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Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Kategorie: Kultur
Christoph

Geschichten aus Berchtesgaden

 von Christoph

In einer Spanschachtel wird vieles aufbewahrt: Altes, Vergessenes, Erinnerungen, Liebes und so manches Geheimnis. Kurt Rittig hat in seinen Geschichten aus der Spanschachtel all das niedergeschrieben. In sieben Geschichten blickt er auf Berchtesgaden und erzählt Historisches genauso wie Berührendes, Heiteres und Ernstes.

Geschichten aus der Spanschachtel

Mit einem liebevollen Blick auf Berchtesgaden geschrieben.

Vom letzten Fürstprobst über einen Karten zockenden Mozart bis zu einem amerikanischen General auf dem Obersalzberg, der ein ganz besonderes Weihnachtsfest erlebt bis hinein in die heutige Zeit reicht die Spanne, in der Kurt Rittig seine Geschichten angesiedelt hat.

Rittig erzählt mit Humor mit einer tiefen Liebe zu seinen Figuren. Berchtesgaden und vor allem die Berchtesgadener lässt er lebendig werden und zeigt, dass das Gestern und das Heute gar nicht so weit auseinander liegen. Da gibt es den buckligen Schlittschuhläufer, der heimlich seine Pirouetten auf einem Weiher übt, bis er sich traut, auf der Schlittschuhbahn an der Schießstättbrücke öffentlich seine Kreise zu ziehen und damit die Liebe seines Lebens gewinnt. Oder jenes seit langem verheiratete Paar, das auf dem Mandlgrat vom Teufel in Versuchung geführt wird. Das Flüchtlingskind Peter schließt Freundschaft mit dem Ochsen Schorscherl, der sich hin und wieder für einen Stier hält. Als Peters Vater endlich am Bahnhof Berchtesgaden ankommt ist alles vertraut und dennoch anders. Selbst ein geiziger Verleger, der mit der Berchtesgadener War sein Geschäft macht, kann durchaus einen Sinneswandel vollziehen. Nämlich dann, wenn die Drachenhanni vom Untersberg ihre Finger im Spiel hat. Kurt Rittig bringt das Menschliche in seinen Figuren zum Leuchten. Immer umschreibt er einen tradierten Kern, deckt Geheimnisvolles auf und macht daraus glänzende Miniaturen. Jede Geschichte nimmt die Leserin und den Leser bei der Hand und führt sie hinein in den Talkessel mit seinen von der Natur geformten Bewohnern.

Entstanden ist ein kleines Schatzkästchen an berührenden Geschichten, die sich so einfach nur in Berchtesgaden zugetragen haben können.

Kurt Rittig geschichten aus der Spanschachtel

Autor Kurt Rittig mit seinem neuen Buch aus Berchtesgaden.

Der Autor wuchs in Bischofswiesen auf und nach Stationen als Fernsehdirektor der ARD und Filmproduzent in Baden-Baden und Berlin lebt er heute wieder in Berchtesgaden. Seine Liebe zu seiner Heimat und den Menschen im Talkessel hat er in dem Buch Ausdruck verliehen.Mit feinem Ohr für die leisen Töne und mit großem Vergnügen an der kleinen Form hat er den Berchtesgadener Geschichten nachgelauscht und sie sehr zum Vergnügen der Leser niedergeschrieben. Kurt Rittig ist auch Autor der Romane Der Spendensammler und Skarabäus oder Das Gold im Meerweiterlesen

Miss Evelyne und ihre Gesellschafterin Ruth im Kurgarten-Café.

Der erste Weltkrieg ist überstanden, in Europa herrscht Armut. Sommerfrische und Kuren sind betuchteren Schichten vorbehalten, die ebenfalls unter der jüngsten Katastrophe leiden. Nicht die besten Voraussetzungen für eine Kurstadt wie Bad Reichenhall. Schwer hat sie zu kämpfen: der Adel des Deutschen Kaiserreiches, Österreich-Ungarns und Osteuropas, der sich noch während der Belle Epoque in der Alpenstadt vom Nichtstun erholte, bleibt aus. Der Kurpark, vor wenigen Jahren um Gradierhaus, Kurhaus und Konzertrotunde ergänzt, muss erst wieder vom Not-Kartoffelacker zum Lustgarten umgegraben werden.

Die neu eröffnete Predigtstuhlbahn.

Die Terrasse des Berghotels Predigtstuhl, noch ohne Verglasung.

