Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: St. Bartholomä

Morgendlicher Herbstspaziergang am Königssee

 von Sarah

Die Bootwerften auf dem Königssee

Wir alle kennen den Stress des Alltags und die damit verbundene Erschöpfung und Trägheit unseres Körpers. Auch der Geist sehnt sich in solchen Momenten oftmals nach Ruhe und Sinnespflege. Wie sollte dies besser funktionieren als mit einem morgendlichen Herbstspaziergang am Königssee? Im Gepäck mit Kaffee und Stuck mache ich mich an einem sonnigen, kühlen Donnerstagmorgen auf den Weg….

Ich beginne meinen Spaziergang am Parkplatz des sogenannten ,,Echostüberls“ am Königssee. Hier habe ich bereits einen tollen, ersten Blick auf den See und werde Zeuge des morgendlichen Nebels, der den See in seinem weiteren Verlauf noch zu verdecken scheint.

Ausblick auf die Christlieger vom Parkplatz ,,Echostüberl“ am Königssee

Die Nebensaison hat nun begonnen und das ist insbesondere an tourismusstarken Orten wie dem Königssee spürbar: Es herrscht eine ruhigere, überschaubarere Atmosphäre als noch vor einigen Monaten im Hochsommer. Auch heute werden wieder etliche Menschen den Königssee mit Elektrobooten überqueren – die Masse dessen bleibt jedoch aus.

Gemütlich, dennoch schnellen Schrittes gehe ich in Richtung Bootswerften um dann an meinem ersten Aussichtspunkt, dem Malerwinkl, zu rasten. Meine Vermutung des Nebels wird an dieser Stelle bestätigt und so bewundere ich das langsame Schauspiel, was sich mir bietet: Minute um Minute steigt der Nebel höher, wird durchlässiger – bis er sich schließlich auflöst und ich St. Bartholomä erblicken kann.weiterlesen

beim Hundstodgatterl © Ann-Kathrin Helbig

beim Hundstodgatterl © Ann-Kathrin Helbig

Hüttentouren erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Und so kommt es, dass ein Großteil der Berghütten hier in den Berchtesgadener Alpen zum Teil schon ausgebucht sind für Übernachtungen. Doch, was heißt das genau? Was wenn ich auf das Geradewohl vorbei komme – werde ich dann weggeschickt? Brauche ich dann einen Schlafsack? Was soll ich mitnehmen auf meine Hüttentour?

All diese Fragen werde ich euch beantworten. Ehrlich und konkret. Danach folgt eine Beschreibung einer 2-Tagestour durch das Steinere Meer, die ich vor kurzem gegangen bin.

Fangen wir mal beim Rucksack an. Was wollt ihr eigentlich mit euren 60 Liter Rucksäcken, die schon über dem Kopf überhängen? Vollkommen unnötig! Außer ihr wollt nun die ganze Sommersaison in einer Berghütte verbringen! In den Rucksack soll ein dicker Pulli, eine dicke Jacke, eine Windjacke (super klein faltbar), T-Shirts, Tops, Unterwäsche, Socken, eine Wechselhose und vielleicht Shorts. Zu Essen reichen Müsli-Rigel und dafür eine große mind. 1,5-Liter Flasche die nachfüllbar ist. In den Berghütten kann man sehr gut essen. Denn Gewinn machen die Berghütten nur durch die Konsumation von Essen/Getränken. Alpenvereinshütten müssen einen Großteil der Übernachtungsgebühr an den deutschen Alpenverein abführen. Apropo Alpenverein: Berghütten des Alpenvereines sind auch Schutzhütten, was bedeutet ist ein Abstieg ins Tal nicht mehr zumutbar, so kommt ihr sicher im Notlager oder sogar im Gastraum auf einer Matratze unter. Ihr werdet nicht vor die Haustüre geschickt am Abend. Am Wochenende sind die Berghütten immer heillos überfüllt. Macht eure Hüttentour doch besser unter der Woche. Und was wollt ihr mit euren Zelten, Isomatten und Schlafsäcken?! Campieren ist im Nationalpark Berchtesgaden strengstens verboten! Wer erwischt wird, muss mit einer Anzeige rechnen. In den Berghütten gibt es sowohl im Matratzenlager, als auch in den Bettenlager genügend Decken und Kissen. Ihr braucht nur ein Inlett, also Hüttenschlafsack. Diese können in vielen Hütten geliehen werden oder kostengünstig gekauft werden. Das Packmaß ist winzig.

