St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Schlagwort: Steinernes Meer
Rosi Fürmann

Das Kehlsteinhaus

 von Rosi

Panorama über das Kehlsteinhaus auf dem Kehlstein mit links Mitte dem Watzmannmassiv und dem Hochkalter und rechts Mitte dem Untersberg

Nervenkitzel inklusive
Unvergesslich und unvergleichlich – eine Busfahrt hinauf auf den Kehlstein hoch über Berchtesgaden. Ein Berg mit Geschichte und spektakulärem Ausblick.

Eine schmale, 6,5 km lange Passstraße führt vom Obersalzberg – Parkplatz Hintereck (direkt neben der Dokumentationsstelle – Berchtesgaden) durch fünf Tunnel und meist auf der Südseite verlaufend hinauf auf den Kehlstein. Kurz unterhalb des auf 1834 m exponiert auf einem Bergsporn gelegenen Kehlsteinhauses endet die Straße und überwindet dabei mit nur einer Kehre 700 Höhenmeter. Die in nur 13 Monaten Bauzeit als ein äußerst aufwendiges Projekt in den Berg gesprengte und im Sommer 1938 fertiggestellte Straße und das Kehlsteinhaus bekam Hitler am 20. April 1939 zu seinem 50. Geburtstag geschenkt.

Buslinie auf der wunderschönen Passstraße zum Kehlstein

Er besuchte das Haus jedoch wahrscheinlich nur an die 10 Mal, da ihm die Ausflüge zu zeitaufwendig und riskant gewesen sein sollen. Besonders den am Gipfelpunkt der Passstraße durch einen 124 m tiefen Tunnel zu erreichenden, pompös mit Messing verkleideten und mit venezianischen Spiegeln ausgestatteten Aufzug, mit dem man im Berg nach einer Fahrt von 124 m direkt ins Innere des Kehlsteinhauses gelangt, soll er kritisiert haben: Er sei nicht sicher gegen Blitzschlag und man sei nicht sicher vor Überraschungsangriffen der Alliierten. Die Kosten der gesamten Baumaßnahme beliefen sich auf 30 Millionen Reichsmark, das entspricht heute ungefähr 123 Millionen Euro.

Panorama über das Kehlsteinhaus auf dem Kehlstein und dem unterhalb liegenden Parkplatz der Buslinie

Genau wie damals gelangt der Besucher auch heute noch mit dem bis heute unveränderten Aufzug im Berg in nur 41 Sekunden hinauf in das Kehlsteinhaus. Auf der seit 1952 für den Individualverkehr (Auto, Fahrrad und im obersten Teil sogar Fußgänger) gesperrten Straße bringen Spezialbusse mit wegen der speziellen Anforderung geänderter Motorleistung, Getriebe und Bremsen den Gast bis zur Wendeplatte (1696 m). Dabei bietet die Fahrt immer wieder grandiose Ausblicke und zuweilen auch ein wenig Nervenkitzel bei den steil abfallenden und aufsteigenden Hängen am Straßenrand.weiterlesen »

Ann-Katrin

Seehorn-Überschreitung und Ingolstädter Haus

 von Ann-Kathrin
Blick zum Seehorngipfel © Ann-Kathrin Helbig

Blick zum Seehorngipfel © Ann-Kathrin Helbig

Grenzen bestehen nur in unseren Köpfen, aber nicht in der Natur. Die heutige Bergwanderung befindet sich sowohl auf deutschem als auch österreichischem Boden. Was man aber während des Gehens natürlich nicht bemerkt – denn Grenzen bestehen nur in unseren Köpfen!

Für die heutige Tour fährt man zuerst in das österreichische Weißbach bei Lofer auf den Wanderparkplatz Pürzlbach. Alternativ kann man den Almerlebnisbus ab Ramsau Hintersee nutzen und bei der Abzweigung Kallbrunnalm aussteigen (unbedingt den Fahrplan beachten!). Wer von Weißbach bei Lofer/Pürzlbach startet, der geht mindestens eine Stunde auf einer breiten Forststraße. Allerdings wenn man seinen Daumen rausstreckt und ein Auto mit einheimischen Kennzeichen vorbeifährt kann man auch beispielsweise vom lässigen Koch der Jausenstation Kallbrunnalm mitgenommen werden.

