St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Schlagwort: Winterraum
Sepp Wurm

Herbst-Wanderung zum Watzmannhaus

 von Sepp
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Blick über das neu gedeckte Schindeldach des Kasers auf der Falzalm zum Watzmannhaus

Lange hat’s gedauert, doch letztes Wochenende kam er doch noch: Der goldene Wander-Herbst! Temperaturen nah an der 20° Marke und strahlender Sonnenschein sorgten für bestes Wanderwetter. Ich habe den Sonntag zu einer Herbst-Wanderung zum Watzmannhaus genutzt. Das Haus hat zwar seit letzter Woche geschlossen, doch ich gehe gerne außerhalb der Saison hier hinauf.

Ich starte gegen halb 9 an der Wimbachbrücke und steige zügig durch den Wald zur Stubenalm auf. Im Wald ist es noch recht kühl – also zum Gehen ideal, auf der freien Almfläche sorgt die Sonne dann für fast schon sommerliche Temperaturen. Nach dem meist trüben und kalten Wetter der ersten beiden Oktoberwochen eine wahre Wohltat. Über den breiten Wanderweg geht’s weiter zur Mitterkaseralm und zur Waldklimastation des Nationalparks Berchtesgaden. Bis hierher ist der Weg breit und geschottert, ab jetzt wird er schmal und steil. Und rutschig! Die Niederschläge der vergangenen Wochen (es hat bis auf etwa 1.000 Meter Höhe geschneit) haben Spuren hinterlassen. Im Wald zwischen Mitterkaser- und Falzalm konnte die Sonne den Boden nicht mehr richtig trocknen und so ist höchste Vorsicht geboten: Das Erdreich, die Felsen und vor allem die Wurzeln im Steig sind stellenweise richtig rutschig. Auf der Falzalm fällt mir sofort das neu gedeckte Schindeldach des Kasers auf, über das der Blick schon zum Watzmannhaus schweift. Jetzt ist es nicht mehr weit, der Wegweiser sagt eine Stunde. Ich gehe über die freie Fläche der Falzalm bis das Gelände felsiger wird. Ein paar Felsstufen muss man hier überwinden, bis der Weg quasi direkt unterhalb der Terrasse des Watzmannhauses um ein felsiges Eck herumführt.

 Die letzten Meter unterhalb des Watzmannhauses

Die letzten Meter unterhalb des Watzmannhauses

Von hier sieht man schön die noch stellenweise schneebedeckte Nordflanke des Hochecks. Nach zwei Holzstegen überwinde ich noch ein paar Stufen und stehe im Sattel zwischen Watzmannhaus und Hocheck. 3 Stunden sind am Wegweiser angeschrieben für den Weg von hier zum Hocheck. Zum Watzmannhaus dagegen nur 3 Minuten.

Wegweiser unterhalb des Watzmannhauses

Wegweiser unterhalb des Watzmannhauses

Das Wetter ist traumhaft, lediglich ein paar Wolken trüben den blauen Himmel. Eine davon hängt über dem kleinen Watzmann und verdeckt die Sonne.weiterlesen »

Sepp Wurm

Biwak Tour Schönfeldspitze Hochkönig

 von Sepp
Gipfelkreuz Schönfeldspitze

Gipfelkreuz Schönfeldspitze

Wir haben das perfekte Bergwetter des letzten Wochenendes nochmal zu einer ausgiebigen Bergtour genutzt. Höhepunkt der Tour soll der Hochkönig sein: der 2.941 Meter hohe Gigant ist der höchste Berg der Berchtesgadener Alpen und direkt auf seinem Gipfel steht das Matrashaus.

Wir starten am Freitagvormittag in Maria Alm am Parkplatz Sandten und steigen – schwer bepackt mit Ausrüstung und Proviant für 3 Tage – zum Riemannhaus in der Ramseider Scharte auf.

