St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Schlagwort: Steinernes Meer
Ann-Katrin

Way to paradise

 von Ann-Kathrin

Über den unteren Hirschenlauf zur Gotzenalm

Nach zwei Nächten auf dem Carl-von-Stahl Haus ging es mit meinem schweren Rucksack auf dem Rücken für mich nach Hause nach Schönau am Königssee. Aber nicht ohne den Tag als Tourentag zu nutzen. Da es mir letzt schon so gut auf der Gotzenalm gefiel, setzte ich mir dieses als Tagesziel in den Kopf. Diesmal sollte es nicht über den normalen Fußweg zur Gotzenalm gehen, sondern über den unteren Hirschenlauf. Viel Informationen konnte ich über diesen Streckenabschnitt nicht im Internet herausfinden. Meist sagen für mich Bilder mehr aus, als nur wörtliche Beschreibungen eines Weges.

Hütte beim Scheibsteinhaus

Hütte beim Scheibsteinhaus

Nun ging es erst einmal bergab. Vorbei am Schneibsteinhaus, ging es kurz vor dem Königsbergergraben, links vorbei an der Enzian Brennhütte in Richtung Priesbergalm. Bis zur Priesbergalm ist der Weg eine breite Forstraße. Hinter der Priesbergalm endet der Forstweg und der Weg wird zu einem Pfad der eben über die Wiesenhänge führt. Nach einer kurzen Bergabstrecke kommt man an eine Wegkreuzung. Hier teilt sich der Pfad. Bergauf in Richtung Seeleinsee und Kahlersberg und rechts geradeaus zur Gotzenalm über den unteren Hirschenlauf. Der Pfad ist durch Regenfälle einige Tage zuvor noch recht matschig. Aber mit einem sicheren Tritt und Teleskopstöcken halb so wild. Zuerst ist der Pfad recht normal und angenehm. Besonders gefiel mir, dass dieser durch den schattigen Wald führt und es angenehm kühl war. Doch die Vorfreude wurde schon bald betrübt. Ich weiß nicht wie ich es richtig schreibe, aber aus dem Pfad wurde ein knackiger Steig, mitten in der prallen Sonne. Es war Vormittag, aber schon richtig heiß. Der Steig weißt einige Felspassagen auf die durch Holztreppen, Eisenstufen und Seilen versichert sind. Hier ist es am Besten Bilder sprechen zu lassen um sich davon ein eigenes Bild machen zu können.

im unteren Hirschenlauf

im unteren Hirschenlauf

Holztreppe im unteren Hirschenlauf

Holztreppe im unteren Hirschenlauf

An vielen Stellen nutze ich das Drahtseil nicht, da ich mich dafür hätte bücken müssen und so hätte sich durch meinen schweren Rucksack mein Schwerpunkt verändert und ich hätte keinen sicheren Tritt mehr. Also „schwebte“ ich sozusagen über Holzbretter, Holzstufen und Eisenstufen, was definitiv zu romantisch ausgedrückt ist. Ein Drittel des unteren Hirschenlaufes sieht so aus. Man geht die Gotzentauernwand hinauf um dann in der Seeau zu landen. Von dort geht man in stetig aufsteigenden Kehren hinauf zum Gotzenalm-Plateau. Die Wegstrecke Priesbergalm bis zur Gotzenalm dauerte bei mir rund 2 Stunden. Allerdings ist es jedem Wanderer selbst überlassen, wie schnell man aufsteigt. Nur keine Eile, schließlich gilt es auch die umliegende Natur zu genießen. Bei der Gotzenalm mache ich erstmal frühes deftiges Mittagessen und lasse mich selbst in der Sonne brutzeln, was ich hinterher bereuen werde (heftiger Sonnenbrand an den Armen).

Kaser auf der Gotzen

Kaser auf der Gotzen

Es ist erst früher Mittag und die Sonne wird noch mindestens 8 Stunden scheinen. Was soll ich tun? Die Speisekarte der Gotzenalm verspricht noch weitere Leckerein. Ich entscheide mich dafür die Leckerein auf später zu verschieben und weiter zu wandern.