Von der Kallbrunnalm lässt sich schon teilweise die komplette Tour von heute überblicken. Man kann gut das Seehorn als auch das Ingolstädter Haus in weiter Ferne gut erkennen. Das Seehorn und auch der gleichnamige See sind von der Kallbrunnalm ausgeschildert. Der gemütliche Bergwanderer braucht bis zu 3 Stunden zum Gipfel. Fittere sind natürlich schneller. Zuerst führt uns ein Pfad durch den Wald. Stetig bergan und vollkommen unschwierig. Immer mehr schraubt man sich hinauf, bis man vom Seehornsee überrascht wird. Dieser liegt smaragdgrün in einer Senke. Hinter uns kommt eine Gruppe Österreicher an. Wir heißen Sie spaßeshalber zum FKK-Badestrand am Seehornsee willkommen. Die Männer lehnen dies dankend ab und verzichten auf eine kostenfreie Geschlechtsumwandlung dank Seehornsee. Nun geht es rechts am See vorbei bergauf. Die Latschen wechseln schnell zum felsigeren Gelände und ein kleiner Kamin wird durchstiegen. Hierbei nutzen kleinere Menschen einfach noch ihre Hände zur Hilfe – so wie ich. Wer Bergerfahrung hat, wird hier keine Probleme haben beziehungsweise dies als schönsten Teil im Aufstieg empfinden. Nach dieser Passage öffnet sich der Blick und der letzte Schlussaufstieg wird erreicht. Hier kann man schön die steile Abbruchkante des Berges erkennen. Imposant, zauberhaft und super windig. Mütze und Sonnenbrille auf damit man nicht gerade ausschaut wie nach einem Trauerfall. Nach 20 Minuten, bei denen das Gipfelkreuz sichtbar wurde erreicht man den Gipfel.

Gipfelkreuz Seehorn © Ann-Kathrin Helbig

Gipfelkreuz Seehorn © Ann-Kathrin Helbig

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Waldi

Auf die Schönfeldspitze und durchs Steinerne Meer

 von Waldi
Blick von der Schönfeldspitze zum Hochkönig

Blick von der Schönfeldspitze zum Hochkönig

Eine meiner Lieblingstouren ist das Steinerne Meer. Diesmal wollten wir die Schönfeldspitze machen und der Ausgangspunkt war Maria Alm im Österreichischen. Wir stiegen Morgens um 6 Uhr auf zum Riemannhaus. Dieser herrliche Pfad, teils in Fels hieneingeschlagen, lässt jedes Bergsteigerherz höher schlagen. Die ersten Sonnenstrahlen schauten über die Berggipfel und es war einfach nur imposant. Nach gut 2 Stunden waren wir am Haus und konnten uns einen Kaffee genehmigen. Dann gings weiter zur Schönfeldspitze. Hier muss man schon ab und zu die Hände zum Klettern hernehmen, aber ansonsten ist es gut zum Gehen. Nach 1 1/2 Stunden hatten wir auch diesen wunderschönen Gipfel erreicht.

Das Gipfelkreuz der Schönfeldspitze

Das Gipfelkreuz der Schönfeldspitze

Das impossante Kreuz mit der Darstellung von der Gottes Mutter Maria mit dem Jesus im Arm ist gewaltig, wie auch der Rundblick. Das Wetter war traumhaft und wir machten eine ausgiebige Rast.weiterlesen »

Wolkenspiele und Gespenster am Großen Hundstod

 von Jannis
watzmann-Südspitze-Wolke

Abends auf dem Hundstod-Gipfel. Die Watzmann-Südpitze spielt mit den Wolken.

Sonnenuntergang auf dem großen Hundstod

Die Ausblicke während meiner Seehorn-Tour wurden durchgängig von einem besonders auffälligen Berg dominiert. Egal ob auf dem Gipfel, auf der Kematenschneid oder von der Hochwies aus, stets hat sich das Felsdreieck des Berges mit dem merkwürdigen Namen Großer Hundstod majestätisch in das Blickfeld gedrängt. „Da musst du heute noch rauf!“ machte sich während des Abstiegs vom Seehorn eine Stimme in mir immer vehementer bemerkbar.

