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Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Kategorie: Kultur
Rosi Fürmann


Der Traditions-Braugastof Alte Post in Teisendorf feiert: 
Er gehört zu den 100 besten Wirtschaften Bayerns

Gerti und Martin Schuhbeck führen nun seit 8 Jahren äußerst erfolgreich die Alte Post in der Marktstraße von Teisendorf. Als Traditionsgaststätte bietet sie für Alle und Jeden den richtigen Rahmen und stellt kleine und große Räumlichkeiten von der urigen Gaststube bis hin zum Saal im zugehörigen Poststall mit Platz für mehr als 300 Personen zur Verfügung.

die Wirtsleute Gerti und Martin Schubeck

Die Marktstraße von Teisendorf lebte seit hunderten von Jahren und lebt genauso heute von den Menschen, die sie nutzen und benutzen. Nicht von ungefähr nennt sich diese Straße mit ihren herrlichen Fassaden das „Schmuckkästchen des Rupertiwinkels“. Brauchte der Mensch sie früher hauptsächlich als Durchgangsstraße für die große Handelsstraße, die von Salzburg Richtung München verlief, ist sie heute mit ihren vielen schmucken, kleinen Läden und den mitten im Ort liegenden Nahversorgern ein Ziel für den täglichen Einkauf und Einkaufsbummel.

Die Marktstraße von Teisendorf – ehemals große Handelsstraße von Salzburg Richtung München

Über die Jahrhunderte gehörten zum Ortsbild der Marktstraße teilweise mehr als zehn Wirtshäuser mit Beherbergungen, um der Flut der zu Fuß oder mit der Pferdefuhrwerk Reisenden und Handel Treibenden Speis und Trank und Übernachtungsmöglichkeit zu bieten und als gesellschaftlicher Mittelpunkt für die gesamte Bevölkerung da zu sein.weiterlesen

Schwend-Einsatz auf der Mordaualm

 von Sepp
Schwenden auf der Mordaualm © Biosphärenregion BGL

Schwenden auf der Mordaualm © Biosphärenregion BGL

Schützen unterstützen – Urlaub in der Biosphärenregion Berchtesgadener Land

Zehn Gäste – jung und alt aus Bayern und Hessen – haben sich im Rahmen der Pauschalreise „Schützen unterstützen“ der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH im Frühsommer dieses Jahr aufgemacht, um in der Biosphärenregion Berchtesgadener Land auf der Alm aktiv zu werden. „Almschwenden“ – selbst die Teilnehmer wussten nicht gleich, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt, waren aber gespannt und voller Motivation auf der Mordaualm erschienen.

Spannendes konnte die Almführerin Gerti Rutz den Teilnehmern der nachhaltigen Urlaubsreise „Schützen unterstützen“ auf der Mordaualm erzählen © Biosphärenregion BGL

Spannendes konnte die Almführerin Gerti Rutz den Teilnehmern der nachhaltigen Urlaubsreise „Schützen unterstützen“ auf der Mordaualm erzählen © Biosphärenregion BGL

Almführerin Gerti Rutz brachte schnell Licht ins Dunkel. Almschwenden bezeichnet das händische Entfernen von Wurzeln von Gehölzen und sogenannten Weideunkräutern. Das ist wichtig, damit die Almen nicht über kurz oder lang zuwachsen, wieder zu Wald werden und damit ein Teil unserer Kulturlandschaft verschwindet. Eineinhalb Tage zeigten die Teilnehmer vollen Einsatz und leisteten so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des regionaltypischen Landschaftsbildes. Auch die Erkenntnis, dass die Arbeit der Almbauern nicht hoch genug geschätzt werden kann, machte sich breit. Bei den zahlreichen Wanderern stieß die Schwend-Aktion auf erstauntes Interesse. Viele blieben stehen und ließen sich den Einsatz und die Hintergründe dazu erklären.