 

Die Regenalm im Nationalpark Berchtesgaden

Eine halbe Stunde entfernt von der Gotzenalm in Richtung Kaunersteig liegt die Regenalm. Neugierig wie diese liegt und ob diese bewirtschaftet ist, mache ich mich auf dem Weg dorthin. Auf einfachem Weg gelangt man zur Regenalm. Schön mit Blumen dekoriert und gepflegt ist die Alm, doch ob hier nun jemand bewirtschaftet ist mir nicht ganz klar. Ich sehe einen Senn auf der Almwiese mit Pfeiffe wie er nach seinem Vieh schaut.weiterlesen »

Sepp Wurm

Funtensee Wanderung

 von Sepp
Der Funtensee

Der Funtensee

Am Sonntag haben wir einen der absoluten Bergtouren Klassiker in den Berchtesgadener Alpen gemacht: Vom Königssee sind wir über die Saugasse zum Funtensee aufgestiegen. Ein Schiff der Königssee-Flotte bringt uns nach Sankt Bartholomä, wo die eigentliche Bergtour beginnt. Am Ufer des Sees folgen wir dem Wanderweg, überqueren den trockenen Eisbach und erreichen den Weg zum Funtensee. Am steilen Westufer des Königsees führt der Weg zum Schrainbach-Wasserfall, und danach teilweise sehr steil in Serpentinen in den Kessel des Schrainbachs. Oberhalb der Klamm geht es flach weiter bis zur Schrainbach-Holzstube. Über die ehemalige Unterlahneralm erreichen wir den Einstieg zur berüchtigten Saugasse: In mehr als 30 Kehren überwindet der Steig hier eine steile, auf beiden Seiten von senkrecht aufragenden Felswänden begrenzte Rinne. 350 Höhenmeter gilt es in der Saugasse zu überwinden. Danach ist man aber noch lange nicht am Ziel. Bis zum Funtensee und dem Kärlingerhaus ist es noch ein ganzes Stück. Nach etwa 4 bis 5 Stunden Gehzeit ist man schließlich am Funtensee angelangt und freut sich auf ein kühles Getränk und eine Brotzeit auf der Terrasse des Kärlingerhauses oberhalb des Sees.

Der Funtensee ist zwar bekannt als der Ort, an dem die tiefste jemals in Deutschland gemessene Temperatur erreicht wurde, nämlich -45,9° Celsius an Weihnachten 2001, aber diese Temperaturextreme beruhen auf der Topographie des Sees. Er liegt nämlich im Boden eines Kessels, der von der tiefstehenden Wintersonne nur selten erreicht wird.

Der Funtensee und das Kärlingerhaus

Der Funtensee und das Kärlingerhaus

In den Sommermonaten ist der Funtensee ein sehr angenehmer Ort. Zum Baden ist er jetzt im Juni zwar noch sehr frisch – ich hab`s ausprobiert – aber ansonsten herrschen hier oben ganz normale Temperaturen.

Vom Funtensee solltet Ihr unbedingt den Feldkogel besteigen. Dieser kleine Berg ist der am leichtesten vom Kärlingerhaus zu erreichende Gipfel und bietet einen fantastischen Ausblick. Dazu geht Ihr vom Kärlingerhaus einfach am Funtensee entlang bis kurz hinter der sogenannten Teufelsmühle der beschilderte Weg zum Feldkogel abzweigt. weiterlesen »

Sepp Wurm

Die Alpen von oben

 von Sepp

Thementag „Ab in die Berge“ auf 3sat am 31. Mai

Ganz im Zeichen der Berge steht Samstag, der 31. Mai auf 3sat: Der Thementag Ab in die Berge widmet sich den Gebirgsmassiven rund um die Welt. Im Rahmen der fünfteiligen Dokumentation „Die Alpen von oben“ werden auch die Berchtesgadener Alpen zum Thementag beitragen.

