St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Schlagwort: Winter
Ann-Katrin

Bergstress im Wimbachgries

 von Ann-Kathrin
Panorama bei der Wimbachgrieshütte © Ann-Kathrin Helbig

Panorama bei der Wimbachgrieshütte © Ann-Kathrin Helbig

Samstag, Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen. Viele meinen da wohl „die Ann-Kathrin macht sich sicher einen schönen Tag“. Falsch gedacht! Ich hab Stress! Bergstress!

Samstagmorgen, der Wecker klingelt zum 3. Mal. Es ist kuschelig im Bett, es ist warm im Bett. Ich will eigentlich nur mal faulenzen. Aber nein! Schockiert schaue ich mit aufgerissenen Augen hinaus aus dem Schlafzimmerfenster. Sonnenschein. Blauer Himmel. Verdammt, ich muss raus aus dem Bett! Heute Mittag muss ich arbeiten, also will ich das schöne Wetter bestmöglichst ausnutzen. Also raus aus den Federn, ab ins Bad Zähne putzen. Waschen wird überbewertet, werde eh schwitzen wie verrückt. (Potentielle Dates sollten das jetzt überlesen :-P)

Es soll ins Wimbachgries gehen, genauer gesagt zur Wimbachgrieshütte. Laut offiziellem Wegeschild dauert die einfache Strecke 3 Stunden. Zeit habe ich aber für hin- und zurück 3 Stunden.
Um 08:30 Uhr komme ich am Parkplatz Wimbachbrücke an. Ausgestattet bin ich nur mit dem Nötigsten: Eine kleine Flasche zu trinken, meine Kamera, mein Handy und ganz viele Taschentücher. Denn passend zum tollen Wetter der nächsten Tage, habe ich einen Schnupfen. So ausgestattet, sehe ich eher aus als hätte ich mich verlaufen bei einer Führung auf St. Bartholomä als dass ich jetzt hier zur Wimbachgrieshütte laufe und wieder zurück. Es geht schnellen Schrittes vorbei am Wimbachlehen, vorbei an der geschlossenen Wimbachklamm in Richtung Wimbachschloss. Mein Ziel: Die erste Etappe in unter einer Stunde schaffen. Leicht machbar. Wie die Schneelage im Wimbachgries sein wird: ungewiss. Locker flockig komme ich am Wimbachschloss an. Ab hier beginnen nun auch die ersten Schneefelder. Beim Blick nach rechts entdecke ich ein Gamsrudel. Meine felligen Freunde stören sich nicht an meiner Anwesenheit, denn es ist Frühstückszeit.

Gams im Winterkleid © Ann-Kathrin Helbig

Gams im Winterkleid © Ann-Kathrin Helbig

So nun wird es immer schneereicher, aber noch breche ich in der Schneedecke nicht ein. Auch die Sonne ist noch nicht im Gries angekommen, somit schwitze ich auch nicht zu sehr.

das Wimbachgries © Ann-Kathrin Helbig

das Wimbachgries © Ann-Kathrin Helbig

Nun muss ich den schneebeckten Schuttstrom queren. Die Wolkenformationen schauen aus wie gemalt. Das blau des Himmels tut der Seele gut. Ein kurzer Moment zum inne halten. Ich habe noch eine flotte halbe Stunde vor mir und die Schneelage schaut ungut aus. Jetzt hätte ich gerne Schneeschuhe… Mit fast jedem Schritt sinke ich im Schnee ein. An wenigen Stellen knietief.weiterlesen »

Wintertraum auf Kühroint.

Schneeschuhrunde auf die Kührointalm

Der vergangene Samstag war der Auftakt einer traumhaften Wetterperiode, die uns bevorsteht. Wir haben das Bilderbuchwetter für eine Winterwanderrunde zur Kührointalm (1420m) inklusive Abstecher zur Archenkanzel (1346m) genutzt. Gut, dass wir die Schneeschuhe dabei hatten, denn während unten im Tal langsam ein buntes Meer aus Frühlingsblumen entsteht, findet man auf der Kühroint noch hochwinterliche Verhältnisse vor.

Durch weit mehr als einen halben Meter Schnee mit feinster Pulverauflage stapfen wir von der Kührointalm im Anschluss noch zur Archenkanzel, um am späten Nachmittag den einsamen Blick auf den Königssee zu genießen. Die Kührointalm erreichten wir im Aufstieg an der Bobbahn und Klingeralm vorbei. Das Winterparadies verließen wir am frühen Abend dann über die Schapbachalm in Richtung Hammerstiel-Parkplatz.