Verwöhnt wurden die Gäste nach getaner Arbeit mit einer zünftigen Brotzeit von der Almbäuerin mit regionalen Köstlichkeiten, wie frischem selbstgemachten Mozzarella sowie Kuchen und Kaffee. Auch das wunderbare Wetter und die traumhafte Aussicht auf die umliegende Bergwelt erleichterten den Einsatz für die Gäste und ließen trotz Arbeitseinsatz das Gefühl von Urlaub aufkommen.weiterlesen

Rosi Fürmann

Die mit dem „Grünen Daumen“: Die Tradition des herrlichen Blumenschmuckes im Berchtesgadener Rupertiwinkel

Der Blumenschmuck im Berchtesgadener Rupertiwinkel – eine Augenweide in der Vielfalt und Pracht an den Häusern und in den Gärten. Tief verwurzelt in der Bevölkerung ist seit Jahrzehnten diese Freude, die Dörfer, die Weiler und Gehöfte in ein Blumenmeer zu verwandeln.

Die Ursprünge der Liebe zu den Blumen geht aber zurück auf eine Zeit, in der besonders der Obst- und Gemüseanbau vorangetrieben werden sollte. Hierzu erließen die Bezirksämter – hier in der Region in Laufen – in den Jahren kurz nach der Jahrhundertwende 1900 die Anordnung, es mögen sich Vereine gründen, die sich besonders um den Obstanbau und die Veredelung von Obstbäumen kümmern sollten.

Zum Obstanbau kommt in den Jahrzehnten nach der Gründung der Vereine der Zweck des Gemüseanbaus hinzu. Hier kommen dann auch die Blumen, zuerst in den Gemüsegärten und später auch an den Häusern ins Spiel, nicht zuletzt wohl, da der damals „Fremdenverkehr“ genannte Tourismus immer mehr zunimmt und Blumenschmuck die mehr und mehr modernisierten und sanierten Häuser ziert.weiterlesen

Buchtipp: Sehnsucht Alm

 von Sepp
Sehnsucht Alm: Vom Glück des einfachen Lebens

Sehnsucht Alm: Vom Glück des einfachen Lebens

Vom Glück des einfachen Lebens

Auf der Alm ist das Leben immer noch wie vor Jahrhunderten. Die Tage vergehen im Einklang mit der Natur und im Rhythmus der Jahreszeiten. So stellen es sich viele vor. Tatsächlich ist das Leben auf der Alm verbunden mit harter Arbeit, wenig Komfort. Warum für viele Menschen das Leben auf der Alm trotzdem das pure Glück bedeutet, zeigt der neue Bildband „Sehnsucht Alm: Vom Glück des einfachen Lebens“. Die vielfach prämierte Journalistin und Buchautorin Karin Lochner und der preisgekrönte Fotograf Peter von Felbert ergründen den Sehnsuchtsort Alm, erzählen Geschichten vom Leben am Berg und verraten Rezepte, Kräuterwissen und Lebensweisheiten.

20 Almen in den bayerischen Bergen zwischen Kochelsee und Königssee haben die beiden besucht. Und natürlich waren sie auch auf den Berchtesgadener Almen unterwegs. Den Titel des eindrucksvollen Buches ziert ein Bild der Mordaualm im Bergsteigerdorf Ramsau.

Der Almabtrieb über den Königssee

Auf der Suche nach dem besonderen Almleben sind Fotograf Felbert und Autorin Lochner am Königssee fündig geworden. Und zwar beim einzigartigen Almabtrieb über den Königssee. Das Buch begleitet die Kühe nicht nur bei der Fahrt mit dem Boot über den Königssee,

Almabtrieb über den Königssee

Almabtrieb über den Königssee

sondern auch beim Anlegen der Fuikln an der Seelände

Geschmücktes Jungtier am Königssee

Geschmücktes Jungtier am Königssee

und Ihrem Weg durch die Gemeinde Schönau a. Königssee in den heimischen Bauernhof.