Die nicht zu unterschätzende Dauer des Abstechers, die fortgeschrittene Tageszeit und die zunehmende Wolkenbildung sprachen eigentlich gegen die spontane Unternehmung. Einige Punkte standen den Contras auf der Pro-Seite aber gegenüber: Die immer wieder gelobte Aussicht des Gipfels, ein Sonnenuntergangerlebnis auf hoher Warte und die Tatsache, dass ich in diesen abgelegenen Winkel der Berchtesgadener Alpen so schnell nicht wieder zurückkehren würde.

An der Kreuzung, wo der Abstiegsweg vom Seehorn auf den Hüttenweg zum Ingolstädter Haus trifft, musste dann eine Entscheidung her. Letztendlich konnte ich dem aufreizenden Bellen und dem Hundeblick des Gipfels nicht widerstehen.

Aufstieg zum Großen Hundstod

Oft taucht die Frage auf, wie der Große Hundstod (2594m) zu seinem Namen gekommen ist. Die Antwort findet man in der Watzmannsage, in der der Gipfel den Ort darstellt, an der die Hunde des grausamen Königs Watze abgestürzt sind.

Ein Hund, der mir später beim Aufstieg zum Gipfel mit Herrchen voller Lebensenergie entgegenkommt, beweist aber, dass sich Tier und auch Mensch heutzutage nicht besonders vor dem Ort der Sagentragödie fürchten müssen. Dafür sorgt ein Steig, der vom Ingolstädter Haus ohne nennenswerte Schwierigkeiten den Gipfel für alle trittsicheren  Bergsteiger zugänglich gemacht hat. Übernachtet man nicht im Ingolstädter Haus und geht den Hundstod als Tagestour an, braucht man auch eine Menge Kondition, die Zustiegswege aus den umliegenden Tälern bzw. der Kallbrunnalm sind weit.

In etwa eineinhalb Stunden erreiche ich von der besagten Kreuzung aus, das Ingolstädter Haus rechts liegen lassend, die Hundstodscharte zwischen Großem und Kleinem Hundstod. Auf dem kleinen Hundstod geht es ordentlich zu, viele Übernachtungsgäste der Hütte haben einen Abendspaziergang auf den schnell erreichten Gipfel hinter sich gelegt, um die super Aussicht auf das Steinerne Meer zu genießen. Auf seinem großen Bruder geht es dagegen ruhiger zu, ein paar Bergsteiger kommen noch vom Gipfel herunter während ich in der Scharte meinen Kraftakku für den etwa 40 minutigen Schlussaufstieg ein letztes Mal auflade.

Hundstodscharte

Ein wolliger Vierbeiner genießt die Aussicht über das Steinerne Meer mit der markanten Schönfeldspitze.

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Michael

schoenfeldspitze

Nach unserem Urlaub in den Westalpen hatten wir einem guten Freund, der unsere Pflanzen versorgt hatte, eine schöne, »knackige« Bergtour versprochen, die er alleine nicht so gerne machen wollte. Was lag nach den Eindrücken im Wallis und Graubünden näher, als »unser« Matterhorn, die Schönfeldspitze, anzubieten (zumindest von Norden aus gesehen ist eine gewisse Ähnlichkeit ja nicht ganz abzustreiten 😉 )Der Vorschlag wurde begeistert angenommen, ein anderer Freund schloss sich noch an, und einigermaßen früh ging’s im Maria Almer Krallerwinkel los, nachdem das 2. Auto in der Stabler Au abgestellt worden war.