Anstieg über die Klingeralm – zwischen den Jahreszeiten

Wie schon bei der Wanderung zum Grünstein am Vortag, starten wir von meiner Haustür in Schönau weg und machen uns auf in Richtung Bobbahn am Königssee. Kurz hinter dem Haus Hohenwart zweigt dann der breite Wanderweg ab, der im Tal des Klingerbachs in Richtung Grünstein und Kühroint führt.

Es kommt uns vor, als ob die Natur seit gestern nochmal einen gewaltigen Frühlingswachstumsschub erfahren hat. Überall sprießen Krokusse, Schneerosen und -Glöckchen aus der Erde. Die strahlende Sonne lässt die Farben der Natur kräftig und frisch erscheinen. Das Blau über uns hat nichts mehr von dem kalten Winterhimmel der letzten Monate.

Immer wieder halten wir an, um die kontrastreichen Ausblicke zu genießen, für die der Neuschnee auf den hohen Bergen sorgt. Frisches Grün, strahlendes Weiß und tiefes Blau. Der Frühlingsbeginn im Berchtesgadener Land verzückt mich immer mehr!

Der frisch verschneite Hohe Göll macht von der Schönau aus eine besonders elegante Figur.

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Auf dem Weg zur Jenner Bergstation.

Zwei geführte Schneeschuhtouren auf den Jenner und am Reichenhaller Predigtstuhl

Am vergangenen Wochenende fand zum 6. Mal das Winter Outdoor-Festival im Berchtesgadener Land statt. In diesem Jahr war das Festival, das sich mittlerweile als eines der absoluten Highlights der Berchtesgadener Wintersaison etabliert hat, komplett auf das Schneeschuhwandern ausgerichtet und bot entsprechend vier verschiedene, stets von Bergführern begleitete Schneeschuhtouren an. Ich bin am Samstag bei der 9-Stunden-Tour rund um und auf den Jenner mitgegangen und habe am nächsten Vormittag noch an der 3-Stunden-Tour von der Bergstation der Predigtstuhlbahn zum Karkopf, oberhalb der Alpenstadt Bad Reichenhall, teilgenommen.

Ich habe also zwei Touren kombiniert, um die Dauer zusammen zu stapfen, die die diesjährigen Schneeschuh-Könige des Winter Outdoor-Festivals auf der 12- Stunden-Tour am Rossfeld und an der Scharitzkehlalm vorbei in der Berchtesgadener Bergwelt verbracht haben. Komplettiert wurde das Programm von der 6-Stunden-Wanderung, die durch das Gebiet rund um den Grünstein führte.

Die beiden Touren boten dabei komplett unterschiedliche Schneeschuherlebnisse. Während die Tour auf den Jenner von frühlingshaften Temperaturen, Orkanböen am Gipfel und der fantastischen Aussicht auf Watzmann, Steinernes Meer und Königssee geprägt war, waren wir am Predigtstuhl in dichtem Schneetreiben in einer weiß-grün-grauen Winterlandschaft unterwegs und mussten uns die umliegenden Bergmassive praktisch in Gedanken hinzumalen.

Dennoch hatten beide Touren auch viele Gemeinsamkeiten, zu denen die hervorragende Festival-Organisation des Teams des Outdoor Club Berchtesgaden einen Großteil beigetragen hat: Eine durchwegs super Stimmung in den Tourengruppen, kompetente und sympathische Touren-Guides, super Verpflegung unterwegs, interessante Routenführungen durch die Berchtesgadener Bergnatur und der gewisse Winter-Outdoor-Festival-Spirit, der über allem lag, bescherten mir ein rundum wunderbares Wochenende.

Tag 1: 9-Stunden-Schneeschuh-Wanderung im Reich des Jenners

Nachdem in dem Festival-Basiscamp, dem Explorer Hotel in der Schönau, alle Teilnehmer mit Schneeschuhen und Stöcken ausgestattet wurden und das erfreulich nützliche Starterpaket entgegengenommen hatten, brach unsere etwa 30 bis 40-köpfige Gruppe in Richtung Talstation der Jennerbahn auf. Allerdings nicht bevor sich unser Bergführertrio bestehend aus Jan, Peter und Michi der Gruppe vorgestellt und uns für das Kommende instruiert hatte.