Almabtrieb in Schönau a. Königssee

Almabtrieb in Schönau a. Königssee

Der Bergbrenner auf der Priesbergalm

Weiter oben in den Bergen über dem Königssee liegt die Priesbergalm, das Revier des Bergbrenners der Enzianbrennerei Grassl. In einer uralten Brennhütte verarbeitet der Bergbrenner Lukas Schöbinger die Wurzeln des Pannonischen Enzians zu einem feinen Destillat.weiterlesen

Bayerns beste Wirtshäuser

 von Sepp
Stammtisch im Braugasthof Alte Post in Teisendorf

Stammtisch im Braugasthof Alte Post in Teisendorf

2 Wirtshäuser aus unserer Heimat unter den 100 besten Heimatwirtschaften

Das Wirtshaus ist in Bayern mehr als eine reine Einkehrmöglichkeit, es ist zentraler Bestandteil unserer Heimat. Die Geschichte unserer Dörfer ist eng mit der Geschichte ihrer Wirtshäuser verbunden. Das Ensemble aus Kirche und Wirtshaus ist das Zentrum eines bayerischen Ortes. In den letzten Jahrzehnten ist allerdings die Zahl der Wirtschaften zurückgegangen. Das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat hat im Rahmen eines Wettbewerbs in Kooperation mit dem DEHOGA Bayern e. V. innovative „Heimatwirtschaften“ ausgezeichnet, die sich um den Erhalt dieser bayerischen Kultur in besonderer Weise einsetzen. Unter den Preisträgern sind auch zwei Wirtschaften aus dem Berchtesgadener Land: Der Gasthof Bodner in Schönau am Königssee und der Brauereigasthof Alte Post in Teisendorf.

Der Gasthof Bodner in Schönau am Königssee
Der Gasthof Bodner ist ein uriges und gemütliches Wirtshaus in Schönau a. Königssee. Auf der schönen Sonnenterrasse genießt Ihr den herrlichen Blick in die Berchtesgadener Berge. Die Wirtsleute Elisabeth und Michael Graßl legen größten Wert auf Qualität und Frische:

Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Heimatminister Albert Füracker und die Präsidentin des DEHOGA Bayern e. V., Angela Inselkammer, prämieren Elisabeth und Michael Graßl vom Gasthof Bodner in Schönau am Königssee

Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Heimatminister Albert Füracker und die Präsidentin des DEHOGA Bayern e. V., Angela Inselkammer, prämieren Elisabeth und Michael Graßl vom Gasthof Bodner in Schönau am Königssee

Die Produkte stammen ausschließlich von ortsnahen Lieferanten. Für die Rindfleischgerichte verwenden die Wirtsleute vorzugsweise Fleisch von Almjungtieren aus eigener Aufzucht. Auch das Wild kommt aus den heimischen Wäldern.

Brauereigasthof Alte Post in Teisendorf

Der Braugasthof Alte Post wurde bereits 1580 erstmals erwähnt, damals als Haus des Handelsmannes Ernst Mayerhofer. Nach etlichen Eigentümerwechseln und zwei Bränden gehört das Wirtshaus seit 1901 zur Brauerei Wieninger und wird seitdem als Brauereigasthof geführt. Die alte Post ist der gesellschaftliche Mittelpunkt der Marktgemeinde Teisendorf im Berchtesgadener Rupertiwinkel. Seit 2011 führen Gerti und Martin Schuhbeck erfolgreich das Wirtshaus. „Wir verstehen uns als Wirtshaus, in dem sich Jeder in allen Altersgruppen wohl fühlt“ – so der Wirt, „und wir sind stolz darauf, den Teisendorfern und den Gästen aus Nah und Fern die Einkehr bieten zu können – in der heutigen Zeit gar keine Selbstverständlichkeit mehr, da inzwischen in immer mehr Orten das Wirtshaus fehlt.“weiterlesen

Blick von der Reichenbach-Nische am Soleleitungssteg über Berchtesgaden

Blick von der Reichenbach-Nische am Soleleitungssteg über Berchtesgaden

Letzte Woche habe ich bei einer Nachtwächterführung den Markt Berchtesgaden erkundet, heute Abend habe ich mir den Markt nochmal von oben angeschaut: Rechtzeitig vor dem Regen habe ich einen Spaziergang auf dem Soleleitungssteg gemacht.

