St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Schlagwort: Torrener Joch
Ann-Katrin

Unterwegs auf den Jochalmen

 von Ann-Kathrin

Unterwegs bei den österreichischen Nachbarn

Man sieht sie schön eingebettet in einen Kessel, ob nun vom Carl-von-Stahl Haus oder beim Aufstieg zum Schneibstein. Meist schaut man nur flüchtig hin, kommt aber selten auf die Idee einen Abstecher dorthin zu wargen. Die Rede ist von den Jochalmen, die im Gemeindegebiet von Golling liegen. Umgeben sind diese von hohen Wänden des Göllstockes und den Steilabstürzen des Hagengebirges. So ging es dann für mich mit der Stahlhaus Hüttenhündin Susi zu den Jochalmen. Hinweisschilder befinde sich direkt an der Berghütte. Die Strecke führt als Endstation nach Golling zum Bahnhof. Geeignet ist diese Strecke auch für Mountainbiker, allerdings müssen diese ab der Oberjochalm ihr Bike schieben, da der Forstweg endet und in einen Steig übergeht. Die Forststraße wurde eigens für Erzherzog Franz Ferdinand vom Militär errichtet, da dieser an schwerem Asthma litt. Die Forststraße sollte ihm und seinen Gästen den Zugang zur Jagdhütte und seinem Jagdgebiet erleichtern.

Genug  von der Theorie, nun zur Praxis. Für mich recht ungewohnt beginnt mein heutiger Wandertag mit einem Abstieg. Die Nacht verbrachte ich auf dem Carl-von-Stahl Haus. Das Wetter ist eher durchwachsen. Zu unbeständig für eine Bergtour, aber genau richtig für eine Almentour. Zunächst geht es den Steig nach unten. Schon nach wenigen Gehminuten entdecken ich und meine Begleiterin, die Hüttenhündin Susi Gemsen. Gar nicht so weit entfernt beobachten sie uns neugierig. Bestimmt nicht meinetwegen, sondern wegen des anderen ungewöhnlichen schwarz befellten Tieres. Unter den Blicken der Gemsen erreichen wir ziemlich schnell die Oberjochalm.

Stahlhaus-Susi vor der Oberjochalm

Stahlhaus-Susi vor der Oberjochalm

Jagdhütte bei der Oberjochalm

Jagdütte bei der Oberjochalm

Die Alm ist zu dem Zeitpunkt noch unbewirtschaftet. Warum? Das wird sich mir im Laufe des Tages noch erschließen. Der Tag ist noch jung und der Abstieg zur Oberjochalm ging auch recht schnell, also geht es noch eine weitere Station tiefer zur Unterjochalm. Ab der Oberjochalm zur Unterjochalm können Mountainbiker wieder ganz normal fahren. Als Wanderer kann man sich ab hier entscheiden, ob man den alten Almsteig oder die Forststraße nutzt. Ich mache beides, sowohl die Nutzung des Steiges als auch der Forststraße, da der Steig immer wieder die Forststraße kreuzt. Nach weiteren 45 Minuten ist die Unterjochalm erreicht und diese ist auch bewirtschaftet. Die Sennerin begrüßt mich freundlich und erkennt auch meine Begleiterin sofort wieder. Dadurch kommt man schnell ins Gespräch und ich erfahre, dass in zirka zwei Wochen umgezogen wird zur Oberjochalm mit der Begründung der Sennerin: „Weils Vieh ois zsomm gfressn hot!“.

 

Niederleger, Mitterleger und Hochalm

Man unterscheidet bei Almen bei eine Dreistufenwirtschaft. Den Niederleger, den Mitteleger und die Hochalm. Die Namen sagen es schon, erst zum Hochsommer wird das Vieh zu den sogenannten Hochalmen getrieben und da können sie dann alles „zsomm gfressn“. Natürlich kehre ich auch auf der Unterjochalm ein. Ich genehmige mir eine große Milch. Unglaublich: ein halber Liter Milch kostete mich nur 1,10 €! Und lecker war sie! Viel besser, als Milch aus der Tüte aus dem Supermarkt. Alleine deswegen lohnt sich eine Wanderung zu einer Alm.weiterlesen »

Ann-Katrin

Das Carl-von-Stahl Haus

 von Ann-Kathrin

Ein Hüttenportrait: das Stahl Haus

Schon viel wurde in Blogs oder anderen Internetforen viel über Berg- und Wandertouren geschrieben. Doch was wäre die schönste Bergtour ohne eine Einkehr oder einen Stützpunkt zur Übernachtung. Heute stelle ich einen solchen Stützpunkt vor: Das Carl-von-Stahlhaus.

Carl-von-Stahl Haus

Carl-von-Stahl Haus

Peter Pruckner auf der kleinen Reibn

Hüttenwirt Peter Pruckner

Das Carl-von-Stahl Haus liegt auf 1736 m ü. A. Seinen Namen verdankt es Carl Stahl. Zum ersten Weltkrieg wurde die Jagd am Torrener Joch betrieben und das von keinen geringeren als der Krupp-Dynastie.  Deren Vertreter standen den Alpentouristen aufgeschlossen  gegenüber und tauschten schließlich Grundbesitz am Torrener Joch gegen  die Jochalm mit dem Alpenverein; dieser Tausch war für den Hüttenbau  sehr vorteilhaft, da das Joch wesentlich günstiger gelegen war. Die  Sektion Salzburg hatte sich mit anderen Hüttenprojekten übernommen und  kein Geld mehr für einen neuen Hüttenbau. Da fand sich ein Auswanderer  aus Österreich, Carl Stahl, der als Industrieller in Amerika in der  Textilbranche zu einem Vermögen gekommen war. Er spendete der Sektion  Salzburg das für den Hüttenbau notwendige Geld. Die Einweihung  seiner Hütte am 22. Juli 1923 erlebte er selbst nicht mehr, jedoch kam  seine Witwe. Aber nicht nur die Vergangenheit der Hütte ist interessant, auch die Gegenwart! 40 Jahre lang war Helmut Pfitzer, genannt „Heli“, Hüttenwirt auf dem Stahlhaus. Seit 2012 ist nun Peter Pruckner der Pächter des Hauses.

 

Hausmannskost und typische Almgerichte

Der erfahrene Alpinist und Hüttenwirt ist nicht nur Pächter der Hütte, sondern sorgt auch für das leibliche Wohl seiner Gäste.

Peter Pruckner und ein Teil seines Teams

Peter Pruckner und ein Teil seines Teams

Die gute Küche bietet frisch gekochte Hausmannskost und typische Almgerichte. Ein Auzug aus der Speisekarte: Kaspressknödelsuppe, Speckknödelsuppe, Spinatknödelsuppe, klassische Wildgerichte, Schweinebraten, diverse Kuchen und Süßspeisen. Ausgezeichnet wurde der Kaiserschmarren, welcher als Peter Pruckner noch Hüttenwirt in Oberösterreich war, als bester Oberösterreichs! Ich selbst komme auch immer sehr gerne zum Stahlhaus, vor allem auch wegen des Essens und des netten und herzlichen Teams!

der Kaiserschmarrn

der Kaiserschmarrn

Aufstiege zum Carl-von-Stahl Haus

Das Stahlhaus ist in den verschiedensten Schwierigkeitsgraden zu erreichen, von einfach bis schwer. weiterlesen »