Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Stoamandl
Ursula

Familien-Herbstwandertipp

 von Ursula

Die Almbachklamm neu entdeckt

Bisher war ich der Meinung, die Almbachklamm muss man auf jeden Fall im Frühsommer gehen, wenn unglaubliche Wassermassen die ausgehöhlte Schlucht hinabschießen, von allen Seiten kleine Wasserfälle herunterrieseln und oben in Ettenberg auf den Bauernwiesen ein einzigartige Blumenpracht das Herz übergehen lässt. Aber am vergangenen Sonntag habe ich meine Meinung geändert.

Beeindruckender Blick von der Brücke in die Almbachklamm

Beeindruckender Blick von der Brücke in die Almbachklamm

Halbschariges Wetter, raus wollten wir auf jeden Fall, die Klassiker an einem solchen Tag schreckten uns aufgrund der in hoher Zahl zu erwartenden anderen Wanderer – und Anita, 8 Jahre, wollte schon ein bisschen Action, nicht nur den Berg rauf.

 

Herbstwanderung durch die Almbachklamm

Also die Almbachklamm, Mitte September, ganz gegen meine Überzeugung. Der Himmel ist grau in grau, die Regenjacken sind im Rucksack. Seit den Unwettern und dem Hochwasser Anfang Juni war ich nicht mehr in der Klamm. Dass diese bereits seit 6. Juli schon wieder begehbar ist, grenzt nach den ersten Bildern von damals an ein Wunder. Brücken und Stege waren zerstört, abgegangene Muren hatten die Wege teilweise meterhoch mit Geröll verschüttet. Wir finden am vergangenen Sonntag davon fast keine Spuren mehr. Einige verkeilte Baumstämme sind zu sehen, das war‘s. Die Brücken sind bestens repariert bzw. komplett neu aufgebaut, die Wege neu geebnet, es gibt sogar zusätzliche Sicherungsseile an den schmalen Wegpassagen.

Diese Brücke wurde nach dem Unwetter komplett erneuert

Diese Brücke wurde nach dem Unwetter komplett erneuert

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Christoph

Stoamandl

 von Christoph

Geduld und Fingespitzengefühl braucht man, um ein Stoamndl zu errichten. An der Königsseer Ache hat jemand sich die Zeit genommen, zwei zu errichten.

Stoamandl

Schön sind sie anzuschauen, wie sie fragil aus der Ache herausragen.

Es ist fast wie eine Zen-Übung, so ein Stoamandl zu errichten. Sie sind in den letzten Jahren in Mode gekommen. Einerseits knüpfen sie an die Tradition der Steindauben an, die in den Bergen als Wegmarkierung errichtet werden, andererseits sind sie Abkömmlinge der Land-Art, die in den 70er Jahren ihren Anfang nahm. Damals gingen die Künstlerinnen und Künstler hinaus, um mit Naturmaterialien Kunst in der Natur zu schaffen. Wobei der Engländer  Andy Goldsworthy natürlich der Meister aller Klassen ist.

Stoamandl

Ausponderiert liegt Stein auf Stein.

Es sind ephemere, also vergängliche  Werke. Der Wind, das Wasser oder die Schwerkraft werden den Stoamndln bald ein Ende setzen. Aber gerade dieser Aspekt der Vergänglichkeit macht sie so reizvoll. In einer Zeit, in der alles auf Nützlichkeit und Effizienz ausgerichtet ist, erinnern uns die Stoamndl, dass es mehr im Leben gibt. Sie mögen „nutzlos“ sein, doch ihr Nutzen liegt ganz woanders. Wer es nicht glaubt, soll sich selber einmal daran versuchen. An der Ache liegt genug Material dafür herum.

 

Servus und bis bald!
Christoph