Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Alm

Neueröffnung Almererlebnis-Weg

 von Sepp

Alm-Erlebnis-Weg in der Ramsau neueröffnet

Piding, 20. Juni 2014: Nun wurde der Alm-Erlebnisweg Ramsau im Berchtesgadener Land offiziell von Bürgermeistern, Landrat und Geschäftsführer der Molkerei Berchtesgadener Land eröffnet. Bei einem Rundweg vom Taubensee über die Mordau und Moosen kann man auf 13 Schautafeln viele Aspekte des Almlebens erfahren.

Almerlebnisweg Ramsau

Bei der Eröffnung des Almerlebnisweges Ramsau (von links): Bürgermeister von Bischofswiesen Thomas Weber, Bürgermeister der Ramsau Herbert Gschoßmann, Mordauer Almbauer Franz Kuchlbauer, Geschäftsführer der Molkerei Berchtesgadener Land Bernhard Pointner und Vize-Landrat des Berchtesgadener Landes Rudolf Schaupp.

Was ist der Unterschied zwischen einem Niederleger und einem Hochleger? Was versteht man unter Tagweide – Nachtweide und einer Schneeflucht? Auf dem Ramsauer Alm-Erlebnis-Weg, der von der Alpenstraße B 305 auf die Mordaualm, weiter hoch hinauf auf die Lattenbergalm und schließlich zur Moosenalm führt, kann man all diese „almerischen“ Begriffe eindrucksvoll nachvollziehen. Auf insgesamt 13 informativen Schautafeln rund um diese drei wunderschönen Fleckerl Natur wird das Leben auf der Alm mit dem gesamten Umfeld beschrieben und bei einer Einkehr auf der Mordau- oder Moosenalm kann man die Spezialitäten wie z.B. frische Milch und den Almkäse auch gleich ausprobieren.

 

13 Schautafeln erläutern Aspekte des Almlebens

Der Ramsauer Alm-Erlebnis-Weg wurde von der Gemeinde Ramsau in Zusammenarbeit mit der Molkerei Berchtesgadener Land realisiert; zu Beginn der heurigen Almsaison wurden die Schautafeln grafisch erneuert; sie bieten Einblick in das Leben und Arbeiten der Sennerin, berichten über die räumliche Untergliederung einer Alm, geben Einblick über Formen und Entstehung der Landschaft, aber auch über geologische und bodenkundliche Verhältnisse. Man sollte für die ca. vier- bis sechsstündige Wanderung gute Kondition und Trittsicherheit mitbringen. Ausgangspunkt Parkplatz Taubensee an der Deutschen Alpenstraße B 305. Einfache Wanderung zur Mordaualm (1.191 m) auf einem Forstweg; weiter auf alpinem Steig über die Karschneid (1.530 m) zur Lattenbergalm (1.480 m) und weiter zur Moosenalm (1.409 m). Von der Moosenalm führt der Steig hinab zur Schwarzbachwacht und weiter zum Ausgangspunkt.

 

Pressemitteilung Milchwerke Berchtesgadener Land

Heuernte auf der Bindalm

 von Sepp
Heuernte auf der Alm mit Gabel und Rechen

Heuernte auf der Alm mit Gabel und Rechen

Für die einen war es Badewetter, das über das Pfingst-Wochenende herrschte, doch für die Bauern war es Heuwetter: Fast jeder Landwirt hat die heißen Tage genutzt um Heu zu machen. Während auf den Bauernhöfen in den Tälern die Heuernte mittlerweile fast ausschließlich maschinell erfolgt, ist die Heuarbeit auf den Almen noch sehr viel mühsamer. Bei uns auf der Bindalm ist das einzige motorisierte Gerät, das wir zum Heuen verwenden, ein kleiner Motormäher. So ersparen wir uns zumindest das Mähen des Grases mit der Sense, wie es früher üblich war. Die übrigen Arbeitsschritte, von der Futterwerbung bis zur Bergung des trockenen Heus, erfolgen in reiner Handarbeit. Die einzigen Werkzeuge sind Rechen, Gabel und Heunetze.