Eine kühne Konstruktion an der Felswand des Kälbersteins bildet den Unterbau für einen der schönsten Spazierwege in Berchtesgaden, den Soleleitungs-Steg. Der Weg selbst führt entlang der Trasse der Soleleitung von 1817. Damals war die Soleleitung eine Pipeline, nicht für Öl, sondern für AlpenSole aus den Tiefen des Salzberges. Der Steg wurde in den letzten Wochen übrigens erneuert, zahlreiche alte Bretter des Steges wurden gegen neue getauscht.

Frisch renoviert: Der Soleleitungssteg

Frisch renoviert: Der Soleleitungssteg

Eine Nische in der Felswand dient der Erinnerung an den genialen Erfinder dieser Soleleitung: Georg von Reichenbach. Mit seiner Wassersäulenmaschine ermöglichte er es, die Berchtesgadener Sole in einer 30km langen Pipeline nach Bad Reichenhall zu leiten. Von der Reichenbachnische genieße ich den Blick über den Markt Berchtesgaden. Der Soleleitungssteg ist wohl der beste Platz, um den Markt zu überblicken. Ich sehe viele Bauwerke, deren Geschichte mir Nachtwächterin Anna Glossner letzte Woche erklärt hat. Die Franziskanerkirche zum Beispiel.

Die Franziskaner-Kirche

Die Franziskaner-Kirche

Oder das Hoffschaffer-Haus in der Ganghofer Straße, von dessen Geschichte der Schriftzug „Weinhaus Hofschaffer“ an der Rückseite zeugt.

Weinhaus Hofschaffer

Weinhaus Hofschaffer

In der anderen Richtung dominieren Stiftskirche und Königliches Schloss den Markt.weiterlesen

Von der Bindalm auf die Mittereisalm

 von Sepp
Der Senner führt die Herde an

Der Senner führt die Herde an

Am Samstag waren wieder mal drei Generationen unserer Familie im Arbeitseinsatz auf der Bindalm. Wir haben unsere Jungtiere von der Bindalm auf die Mittereisalm getrieben. Also nicht die ganz kleinen Kälber, sondern die ein- bis dreijährigen Tiere. Insgesamt 6 Stück, 5 davon klassisch braune und eine seltene schwarze Pinzgauer! Drei von Ihnen waren letztes Jahr schon auf der als Hochweide genutzten Mittereisalm, die anderen drei sind zum ersten Mal für mehrere Wochen auf sich allein gestellt.

Es ist etwa acht Uhr am Morgen, als wir an der Bindalm aufbrechen. Meine Eltern haben bereits die Stallarbeit erledigt. Während die kleinen Kälber und die Milchkühe im Stall bleiben, lassen wir die Jungtiere hinaus. Mein Vater führt die Herde an, die anderen Treiber folgen am Ende. Wieder einmal ist die ganze Familie zusammengekommen, um auf der Alm zu helfen. Über den Forstweg folgen die Tiere meinem Vater bergauf. Die drei älteren kennen den Weg ja schon vom letzten Jahr, doch auch die jungen gehen brav hinterher. Schnell erreichen wir den Zaun, der die Bindalm begrenzt.

Trennung von Wald und Weide

Auf dem Weg von der Bindalm hinauf zur Mittereisalm erkennt man deutlich das Konzept der Trennung von Wald und Weide, das im Nationalpark Berchtesgaden umgesetzt wird. Durch Zäune werden Kultur- und Naturlandschaft abgetrennt. Die Almen sind komplett von Zäunen umgeben: Der so geschaffene abgetrennte Bereich wird landwirtschaftlich genutzt, der äußere Bereich der Natur selbst überlassen. So wird ein vorbildhafter Ausgleich der verschiedenen Interessen von Naturschutz und Landwirtschaft geschaffen.

Wir befinden uns jetzt im Wald oberhalb der Bindalm. Es ist kühl, nur vereinzelt schaffen es die Sonnenstrahlen durch den dichten Wald.

Im Wald zwischen Bind- und Mittereisalm

Im Wald zwischen Bind- und Mittereisalm

Kurz vor Erreichen der Mittereisalm wird der Weg merklich flacher, die Lichtung, die die Alm im Wald bildet, ist schon zu erahnen.

Kurz vor der Mittereisalm

Kurz vor der Mittereisalm

Schließlich erreichen wir den nächsten Zaun: Durch ein Gatter betreten wir die Mittereisalm und sind im Sommerquartier unserer Jungtiere angekommen.