In diesen Zeiten braucht es Erfindergeist und Innovationsdrang. Wie in der Schweiz möchte man den Wintersport ins Staatsbad holen, indem eine Bergbahn ins Leben gerufen wird. Nach langen Überlegungen entscheidet man sich gegen Hochstaufen und Untersberg und für einen Felsvorsprung unterhalb des Hochschlegels, den bisher unbedeutenden Predigtstuhl. Doch das genügt noch nicht, um neue Gäste in den Talkessel zu locken – Reklame muss gemacht werden. Und hier kommt eine geldige New Yorkerin ins Spiel: Miss Evelyne Dollar. Die Filmstelle der Bahn in Nürnberg dreht 1928 einen Werbefilm in Bad Reichenhall, der sämtliche Attraktionen in Spielfilmlänge präsentiert: „Miss Evelyne, die Badefee“. Eingebettet sind diese in die Geschichte um eine reiche amerikanische Touristin, die durch eine List den Annäherungsversuchen der heimischen Männerwelt entkommt. Anschließend erkundet sie die Sehenswürdigkeiten Reichenhalls mit ihrem Urlaubsflirt, dem Kurarzt Dr. Freytag. Die Wahl einer Amerikanerin als Hauptrolle kam nicht von ungefähr, waren doch finanzstarke US-Bürger die neue Wunschklientel der Kurstadt. Der Werbe-Spielfilm ist schließlich ab 1929 im Kino und bis in die frühen Dreißigerjahre auf den Schiffen der Norddeutschen Lloyd zu sehen.weiterlesen

Isabel

„Alte Zöpfe“? Bitte nicht abschneiden!

 von Isabel
Dirndlgwand und Bauernzöpf`

Dirndlgwand und Bauernzöpf`

Die Berchtesgadener Haarschneiderei, der Laden von Friseurmeister Martin Hallinger in Berchtesgaden ist schon etwas ganz Besonderes. Das Wort „Salon“ passt hier irgendwie nicht. Man glaubt eher, eine amerikanische Craft-Beer Bar oder eine coole Boutique zu betreten. Wartebereich mit Sofa, abgetrennter Herren- Bereich mit Whisky Auswahl, viel Holz, lässige Deko im Damenbereich. Der Meister selbst ein entspannter Typ mit modischem Bart. Auch dafür wird hier Schnitt und Pflege angeboten. Martin Hallinger ist bekannt für seine trendigen Schnitte, beherrscht aber auch die traditionellen Flechtfrisuren, die gerne zu Dirndlgwand und Tracht getragen werden. Früher war der Bauernzopf übrigens eine Alltagsfrisur, die Haare bzw. Zöpfe wurden nicht geschnitten.

Heute ist Julia aus Berlin bei ihm zu Besuch. Sie ist selbst Friseurin in einem Promisalon in Berlin, und interessiert sich für den Berchtesgadener Bauernzopf, den die jungen Mädchen erstmals zur Firmung tragen dürfen – im Selbstversuch.

Martin Hallinger und Julia in der Haarschneiderei

Martin Hallinger und Julia in der Haarschneiderei

„Flechtfrisuren sind angesagt,“ so die Berlinerin, „Der Berchtesgadener Zopf ist die traditionelle Frisur zur Hochzeit“ erklärt Martin, „man braucht sehr lange Haare, um die Frisur tragen zu können. Viele Berchtesgadenerinnen haben noch falsche Zöpfe aus Echthaar zuhause.“ Auch Julia bekommt ein Haarteil eingesetzt, das Martin selbst gekordelt und gefasst hat.

Haarteil für die Berchtesgadener Bauernzöpfe

Haarteil für die Berchtesgadener Bauernzöpfe

Diese Technik hat er von einem Maskenbildner gelernt, die wenigsten beherrschen diese mühsame Arbeit noch. Der Zopf wird um den Kopf gelegt und mit etwa 10 Klammern und 18 Nadeln fixiert.weiterlesen

Rosi Fürmann

Pfingstfest in Holzhausen

 von Rosi

Bieranstich mit der Brauerei Wieninger und Bürgermeister Thomas Gasser

Eine ganze Woche lang feiert die Region mit dem kleinen Dorf Holzhausen in der Gemeinde Teisendorf das Pfingstfest

Ein kleines Dorf im äußersten Südosten Bayerns – zu Pfingsten eine Woche lang GANZ GROSS! Das ganze Dorf organisiert und arbeitet wie jedes Jahr schon lange Zeit vorher für das Gelingen dieses gesellschaftlichen Höhepunktes der Region des Berchtesgadener Landes, Chiemgaus und nahen Salzburger Landes – dem Pfingstfest Holzhausen.

prächtig mit den traditionellen Perücken geschmückte Rösser und schneidige Dirndl beim Leonhardiritt

Der Anlass, diese Woche zu organisieren, liegt im tief in der Bevölkerung verwurzelten Brauch, die früher für die landwirtschaftliche Arbeit unverzichtbaren Pferde segnen zu lassen. Auf weit mehr als 400 Jahre läßt sich diese Pferdesegnung in Holzhausen zurückverfolgen. Das Rechnungsbuch des „Lobwürdigen Gotshaus des Heiligen Chreuzes zu Holzhausen Teysendorffer Pfarr“ führt erstmalig 1612 den Eintrag für eine Entlohnung an den Priester auf, der einen Bittgang abhielt.