 

Nach dem Mähen des Grases am Donnerstag, bleibt es bis zum Freitagnachmittag liegen. An der Oberseite ist das feine Gras bereits leicht angewelkt, doch die unteren Schichten sind noch grasgrün. Also wenden wir das Mähgut: Mit einem Rechen wird das Gras dabei büschelweise umgedreht, so dass die bisher der Sonne abgewendeten Gräser oben auf liegen und anwelken können.

Almheu: fein und voller Kräuter

Almheu: fein und voller Kräuter

Auf den Feldern im Tal erfolgt dieser Arbeitsschritt maschinell, und zwar mit von Traktoren gezogenen Kreiselheuern mit einer Arbeitsbreite zwischen 4 und 8 Metern. Diese Maschinen ermöglichen Flächenleistungen von mehreren Hektar pro Stunde. Von dieser Schlagkraft kann man nur träumen, wenn man das Gras mit einem Rechen wendet: Zu viert brauchen wir eine Stunde, um das kleine Feld komplett zu bearbeiten. Und die Arbeitsqualität ist auch eine ganz andere, beim Wenden mit dem Rechen ist eine Häufchen- und Schwadbildung unvermeidlich und erfordert mehrmaliges Wenden. Insgesamt wenden wir das Futter dreimal,  am Freitag, am Samstag und dann nochmal am Sonntagmittag. Dann endlich ist das Gras trocken genug, um auf den Heuboden im Kaser transportiert zu werden.

 

Mit den Rechen formen wir das zu Heu getrocknete Gras schließlich zu Haufen und Schwaden.

Händische Schwadformung mit Rechen

Händische Schwadformung mit Rechen

Aber anstatt, wie im Tal, das Futter mit Traktor und Ladewagen in den Stadel einzubringen, tragen wir auf der Alm das Futter auf den Heuboden oberhalb des Stalles im Kaser. Dazu nutzen wir Heunetze, die wir befüllen, festtreten und verschnüren, um diese Heubündel dann auf den Schultern zum Kaser zu tragen.weiterlesen

Endlich zur Gotzenalm!

 von Ann-Kathrin

Die Gotzenalm stand schon länger auf dem Plan. Anfang April scheiterte der Versuch, da die Schneeschuhe zu Bruch gingen, im wahrsten Sinne des Wortes. Dann hieß es warten für mich – warten, bis der Schnee auch wirklich weg ist auf dem Weg zur Gotzenalm und auch auf der Gotzenalm selbst.

Die Wettervorhersage versprach einen sonnigen Morgen und Mittag, erst gegen Nachmittag und Abend solle es Schauer und eventuell Gewitter geben. Also ging es dann mit dem ersten Bus nach Hinterbrand (Buslinie 838). Mit leichtem Zeitdruck im Nacken, da man ja nicht in ein Gewitter geraten will, ging es nun gegen kurz vor 10 los. Der Wegweiser sagt mir, dass ich vier Stunden zur Gotzenalm brauchen werde, ich bin gespannt, ob ich genauso lange brauchen werde. Vorbei an den Jennerwiesen und der Mittelstation der Jennerbahn ging es für mich erstmal in Richtung Königsbachalm.

Ausblick auf dem Weg zur Königsbachalm
Ausblick auf dem Weg zur Königsbachalm

Nach ca. 45 Minuten auf fast ebenen breiten Wegen über den Jenner-Westhang ging es den Königsberger Graben hinunter zur Königsbachalm.

Königsbachalm

Königsbachalm

An der Königsbachalm zeigt dann der Wegweiser zur Gotzenalm über den unteren Hirschenlauf. Ich hingegen entscheide mich für die Forststraße. Von dort aus läuft man auf einem breiten und ebenen Weg vorbei an der schön gelegenen Büchsenalm und dem Büchsenkopf, den man nach ca. 10 Minuten aufsteigen wunderbar als Aussichtspunkt nach St. Bartholomä nutzen kann.