Die Mittereisalm: Eine typische Hochalm

Die Mittereisalm ist eine typische Hochalm, schwer zu bewirtschaften wegen Abgelegenheit, Wassermangel und kargen Wuchses. Hinzu kommt auf der Mitterisalm das übermäßige Vorkommen des Weißen Germers.

Weißer Germer

Weißer Germer

Diese hochgiftige Pflanze säumt große Teile der Weide. Die Rinder fressen den Germer in der Regel nicht, doch die Folgen eines versehentlichen Verzehrs könnten fatal sein. Anekdote am Rande: Eine Vergiftung durch Weißen Gemer gilt als wahrscheinlichste Todesursache Alexander des Großen.

Unser Weg ist noch nicht ganz zu Ende. Vorbei am verfallenen Kaser folgen wir einem Pfad tiefer hinein in die Almfläche am Fuß des Kammerlinghorns.

Vorbei am verfallenen Kaser

Vorbei am verfallenen Kaser

Unser Ziel ist der zweite Kaser, der leicht erhöht am Beginn eine flachen Weidefläche steht.weiterlesen

Die neue Ausstellung am Obersalzberg

 von Sepp
Bauarbeiten an der Dokumentation Obersalzberg

Bauarbeiten an der Dokumentation Obersalzberg

Seit Oktober 2017 wird an der Dokumentation Obersalzberg gebaut. Die Bauarbeiten sind aufwändig, immerhin soll zukünftig das Bunkersystem integraler Bestandteil des Ausstellungsrundganges sein. Gestern erfolgte der Durchstich des neugebauten Tunnels zum historischen Bunkersystem. Damit verfügt die Bunkeranlage in Zukunft über einen barrierefreien Notausgang.

Dieser Tunnel führt zu den Bunkeranlagen

Dieser Tunnel führt zu den Bunkeranlagen

Erweiterung der Dokumentation

Seit ihrer Eröffnung 1999 hat die Dokumentation Obersalzberg viel mehr Besucher angelockt als erwartet. Die bestehenden Räumlichkeiten sind einfach zu klein geworden. Deshalb hat der Freistaat Bayern eine Erweiterung in Auftrag gegeben. Ende Oktober 2017 erfolgte die Grundsteinlegung. Die neue Ausstellung wird sich auf eine Fläche von 800m² erstrecken und damit deutlich größer sein als die bestehende. Zusätzlich wird es auf 230m² Platz für Wechselausstellungen geben. Die neue Ausstellung wird unter dem Leitmotiv „Idyll und Verbrechen“ stehen.

Die neue Ausstellung Idyll und Verbrechen

Vor kurzem hat das Institut für Zeitgeschichte (IfZ), das die Einrichtung seit ihrer Eröffnung im Jahr 1999 im Auftrag des Freistaats Bayern wissenschaftlich und museumsfachlich betreut, das neue Ausstellungskonzept für die Dokumentation Obersalzberg vorgestellt. Das Team des IfZ hat dafür unter dem Leitmotiv „Idyll und Verbrechen“ ein ambitioniertes Konzept entwickelt, das mit mehr als 350 Exponaten und zahlreichen multimedialen Elementen die Geschichte des Obersalzbergs neu vermitteln wird. Bei einer öffentlichen Abendveranstaltung am 24. Mai im AlpenCongress Berchtesgaden wurde das neue Konzept erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Kernelemente der neuen Dauerausstellung

In der Idylle der Berchtesgadener Alpen unterhielt Adolf Hitler seinen zweiten Regierungssitz. Die Neukonzeption der Dauerausstellung setzt sich zum Ziel, die enge Verbindung des Obersalzbergs mit den furchtbaren Massenverbrechen des NS-Regimes aufzuzeigen. Aus dem Führersperrgebiet Obersalzberg wurde die brutale Expansions- und Kriegspolitik des nationalsozialistischen Staates gesteuert, hier fielen zentrale Entscheidungen zu Verfolgung, Massenverbrechen und Völkermord.