Herrlich der stille Aufstieg zur Buchauer Scharte, den wir mit keinem anderen Wanderer teilen mussten (im Gegensatz zur beliebten Skitour dorthin!). _MG_9750

Grandioses Ambiente, ein steiniger, aber gut zu gehender Weg, ein paar Schafe, wie gewohnt arg ängstlich und eine kleine Rast in der Scharte. Leider zogen schon jetzt einige Wolken auf, der Wetterbericht hatte uns eigentlich Besseres versprochen – aber was soll’s, warum sollen die hiesigen Wetterfrösche besser sein als die Schweizer Kollegen, die uns gerade ebenfalls ein paar Mal an der Nase herum geführt hatten?weiterlesen »

Sepp Wurm

Hüttentour im Steinernen Meer

 von Sepp
Die grüne Oase im Steinernen Meer: Der Funtensee und das Kärlingerhaus

Die grüne Oase im Steinernen Meer: Der Funtensee und das Kärlingerhaus

Die Wettervorhersage ist bestens, die Übernachtungen auf dem Ingolstädter Haus und dem Kärlingerhaus sind gebucht, der Rucksack ist gepackt: Am Sonntag in der Früh brechen wir auf zu unserer Hüttentour im Steinernen Meer. Der strömende Regen am Sonntagmorgen stört uns wenig, wir sind überzeugt, dass der Regen bald aufhört und begeben uns für 3 Tage ins Steinerne Meer, fernab von erschütternden Nachrichten und Handy-Empfang.

Aufstieg im Regen zum Ingolstädter Haus

Wir starten unsere Mehrtagestour in Pürzlbach, das ist ein Ortsteil des österreichischen Bergsteigerdorfes Weißbach (das von unserem Bergsteigerdorf Ramsau lediglich durch den Hirschbichlpass getrennt ist) auf 1075 Metern. Ein Wanderparkplatz hier oben ist Beginn des kürzesten Anstiegs zum Ingolstädter Haus. Unser Weg führt uns auf einer breiten Fortstraße zur Kallbrunnalm. Der Regen ist unser ständiger Begleiter, auf der Almfläche kommt noch ein schneidender Wind hinzu. Doch das trübt unsere Wanderlust nicht. An der Kreuzung vor dem Kaskeller auf der Kallbrunn nehmen wir die Abzweigung zum Dießbachstausee.

Der Dießbachstausee

Der Dießbachstausee

Hier nutzen wir die Unterstandsmöglichkeit um nochmal zu prüfen, ob der Regenschutz unserer Rucksäcke noch richtig sitzt und seine Funktion erfüllt. Passt! Wir sind übrigens mit Regenschirmen gewandert, das ist zwar in gewissen Kreisen verpönt, aber sehr nützlich, wenn der Weg nicht allzu anspruchsvoll ist. Am Dießbachstausee wandern wir an der Staumauer entlang zur anderen Seite des Tals, wo auf der rechten Seeseite ein Weg in Auf und Ab stellenweise richtig steil am bzw. oberhalb des Sees entlang ins hintere Dießbachtal führt. Hinter dem Dießbachstausee führt der Weg in angenehmer Steigung durch den Wald zur Talstation der Materialseilbahn auf der ehemaligen, mittlerweile aber verfallenen Mitterkaseralm. Hier wird aus dem Weg ein schmaler Steig, der erst nach links durch Latschen führt, bevor er sich an einer Kreuzung teilt.

Aufstieg zum Ingolstädter Haus

Aufstieg zum Ingolstädter Haus

Links geht’s hinauf zur Hochwies, rechts zum Ingolstädter Haus. Unterhalb der Südwände des Kleinen Hunstodes folgen wir jetzt dem Weg einmal halb um den Hundstod in die Dießbachscharte. Dort steht das Ingolstädter Haus, nur ist es heute nicht zu sehen: Regen, Wolken und Nebel lassen uns nur wenige Meter sehen. So sind wir einigermaßen überrascht, als sich plötzlich etwa 20 Meter vor uns die Umrisse des Hauses aus dem Nebel schälen. Ich bin diesen Weg bisher erst einmal gegangen, bei schönstem Wetter, und da sah alles irgendwie anders aus!

