St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Schlagwort: Steinberg

Auf einsamen Pfaden: Der Steinberg

 von Sarah

Bischofswiesen, 05:50 Uhr – der Wecker klingelt. Obwohl der Wetterbericht kein typisches Sommer-Sonnen-Wetter vorhersagte und auch der Blick aus dem Fenster von einer durchgezogenen Quellwolkenschicht getrübt ist, mache ich mich auf den Weg nach Ramsau. Das Ziel stellt heute der Steinberg im Hochkaltergebirge dar. Da ich bislang selten von solcher Tour gelesen oder gehört habe, möchte ich mich nun selbst kundig machen, was es mit diesem Steinberg auf sich hat.

Ich starte am Parkplatz Hintersee – Seeklause, wo ich auch gleich eine gelbe Beschilderung des Steinbergs ersichten kann. Da dieser mit schwarzer Markierung versehen ist, bin ich schon gespannt was mich erwarten wird.

Zunächst laufe ich (wie so oft) eine Zeit lang auf einer Forststraße hinauf auf bekannten Wegen. Die Forststraße ist breit ausgebaut und bietet auch MountainbikerInnen die Option, eine Teilstrecke mit dem Fahrrad zurücklegen zu können.

Aufgrund meines frühen Aufbrechens befinde ich mich allein auf den, mich umliegenden Pfaden in Richtung Schärtenalm. Diese erreiche ich nach vierzig Minuten um von dort aus weiter zur Blauseishütte zu laufen. Nach weiteren zehn Minuten und dem Passieren einer Holzbrücke erreiche ich den linksgerichteten Einstieg zur Blaueishütte, welcher ebenfalls markiert ist. Von nun an verändert sich auch die Beschaffenheit des Weges von einer Forststraße hin zu einem verwurzelten, steinigen und treppenlastigen Steig. Da es in der Nacht ausgiebig geregnet hat, sind die Steine und Wurzeln feucht – Vorsicht! Insbesondere im Hochkaltergebirge verwandelt sich der Untergrund wegen seiner Vielfalt von Wurzeln, Erde und Schotter gerne einmal zu einer ungewollten Rutschpartie. Als ich die Blaueishütte erreiche, informiert mich eine weitere Beschilderung über die verbleibende Zeit der Steinberg-Route. Da solche Zeitangaben aufgrund von Durchschnittswerten im Bergauf- sowie abgehen erstellt werden, halbiere ich auch heute wieder solche Information um einschätzen zu können, wie viel Zeit ich noch zum Erreichen des Gipfels benötigen werde. In knapp fünfundvierzig Minuten müsste ich also am Gipfel stehen – mal sehen!

Der Weg bleibt weiterhin anspruchsvoll und konzentrationswürdig. Nun entdecke ich auch einige KletterInnen, die sich auf ihren Weg machen. Viele Klettergruppen oder auch BergwachtanwärterInnern nutzen immer wieder die natürlichen Optionen im Kaltergebiet um ihrer Passion nachzugehen und/ oder zu trainieren. Hinauf zum Steinberg folgt mir jedoch niemand. Felsplatten und ein schotterbehafteter Pfad liegen nun vor mir. Da die Temperatur mittlerweile gestiegen ist, bin ich froh über mein frühes Starten der Tour. Auch spendet mir die Umgebung durch hohe Felswände ausreichend Schatten vor der, etwas zurückhaltenden Sonne. Im Hochsommer eine optimale Lösung für Hochtouren, die nicht von der Sonne beherrscht werden.

Ich geniesse beim Herauflaufen den Ausblick, der sich mir bietet: Unter mir die Blaueishütte – noch weiter unten der Hintersee. Über mir ragt die Schärtenspitze hervor; als ich mich umdrehe erstreckt sich das dominante Hochkaltermassiv in meinem Blickfeld. Vor meinen Augen erblicke ich bereits den Steinberg.