 

„Von Salzburg zum Königssee“ um 9:35 Uhr

Der erste Teil der Dokumentation „Die Alpen von oben“ wird am 31, Mai ab 9:35 Uhr ausgestrahlt. Von der Mozartstadt Salzburg folgt die Sendung dem Dachsteingebirge bis zum Königssee. Auch der Großglockner, mit 3.798 Metern der höchste Berg unserer österreichischen Nachbarn und der Nationalpark hohe Tauern spielen eine Rolle in der Dokumentation, bevor die Filmemacher sich den Berchtesgadener Alpen nähern: das Steinerne Meer und der Königssee im Nationalpark Berchtesgaden sind die nächsten Stationen des Films.

Blick von der  Archenkanzel auf den Königssee

Blick von der Archenkanzel auf den Königssee

Der Film begleitet Höhlenforscher und Geologe Georg Zagler zudem in die Höhlensysteme im sagenumwobenen Untersberg, unter anderem in sein Biwak in 900 Metern Tiefe unter der Erdoberfläche.

 

„Vom Königssee ins Isartal“ um 10:20 Uhr

Direkt im Anschluss sendet 3sat den zweiten Teil der Reihe „Die Alpen von oben“, der vom Königssee über den Chiemsee bis ins Isartal im Tölzer Land führt. Schwerpunkt dieses Teils der Dokumentation ist aber das Berchtesgadener Land. Ines Papert aus Bayerisch Gmain, eine der weltbesten Kletterinnen wird vorgestellt und die extremen Routen, die sie imstande ist zu besteigen.weiterlesen »

Sepp Wurm

TV-Tipp Berggeschichten: Der Funtensee

 von Sepp
Der Funtensee im Winter

Der Funtensee im Winter

Kalt und geheimnisvoll. Der Funtensee im Steinernen Meer

„Jenseits von Gut und Böse liegt er“, sagen die Einheimischen über den Funtensee in den Berchtesgadener Alpen. Tatsächlich findet man den kleinen Bergsee, der als kältester Ort Deutschlands Berühmtheit erlangt hat, auf 1.600 Metern Höhe in einer Senke mitten im Steinernen Meer. Das eigenwillige Naturidyll hält mit einer Tiefsttemperatur von minus 45,9 Grad den deutschen Kälte-Rekord und ist wegen seines Mikroklimas und seiner abgeschiedenen Lage ein faszinierendes Phänomen. Außer Wetterforschern würde wohl kaum jemand an diesen gottverlassenen Ort kommen, gäbe es da nicht das Kärlingerhaus, das etwas oberhalb des Sees liegt. Erreichen kann man die Schutzhütte des Deutschen Alpenvereins über den fünfstündigen anstrengenden Aufstieg von St. Bartholomä am Königssee, der in schmalen Serpentinen die steile Saugasse hinaufführt.

Der Funtensee im Steinernen Meer

Der Funtensee im Steinernen Meer

Eine Bergstraße gibt es nicht, deshalb fliegt der Versorgungshubschrauber das Kärlingerhaus in den Sommermonaten einmal in der Woche an – aber nur, wenn es das Wetter zulässt. Für die Hüttenwirte Sigi und Gabi Hinterbrandner ist die Bewirtschaftung in der extremen Lage eine logistische Herausforderung.

Dokumentarfilm von Peter Solfrank

Der Film von Peter Solfrank zeigt das Leben rund um den geheimnisvollen Funtensee über fast ein Jahr: Im März, wenn der Bergkessel noch tief verschneit ist, muss das Kärlingerhaus von den Hüttenwirten regelrecht ausgegraben werden. Nur Skitourengeher und Ranger des Nationalparks Berchtesgaden sind unterwegs.

Kärlingerhaus und Funtensee sind tief verschneit

Kärlingerhaus und Funtensee sind tief verschneit

Wir begleiten einen Bauern, der seine verlorenen Schafe sucht. Die Herde hat sich alleine auf den Weg gemacht, über die verschneiten Hochflächen durch das Steinerne Meer zu ihrem Lieblingsplatz am Funtensee. Im Juli, wenn der Schnee endlich aus den Hochlagen verschwindet, beginnt die Hochsaison: Dann übernachten bis zu 200 Wanderer und Bergsteiger in der Schutzhütte. Höhepunkt aber ist der letzte Samstag im August, wenn bis zu 1000 Wallfahrer am Kärlingerhaus Rast machen – auf ihrem Weg von Maria Alm durch das Steinerne Meer zum Königssee.