Das Ingolstädter Haus im Nebel

Das Ingolstädter Haus im Nebel

Wir sind nass, aber – Regenschirm sei Dank – nicht allzu sehr! Dennoch sind wir natürlich froh, das Ingolstädter Haus erreicht zu haben. Die Schuhe und das nasse Gewand werden im Trockenraum deponiert und wir gehen ins Haus. Viele Bergsteiger haben bei diesem Wetter den Weg nicht genommen hier rauf, und so teilen wir uns das große Haus mit nur wenigen anderen unerschrockenen Wanderern. Unseren Plan, den Hundsod zu ersteigen, haben wir bereits aufgegeben: Es will einfach nicht aufhören zu regnen. Stattdessen nutzen wir den Nachmittag und Abend, um das Ingolstädter Haus genau unter die Lupe zu nehmen.

Es wird Abend am Ingolstädter Haus

Es wird Abend am Ingolstädter Haus

Und ich sage Euch: Das Ingolstädter Haus ist ein Traum, das Essen ist hervorragend, die Zimmer und Lager vom allerfeinsten, und die Sanitäranlagen scheuen keinen Vergleich zu denen im Tal. Wenn Ihr mal in der Gegend seid, schaut Euch das Haus an! Das eigentliche Highlight der Hütte – die Aussicht auf das Steinerne Meer – wurde uns vom Wetter leider verwehrt, dennoch war der Aufstieg im Regen ein absoluter Erfolg. Zudem scheint sich das Wetter zu bessern. Während bei uns oben immer noch dicke Wolken um den Hundstod hängen, sieht man im Tal den Himmel leuchten!

Der Himmel leuchtet

Der Himmel leuchtet

Mit Aussicht auf einen wunderschönen Morgen lassen wir den Abend gemütlich ausklingen.weiterlesen »

Ann-Katrin
Welcome to the moon © Ann-Kathrin Helbig

Welcome to the moon © Ann-Kathrin Helbig

Wer spät aufsteht, muss schneller gehen …
Genau aus dem Motto entstand dann eher ein Lauf- und Gehmix zum Ingolstädter Haus im steinernen Meer. Oder um es wie im Artikel aus dem Oktober 2015 auszudrücken „Welcome to the moon

Einsam, weltfremd und bizarr. Das steinerne Meer zieht mich magisch an und das schon seit dem Herbst 2013. Immer wieder begehe ich diese Mondlandschaft, ob als Tagestour oder als Mehrtagestour. Heute soll es aus Zeitmangel nur eine Tagestour werden.

Dafür starte ich beim Wanderparkplatz Pürzlbach in Weißbach bei Lofer. Hier stelle ich nach langer Anfahrt mein kleines Rollerlein ab, bei dem ich froh bin, dass er die steilen Kurven hinauf zum Wanderparkplatz geschafft hat. Alternativ kann man auch den Almerlebnisbus ab Hintersee bis Kallbrunn-Abzw. nutzen oder man nutzt ein e-Bike. Eine breite Forststraße führt mich in rund 45 Minuten zum Weidegebiet und zur Jausenstation Kallbrunnalm.

Jausenstation Kallbrunnalm © Ann-Kathrin Helbig

Jausenstation Kallbrunnalm © Ann-Kathrin Helbig

Diese lasse ich links liegen und sehe schon vor mir das Plateau des Mondes mit seiner Mondstation Ingolstädter Haus. Wie von einem Magnet angezogen verschnellere ich meine Gehgeschwindigkeit. Eine Einkehr ist nicht notwendig, denn ich habe mir genug Proviant eingepackt. Nach einer kurzen Gehstrecke erreicht man den Dießbachstausee. Kaum zu glauben, dass unter dem See mal ein Almgebiet war.

Dießbachstausee © Ann-Kathrin Helbig

Dießbachstausee © Ann-Kathrin Helbig

Ich hab mal wieder verpennt. Wie so oft in letzter Zeit. Sehr ärgerlich. Es ist ein warmer Sommertag und eigentlich wollte ich soviel Monderlebnis wie möglich in ihn hineinstecken. So stand noch auf dem Plan den großen Hundstod zu begehen, aber das kann ich mir in die Haare schmieren bzw. muss ich das aufschieben. Erst mittags bin ich gestartet.weiterlesen »