Büchsenalm

Büchsenalm

Vorbei an der Büchsenalm führt die Forststraße oberhalb vom Königssee durch ein kleines steinschlaggefährdetes Gebiet. Von dort aus bietet sich schon ein erster Blick hinunter zum Königssee.

Blick zum Königssee

Blick zum Königssee

Schnell hat man dann auch die Gotzentalalm erreicht, wo auch der untere Hirschenlauf auf die Forststraße trifft. weiterlesen

Almauftrieb auf die Bindalm

 von Sepp
Almauftrieb am Hintersee vorbei

Almauftrieb am Hintersee vorbei

Am Samstag war es soweit: Wir haben unsere Kühe auf die Bindalm aufgetrieben. Kalt ist es, als wir in aller Früh am Hof mit der Herde los marschieren, nur wenige Grad über null zeigt das Thermometer. Aber es ist trocken und die Kälte werden wir bald nicht mehr spüren, die Kühe sind nämlich alles andere als langsam unterwegs. Unser Weg führt uns am Hintersee vorbei, der am Morgen in völliger Stille liegt. Ein einzelner Angler ist so früh schon mit dem Boot draußen, ansonsten sind wir allein.

 

Danach geht es durch das Klausbachtal vorbei an der Wildfütterung des Nationalparks Berchtesgaden, wo uns das Jungvieh der hier weideberechtigten Bauern begegnet. Vor dem Übergang zur Hängebrücke erwartet uns die erste ernsthafte Steigung: Den meisten Kühen und Jungtieren ist allerdings nichts anzumerken, sie halten ihr hohes Tempo, lediglich eine etwas ältere Kuh, die vor wenigen Wochen erkrankt, mittlerweile aber bereits wieder genesen ist, hat leichte Probleme mit den schnelleren Tieren mitzuhalten. Am Mitterberg dann, dem bei Radfahrern berüchtigten, weil extrem steilen Anstieg kurz vor der Bindalm, muss diese Kuh endgültig abreißen. So erreichen wir in zwei Gruppen die Almfläche der Bindalm, wo uns der vertraute Anblick der wild zerklüfteten Mühlsturzhörner erwartet.

Mühlsturzhörner von der Bindalm aus gesehen

Mühlsturzhörner von der Bindalm aus gesehen

Bei unserer Ankunft liegt die Alm noch im Schatten,

Ankunft auf der Alm

Ankunft auf der Alm

doch kurz bevor wir an die Almhütten, die sogenannten Kaser, erreichen, kommen die ersten Sonnenstrahlen über den Waldrücken oberhalb der Bindalm.weiterlesen

Musikalisch in den Bergsommer

 von Sepp

Musikalisch vom Frühling in den Bergsommer

Bald geht die Alm– und Berghüttensaison wieder los. Ende Mai werden – mit Ausnahme der hochgelegenen Hütten -im Berchtesgadener Land bereits die meisten Berghütten geöffnet haben. Und auch die ersten Almauftriebe erfolgen am letzten Mai-Wochenende.

Priesbergalm

Priesbergalm

Wie jedes Jahr wird der Almsommer in Schönau am Königssee auch heuer wieder musikalisch: Vom 25. Mai bis zum 20. Juli spielt auf einer Berghütte oder Alm Volksmusik und läutet so schon mal den Sommer ein!

 

Das Programm zum musikalischen Bergsommer

Ab 12 Uhr wird auf den Hütten rund um um den Königssee munter aufspuit, gsunga, glacht und musiziert!