Also hier nochmal zusammengefasst:

  1. Den Rucksack minimalistisch packen. In der Regel reicht ein 30 Liter Rucksack für 3-4 Tage
  2. In den Berghütten Essen/Trinken konsumieren
  3.  Tour besser unter der Woche machen, da sonst schlafen in einer heillos überfüllten Hütte
  4. Campieren verboten! Zelt, Isomatte und Schlafsack zu Hause lassen.

So, jetzt kennt ihr euch aus.
Jetzt fragt ihr euch wieso redet die denn so schlau daher? Ganz einfach: Ich habe selbst schon in einer Berghütte gearbeitet, bin mehrmals die Woche in den Bergen unterwegs und beruflich im Tourismus tätig. Deswegen kommen hier auch ein paar Tipps und eine Tour, die ich vor kurzem machte als Beispiel.

Ein ehrlicher Guide durch das steinere Meer (denn wusstet ihr was blaue Linie im steinerne Meer bedeuten?!).

Tag 1:
Oft werde ich gefragt wohin mit dem Auto, wenn der Start nicht gleich der Endpunkt ist. Dazu rate ich immer die Tour zu einer Rundtour zu machen oder den Endpunkt so zu legen, dass man Mithilfe des ÖPNV zum Auto zurück gelangt. So auch heute. Das Auto lasse ich zu Hause in Schönau am Königssee (alternativ Mehrtagesticket am Automaten am Großparkplatz Königssee lösen). Mit dem ersten Schiff fahre ich bis zur Halbinsel St. Bartholomä. Mir wird wieder bewusst, dass ich am schönsten See Deutschlands lebe. An der Halbinsel angekommen biege ich gleich nach links und folge der Beschilderung Kärlingerhaus. Ausgeschildert ist es hier mit 5 Stunden für den Aufstieg über Saugasse zum Funtensee. Ehrlich gesagt kenne ich niemaden, der so lange brauchte. Der Druchschnitt is 3-3,5 Stunden. Meinen Kreislauf treibe ich gleich hoch indem ich das Tempo hoch anziehe. Denn nicht nur das Kärlingerhaus ist mein heutiges Ziel sondern auch 2 Gipfel. Also zack zack am Ufer entlang, steile schweißtreibende Kehren bis ins Schrainbachtal, dann flach am Schrainbach entlang und dann bin ich direkt vor ihr: der Saugasse. Ihr Ruf ist deutlich schlechter als sie ist. Das Ungewöhnliche an der Saugasse ist nur, dass man viele Höhenmeter über einige Spitzkehren macht. Der Endspurt nach der Saugasse zieht sich. Nach 2,5 Stunden habe ich das Kärlingerhaus erreicht. Die Haxen sind auf Autopilot, mein Kreislauf hasst mich gerade. Viel Wasser und zuckerhaltiges Essen brauche ich. Denn nun geht es weiter zum Gipfel des Viehkogels. Es geht steil und über mehrere Schuttrinnen bergauf. Man durchquert das wilde Viehkogeltal. 1 Stunde 45 Minuten dauert der Aufstieg.

Viehkogeltalhütte © Ann-Kathrin Helbig

Viehkogeltalhütte © Ann-Kathrin Helbig

NUN EINE INFO, DIE ES IN KAUM EINEM WANDERFÜHRER GIBT: Wenn ihr über das Viehkogeltal zum Riemannhaus wollt, dann müst ihr hinter der Viehkogeltalhütte den blauen Linien nach rechts folgen. Nicht den roten Punkten! Denn die roten Punkte führen zum Gifel des Viehkogel. Aber Achtung oft bedeuten blaue Linien, dass dort der Weg zum Gipfel führt. Vor allem auf österreichischer Seite des stenernen Meeres. Bitte im steinernen Meer oft auch auf den Boden achten. Denn dort findet man gesprayed oder mit Edding auf Stein geschrieben die Richtung. Es gibt im stenernen Meer kaum Wegweiser.

Nach dem letzten, sehr schottrigen Steilaufschwung habe ich die Gipfelwiese des Viehkogels erreicht. Dieser Gipfel bietet tolle Blicke zu den Funtenseetauern und auf das steinerne Meer. Der Abstieg erfolgt über den Aufstiegsweg. Da der Weg doch recht rutschig ist, empfieht sich hier Trekkingstöcke zu nutzen.