Sepp Wurm

Ingolstädter Haus Bike & Hike Tour

 von Sepp
Das Ingolstädter Haus im Steinernen Meer

Das Ingolstädter Haus im Steinernen Meer

Als Bauernbua ist es immer so eine Sache mit den ersten richtigen Sommertagen des Jahres: Eigentlich möchte man das Wetter natürlich am liebsten in den Bergen verbringen, doch natürlich ist die Heuernte wichtiger. Besonders nach dem wechselhaften Wetter der letzten Wochen, das bisher ein Heuen unmöglich machte. Auch mein Vater das Wetterfenster genutzt und am Dienstagabend auf der Bindalm gemäht. Nach drei Tagen wird das Gras auf der Alm trocken genug sein, um eingebracht werden zu können. Ich habe für Freitag natürlich meine Hilfe beim Alm Heuen zugesagt, will aber dennoch in die Berge. Das E-Bike macht‘s möglich.

Ich radle in der Früh los, durch das Bergsteigerdorf Ramsau zum Hintersee und durch das Klausbachtal zur Bindalm. Unsere Alm lasse ich aber links liegen und radle mit meinem E-Mountainbike weiter zur Kallbrunnalm. Die Mountainbike Tour auf die Kallbrunnalm habe ich Euch ja letztens hier im Blog vorgestellt.

Die Kallbrunnalm

Die Kallbrunnalm

Heute radle ich aber weiter zum Dießbachstausee. Bevor hier der See aufgestaut wurde, hatten wir übrigens bis 1961 hier unsere Alm. Wahrscheinlich findet man auf dem Grund des Sees noch die Überreste unseres ehemaligen Kasers.

Der Dießbachstausee

Der Dießbachstausee

Am Dießbachstausee sollte man sein Mountainbike deponieren, wenn man es als Zustiegshilfe zum Ingolstädter Haus oder Großen Hundstod benutzt.

Mein Mountain E-Bike am Dießbachstausee

Mein Mountain E-Bike am Dießbachstausee

An der südlichen Seite des Dießbachstausees führt der Aufstieg zum Ingolstädter Haus entlang.

Blick über den Dießbachstausee zur Kallbrunnalm

Blick über den Dießbachstausee zur Kallbrunnalm

Theoretisch könnte man den Weg bis zur ehemaligen Mitterkaseralm, wo jetzt die Talstation der Materialseilbahn für die Berghütte steht mit dem Mountainbike fahren. Allerdings ist die Strecke stellenweise sehr steil und der Wegbelag lose, weder das Bergauf- noch das Bergabfahren sind hier ein Vergnügen. weiterlesen »

Sepp Wurm

Wilde Hütten ohne Dusche oder WLAN

 von Sepp
Ausblick von der Biwakschachtel am Wildalmkirchl

Ausblick von der Biwakschachtel am Wildalmkirchl

Letzten Herbst bekam ich von Mountain Wilderness Deutschland die Anfrage, ob ich nicht Bilder der Biwakschachtel am Wildalmkirchl hätte. Sie planen nämlich ein Buch über einsame und einfache Berghütten und Biwaks ohne modernen Komfort. Natürlich sage ich zu, die Bilder zu liefern, immerhin habe ich bei meiner Tour vom Riemnhaus über Schönfeldspitze zum Hochkönig auch ein paar Bilder der Biwakschachtel am Wildalmkirchl gemacht.

Biwakschachtel am Wildalmkirchl, 2.457 m

Biwakschachtel am Wildalmkirchl, 2.457 m

Das fertige Buch heißt schließlich „Wilde Hütten: 20 einzigartige Berg-Refugien ohne Dusche oder Wlan“ und ist soeben erschienen. Es kann bei Mountain Wilderness Deutschland info@mountainwilderness.de gegen einen Unkostenbeitrag von 5 € und 1 € Versandkosten bestellt werden. Oder Ihr ladet Euch das Buch als PDF herunter.

Insgesamt stellt das Buch 10 bewartete Berghütten und 10 unbewartete Hütten – also Biwaks und Notunterkünfte – vor, die vor allem eines auszeichnet: Die Faszination des Einfachen. Eine heiße Dusche, Wlan oder ein 5-Gänge-Menu wird man auf diesen Hütten nicht finden! In beiden Kategorien ist auch eine Hütte aus den Berchtesgadener Alpen vertreten.