Themenwagen beim Leonhardiritt in den 1950er Jahren

Mit nur wenigen Unterbrechungen – Kriegen oder Tierseuchen geschuldet – ziehen alljährlich prächtig geschmückt Ross und Reiter und mächtige Pferdegespanne (heute sind es mehr als 300 Pferde – von dem mächtigen Kaltblut, über granzile Reitpferde bis hin zu den kleinen Ponys) um das Kircherl, den Segen vom Priester zu empfangen.weiterlesen

Fred Ulrich Bad Reichenhall

3. Philharmonisches Konzert 2018: Balance

 von Fred
Stefan Vladar © Gregor Titze

Stefan Vladar © Gregor Titze

Am Freitag, 27. April 2018, 19:30 Uhr, im Theater im Kurgastzentrum Bad Reichenhall

Bad Reichenhaller Philharmoniker 
Solist & Dirigent: Stefan Vladar

Auf dem Programm stehen:

  • HANS PFITZNER. Ouvertüre zur Oper „Das Käthchen von Heilbronn“
  • LUDWIG VAN BEETHOVEN. Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur op. 73
  • ANTONÍN DVOŘÁK. Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70

Pfitzners „Feuerprobe“ läutert das Schicksal und bringt Vergangenheit und Zukunft ins Gleichgewicht. Beethovens „Emperor“-Konzert ist der Höhepunkt und die Zukunft der Klavierkonzerte zugleich. Dvořák steht am Beginn seiner großen Sinfonie-Triologie – und doch mittendrin: Leben ist Zukunft.

Ein Einführungsvortrag findet um 18:45 Uhr mit Mag. Dr. Stephan Höllwerth statt.Balance

„Die Balance halten“ entspricht in etwa „den Ton treffen“ – nicht zu nüchtern, nicht zu überschwänglich. Im 3. Philharmonischen Konzert der Bad Reichenhaller Philharmoniker findet genau das statt – große Musik in ihrer ganzen Bandbreite und Tiefe.

Hans Pfitzners Ouvertüre zu „Das Käthchen von Heilbronn“ ist eine wahre Feuerprobe – so der Untertitel zu Heinrich von Kleists Drama – und eröffnet so den Konzertabend mit einem emotionalen Paukenschlag. Ob aufgewühlt, begeistert, verstört oder fasziniert – Ludwig van Beethovens 5. Klavierkonzert wird Sie ins musikalische Paradies führen. Sein letztes Klavierkonzert – im Englischen auch Emperor genannt – ist im besten Sinne des Wortes ein „Kaiser-Konzert“. Beethoven setzt Maßstäbe für die Entwicklung des sogenannten sinfonischen Konzertes, wie es vor allem Johannes Brahms fortsetzt. Es ist nicht schwer, es ist schier unmöglich, sich der Wirkung dieses Werkes zu entziehen. Beethoven schafft es wie kaum ein Anderer, buchstäblich jede Emotion auszuloten – um dann in eine völlig unerwartete Richtung zu schwenken. Und damit hält er eben jene perfekte Balance, die große Meister auszeichnet – keine Facette bleibt aus. Den Solopart dieses Ausnahmekonzertes interpretiert Stefan Vladar, der auch die Leitung der Bad Reichenhaller Philharmoniker an diesem Abend verantwortet.weiterlesen

Rosi Fürmann

Auf dem Wallfahrerweg von Teisendorf nach Weildorf mit den 15 Stationen des Rosenkranzgebetes

Sich auf den Weg machen: Marienmeditation mit Bildern, Texten und Musik in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Weildorf

 Ein später in Vergessenheit geratener Rosenkranz-Wallfahrerweg führte von Teisendorf zur Marienwallfahrt „Mariä Himmelfahrt“ nach Weildorf – heute Gemeinde Teisendorf. Den Weg säumten im Kunstguss in Achthal hergestellte und vom Kirchenmaler Josef Hitzinger (1834-1913) bemalte Rosenkranztafeln. Im Zuge der Weildorfer Flurbereinigung (1979 – 1983) ging das Wissen um diesen Wallfahrerweg verloren und die Rosenkranztafeln verschwanden teilweise.