Königsbachalm

Königsbachalm

Die folgenden Hütten und Almen sind an der Aktion beteiligt:weiterlesen

Abend auf der Mordaualm

 von Sepp
Almkreuz der Mordaualm, im Hintergrund das Hochkkalter-Massiv

Almkreuz der Mordaualm, im Hintergrund das Hochkkalter-Massiv

In der Dämmerung zur Mordaualm

Da mittlerweile ja Sommerzeit herrscht, kann man die Abende wieder länger nutzen: Wenn das Wetter passt, kann man sogar jetzt schon kleine Feierabend-Touren machen. Am Montag zum Beispiel war ich am Abend auf der Mordaualm! Es war noch hell, als ich am Parkplatz am Taubensee losging, aber die Sonne war schon hinter dem Lattengebirge verschwunden. Als ich auf der Mordau ankam, lag die Alm schon komplett im Dunkel, während die auf der anderen Seite des Ramsauer Talkessels gelegenen Gipfel von Watzmann und Hochkalter von der untergehenden Sonne noch beleuchtet wurden.  Ich ging zum Almkreuz, das auf einer Erhebung oberhalb der Kaser steht und diesen schönen Blick auf die Ramsauer Bergwelt bietet..

Das Almkreuz vor Watzmann und Hochkalter

Das Almkreuz vor Watzmann und Hochkalter

Feierabend-Wanderung

Da ich relativ schnell unterwegs war, empfand ich die Temperatur als sehr warm, solange ich mich bewegte. Als ich auf der Alm dann zur Ruhe kam und mich setzte, merkte ich erst den kühlen Wind! Zum Glück hatte ich Mütze, Kapuzenpulli und Windstopper dabei.weiterlesen

Neue Schindeln braucht das Dach

 von Sepp
Kaser auf der Bindalm mit teilweise erneuertem Schindeldach

Kaser auf der Bindalm mit teilweise erneuertem Schindeldach

Früher waren sie fester Bestandteil der Bauernöfe und Häuser, heute sieht man sie im Tal nur noch sehr vereinzelt: Schindeln auf dem Dach. Auf den Almen hingegen ist das Schindeldach immer noch die häufigste Form der Dacheindeckung.  Wir haben den das milde Wetter genutzt, und begonnen, das Legschindelach unseres Kasers auf der Bindalm umzudecken und kaputte Schindeln auszutauschen.

Das Holz für die Schindeln muss genau ausgesucht werden: es muss gerade und feinwüchsig sein, sowie unbedingt astfrei, worauf es auf 70 Zentimeter abgelängt, gespalten und mit einem breiten Messer, das auf beiden Seiten einen Griff hat, nachbearbeitet wird. Durch das Spalten wird der natürliche Faserverlauf des Holzes nicht zerstört, was die gespaltene Schindel haltbarer macht als ein gesägtes Exemplar. Für die Legschindeln kommen bei uns Schindeln aus Fichte zum Einsatz. Die Schindeln werden überlappend verlegt, das bedeutet, lediglich etwa ein Drittel der einzelnen Schindel ist der Witterung ausgesetzt. Das Legschindeldach muss etwa alle fünf Jahre umgedeckt werden, wobei eine noch nicht der Witterung ausgesetzte Seite der Schindel nach oben kommt.

Umdecken des Schindeldachs

Umdecken des Schindeldachs

So können die Schindeln zumindest theoretisch viermal verwendet werden. In der Praxis sind einige der Schindeln durch die Witterungseinflüsse aber nicht mehr zu gebrauchen und werden durch neue Exemplare ersetzt.weiterlesen

Toni

Frühlingstour zur Gotzental-Alm

 von Toni

Dem Frühling auf der Spur

Unter einem weißblauen Himmel ging es am Mittwoch wieder hinauf in die Berge, um das Voranschreiten des Frühlings zu verfolgen. In der jetzigen Übergangszeit, wo für die Schifahrer in der Regel schon zu wenig und für die Wanderer noch zu viel Altschnee liegt, hat man die Natur fast für sich allein. Entsprechend einsam war bereits der Start an der geschlossenen Jennerbahn-Talstation. Im lockeren Trab ging es in der Sonne an den letzten Häusern vorbei zum Beginn des Hochbahnwegs. Hier, wo sich im Sommer oft die Wanderer in schnaufenden Massen hinaufbewegen, war nun keine Menschenseele unterwegs.