Die Biwakschachtel am Wildalmkirchl

Unter den in diesem Buch vorgestellten unbewarteten Hütten befindet sich eben auch die Biwakschachtel am Wildalmkirchl. Der achteckige Holzbau liegt im einsamen östlichen Teil des Steinernen Meeres. Nur wenige Wanderer finden den Weg hierher, der Anstieg ist lang und mühsam. Wer sich dennoch auf den Weg macht wird belohnt mit einem einfachen, aber durchaus komfortablen Unterkunft inmitten der einzigartigen Landschaft des Steinernen Meers.weiterlesen »

Ann-Katrin

Welcome to the moon – unsere Reise zum Mond!

 von Ann-Kathrin
Steppenlandschaft

Steppenlandschaft

Wem das Shuttle zum Mond zu teuer ist, für den habe ich eine kostengünstige Alternative: das steinerne Meer! Einer der wenigen Plätze in denen man sich so abgeschieden und weltfremd fühlt.

Meine beste Freundin aus Mannheim ist für ein paar Tage bei mir zu Besuch. Grund war nicht nur der Erholungswert sondern auch mein gut besuchter Vortrag am 3. Oktober im Haus der Berge. Für unsere Reise zum Mond mieten wir kein teueres Shuttle, sondern wir nutzen den öffentlichen Personennahverkehr. Mit der Linie 846 fahren wir bis Wimbachbrücke. Bevor es dann los geht zu unserer Expedition wird am neuen Geldautomaten am Parkplatz der Geldbeutel gefüllt (ganz umsonst ist die Reise zum Mond natürlich nicht).

Die Wimbachklamm lassen wir links liegen (wusstet ihr, dass das Trinkwasser der Berchtesgadener hier entspringt?!). Unsere Trekkingstöcke stellen wir ein und schon kann es los gehen. Schnellen Schrittes wollen wir die Wimbachgrieshütte erreichen. Laut gelben Wegesschild dauert es bis zur ersten Trink- und Esstation drei Stunden. Unser Ziel ist die Hälfte der Zeit. Meine Freundin betreibt Kraftsport, somit habe ich auch eine starke Begleitung für die Tour. Zwar ist es Montag und schon fast Nebensaison, aber trotzdem sind hier einige Wanderer unterwegs. Gut, wir sind aber auch eigentlich zu spät los für solch eine lange Tour. Erst um kurz vor halb 11 starteten wir.

Zwei junge Frauen, sportlich gekleidet (und nicht minder attraktiv) gehen schnellen Schrittes nebeneinander durch das Wimbachgries – das fällt auf! Dementsprechend können wir uns auch Sprüche wie „Sind Sie von der Firma eilig?“ anhören. Mein Konter: „Nein, wir sind von der Firma sportlich!“. Mittlerweile höre ich schon sehr lange solche Sprüche. Wieso kann sich das so mancher nicht einfach verkneifen? Wieso kann nicht jeder so gehen wie er will? Ist doch eigentlich egal, so lange man niemanden anderes gefährdet? Wir sind doch der Freiheit wegen in den Bergen und nicht weil uns andere etwas vorschreiben wollen! Für die Reise zum Mond muss man eben schnell unterwegs sein!

im Wimbachgries

im Wimbachgries

Zeitlich im Plan kommen wir bei unserer ersten Station, der Wimbachgrieshütte an. Auf dem Weg dorthin haben wir uns mit etwas ausgetrockneten Datteln gedopt. „Das sind Energiespender!“, sagt meine Freundin voller Überzeugung. Davon merke ich nichts. Zu dem Zeitpunkt unserer Reise zum Mond bin ich leider etwas geschwächt durch eine Angina. Dank der Pharmaindustrie kann ich einigermasen funktionieren (Bitte keine Meinungsäußerungen dazu, jeder wie er will). Bei der Wimbachgrieshütte dopen wir uns mit Suppe, Kaskrainer, Kartoffelsalat, Speckbrot und Kuchen. Das tut gut! Die Dattel-Weltraumnahrung heben wir für später auf.weiterlesen »