Viehkogel © Ann-Kathrin Helbig

Viehkogel © Ann-Kathrin Helbig

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Ein Paradies auf Erden: Der Königssee in Bildern

 von Sarah
Die Bootswerften Königssee am Morgen

Die Bootswerften Königssee am Morgen

Mit einem Umfang von 20 Kilometern und einer Fläche von 5,22 km² ist er nicht der größte, jedoch definitiv einer der schönsten Seen Deutschlands: Der Königssee.

Ganz verschwommen existierten in meinem Kopf die Bilder eines Sees, dessen Ufer am Seegelände bereits in Kindheitstagen große Wirkung auf mich erzielte. Als ich im Jahre 2015 nach Schönau reiste um die Beendigung meines Studiums zu zelebrieren, wurden die surrealen Kindheitsimpressionen aufgefrischt und um neue, tiefgehende Gefühle erweitert: Meine Zugeneigtheit zum Königssee.

Ummantelt von hohen und steilen Felswänden liegt er da, am Fuße des Watzmannes und inmitten des Nationalpark Berchtesgaden. Sein Wasser ist aufgrund von, im Wasser aufgelöstem Kalkgestein grün, bzw. türkisfarbend und mit einer maximalen Tiefe von 190 Metern ist er der tiefste See Deutschlands.

Auf dem Königssee: Mittig zu sehen die Schönfeldspitze

Auf dem Königssee: Mittig zu sehen die Schönfeldspitze

Der Ursprung des Sees liegt historisch gesehen weit zurück – ein Exkurs in die letzte Eiszeit ist von Nöten um die Entstehung festhalten zu können. Gebildet aus einem Gletscher des Steinernen Meeres und einer damals bestehenden Endmorände im Ort Schönau ergab sich die Bildung des heutigen Königssees – der seinen Namen vermutlich dank des Vornamens ,,Kuno“ trägt. Solchen trugen im Zuge der Fürstprobstei Berchtesgaden einige bedeutende Persönlichkeiten.weiterlesen

Wenn es Nacht wird auf St. Bartholomä

 von Sepp
Abendruhe an den Bootsgaragen am Königssee

Abendruhe an den Bootsgaragen am Königssee

Berchtesgadener Kulturschmankerl: Die Königsserenade

Wenn Ihr den Königssee und die Halbinsel mit der weltberühmten Wallfahrtskirche St. Bartholomä mal ganz anders erleben wollt, habe ich einen besonderen Tipp für Euch: Die Königsserenade!

Sobald die letzten Schiffe in den Bootsgaragen an der Seelände festmachen, kehrt Ruhe ein am tagsüber so belebten See. Ganz still liegt er da zwischen den steilen Felswänden der Berchtesgadener Alpen: Unser Königssee! Die Halbinsel Hirschau mit der Kirche St. Bartholomä ist dann von der Zivilisation abgeschnitten. Zu Fuß kommt man dort nicht hin (oder nur sehr alpin)! Ihr könnt aber dennoch die unglaubliche Ruhe und Erhabenheit dieses Ortes entdecken: Und zwar bei der Königsserenade, einer abendlichen Erlebnisfahrt über den Königssee!

Die Königsserenade ist ein echtes Berchtesgadener Kulturschmankerl: Schon die Fahrt in die Dämmerung mit dem lautlosen Elektroboot über den spiegelglatten See ist ein echtes Erlebnis. In der Wallfahrtskirche St. Bartholomä auf der Halbinsel Hirschau erwartet euch anschließend ein exclusives Konzert mit Bläsern, Stub’n-Musi und Gesang. In der historischen Gaststätte St. Bartholomä werdet Ihr danach bei musikalischer Begleitung mit einem 4-Gänge-Menü verwöhnt.

Königsserenade: St. Bartholomä am Abend erleben

Königsserenade: St. Bartholomä am Abend erleben

Königsserenade am 14. Juli 2017: Romantische Abendfahrt über den Königssee

Am Freitag, den 14. Juli, habt Ihr die Möglichkeit, im Rahmen der Berchtesgadener Kulturschmankerl den Königssee von seiner schönsten Seite zu erleben. Der Abend wird folgendermaßen ablaufen:weiterlesen

Winterwanderung zur Archenkanzel

 von Sepp
Tiefblick von der Archenkanzel nach St. Bartholomä und den fast zugefrorenen Königssee

Tiefblick von der Archenkanzel nach St. Bartholomä und den fast zugefrorenen Königssee

Heute war mal wieder ein absoluter Traumtag mit Sonne satt und angenehm warmen Temperaturen. Und während im Tal schon fast Frühlingsgefühle aufkommen, herrscht in den Bergen noch tiefer Winter. Ich habe das Wetter zu einer Winterwanderung zur Archenkanzel, dem wunderbaren Aussichtspunkt über dem Königssee, genutzt.