Voller Vorfreude und bei frühlingshaften Temperaturen legten wir dann die kurze Strecke zur Jennerbahn zurück. Die Einwohner der Schönau haben sich sicher gewundert, was für eine große Gruppe da zielstrebig und diszipliniert in Reih und Glied an ihren Häusern vorbeizieht. Den Temperaturen und der Tatsache geschuldet, dass sich das Weiß im Tal in den letzten Tagen immer mehr in die höheren Lagen zurückgezogen hat und ersten Frühlingsboten Platz macht, mussten wir mit unserer winterlichen Ausrüstung und den Schneeschuhen in der Hand ganz schön befremdlich wirken. Weiter oben sollten sich die Bedingungen dann aber schnell unserer Ausrüstung anpassen und jede mitgeschleppte Kleidungsschicht nicht umsonst gewesen sein.weiterlesen »

Sepp Wurm

Winterwanderung zur Moosenalm

 von Sepp
Winterwanderung zur Moosenalm im Lattengebirge

Winterwanderung zur Moosenalm im Lattengebirge © Bilderecke Barbara Rasp

Ein Wintermärchen im Lattengebirge

Während im Tal schon frühlingshafte Temperaturen herrschen, habe ich am Samstag den Winter von seiner schönsten Seite erlebt: Ich bin zur Moosenalm im Lattengebirge gewandert und habe ein weiß-blaues Wintermärchen gefunden.

Startpunkt meiner Wanderung ist der Wanderparkplatz Schwarzbachwacht im Bergsteigerdorf Ramsau. Von hier folge ich dem aus dem Sommer bekannten Wanderweg hinauf. Oberhalb vom Wirtshaus Wachterl führt der Weg relativ flach an der Weißwand entlang. Nach etwas mehr als einem Kilometer zweigt nach rechts der Pioniersteig ab. Der Weg wird jetzt steiler, der Schnee wird tiefer und Spuren gibt es auch keine mehr.

Auf dem Pioniersteig vom Wachterl zur Moosenalm

Auf dem Pioniersteig vom Wachterl zur Moosenalm © Bilderecke Barbara Rasp

In mehreren Kehren führt der Weg jetzt hinauf in Richtung Moosenalm. Durch den Wald sehe ich hinüber zur Eisbergscharte der Reiter Alm und hinunter zur Schwarzbachalm. Schließlich wird das Gelände flacher. Tiefverschneite Bäume säumen den Weg, oder das was vom Weg zu erahnen ist. Spuren sind keine zu sehen. So stelle ich mir die perfekte Winterwanderung vor!weiterlesen »

Die Watzmannfamilie präsentiert sich im winterlichen Kleid.

Schneeschuhtour auf den Untersberg – Vorbereitung auf das Winter Outdoor-Festival

In zwei Wochen werde ich am 6. BGL Winter Outdoor-Festival teilnehmen, das in diesem Jahr mit einem Schneeschuh-Special aufwartet. Um mich schon einmal mit dem Material vertraut zu machen und auszuprobieren, wie es sich anfühlt, stundenlang mit Schneeschuhen auf und ab durch Schnee zu marschieren, habe ich mir letzte Woche ein paar Schneeschuhe bei der Ski- und Snowboardschule Berchtesgaden-Oberau ausgeliehen.

Nachdem die höheren Lagen des Berchtesgadener Landes an den Tagen zuvor mit etwas Neuschnee beschenkt wurden, verjagte die Sonne am Sonntag gemeinsam mit ihrem Komplizen ‚Wind‘ endlich mal wieder die Wolken und gab den Blick auf die winterliche Bergwelt frei. Diesen idealen Wintertag nutzte ich, um eine Schneeschuh-Expedition auf den Untersberg zu starten und meine ersten Erfahrungen mit den praktischen Fortbewegungsmitteln zu sammeln. Das Winter Outdoor-Festival kann kommen!

Winter Outdoor-Festival: Schneeschuh-Special 2017 vom 3. bis 5. März

Am ersten Märzwochenende ist es wieder so weit und das Winter Outdoor-Festival, einer der absoluten Höhepunkte der Wintersaison im Berchtesgadener Land, findet zum mittlerweile sechsten Mal statt. Das Basecamp der von der Grassl Event & Promotion Services GmbH organisierten Veranstaltung ist wie auch schon im letzten Jahr das Explorer Hotel Berchtesgaden in Schönau am Königssee.

