bergspitzen und können unser Glück kaum fassen, als es nach wenigen Minuten aufreißt. Der Wind treibt Wolkenschleier hinauf, die Sonne hilft von oben nach und schließlich ragt unsere Felsspitze gerade einmal zehn Meter weit aus der endlosen Nebelfläche heraus! Sofort fühlen wir uns wie der „Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich. weiterlesen »