Drei Kernaussagen sollen diese Verbindung verdeutlichen:

  1. Der fundamentale Zusammenhang von Entscheidungen am Obersalzberg und den Entscheidungswirkungen an den Orten, an denen die Nationalsozialisten ihre Verbrechen in die Tat umsetzten: Das Begriffspaar „Täterort und Tatorte“ bringt diesen Zusammenhang prägnant auf den Punkt und überschreibt das zentrale Kapitel der Ausstellung.
  2. Die fast unerträgliche Diskrepanz zwischen dem idyllischen Regierungssitz vor Alpenkulisse, an den sich die Spitzen des Regimes für ihre Beratungen zurückzogen und den Verbrechensschauplätzen, an denen überall in Europa und weit darüber hinaus Millionen von Menschen ihr Leben verloren.
  3. Die Gleichzeitigkeit von (inszeniertem) Alltag und Verbrechen: Die Parallelität von schönem Schein, den Verheißungen der „Volksgemeinschaft“ und gelebter Normalität auf der einen, von Diskriminierung, Gewalt und Massenmord auf der anderen Seite lässt sich am Obersalzberg besonders eindringlich veranschaulichen. Sie ist allerdings nicht nur für diesen besonderen Ort kennzeichnend, sondern stellt ein fundamentales Strukturprinzip der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft dar. Die Gleichzeitigkeit von Alltag, Verfolgung und Verbrechen gehörte zur Normalität des NS-Regimes, von den Wohnsitzen der Regimespitze auf dem Obersalzberg bis hin zu den entlegensten Winkeln des Reiches.
Täterort und Tatorte" - Computersimulation vom zentralen Kapitel der neuen Daueraustellung © ramicsoenario Ausstellungsgestaltung

Täterort und Tatorte“ – Computersimulation vom zentralen Kapitel der neuen Daueraustellung © ramicsoenario Ausstellungsgestaltung

Biografien und regionale Schauplätze schaffen Bezugspunkte

Um diese didaktischen Leitmotive anschaulich vermitteln zu können, arbeitet die neue Ausstellung mit ausgewählten Biografien, deren Handlungen und Schicksale an ausgewählten Schauplätzen konkret verortet werden können. Wesentliches Merkmal ist dabei auch die Verknüpfung mit Orten in der Region. Dieser exemplarische Zugriff macht die Folgen der NS-Politik im Einzelschicksal deutlich, wirft Fragen nach Handlungsspielräumen im lokalen Kontext auf und bietet den Besucherinnen und Besuchern Anknüpfungspunkte an die eigene Lebenswirklichkeit.weiterlesen

Mit der Nachtwächterin durch Berchtesgaden

 von Sepp
Nachtwächterführung Berchtesgaden

Nachtwächterführung Berchtesgaden

Gestern Abend habe ich den Markt Berchtesgaden von einer anderen Seite kennengelernt: Ich war mit Nachtwächterin Anna Glossner unterwegs.

Um 20 Uhr treffen wir uns, eine bunt gemischte Truppe von Einheimischen und Gästen, vor dem AlpenCongress Berchtesgaden. Nach einer kurzen Begrüßung nimmt uns die Nachtwächterin mit zur ersten Station der Führung: Der nahegelegene alte Friedhof.

Nachtwächterin Anna Glossner führt über den alten Friedhof Berchtesgaden

Nachtwächterin Anna Glossner führt über den alten Friedhof Berchtesgaden

Der Alte Friedhof Berchtesgaden ist einer der schönsten Friedhöfe überhaupt: mitten im Ort bildet er mit seinem Baumbestand einen Ort der Stille inmitten des belebten Marktes. Die wenigen freien Gräber hier sind begehrt, die Verlosung der freien Grabstätten und der große Andrang haben bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Anna Glossner erzählt uns berührende Geschichten von Gefallenen und Gestorbenen. Auch die Geschichte von Anton Adner ist Teil der Führung: Das mächtige eiserne Grabdenkmal für den mit 117 Jahren verstorbenen Anton Adner stiftete König Max I. 1822.

Am Grab von Anton Adner

Am Grab von Anton Adner

Das Grab des ältesten Berchtesgadeners liegt übrigens direkt an der Nordseite der Franziskanerkirche.