Die Ramseider Scharte

Die Ramseider Scharte

Hier oben auf 2.177 Metern Höhe machen wir das erste Mal Pause und genießen den Ausblick ins Steinerne Meer.

Das Riemannhaus 2.177m

Das Riemannhaus 2.177m

Das Steinerne Meer

Das Steinerne Meer

Und wir werfen einen Blick auf den ersten Gipfel unserer Mehrtages-Tour: Die Schönfeldspitze! Der 2.653 Meter hohe Berg ist wegen seiner markanten pyramidenartigen Form auch als Berchtesgadener Matterhorn bekannt. Auf vielen Bildern sieht man  die Schönfeldspitze deutlich als Felsspitze am Südende des Königssees aufragen. Wir entscheiden uns nicht für den Normalweg, sondern für den Aufstieg über den West Grat zum Gipfel und überschreiten somit die Schönfeldspitze. Dieser Weg führt am Gratverlauf entlang bis kurz unterhalb des Gipfels und bietet ein paar wirklich schöne Kletterstellen. Wobei der schwere und große Rucksack die Kletterei doch ziemlich erschwert. Den Gipfel der Schönfeldspitze ziert eines der schönsten Gipfelkreuze der Berchtesgadener Alpen: Ein liegender Jesus bildet den Querbalken des Gipfelkreuzes!weiterlesen »

Sepp Wurm

Watzmannhaus Wanderung

 von Sepp
Das Watzmannhaus 1.915m

Das Watzmannhaus 1.930m

Die milden Temperaturen im November machen auch jetzt noch Bergtouren in die höheren Lagen möglich. Zum Beispiel aufs Watzmannhaus. Die große Berghütte liegt auf 1.930 Metern Höhe, dennoch liegt kaum noch Schnee auf dem Weg hier rauf. Natürlich ist das Watzmannhaus zurzeit schon geschlossen, allerdings gibt es im Nebengebäude einen Winterraum, wo man sich im Fall der Fälle aufwärmen kann.

Als Anstieg wählen wir die Variante von der Wimbachbrücke auf dem bezeichneten Alpenvereinsweg 441 über Stubenalm und Mitterkaseralm.

Die Stubenalm am Watzmann

Die Stubenalm am Watzmann

Dieser Weg ist der meistbegangene Aufstieg zum Watzmann, Mitte November allerdings treffen wir gerade mal eine Handvoll weitere Wanderer. Zwei davon überholen uns im Laufschritt! Trailrunning ist scheinbar tatsächlich der neue Trend! Wir hingegen lassen es gemütlich angehen, an der Mitterkaseralm machen wir ausgiebig Rast.

An der Mitterkaseralm

An der Mitterkaseralm

An der Waldklima-Forschungsstation des Nationalparks Berchtesgaden, etwas oberhalb der Mitterkaseralm, wird aus dem breiten Wanderweg ein anspruchsvoller Bergweg. Der Weg ist jetzt schmaler, steiler und nicht mehr geschottert sondern führt über Steine und Wurzeln.

Über Serpentinen überwinden wir die Höhendifferenz von der Mitterkaser- zur Falzalm. Natürlich machen wir hier kurz Pause, um das obligatorische Foto vom Kaser auf der Falzalm vor dem kleinen Watzmann zu knipsen.

Falzalm, dahinter der kleine Watzmann

Falzalm, dahinter der kleine Watzmann

Leider ist das Wetter trüber als erwartet, zum Gehen herrschen aber besten Bedingungen. Und: Angesichts der Jahreszeit ist es natürlich viel zu warm!  Über den sogenannten Schaflboden führen weite Kehren über die Almfläche der Falzalm in alpineres Gelände.

Der Herrgott am Schaflboden

Der Herrgott am Schaflboden

Eine kurze drahtseilversichte Stelle markiert den Beginn des letzten Abschnitts zum Watzmannhaus. Das letzte steile Stück, das in den Sattel unterhalb des Hauses führt, ist die einzige Stelle, die noch von Schnee bedeckt ist. weiterlesen »