Vom Parkplatz Hammerstiel in Schönau wandere ich auf dem bekannten Weg in Richtung Schapbachalm. Dieser Weg wird im Winter von zahlreichen Skitourengehen und Schneeschuhwanderern begangen, für deren Sicherheit sorgt seit neuestem eine Station zu Überprüfung der LVS-Geräte am Hammerstiel. Ich habe weder Ski noch Schneeschuhe an den Füßen, doch der Weg ist gut zu gehen. So erreiche ich durch den Wald zügig die Schapbachalm.

Kaser auf der Schapbachalm

Kaser auf der Schapbachalm

Hinter den Bäumen lugt der Watzmann hervor. Das Watzmannkar zwischen großem und kleinem Watzmann ist heute das Ziel der meisten Skitourengeher. Ein paar von Ihnen treffe ich während meines Aufstiegs zur Schapbachalm.

Blick zum Watzmann von der Schapbachalm

Blick zum Watzmann von der Schapbachalm

Während die Skitourengeher an der sogenannten Benzinkurve in den Wald abbiegen und steil ins Kar aufsteigen folge ich dem geräumten Weg weiter zur Kührointalm. Trotz des Schnees kann ich den Wanderweg gehen, der die Forststraße abkürzt und erreiche Kühroint. Hier oben herrscht Bilderbuch-Winter: Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und eine schneebedeckte Landschaft aus Bergen, Wäldern und Almwiesen. Schöner kann’s gar nicht sein.

Winter auf der Kühroint Alm

Winter auf der Kühroint Alm

Ich bleibe allerdings nicht auf der Aalm, sondern gehe weiter in Richtung Archenkanzel. Der Weg ist zwar nicht geräumt, doch zahlreiche Spuren und die Markierungen der SalzAlpenTour Schönau weisen den Weg: Erst geht’s über die Almfläche und dann in den Wald.weiterlesen

Rosi Fürmann

Der Schrainbach-Wasserfall am Königssee

 von Rosi
der Schrainbachfall am Königssee

der Schrainbachfall am Königssee

Der Schrainbach-Wasserfall am Königsee

Eine leichte Wanderung führt von der Halbinsel Hirschau mit der so berühmten Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Königssee in rund einer halben Stunde nach hinten zum wildromantischen Schrainbachfall, dessen Wasser sich teils senkrecht in den Königssee ergießt.

der Schrainbachfall am Königssee

der Schrainbach-Wasserfall am Königssee

Die Wanderung führt auf sehr gut begehbarem Weg zuerst flach am See entlang, bis sie dann in ein paar Serpentinen hinaufführt zu den „wilden Wassern“ des Schrainbaches.

Der Königsee mit Bartholomä und Watzmann

Der Königssee mit der Kirche St. Bartholomä auf der Halbinsel Hirschau und im Hintergrund der Watzmannostwand

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Magischer Moment am Hocheck, die Sonne geht hinter dem Hochkalter unter

Magischer Moment am Hocheck, die Sonne geht hinter dem Hochkalter unter.

Magische Momente

Es sind diese magischen Momente, die mich immer wieder in die Berge ziehen. Oft auch zu ungewöhnlichen Tageszeiten. Für mich gibt es kaum berührendere Momente als ein Sonnenauf- oder -untergang auf einem hohen Gipfel. Wenn es im Tal schon (oder noch) dunkel ist und man oben von den letzten oder ersten Sonnenstrahlen des Tages gewärmt wird. Wenn man die Ruhe am Gipfel genießen kann und die Bergwelt rund um einen herum die unwirklichsten Farben annimmt. Wenn Mond und Sonne am Himmel gleichzeitig um die Wette strahlen und die Natur langsam aufwacht oder sich schlafen legt. Wenn man für ein paar Stunden denkt, man hätte die Welt für sich alleine…für mich das ultimative Naturerlebnis!