 

Auf der Hochbahn nach Königsbach

Gesäumt von Frühlingsblumen zog sich der steile Sandweg am Fuß des Jenners entlang, mit den Vogelstimmen im Bergwald als einzigem Geräusch weit und breit.

Königsbachalm

Jenner und Königsbachalm

Bald war die Aussichtskanzel mit dem grandiosen Blick auf Watzmann und Königssee erreicht, und kurze Zeit später die noch verlassene Königsbachalm. Auch hier war alles ungewohnt still – keine Pfiffe von Murmeltieren, keine Kuhglocken, nirgends eine quietschende Mountainbikebremse. In einem letzten kleinen Spurt ging es jetzt noch über den von Schmelzwasser fast überquellenden Königsbach hinweg und einen steilen Fußweg hinauf, dann war auch das erste Ziel erreicht: der schöne Aussichtspunkt über der Büchsenalm.

 

Über Stock und Stein ins Gotzental

Hier am Beginn des Altschnees konnte man der Sonne fast bei ihrem Vormarsch gegen die weiße Masse zusehen. Überall gluckerten kleine Rinnsale den ausapernden Hang hinab, auf dem Schwärme von Finken und Drosseln bei der Futtersuche herumhopsten.

Weg nach Gotzental

Der Weiterweg nach Gotzental

Nach kurzem Verschnaufen und einigen Fotos ging es wieder weiter, nämlich den malerischen Pfad hinüber ins Gotzental entlang. Im aufgeweichten Boden sah man ständig die Spuren von Gams, Hirsch und Reh, während im Wald ringsherum die Spechte aus Leibeskräften trommelten. Über Stock und Stein führte der Weg bald wieder hinaus auf die felsige Weide der Gotzental-Alm und zum nächsten dramatischen Watzmannblick. weiterlesen

Wanderung auf die Halsalm

 von Sepp

Frühlingswanderung oberhalb des Hintersees

Die Almen im Berchtesgadener Land sind zwar noch nicht bewirtschaftet (das wird noch etwa zwei Monate dauern), dennoch lohnt sich schon jetzt ein kleiner Ausflug. Zum Beispiel auf die Halsalm oberhalb des Hintersees in Ramsau.

Blick auf den Hintersee von der Halsalm

Blick auf den Hintersee von der Halsalm

Mehrere Aufstiegsvarianten

Es gibt drei Aufstiegs- und Abstiegsvarianten zur Halsalm

  1. Vom Parkplatz am Klausbachhaus in Richtung Klausbachtal und dann nach rechts auf dem breiten Wanderweg über die Halsgrube und zur Halsalm
  2. Vom Parkplatz Fernseben auf zuerst auf einem Forstweg, dann auf einen schmalen Steig zur Halsalm
  3. Vom Hintersee über einen schmalen Steig am Antonigraben entlang zum Steig, der von Fernseben kommt.weiterlesen
Ursula

Dornröschenschlaf am Predigtstuhl beendet

 von Ursula

Vorwort: Ja, wir haben gestern nicht den ganzen Tag hart gearbeitet. Ja, wir haben diesen Arbeitseinsatz in vollen Zügen genossen. Aber auch: Ja, es war eine Ausnahme, normalerweise (z.B. jetzt gerade) müssen wir die Sonne mit Rollos aussperren, um Blick auf den PC-Bildschrim zu haben und ja, hart zu arbeiten.

Aber jetzt zur Sache. Am Predigtstuhl schlummerte das Bergrestaurant und Hotel eine langen Dornröschenschlaf. Gestern luden die neuen Besitzer Max Aicher und die gute Fee Marga Posch ein zum Tourismustag.