Es ist der erste Dokumentarfilm, der je gemacht wurde über diesen weltentrückten Ort und die Menschen, die es immer wieder dort hinzieht. Auch das Team des Bayerischen Fernsehens war fasziniert und hat viele anstrengende Aufstiege auf sich genommen, um diesen außergewöhnlichen Film zu realisieren. ERstausstrahlung des Dokumentarfilms war bereits 2012, am 14. April 2017 wird der Film in der Reihe berggeschichten im Bayerischen Fernsehen wiederholt.

Schaltet ein, Euer Sepp

„Jenseits von Gut und Böse liegt er“, sagen die Einheimischen über den Funtensee in den Berchtesgadener Alpen. Tatsächlich findet man den kleinen Bergsee, der als kältester Ort Deutschlands Berühmtheit erlangt hat, auf 1.600 Metern Höhe in einer Senke mitten im Steinernen Meer. Das eigenwillige Naturidyll hält mit einer Tiefsttemperatur von minus 45,9 Grad den deutschen Kälte-Rekord und ist wegen seines Mikroklimas und seiner abgeschiedenen Lage ein faszinierendes Phänomen. Außer Wetterforschern würde wohl kaum jemand an diesen gottverlassenen Ort kommen, gäbe es da nicht das Kärlingerhaus, das etwas oberhalb des Sees liegt. Erreichen kann man die Schutzhütte des Deutschen Alpenvereins über den fünfstündigen anstrengenden Aufstieg von St. Bartholomä am Königssee, der in schmalen Serpentinen die steile Saugasse hinaufführt. Eine Bergstraße gibt es nicht, deshalb fliegt der Versorgungshubschrauber das Kärlingerhaus in den Sommermonaten einmal in der Woche an – aber nur, wenn es das Wetter zulässt. Für die Hüttenwirte Sigi und Gabi Hinterbrandner ist die Bewirtschaftung in der extremen Lage eine logistische Herausforderung.

Der Film von Peter Solfrank zeigt das Leben rund um den geheimnisvollen Funtensee über fast ein Jahr: Im März, wenn der Bergkessel noch tief verschneit ist, muss das Kärlingerhaus von den Hüttenwirten regelrecht ausgegraben werden. Nur Skitourengeher und Ranger des Nationalparks Berchtesgaden sind unterwegs. Wir begleiten einen Bauern, der seine verlorenen Schafe sucht. Die Herde hat sich alleine auf den Weg gemacht, über die verschneiten Hochflächen durch das Steinerne Meer zu ihrem Lieblingsplatz am Funtensee. Im Juli, wenn der Schnee endlich aus den Hochlagen verschwindet, beginnt die Hochsaison: Dann übernachten bis zu 200 Wanderer und Bergsteiger in der Schutzhütte. Höhepunkt aber ist der letzte Samstag im August, wenn bis zu 1000 Wallfahrer am Kärlingerhaus Rast machen – auf ihrem Weg von Maria Alm durch das Steinerne Meer zum Königssee.

Es ist der erste Dokumentarfilm, der je gemacht wurde über diesen weltentrückten Ort und die Menschen, die es immer wieder dort hinzieht. Auch das Team des Bayerischen Fernsehens war fasziniert und hat viele anstrengende Aufstiege auf sich genommen, um diesen außergewöhnlichen Film zu realisieren.

Sepp Wurm

Trailrunnung und Bergerlebnis

 von Sepp

Zwei unserer Blogger bei der BERGinale

Beide lieben die Berge, beide schreiben gerne über ihre Leidenschaft: Steve Auch und Michael Prittwitz! Während Steve als Trailrunner unterwegs ist und große Distanzen in unfassbaren Zeiten überwindet, hat der ambitionierte Bergfotograf Michael immer das Gespür für die besonderen Augenblicke in den Berchtesgadener Bergen. Ich bin sehr froh, diese beiden Bergspezialisten auch als Schreiber für unser Blog zu gewonnen zu haben. Samstagabend am 15. März aber schreiben die beiden nicht über ihre Erlebnisse in den Bergen, sondern sprechen darüber: Bei der BERGInale im Kongresshaus Berchtesgaden halten erst Steve und dann Michael einen Vortrag.