Als Schauplatz für solch ein magisches Naturerlebnis hatte ich mir am letzten Sonntag das Watzmann-Hocheck (2651m), den nördlichsten und niedrigsten der drei Watzmann-Gipfel, ausgesucht. Ich hoffte, dass der, für das Berchtesgadener Land vom Wetterbericht angekündigte, strahlende Sonnenschein bis zum Sonnenuntergang halten würde und die abendlichen Hitzegewitter sich der Vorhersage entsprechend lediglich über dem Alpenhauptkamm bilden würden. Die Wetterseiten waren sich nicht ganz einig darüber, es blieb bis zum Ende ein spannender Balanceakt am Himmel…

Vom Königssee über den Rinnkendlsteig zur Kührointhütte

Früh morgens ging es mit dem Boot über den Königssee nach St. Bartholomä, wo ich den, den offiziellen Angaben nach zusammengerechnet 8-stündigen Gewaltmarsch zum Hocheck startete. Neben des nötigen frühen Starts empfiehlt es sich aus zwei weiteren Gründen unbedingt das erste Boot zu nehmen. Erstens ist die Lichtstimmung auf dem Königssee morgens besonders schön und zweitens kann man so noch die Ruhe vor dem täglichen Touristensturm in St. Bartholomä genießen.

Überfahrt auf dem Königssee nach St. Bartholomä

Morgendliche Überfahrt auf dem Königssee nach St. Bartholomä.

Das Berchtesgadener Postkartenmotiv: St. Bartholomä vor der himmelhohen Watzmann-Ostwand

Das Berchtesgadener Postkartenmotiv: St. Bartholomä vor der himmelhohen Watzmann-Ostwand.

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Bayerische Seen entlang der Deutschen Alpenstraße

 von Sepp
Mystische Stimmung: Herbst auf St. Bartholomä am Königssee

Mystische Stimmung: Herbst auf St. Bartholomä am Königssee

Wo nicht nur Wasser und Berge von erster Qualität zeugen

Mitte Oktober besuchten 18 Schweizer Reiseveranstalter das Berchtesgadener Land. Gemeinsam mit anderen bayerischen Destinationen stellte man sich unter dem Titel „Bayerische Seen entlang der Deutschen Alpenstraße“ den anspruchsvollen Urlaubsprofis aus dem  Nachbarland vor.

Das Reiseprogramm setzte auf Erlebnisse an bekannten Seen und Bewegung in der Natur. Startpunkt der Reise war natürlich der Königssee, der die Besucher auch ohne strahlenden Sonnenschein  beeindruckte.  „Die mystische Stimmung, die roten Türme der Wallfahrtskirche und eine ausgezeichnete Brotzeit in St. Bartholomä begeisterten die Gäste“ beschreibt  Raphaela Anfang, die bei der Berchtesgadener Land Tourismus unter anderem für das Auslandsmarketing zuständig ist, die Stimmung.weiterlesen

Welcome to the moon – unsere Reise zum Mond!

 von Ann-Kathrin
Steppenlandschaft

Steppenlandschaft

Wem das Shuttle zum Mond zu teuer ist, für den habe ich eine kostengünstige Alternative: das steinerne Meer! Einer der wenigen Plätze in denen man sich so abgeschieden und weltfremd fühlt.

Meine beste Freundin aus Mannheim ist für ein paar Tage bei mir zu Besuch. Grund war nicht nur der Erholungswert sondern auch mein gut besuchter Vortrag am 3. Oktober im Haus der Berge. Für unsere Reise zum Mond mieten wir kein teueres Shuttle, sondern wir nutzen den öffentlichen Personennahverkehr. Mit der Linie 846 fahren wir bis Wimbachbrücke. Bevor es dann los geht zu unserer Expedition wird am neuen Geldautomaten am Parkplatz der Geldbeutel gefüllt (ganz umsonst ist die Reise zum Mond natürlich nicht).

Die Wimbachklamm lassen wir links liegen (wusstet ihr, dass das Trinkwasser der Berchtesgadener hier entspringt?!). Unsere Trekkingstöcke stellen wir ein und schon kann es los gehen. Schnellen Schrittes wollen wir die Wimbachgrieshütte erreichen. Laut gelben Wegesschild dauert es bis zur ersten Trink- und Esstation drei Stunden. Unser Ziel ist die Hälfte der Zeit. Meine Freundin betreibt Kraftsport, somit habe ich auch eine starke Begleitung für die Tour. Zwar ist es Montag und schon fast Nebensaison, aber trotzdem sind hier einige Wanderer unterwegs. Gut, wir sind aber auch eigentlich zu spät los für solch eine lange Tour. Erst um kurz vor halb 11 starteten wir.