die Wallfahrtsmadonna („schöne Madonna“ von 1430) – Votivtafeln erzählen von Bitte und Dank an die Muttergottes von Weildorf

Der Knogler-Bauer Hans Aicher aus Teisendorf ließ Mitte der 1980er-Jahre zwei noch stehende Tafeln von Schlossermeister Ludwig Gschwendtner restaurieren und weckte damit dessen Interesse. Der Schlossermeister restaurierte die sechs noch stehenden Tafeln und die Carolinenhütte in Achthal goss die Fehlenden nach.

die Rosenkranzstation aus dem Rosenkranzweg von Teisendorf nach Weildorf „Jesus, der für uns gegeißelt worden ist“

Die Tafeln bemalte Kirchenmaler Georg Gschwendtner und – nachdem die Malerei nach Jahren durch Umwelteinflüsse stark beschädigt war – nahm sich Ursula Übelherr derer an und schuf die Tafeln mit viel Liebe zum Detail neu.weiterlesen

Der neue Bergbrenner-Enzian

 von Sepp
Bergbrenner Lukas Schöbinger (re.) mit seinen Wurzelgrabern auf der Suche nach Enzianwurzeln

Bergbrenner Lukas Schöbinger (re.) mit seinen Wurzelgrabern auf der Suche nach Enzianwurzeln

Seit einem Jahr etwa ist Lukas Schöbinger der neue Bergbrenner der Enzianbrennerei Grassl. Jetzt präsentiert der Nachfolger des legendären Bergbrenners Hubsi Ilsanker das neueste Produkt der Berchtesgadener Bergbrennerei: Grassl’s Bergbrenner Enzian!

Nur die besten Destillate werden für den wunderschön bernsteinfarbenen Enzian mit 42 % Alkoholgehalt verwendet. Nach alter Destillierkunst und von erfahrener Hand wird der Enzian dann auf Holzfeuer in den Kupferbrennblasen der historischen Brennhütten gebrannt.

Der Bergbrenner befeuert die Kupferbrennblase

Der Bergbrenner befeuert die Kupferbrennblase

Die anschließende Lagerung auf Eiche im hauseigenen Felsenkeller verleiht ihm sein urkräftig-charaktervolles Enzianaroma. Abgefüllt wird der edle Tropfen dann in den bekannten formschönen 0,7 Liter Flaschen, die schon vom Bergbrenner Gin und vom Miners Gin bekannt sind.weiterlesen

Rosi Fürmann

Achthal nach dem Bergbau

 von Rosi

Achthal mit den Gebäuden des ehemaligen Eisenabbaues und der Eisenverhüttung

Die letzten 100 Jahre in Bildern und Geschichten: Achthal nach dem Bergbau

Über Jahrhunderte prägte der Bergbau – der Abbau von Eisenerz aus dem Teisenberg – das Leben in Achthal (heute Gemeinde Teisendorf).  Erzbischof Matthäus Lang gründete hierfür am 2. Oktober 1537 die Eisengewerkschaft Achthal. Dazu entwickelte sich mit dem Erz aus dem Teisenberg eine florierende Industrie. Im Hochofen trennte sich die Schlacke vom Roheisen und aus einem großen Teil dieses Rohstoffes entstanden gleich an Ort und Stelle im Kunstgussverfahren viele Produkte des täglichen Bedarfs; Produkte für das Leben und Arbeiten der damaligen Zeit. Die „Geschichte vom Bergbau in Achthal“ endete 1925.

die komplette Anlage in Achthal mit rechts den Industrieanlagen zur Veredelung des Roheisens und links dem Areal mit „Beamtenstock“ und „Arbeiterstock“ – Aufnahme um das Jahr  1900

Achhtal mit rechts dem „Beamtenstock“, in der Mitte hinten die Kapelle „Maria Schnee“, links neben der Kapelle leicht versteckt das Werkswirtshaus und hinten links hinter dem Werkswirtshaus etwas erhöht das Schulhaus – Aufnahme um das Jahr 1930