 

Trailrunning im Berchtesgadener Land

Vortrag von Steve Auch um 18:15 Uhr:

Steve Auch kommt eigentlich nicht aus Bayern und war früher alles andere als ein begeisterter Läufer. Jetzt wohnt er in Bad Reichenhall und das Laufen, genauer gesagt Trailrunning, ist zu seiner größten Leidenschaft geworden.

Blick vom Kahlersberg Richtung Bad Reichenhall

Blick vom Kahlersberg Richtung Bad Reichenhall

Abseits von asphaltierten Wegen bahnt er sich seinen Weg durch die Berchtesgadener Berge, immer auf der Suche nach neuen Abenteuern.Getreu seinem Motto „Bei gutem Wetter kann`s jeder“ trifft man ihn nicht nur an sonnigen Tagen, sondern auch bei Regen und Schnee … wenn man ihn überhaupt mal sieht, denn oft ist er schon weit vor Sonnenaufgang unterwegs oder meidet die klassischen Wanderwege. weiterlesen »

Sepp Wurm

Hoagascht am Funtensee

 von Sepp

ServusTV dreht am Funtenssee

Minus 45,9° Ceslisus zeigt die Messstation am Funtensee an Weihnachten 2011. Das ist die tiefste jemals in Deutschland gemessene Temperatur! Jörg Kachelmann stellte die Messanlage im Nationalpark Berchtesgaden auf, weil er aufgrund der besonderen topographischen Einbettung des Funtensees in das Becken der ihn umgebenden Berge hier die Möglichkeit sah, auf Kälterekord-Jagd zu gehen. Seine Vermutung bestätigte sich: Seit Weihnachten 2001 ist der kleine Bergsee oberhalb des Königssees als Deutschlands Kältepol bekannt.

Der Funtensee im Steinernen Meer

Der Funtensee im Steinernen Meer

Dabei ist es am See die meiste Zeit des Jahres auch nicht kälter als anderswo auf 1.600 Metern über dem Meeresspiegel, im Sommer nutzen viele Bergsteiger den Funtensee sogar als Badesee. Doch der Mythos des Sees ist seitdem natürlich gewachsen, bei vielen Wanderern und Bergsteigern, die das Berchtesgadener Land besuchen, steht der Funtensee und auch das 20 Meter höher gelegene Kärlingerhaus ganz oben auf der Agenda.weiterlesen »

Lisa-Graf-Riemann

Vom Hochkönig ins Steinerne Meer

 von Lisa
Die-übergossene-Alm

Die übergossene Alm: Gletscher am Hochkönig

Auf dem Dach der Berchtesgadener Alpen

Eine Überschreitung hat schon etwas Majestätisches. Nun sind weder der Hochkönig noch das Steinerne Meer das Dach der Welt, aber mit seinen 2.941 Metern ist der Hochkönig immerhin der höchste Gebirgsstock der Berchtesgadener Alpen und kratzt schon an der 3000er-Marke. Sein Gletscher, die Übergossene Alm, schrumpft dahin, ist aber von vielen Berchtesgadener Gipfeln, auch vom Untersberg aus gut sichtbar.

Über die Ostpreußenhütte auf dem Hochkönig

Am  Wochenende haben wir das Abenteuer Überschreitung angepackt. Startpunkt war die Dielalm bei Werfen, von dort Aufstieg zur Ostpreußenhütte, die zwei Tage ohne Strom und Wasser gewesen war. Kurz vor unserem Eintreffen hatte ein Helfer den Generator wieder zum Laufen gebracht, was uns ein gekühltes Radler zur Begrüßung bescherte. Der Aufstieg zum Hochkönig-Gipfel war lang, aber unschwer. Im Matrashaus sind im August so gut wie alle Lagerplätze belegt, die Versorgung klappt dennoch wie am Schnürchen. Aufbruch nächsten Morgen um 6 Uhr 30 – aber doch viel zu spät, wie sich herausstellte.