Zwei junge Frauen, sportlich gekleidet (und nicht minder attraktiv) gehen schnellen Schrittes nebeneinander durch das Wimbachgries – das fällt auf! Dementsprechend können wir uns auch Sprüche wie „Sind Sie von der Firma eilig?“ anhören. Mein Konter: „Nein, wir sind von der Firma sportlich!“. Mittlerweile höre ich schon sehr lange solche Sprüche. Wieso kann sich das so mancher nicht einfach verkneifen? Wieso kann nicht jeder so gehen wie er will? Ist doch eigentlich egal, so lange man niemanden anderes gefährdet? Wir sind doch der Freiheit wegen in den Bergen und nicht weil uns andere etwas vorschreiben wollen! Für die Reise zum Mond muss man eben schnell unterwegs sein!

im Wimbachgries

im Wimbachgries

Zeitlich im Plan kommen wir bei unserer ersten Station, der Wimbachgrieshütte an. Auf dem Weg dorthin haben wir uns mit etwas ausgetrockneten Datteln gedopt. „Das sind Energiespender!“, sagt meine Freundin voller Überzeugung. Davon merke ich nichts. Zu dem Zeitpunkt unserer Reise zum Mond bin ich leider etwas geschwächt durch eine Angina. Dank der Pharmaindustrie kann ich einigermasen funktionieren (Bitte keine Meinungsäußerungen dazu, jeder wie er will). Bei der Wimbachgrieshütte dopen wir uns mit Suppe, Kaskrainer, Kartoffelsalat, Speckbrot und Kuchen. Das tut gut! Die Dattel-Weltraumnahrung heben wir für später auf.weiterlesen

Rosi Fürmann
Almabtrieb von der Saletalm über den Königssee an der Kirche St. Bartholomä mit Watzmannostwand vorbei zur Seelände und weiter in die Schönau

Almabtrieb von der Saletalm über den Königssee an der Kirche St. Bartholomä mit Watzmannostwand vorbei zur Seelände und weiter in die Schönau auf den Heimathof – © RoHa-Fotothek Fürmann 

Mit viel Wehmut nimmt sie Abschied von ihren Kühen und Kalbinnen und steht auf der Fahrt über den See mit dem Blick nach vorne gerichtet auf dem Landauer (großes Transportschiff mit ebenem Boden und flachem Zustieg). Zusammen mit den Bauersleuten des Rennerlehens Stefan und Brigitte Resch und den vielen Helfern bringt sie die Tiere von der Saletalm (am Südende des Königssees) zurück und hält stolz ihre wunderbare Fuikl in der Hand, mit der sie eine ihrer Kühe schmücken wird.

Almabtrieb von der Saletalm über den Königssee an der Kirche St. Bartholomä mit Watzmannostwand vorbei zur Seelände und weiter in die Schönau

Almabtrieb von der Saletalm über den Königssee an der Kirche St. Bartholomä mit Watzmannostwand vorbei zur Seelände und weiter in die Schönau auf den Heimathof – © RoHa-Fotothek Fürmann

Die 51-jährige Sennerin Christine Brüderl aus Laufen verbrachte ihren Almsommer mit den Tieren auf der von den Bauersleuten des Mooserlehens und Rennerlehens geteilten Saletalm, kümmerte sich um die Tiere, machte Butter und Käse und versorgte so manch hungrigen Wanderer.

Almabtrieb von der Saletalm über den Königssee an der Kirche St. Bartholomä mit Watzmannostwand vorbei zur Seelände und weiter in die Schönau
Almabtrieb von der Saletalm über den Königssee an der Kirche St. Bartholomä mit Watzmannostwand vorbei zur Seelände und weiter in die Schönau auf den Heimathof – © RoHa-Fotothek Fürmann

Die Fahrt über den glatten See an diesem einmaligen Herbsttag beendet für Mensch und Tier eine wunderbare Zeit an diesem nur von den Elektrobooten der Königsseeschifffahrt oder auf mühsamen Steigen über die Berge erreichbaren Fleckchen Erde. Jeden Abend, wenn das letzte Boot mit den Besuchern den Steg Richtung Bartholomä verlässt, dann sind es die Stille, die Ruhe, die Einsamkeit und das Zusammenspiel von Mensch und Natur, die die Stunden prägen und genossen werden wollen, bis der Weg im Herbst wieder zurückgeht in die Welt des „normalen Alltags“.

Almabtrieb von der Saletalm über den Königssee an der Kirche St. Bartholomä mit Watzmannostwand vorbei zur Seelände und weiter in die Schönau

Almabtrieb von der Saletalm über den Königssee an der Kirche St. Bartholomä mit Watzmannostwand vorbei zur Seelände und weiter in die Schönau auf den Heimathof – © RoHa-Fotothek Fürmann

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