In diesem Jahr ist das Festival komplett auf die immer populärer werdende Aktivität des Schneeschuhwanderns ausgerichtet und bietet geführte Schneeschuhtouren für Einsteiger und Fortgeschrittene. Die Teilnehmer können  dabei traditionell zwischen einer 3, 6, 9 und 12-Stunden-Schneeschuhtour auswählen. Abgerundet wird die Veranstaltung durch ein kulinarisches und musikalisches Rahmenprogramm wenn am Samstagabend alle Teilnehmer zur Finisher Pasta Party mit Live-Musik zusammenkommen.

Während die 3-Stunden-Tour am Sonntag, den 5. März stattfindet, machen sich die Teilnehmer der 6, 9- und 12- Stunden-Tour bereits am Samstag auf in die Berchtesgadener Winter-Bergwelt. Ihr habt also die Qual der Wahl und könnt eure Entscheidung angepasst an Kondition und Erfahrung treffen.

Ich habe mich für die 9-Stunden-Wanderung entschieden, die hoch über dem Königssee über die Hochbahn zur Königsbachalm und anschließend zur Bergstation der Jennerbahn führt. Nach einer Stärkung in der Berggaststätte Jenner und einen Abstecher auf den Jennergipfel geht es im Anschluss über den den kleinen Spinnergraben, die Jennerwiesen und die Mittelstation wieder talwärts. Über die Routenführung der weiteren Touren, Startzeiten, Ticketpreise und Nächtigungsmöglichkeiten im Explorer Hotel könnt ihr euch hier informieren.

Das Explorer Hotel ist wieder Dreh-und Angelpunkt des Winter Outdoor – Festivals.

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Sepp Wurm

Wartungseinsatz an der Funtenseetauern Webcam

 von Sepp
Wartungsarbeiten an der Webcam auf dem Funtenseetauern

Wartungsarbeiten an der Webcam auf dem Funtenseetauern © www.foto-webcam.eu

Die Foto-Webcam auf dem Funtenseetauern ist eine der beliebtesten Webcams im Berchtesgadener Land. Eine Spiegelreflex Kamera liefert hochauflösende Bilder aus einer atemberaubenden Perspektive. Selbst nachts liefert die Kamera dank Langzeitbelichtung unglaubliche Bilder. Die Kamera, eine handelsübliche Canon EOS 1100 D mit einem EF-S 18 – 55 mm Objektiv, ist zwar in einem wetterfesten Gehäuse installiert, doch der Standort der Webcam auf 2520 Meter auf dem Stuhljochgrat unterhalb des Gipfel des Funtenseetauerns ist dennoch extremen Witterungs-Bedingungen ausgesetzt. Nachdem die Kamera in den letzten Wochen etwas gekränkelt hat, war es an der Zeit, die alte Kamera gegen eine neue zu tauschen.

Florian Radlherr, der Mann hinter www.foto-webcam.eu nimmt sich der Sache an. Mit Unterstützung des Nationalparks Berchtesgaden macht er sich auf den Weg zum Funtenseetauern. Ein Hubschrauber erleichtert den Zustieg zum Standort der Webcam.

Mit dem Hubschrauber über den Königssee zum Funtenseetauern © www.foto-webcam.eu

Mit dem Hubschrauber über den Königssee zum Funtenseetauern © www.foto-webcam.eu

Vor Beginn der Arbeiten musst zuerst der Mast, der die Kamera trägt vom Schnee befreit werden. An diesem Mast befindet sich auch eine Windmessstation des Lawinenwarndienstes Bayern. Die Webcam und die Messtation liefern wichtige Daten zur Beurteilung der Lawinensituation in den Berchtesgadener Bergen. Dann steigt Florain Radlherr auf den Masten hinauf und tauscht die Kamera aus.weiterlesen »

Sepp Wurm

Skitour auf die Hohen Rossfelder

 von Sepp
Skitour auf die Hohen Rossfelder

Skitour auf die Hohen Rossfelder

Die Hohen Rossfelder sind die weithin sichtbaren steilen Wiesen zwischen der Priesbergalm und dem Fagstein. Skitourengeher kennen die Rossfelder vorallem als Teilstück des Skitouren-Klassikers Kleine Reibn. Mit dem Boom des Skibergsteigens in den letzten Jahren haben sich die Hohen Rossfelder aber auch als eigenständiges Skitourenziel etabliert. Oft sind auf den Rossfeldern sogar mehr Tourengeher unterwegs als auf der Kleinen Reibn. Ich habe die Tour heute nachmittag mit meinem Kollegen Christian gemacht.

Da es schon spät ist, starten wir nicht an der Talstation der Jennerbahn, sondern beim Wanderparkplatz Hinterbrand auf etwa 1100 Metern Höhe. Von dort queren wir hinüber zu Mittelstation der Jennerbahn, wo wir das Skigebiet Jenner überqueren.