Biwakschachtel am Wildalmkircherl

Wir nahmen den Herzogsteig, um die luftige Gratüberschreitung am Hochseiler zu umgehen, stiegen über Gletscher- und Schneefelder hinab und umkraxelten auf Leitern und einigen seilversicherten  Passagen einen Felsstock, um am späteren Vormittag zur Torscharte zu gelangen, dem Übergang zum Steinernen Meer. Vor dort glaubten wir den Wegweisern, dass wir in 2 Stunden an der Biwakschachtel am Wildalmkirchl sein würden.  Dazwischen lagen aber 3 Auf- und Abstiege, eine völlig unvermutet auftauchende Gratüberschreitung und ein weiterer Gipfel, das Brandhorn (2.609 m). Vielleicht gibt es Menschen, die die Strecke in 2 Stunden schaffen, wir gehörten aber nicht dazu.

 

Es war schon nach 16 Uhr, als wir die  wirklich hübsche und komfortable Biwakschachtel der AV-Sektion Maria Alm erreichten. Dort blieben wir und teilten uns zu zwölft die 8 vorhandenen Schlafplätze. Eine Frau schlief auf 4 aneinandergestellten Hockern – und angeblich gar nicht schlecht. Decken waren ausreichend vorhanden, es wurde Schnee in Eimern geschmolzen und bei Sonnenuntergang war natürliche Bettruhe.

Durch das Steinerne Meer zum Königssee

Ab der Biwakschachtel war die Überschreitung am nächsten Tag nur mehr ein Vergnügen. Wir wanderten auf einsamen Pfaden Richtung Kärlingerhaus. Ein Bad im Funtensee und ein Germknödel in der Hütte gingen sich aus. Dann stiegen wir am Nachmittag durch die Saugasse ab zum Königssee und nahmen das Schiff zurück nach Schönau.

Fazit: Eine schöne Tour für ausdauernde Wanderer, mit einigen Magenkitzlern. Frühaufsteher und Schnellgeher sind klar im Vorteil. Wobei ich persönlich meine erste Nacht in einer Biwakschachtel auf keinen Fall missen möchte.

Sepp Wurm

Pilger im Steinernen Meer

 von Sepp

24. August: Der Bartholomäus Tag

Dieses Jahr fällt der Termin der Almer Wallfahrt genau auf den Bartholomäustag, den 24. August. Sonst war die Wallfahrt immer am ersten Samstag nach dem 24. August. Am darauf folgenden Sonntag ist dann immer Kirchweih der Wallfahrtskirche Sankt Bartholomä, dem Zielpunkt der Wallfahrt.

Almer Wallfahrt kurz vorm Funtensee

Almer Wallfahrt kurz vorm Funtensee

Die Almer Wallfahrt gilt als älteste Hochgebirgswallfahrt in Europa: erstmals wurde sie 1635 erwähnt, damals noch mit Dürrnberg als Zielpunkt. Nachdem 1688 mehr als 70 Pilger beim Übersetzen über den Königssee ertranken, ist seitdem St. Bartholomä das Ziel der Almer Wallfahrt. Einen Rekord verzeichnete die Wallfahrt 2006, als über 2.000 Menschen daran teilnahmen.

 

Wallfahrt durch das Steinerne Meer

Eigentlicher Treffpunkt der Wallfahrer ist das Riemannhaus auf 2.117 Metern Höhe in der Ramseider Scharte, wo die eigentliche Wallfahrt um 8 Uhr mit einer Bergmesse beginnt. Konditionell starke Bergsteiger steigen im Dunkel des Morgens auf, andere bereits am Vortag und übernachten auf der Berghütte.