Der Stolleneingang in Achthal – Aufnahme um 1915

Hier beginnt die gebürtige Achthalerin Rosemarie Wannersdorfer ihre Nachforschungen für die geplante Ausstellung „Achthal – so war es und so ist es heute“. Noch heute künden die ehemaligen Gebäude mit dem Arbeiterstock (heute ein Wohnhaus), dem Beamtenstock, der heute das Bergbaumuseum beherbergt und den markanten Gebäuden der Eisenindustrie von der Blütezeit des Ortes. Schwere Zeiten kamen nach 1925 auf die Bewohner zu, arbeiteten doch bis dahin fast alle Achthaler in der Eisengewerkschaft und hatten damit ihr Auskommen.weiterlesen

Rosi Fürmann

Palmzweige zu Ostern

 von Rosi

Kinder bringen nach der Palmweihe am Palmsonntag die geweihten Palmbuschen (Palmbesen) nach Hause und stecken ihn in die Gartenerde

Die Palmweihe am Palmsonntag in den Regionen Berchtesgadens mit Rupertiwinkel

„Die Kinder der Hebräer zogen dem Herren entgegen, Palmzweige tragend…“. Nur hoch angesehenen Persönlichkeiten oder  Helden des Krieges zu Ehren legten die Juden in einem feierlichen Empfang Palmzweige zu Füßen. Solch einen Empfang bereitete die Stadt Jerusalem Jesus und jubelte ihm zum Zeichen seines Königtums begeistert zu.  In der Palmweihe begeht die Kirche am Beginn der Karwoche diesen feierlichen Empfang, so wie damals in Jerusalem.

Palmweihe in der Pfarrei St. Sebastian in der Ramsau mit den prächtigen Palmbuschen – verziert mit den typischen Schababandln

Schon ab Mitte des ersten Jahrtausends kennen die Christen den Brauch der Prozession am Palmsonntag.  Mit geschmückten Weidenzweigen (Palmkätzchen) ehrt die Kirche auch heute noch den Tag, an dem Jesus vor 2000 Jahren in die Stadt Jerusalem Einzug hielt, wohl wissend, was ihm bevorstand. Heute bringen Kinder  wunderschöne, auf verschiedenste Art gebundene und geschmückte Palmbuschen zur Weihe.

Palmweihe in der Pfarrei St. Sebastian in der Ramsau

Die Palmbuschen sollen Segen bringen und Unheil abwehren. Deshalb finden sie für eine ertragreiche Ernte ihren Platz in die Gartenerde oder auf dem Feld, kommen zum Schutz für Haus und Hof an den Herrgottswinkel oder schützen auf dem Dachboden vor Blitz und Feuer.weiterlesen

Ursula

Geschmackserfüllte Glückseligkeit

 von Ursula

Wir waren am Wochenende im siebten Himmel der leiblichen Lust und Liebe. Das Kempinski Hotel Berchtesgaden lud zu einem weiteren Höhepunkt der Reihe „Stern trifft Region“.

Als er vor knapp 13 Jahren am Obersalzberg das Kommando am Herd übernahm, ist Sterne-Koch Ulrich Heimann nicht nur aufgrund seiner Begeisterung für die Berge schnell heimisch geworden. Er hat ebenso von Anfang den engen Kontakt zu einheimischen Köchen, Landwirten und Erzeugern regionaler Lebensmittel gesucht. Regelmäßig lädt er diese zum gemeinsamen Kochen ins 5-Sterne-Hotel hoch über Berchtesgaden, um gemeinsam die Gaumen genussfreudiger Gäste zu begeistern. Diesmal Lorenz Hettegger, Sous Chef im Hotel Edelweiss. Kreiert haben sie ein wahrlich himmlisches Vergnügen.

Es ist erhebend, die Lobby des Kempinski zu betreten. Dieser Blumenschmuck, diese Eleganz. Doch uns erwartete am Samstag ein völlig anderes, ungewohntes Ambiente. Dort, wo sonst hinter den Kulissen hart für das Wohl der Gäste gearbeitet wird, konnten wir direkt von der Küchentheke weg, mit Blick auf Hände, die blitzschnell mit schärfsten Messern rosiges Fleisch schnitten oder feinste Saucen tropfenweise auf edlen Tellerchen platzierten, ein opulentes Festmahl erleben. Dabei völlig zwanglos, schnell im Gespräch mit den guten Geistern und anderen Gästen, hob sich dieser kulinarische Genuss ab von klassischen Restaurantbesuchen. Live und unprätentios, wir fühlten uns sofort wunderbar wohl.

Begrüßt wurden wir mit einem Aperitif aus Prosecco mit Brombeere und Rose – nicht süß, leicht und erfrischend.

Und gleich ging es mit Macchiato von der Kalbsbacke, Reh-Saté-Spießen an Erdnussauce und kleinem Burger Wagyu hinein in die Haute Cuisine.weiterlesen