An der Mittelstation des Skigebiets Jenner

An der Mittelstation des Skigebiets Jenner

Unterhalb des Dr.Hugo Beck Hauses gehen wir auf dem bekannten Wanderweg weiter in Richtung der Wasserfallalm. Dunkle Wolken schweben über dem Watzmann, doch das Wetter macht mir keine Sorgen. Es ist richtig mild, nahezu frühlingshaft. Außerdem hoffe ich noch auf den ein oder anderen Sonnenstrahl.

Skitour zwischen Jenner und Wasserfallalm

Skitour zwischen Jenner und Wasserfallalm

An den Kasern der Wasserfallalm vorbei führt die Skitour jetzt relativ flach in Richtung der Königsbachalm.weiterlesen »

Sepp Wurm
Rettungshubschrauber über der Reiter Alm © BRK BGL

Rettungshubschrauber über der Reiter Alm © BRK BGL

Ende Januar fand der mittlerweile 22. Lawinenhundekurs der Bergwacht-Region Chiemgau am Gebirgsübungsplatz der Bundeswehr auf dem Hochplateau der Reiter Alm statt. Bei schönstem Winterwetter mit Sonnenschein und arktischen Temperaturen konnten Staffelleiter Stefan Strecker und sein Team eine Woche lang intensiv unter sehr realistischen Bedingungen die Verschütteten-Suche im Lawinenfeld üben, wobei am vorletzten Tag die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 8“ zu Besuch kam, um die Hunde an den Lärm und Abwind beim Lufttransport zu gewöhnen. Dass es bei ihrem Job um Leben und Tod geht, ahnen die Vierbeiner nicht, denn für sie ist die Suche nur ein triebgesteuertes Spiel. Erst nach rund drei Jahren, vielen Geduldsproben und hunderten Übungsstunden sind sie umfassend einsetzbar.

15 Suchhundeteams in den Berchtesgadener und Chiemgauer Bergen

Bei einem echten Lawinenabgang mit Verschütteten zählt jede Minute, der Puls steigt schlagartig auf 180 und alles passiert innerhalb kürzester Zeit: Melden über Digitalfunk bei der Leitstelle, komplette Schutz- und Sicherheitsausrüstung anziehen und einpacken und geeigneten Landeplatz suchen. Der erste Hubschrauber holt das Suchhundeteam dann auf dem Anflug zum Lawinenkegel zu Hause, unterwegs oder am Arbeitsplatz ab und setzt es direkt per Winde am Berg ab, wo Mensch und Tier zunächst auf sich allein gestellt sind, bis weitere Kräfte nachrücken.

Lawinenhund Ausbildung auf der Reiter Alm © BRK BGL

Lawinenhund Ausbildung auf der Reiter Alm © BRK BGL

Aktuell gehören 15 Teams zur Such- und Lawinenhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau, die Mitglieder ihrer jeweiligen Bergwacht sind und als Spezialisten für Vermissten- und Verschütteten-Suchen Tag und Nacht das ganze Jahr über ehrenamtlich trainieren und für Ernstfälle bereitstehen: Stefan Strecker mit Zabo, Hannes Jahrstorfer mit Kenn und Jörg Riechelmann mit Enzo (alle drei Bad Reichenhall), Ralf Kaukewitsch mit Lilly, Kurt Becker mit Askan und Thomas Pöpperl mit Buddy (alle drei Berchtesgaden), Ernst Bresina mit Lup (Bergen), Achim Tegethoff mit Cira und Jürgen Triebler mit Layla (beide Marquartstein), Martin Wagner mit Chica (Marktschellenberg), Michael Partholl mit Kantos (Ramsau), Hansjörg Gstatter mit Maya, Korbinian Conway mit Lana und Sebastian Steinbacher mit Fantos (alle drei Ruhpolding) und Hannes Hörterer mit Ferry (Schleching). Die Ausbildung eines Lawinenhunds dauert in der Regel drei Jahre. Fantos und Lana sind Junghunde und absolvierten im Januar 2017 den A-Lehrgang für Anfänger; die restlichen Hunde sind mit Abschluss des Kurses voll ausgebildete C-Hunde. Mit dabei waren auch zum organisations- und grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch drei Suchhundeteams der Südtiroler Bergrettung und in den Vorjahren immer wieder auch Hundeführer der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Vierbeiner lernen fliegen