Blaueishütte und Hintersee

Blick zum Hochkaltermassivweiterlesen »

Sepp Wurm

Schnee auf den Bergen

 von Sepp

Was hat uns das Wetter die letzte Woche verwöhnt, jeden Tag über 30°, kaum Wolken, absolutes Traumwetter. Heute dagegen bewegen sich die Temperaturen teilweise im einstelligen Bereich. Und auf den Bergen sieht man oberhalb von 1900 Metern tatsächlich Schnee:

 

Der angezuckerte Steinberg

Der angezuckerte Steinberg

Auf dem Bild seht ihr den Steinberg: Seine Höhe wird mit 2065 Metern angegeben,  die Schneefallgrenze dürfte also circa bei 1900 Metern gelegen haben. Kaum zu glauben, wenn ich daran denke, daß ich letzte Woche noch da oben war!

 

Auch der Watzmann präsentiert sich ab der Höhe des Watmannhauses in weiß:

Der Watzmann von Ramsau aus gesehen

Der Watzmann von Ramsau aus gesehen

Zum Glück wird`s morgen wieder wärmer!

 

Euer Sepp BGLT

Sepp Wurm

Bergtour auf den Steinberg

 von Sepp

Am Sonntag brach ich mit zwei Kumpels auf zu einer Bergtour auf den Steinberg.

Blick von der Blaueishütte Richtung Gletscher, Schärtenspitze und Steinberg

Blick von der Blaueishütte Richtung Gletscher, Schärtenspitze und Steinberg

Wir starteten um 7Uhr am Parkplatz Seeklause am Hintersee. Auf der Forststraße gingen wir bis zur Schärtenalm, hier bogen wir nach links ab, kletterten über den Zaun und nahmen den kleinen Pfad durch den Wald. Bis zur Waldgrenze verläuft dieser Weg immer im Schatten der Bäume, dementsprechend feucht ist der Boden. Obwohl wir bestes Wetter hatten, auch schon am Samstag davor, war der Pfad teilweise sehr nass und dreckig. Bei feuchtem Wetter sollte man hier aufpassen, oder am besten den Weg über die Blaueishütte nehmen. Nach Erreichen der Baumgrenze machten wir eine kurze Rast und genossen das Panorama auf die Ramsau mit ihrer Bergwelt. Das letzte Drittel des Weges führt über die sonnige Flanke des Steinbergs zum Gipfel. Leichter Wind zerstreute unsere Bedenken, die Hitze des Tages könne uns zu schaffen machen. Um kurz vor 10Uhr erreichten wir den Gipfel, zwei Österreicherinnen begrüßten uns hier lautstark. Der Wind am Gipfel war erstaunlich kalt und relativ stark, so dass wir uns nicht allzu lange aufhielten und uns zügig an den Abstieg Richtung Blaueishütte machten. Der Weg hinunter führt im oberen Teil über teilweise abgeschliffenen Felsen und im unteren Teil über losen Schotter, Vorsicht ist also geboten. Unten angekommen hatten wir das erste Mal freien Blick auf den Gletscher, sofern man dieses Wort überhaupt noch verwenden darf: Es ist lediglich ein kleines Schneefeld.

 

An der Blaueishütte gönnten wir uns ein Kaltgetränk und einen Kuchen. (Leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei, so hab ich mit meinem Handy ein paar Bilder gemacht, das einzig halbwegs Brauchbare seht Ihr oben!) Nach kurzem Aufenthalt, bei dem wir noch Waldi trafen, die gerade von einer Tour auf die Schärtenspitze kam, gingen wir weiter: Der Weg unterhalb der Blaueishütte ist durch Bauarbeiten (Kanal, Strom) teilweise etwas mühsam, Rohre müßen überklettert und Löchern muss ausgewichen werden. Die Forststraße ist hingegen in einwandfreiem Zustand. Nach einer Kaffeepause an der Schärtenalm machten wir uns schließlich auf zur letzten Etappe, wo wir das erste Mal an diesem Tag auch die Hitze spürten. Schließlich erreichten wir gegen halb zwei wieder unseren Ausgangspunkt: Die Hitze, die uns bis dahin den ganzen Tag relativ verschont hat, erwischte uns im Auto in ihrer ganzen Wucht: Bei gefühlten 80° machte ich mich an die Heimfahrt. Zum Glück habe ich`s nicht allzu weit!

 

Schön wars, Euer Sepp BGLT