Die Franziskanerkirche

Die Franziskanerkirche

Der massive gemauerte Turm der Kirche wurde erst nachträglich gebaut, die Franziskaner hatten sich ja der Armut verschrieben. Der bescheidene hölzerne Turm ist auf unserem weiteren Weg gut zu sehen.

Die beiden Türme der Franziskanerkirche

Die beiden Türme der Franziskanerkirche

Wir gehen am Berchtesgadener Bauerntheater vorbei in die Angergasse hinein. Diese Gasse bildet eine Sichtachse zwischen der Franziskanerkirche und der Evangelischen Kirche. Unsere Nachtwächterin erzählt uns, wie schwer es früher war, im katholischen Berchtesgaden Protestant zu sein. Die traurige Geschichte gipfelt in der Vertreibung der Protestanten in den Jahren 1731 bis 1733.weiterlesen

Heuernte auf der Bindalm

 von Sepp
Heuernte auf der Bindalm

Heuernte auf der Bindalm

Mit Heugabel und Rechen statt Traktor und Maschinen

Die moderne Technik hat die Landwirtschaft revolutioniert. Früher brauchte man vor allem viele Hände (also Leute), um die Heuernte zu schaffen. Heute dagegen braucht man möglichst große, leistungsstarke Maschinen. Die Arbeit, für die früher zehn Leute zehn Tage brauchten, schafft ein Bauer mit entsprechender Ausrüstung heutzutage in ein paar Stunden alleine. Wenn auch der Mechanisierung der Landwirtschaft in weiten Teilen Berchtesgadens durch die Topographie enge Grenzen gesetzt sind – steile und kleinteilige Flächen erlauben keinen Einsatz allzu schwerer Traktoren und Erntemaschinen – ist die Technik doch ein unverzichtbarer Helfer gerade auch der Bergbauern geworden. Wie aus der Zeit gefallen muss da wirken, was sich alljährlich auf den Almen abspielt: Zumindest auf den wenigen, auf denen noch traditionell Heu gemacht wird. Wie zum Beispiel bei uns auf der Bindalm.

Zugegeben: Wir mähen nicht mehr mit der Sense, sondern mit einem Motormäher. Dieser ist aber das einzige technische Hilfsmittel, das wir zum Heu machen auf der Alm verwenden. Als Werkzeug nutzen wir sonst lediglich Rechen und Gabel. Mit Ihnen wird das gemähte Gras gewendet, je nach Anwelkgrad und Witterung, mindestens 2-mal, bei Bedarf auch öfters. 3 Generationen sind dabei im Einsatz: Onkel, Tanten, Nichten, Neffen, …. Der jüngste auf dem Feld ist 3, der älteste fast 70.

Heuernte mit Rechen statt Traktor

Heuernte mit Rechen statt Traktor

Bei optimalem Wetter liegt das Gras zwei Tage und wird zweimal gewendet, dann ist es zu Heu getrocknet. Dieses Jahr lag das Gras etwas länger, erst nach 4 Tagen und etlichen „Wendemanövern“ ist es trocken genug um in den Heustadl transportiert zu werden. Auf dem Bauernhof im Tal geschieht das mit einem Traktor und entsprechendem Ladewagen. Nicht so auf der Alm: Hier wird das Heu zu Haufen zusammengerecht, und in einem Heu-Netz gebündelt. Diese etwa 50 Kilogramm schweren Heubündel werden anschließend auf den Schultern vom Feld zum Kaser getragen. Eine schweißtreibende Arbeit: die feinen Heupartikel setzten sich hartnäckig auf der Haut fest und wenn das Bündel verrutscht, sitzt es nicht mehr auf den Schultern, sondern drückt auf den Nacken. Als Träger so eines Heubündels sieht man zudem kaum etwas, der Blick ist nur auf den Boden gerichtet.

Etwa 50 Kilo schwer ist so ein Heubündel

Etwa 50 Kilo schwer ist so ein Heubündel

Zum Glück ist der Weg vom Feld zum Kaser nicht allzu weit, nur eine kleine Böschung muss überwunden werden.weiterlesen