Für den A-Lehrgang standen wie üblich die Grundaufgaben für den späteren Arbeitsalltag auf dem Programm:  Neben der eigentlichen Sucharbeit im Schnee lernten die Hunde die grundlegenden Abläufe, die sie auch später als Lawinenhund erleben, wie beispielsweise die Mitfahrt auf motorisierten Pistengeräten oder der Mitflug im Hubschrauber. Diese ungewohnten und für den Hund zunächst wegen Lautstärke und Wind unangenehmen Transportmittel unter stressfreien Bedingungen kennenzulernen, ist besonders wichtig. „Wenn wir Hundeführer den Tieren vermitteln können, dass ihnen dabei nichts passiert, haben sie auch bei echten Einsätzen keine Angst mehr, lassen sich nicht ablenken und sind voll auf die Aufgabe fixiert“, erklärt der erfahrende Ramsauer Hunde-Ausbilder Michael Partholl. „Daher gilt unser besonderer Dank der Besatzung von „Edelweiß 8“, die trotz abschnittsweise schwieriger Sichtflug-Bedingungen mit Inversionsnebel vom Münchner Flughafen zu unserer Übung gekommen ist“, lobt Strecker.

Lawinen Hunde lernen fliegen © BRK BGL

Lawinen Hunde lernen fliegen © BRK BGL

Damit sich die Vierbeiner an das tosende Ungetüm gewöhnen und bei Einsätzen nicht zappeln, flüchten oder gar wild herumspringen, werden schon Junghunde bei Gewöhnungsflügen mit dem Stressfaktor Hubschrauber konfrontiert: Ein- und Aussteigen bei laufendem Rotor und Absetzen mit der Rettungswinde im Gelände stehen auf dem Programm. Entgegen aller Erwartungen sind viele Hunde ganz brav, lassen sich in die Maschine heben oder springen sogar selbst hinein. weiterlesen »

Sepp Wurm

Winterwanderung zum Malerwinkel am Königssee

 von Sepp
Das zugefrorene Nordufer des Königssees

Das zugefrorene Nordufer des Königssees

BRK-Wasserwacht & Polizei warnen: Das Eis auf dem Königssee ist nicht tragfähig – es besteht Lebensgefahr!

Auch ich war am Samstag am Königssee, allerdings nicht auf dem Eis, wie so viele andere. Während hunderte Leichtsinnige über die dünne Eisschicht wandern oder auf Schlittschuhen ihre Kurven drehen, spaziere ich auf dem Fußweg zum Malerwinkel. An der Seelände, dem Nordufer des Königsees, stehen bereits viele Verbotsschilder, die auf die Gefahren des Betretens des Eises hinweisen. Das scheint die meisten Besucher des Sees nicht zu stören: Bis zur Insel Christlieger sind bereits hunderte Personen auf dem Eis zu sehen. Ich gehe nicht auf das Eis, sondern gehe am linken Ufer entlang zu den Werften der Königsseeschifffahrt. In den großen Bootshütten sind die Elektroboote eingewintert, solange wegen der Eisbildung kein Fahrbetrieb möglich ist.

Winterwanderung am Königssee

Winterwanderung am Königssee

Hinter den Werftgebäuden führt der Malerwinkel Rundweg nach oben in den Wald. Auf einem Felsen oberhalb des Sees thront die Villa Beust, die seit Jahrzehnten als Café Malerwinkel bekannt ist.

Cafe Malerwinkel

Café Malerwinkel

Von der Terrasse des Cafés kann man die zugefrorene Seelände des Königssees gut überblicken. Unglaublich, wie viele Personen die Gefahren ignorieren und das Eis betreten. Übrigens: Diesen Blick könnt Ihr auch auf unserer Königssee-Webcam live mitverfolgen.weiterlesen »

Der Untersberg in seiner ganzen Pracht im Hintergrund

So gerne wir uns mit den Kindern mit dem Auto auf den Weg machen, um zum Beispiel Schlitten zu fahren, genauso gerne starten wir direkt vor der Haustüre für Ausflüge los.

Also schnappen wir uns gestern an diesem weiteren traumhaften Wintertag unsere beiden Kinder, den Schlitten, sowie ein paar „Popo-Rutscherl“ und auf geht’s.

zum Rutschen braucht’s nicht unbedingt hohe Berge

Der Weg führt uns Pidinger zuerst über den Marzoller- Steg immer geradeaus, ein kurzes Stück durch die winterlich verschneite Au und schon sind wir in Marzoll.weiterlesen »