Riemannhaus im Steinernen Meer

Riemannhaus im Steinernen Meer

Vom Riemannhaus führt der Weg der Pilger mitten durch das Steinerne Meer.weiterlesen »

Christian Thiel

Kärlingerhaus – Funtensee – Viehkogel

 von Christian
Kärlingerhaus am Funtensee

Kärlingerhaus am Funtensee

Vom Königsee über die Saugasse zum Funtensee

Die bisher schönste Bergtour meines Lebens führte uns von St. Bartholmä am Königssee über die Saugasse zum Kärlingerhaus am Funtensee. Abends folgte noch ein Abstecher auf den Viehkogel. Am vergangenen Wochenende war es soweit. Bereits im April hatten wir 13 Übernachtungsplätze im Kärlingerhaus reserviert, da dieses an den Wochenenden komplett ausgebucht ist! Unter den 13 Personen waren 8 Kinder und Jugendliche von unserem Tennisverein, die Tour war eine Belohnung für die sportlichen Leistungen der Kids. Als Begleiter waren 5 Erwachsene mit dabei, darunter auch ich.

Am Samstag hieß es früh aufstehen, da wir bereits mit dem ersten Schiff um 8:00 Uhr nach St. Bartholomä übersetzten.

Schifffahrt über den Königssee am Morgen

Schifffahrt über den Königssee am Morgen

Von dort aus starteten wir um Punkt 9 Uhr, zunächst flach am See entlang bis zum Eisbach. Nach dem Eisbach geht es bergauf und zwar gleich am Anfang richtig knackig. Die ersten Meter sind noch angenehm doch dann wirds richtig steil. Es geht am Schrainbachfall vorbei hinauf auf das erste Plateau. Zur Erholung geht es dann am Bach entlang etwas gemütlicher vorwärts. Nach insgesamt zwei Stunden Gehzeit erreichten wir den Anfang der Saugausse.

Suagasse zwischen Königssee und Funtensee

In 38 Kehren führt die Saugasse vom Königssee zum Funtensee

Doch bevor wir diesen anstrengenden Teil der Tour angingen, gabs erstmal eine Brotzeit.

Durch die Saugasse zum Kärlingerhaus

Nachdem wir uns etwa eine halbe Stunde erholt und gestärkt hatten ging es in die Saugasse. 38 Kehren führen durch das steile imposante von Felsen umrahmte Gelände, eine echtes Erlebnis.weiterlesen »

Sepp Wurm

Unter unserem Himmel im Hagengebirge

 von Sepp

Das Hagengebirge – Unbekannte Bergewelt

Die Berchtesgadener Alpen sind beliebtes Ziel für Wanderer, Kletterer, Mountainbiker, Skifahrer oder Snowboarder. Doch mittendrin, hoch über dem Königssee, gibt es einen noch fast unberührten Flecken: das Hagengebirge. Hier sucht man Seilbahnen genauso vergebens wie präparierte Skipisten, die bewirtschaftete Hütten sind meist erst nach stundenlangem Fußmarsch erreichbar.

Bergtour im Hagengebirge

Bergtour im Hagengebirge

Dafür kann man hier eine einmalige Gebirgswelt erleben, seltene Pflanzen und Tiere entdecken und in aller Ruhe Gämsen und Steinböcke beobachten.

 

Ehemaliges Jagdrevier des Adels

Der Grund für diese Abgeschiedenheit ist, dass das mächtige Gebirgsmassiv lange Zeit als Jagdgebiet diente, erst für den Hochadel, später kam dann der Geldadel. Bergsteiger und Wanderer waren nicht willkommen, weil sie das Wild störten, Alm– und Forstwirtschaft waren den Jagdinteressen untergeordnet. Noch heute sieht man im Hagengebirge sehr viele Steinböcke, die Herman Görig damals hier ansiedelte (bzw. deren Nachkommen).

Steinböcke im Hagengebirge

Steinböcke im Hagengebirge

Damit das urwüchsige Naturparadies, das teils zu Bayern, teils zu Österreich gehört, so bleibt wie es ist, wird es heute beiderseits erhalten und geschützt. Was nicht nur die Liebhaber des Hagengebirges freut, sondern auch Forscher wie Helmut Franz, der hier ungestört die Auswirkungen des Klimawandels studieren kann, die Geologen der Universität Salzburg, die in den tiefen, weit verzweigten Höhlen unterwegs sind oder Hans Maltan vom Nationalpark Berchtesgaden, der hier der Geschichte der Almwirtschaft nachgeht.weiterlesen »