Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Pinzgauer: Seltene Rinderrasse in Berchtesgaden

Almauftrieb auf die Bindalm

 von Sepp

Heute haben wir unsere Kühe auf die Bindalm getrieben. Als wir um kurz vor 6 Uhr aufbrachen, war es zwar neblig, aber trocken, doch kaum waren wir 5 Minuten unterwegs, begann es zu regnen. Und es hörte nicht mehr auf: Am Hintersee und an der Nationalpark-Informationsstelle Klausbachhaus vorbei, weiter bis zur Wildfütterung und der Hängebrücke im Klausbachtal, immer begleitete uns der Regen. Und während unsere Kleidung langsam vor der Nässe kapitulierte, erreichten wir den berüchtigten Mitterberg, kurz vor unserem Ziel. Hier wurde der Regen nochmal stärker. Doch nachdem diese letzte Hürde bezwungen war, standen wir bereits auf dem Weidegebiet der Bindalm. Nur noch wenige Meter und es war geschafft Und siehe da: kaum war das Vieh im Stall und die Begleiter in trockener Kleidung, hörte es auch schon auf zu regnen!

Es war zwar ziemlich feucht, doch hat auch dieses Jahr der Almauftrieb wieder viel Spaß gemacht. Und da es nicht heiß war, legten die Kühe ein beachtliches Tempo vor: Wir benötigten für die circa 12 Kilometer lange Strecke vom heimischen Hof bis zur Bindalm mit vielen Steigungen lediglich 2:30 Stunden. Eine – im Vergleich zu den Vorjahren- beachtliche Zeit.

 

Euer Sepp BGLT

Schwarze Pinzgauer – Eine Seltenheit

 von Sepp

Die Rinderrasse der Pinzgauer zählt ja zu den gefährdeten Rassen, wie der aufmerksame Berchtesgadener Land Blog Leser weiß. Er weiß auch, daß diese Kühe durch eine kastanienbraune Färbung und einen durchgehenden weißen Streifen von Rücken und Hinterseite der Oberschenkel bis zum Bauch- und Unterbrustbereich gezeichnet sind.

 

Manchmal aber gibt es auch schwarze Schafe, ich meine Rinder unter den Pinzgauern.

Schwarzes Pinzgauer Kalb

Schwarzes Pinzgauer Kalb

So hat völlig überraschend eine unserer Kühe im Stall vor kurzem ein schwarzes Pinzgauer Kälbchen zur Welt gebracht.  Das ist sehr selten der Fall: Die schwarze Farbe wird nämlich rezessiv vererbt, dass heißt, selbst die Kreuzung von schwarzer Kuh mit schwarzem Stier führt nur im seltenen Fall zu einem schwarzen Kalb. Da die Zucht von schwarzen Rindern über einen großen Zeitraum im 20. Jahrhundert verboten war, gibt es heutzutage nur noch wenige Pinzgauer Kühe dieser Färbung.

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Pinzgauer – eine gefährdete Rasse

 von Sepp
Kühe auf der Mittereisalm

Pinzgauer Kühe auf der Mittereisalm

Auf dem Bild oben seht Ihr zwei verschiedene Rassen von Hausrindern. Im Vordergrund kastanienbraune Pinzgauer und dahinter sehr viel helleres Simmentaler Fleckvieh. Dabei ist es ein seltenes Bild, beide Rassen auf einer Weide gemeinsam grasen zu sehen. Meistens sieht man im Berchtesgadener Land – auch auf den Almen – hauptsächlich das Simmentaler Fleckvieh. Ursprünglich war das Pinzgauer die heimische Rasse, doch infolge der Industrialisierung, die nach dem zweiten Weltkrieg auch die Berglandwirtschaft erfasste, wurde einer der Vorteile des Pinzgauer Rindes überflüssig: Die Zugkraft. Als klassisches Dreinutzungsrind (Milch, Fleisch und eben als Zugtier) war das Pinzgauer anderen Rassen ob seiner Vielseitigkeit überlegen (Pferde konnten sich Kleinbauern früher ohnehin nicht leisten). Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft waren Zugtiere nicht mehr gefragt, stattdessen verdrängte das Fleckvieh mit einer sehr viel höheren Milchleistung die kleineren und leichteren, für unsere Gebirgsregion dadurch auch besser angepassten Pinzgauer. Die fortschreitende Maximierung der Milchleistung der einzelnen Bauern besiegelte diesen Trend. So sieht man die kastanienbrauen Kühe heute nur noch vereinzelt, die weißen Köpfe und Beine der Simmentaler, die aus fleckigen hellbraunen Körper ragen, sind in der Überzahl!

Pinzgauer Kalb an der Mitterkaseralm

Pinzgauer Kalb: Ein Nachfahre der Berchtesgadener Katzen

Diese Entwicklung ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass das Pinzgauer Rind auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. unter der Kategorie III erscheint: gefährdet! Das heißt, die Populationsgröße ist unter eine Mindestanzahl gesunken und vermindert sich weiter um jährlich mehr als 10 Prozent!

Pinzgauer Kuh auf der Bindalm

Pinzgauer Kuh auf der Bindalm

Achtet also bei eurer nächsten Begegnung mit einer Kuh auf die Farbe des Fells: Hat die Kuh eine kastanienbraune Farbe und einen dunklen Kopf, handelt es sich um Eine der Letzten Ihrer Art!

Euer Sepp