Die stilgerechte Einladung zum Tourimustag auf den Predigtstuhl

Die stilgerechte Einladung zum Tourimustag auf den Predigtstuhl

Herrliches Frühlingswetter, im Tal blühen Schneeglöckchen, Forsythien und Primeln um die Wette. Nach oben hin nehmen die Schneeflecken zu, an der Bergstation ist noch eine geschlossene Schneedecke. Leichte Inversionslage, droben am Berg hat es ein paar Grad mehr als unten im Tal. Unser Begleiter in der historischen Gondel lässt es sich nehmen und erklärt und die Umgebung, vom Wilden Kaiser über den Thumsee bis hin zum Stau in der Salzburger Ignaz-Harrer-Straße.

Und spielt uns dann noch zwei, drei Stückerl auf der Mundharmonika.

Und spielt uns dann noch zwei, drei Stückerl auf der Mundharmonika.

Oben angekommen begrüßt uns schon Marga Posch. Wir hatten sie ja bereits am Sonntag im Beitrag der Berggeschichten des Bayerischen Fernsehens erlebt. Eine energische Frau, deren Herz für den Predigtstuhl brennt. Vor einigen Jahrzenten hat sie hier oben im Berghotel ihre Lehre absolviert, hat hier den Glanz der Kurstadt Bad Reichenhall erlebt und später gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Baumgarten, also in direkter Nähe, ein beliebtes Gasthaus und ein erfolgreiches Outdoorcenter aufgebaut. Die Jahre des Stilstands am Predigtstuhl, des Verfalls der ehemals ehrwürdigen Hallen, muss sie furchtbar geschmerzt haben. Und wir zollen Marga Posch höchsten Respekt, wie sie diesen Schmerz überwunden hat, in dem sie nie aufhörte an den Predigtstuhl zu glauben, dafür zu kämpfen und letztendlich diejenige ist und sein wird, die dem Berg neuen Atem einhaucht.

 

Mit Liebe hat sie die unterschiedlichen Bereiche des Restaurants eingedeckt. Draußen auf der Terrasse stehen dunkelrote Holztische und –stühle, darauf frische rot-weiß-karierte Tischdecken und nostalgisch anmutende Blumenvasen. Drinnen finde ich meine persönlichen Favoriten wieder, alte, geschwungene Sprossenstühle und Bänke, die Tische ganz in weiß eingedeckt. Leise denke ich daran, dass nächstes Jahr mein 10. Hochzeitstag sein wird…

Frisch und einladend präsentiert sich die Terrasse des Bergrestaurants

Frisch und einladend präsentiert sich die Terrasse des Bergrestaurants

Natürlich verstehe ich, was Geschäftsführer Harald Labbow meint, wenn er in seiner Begrüßungsrede sagt, hier gibt es nichts, nichts als Ruhe und Natur – aber zeigt uns die liebevolle Gestaltung der Gasträume nicht so viel mehr?

 
Es wurden bereits über eine Million Euro in die Renovierung des Restaurants und in eine neue Küche investiert. Und es ist noch so viel mehr zu tun. Nicht nur im Hoteltrakt, wo Zimmer nach den Ansprüchen der heutigen Zeit umgestaltet, Bäder eingebaut und historische Möbel hergerichtet werden müssen. Die Tür, die auf die herrschaftliche Terrasse führt, gehört abgeschmirgelt und neu gestrichen und das Glasdach erneuert – die nächsten Jahre warten noch zahllose kleine und große Arbeiten auf das Team hier oben. Mir als Gast hat es gefallen zu spüren, das hier nicht auf Teufel komm raus und unter Zeitdruck erneuert wird, sondern dass diese Schritte miterlebt werden können. Denn ich bin sicher, beim nächsten Besuch entdecke ich viele neue Details, die wieder in dem Licht leuchten, das sie vor vielen, vielen Jahren gewohnt waren.weiterlesen