St. Bartholomä am Königssee

Berchtesgadener Land Blog

Schlagwort: Dreisesselberg

Die Schnelllebigkeit unserer heutigen Zeit bringt viel Energie in unser Handeln: Wir leisten, erbringen Fortschritte, entwickeln uns. Dennoch wohnt solchem Aspekt auch teilweise eine Geringschätzung der kleinen Details, die jeder Alltag enthält und solchen somit zu etwas Besonderem macht, inne.

Fernab von dem (positiven) Stress des Alltags existiert die Natur in ihrem reinen Dasein. Dort, wo weder Zeit noch Druck eine Rolle zu spielen scheint herrscht die Quelle meiner Energie: Freiheit.

Um die Achtsamkeit vollends auf die Natur und auf die Wege hin zu meinen Ausgangspunkten der Touren richten zu können, laufe ich seit einigen Wochen unmittelbar von meiner Haustüre zu meinen gewünschten Bergen. Das heutige Ziel: Eine ,,Art“ Dreisesselberg-Überschreitung sowie Umrundung.

Ich starte in Bischofswiesen-Winkl und laufe zunächst bis zur Straße ,,Am Bichlberg“. Die wenigen Wohnhäuser passiert biege ich nun in ein Waldstück ein, in welchem ich mit gelben Beschilderungen konfrontiert werde: Rechts würde ich nach Hallthurm gelangen, links folgend gelange ich zu meinem ersten Stopp: Der Steinernen Agnes.

Nun folgt eine senkrecht nach oben verlaufende Steigung, in welcher ich die ersten Höhenmeter des Tages sammle. Da mittlerweile das Wetter von herbstlicher Atmosphäre ist, herrscht eine angenehme Lauftemperatur. Der Weg ist schotterbehaftet und umringt von zahlreichen Bäumen die trotz des kalendarischen Herbstanfanges noch in sattem Grün erstrahlen. Ich genieße die mich umgebende Natur in ihrer vollen Gänze und folge kontinuierlich dem immer wieder ansteigenden – dann flacher werdenden Weg. Auf etwa 1.300 Metern erreiche ich dann die Steinerne Agnes. An solcher Felsformation angekommen genieße ich den Anblick des steinernen Gebildes sowie die Aussicht auf Watzmann und Hochkalter, die ich von hier aus bereits gut erblicken kann.

Steinerne Agnes

Nach kurzer Rast mache ich mich weiter auf den Weg und folge der gelblichen Beschilderung in Richtung Karkopf/ Predigtstuhl/ Dreisesselberg. Nun erwartet mich ein kleiner, erlebnisreicher downhill über größere Steine und Bäche, die meinen Weg kreuzen. Der Trail gestaltet sich aufregend und erlebnisreich – führt zu einer Art Abwechslung und lässt meine Beine tanzen. Nach solch kurzem Intermezzo folgt wieder eine Steigung, die sich dann bis zum Höhepunkt meiner heutigen Tour zieht. Der Weg ist jetzt relativ schmal und ich erblicke hinter mir liegend die sandsteinigen Ausläufer des Karkopfes – der höchsten Erhebung des Lattengebirges. Auch vor mir präsetiert sich das Lattengebirge in einem seiner charakteristischen Aspekte: Seiner Naturbelassenheit. Auf meinem Weg existiert keine parallel verlaufende Forststraße; auch eine Seilbahn gibt es hier nicht. Lediglich der Reichenhaller Bereich des Lattengebirges ist mit der Predigtstuhlbahn und einigen Fortstraßen ausgestattet.weiterlesen »

Michael

Letzter (?) Schnee im Lattengebirge

 von Michael

Nach den letzten sommerlichen Tagen kann man es sich fast nicht mehr vorstellen: Vor 5 Tagen, am 18. Mai, sind wir im Lattengebirge noch im Schnee gelaufen! Es war mal wieder ein total verregnetes Wochenende. Am Sonntagnachmittag zeigte sich eine vorsichtige Wetterbesserung. Wir hatten uns schon länger vorgenommen, vom Wanderparkplatz den wunderschönen Wanderweg am Wappachbach entlang über den Eichelberg hinauf zum Dreisesselberg einen Berglauf zu machen. Also rein in die Trailrunningschuhe, einen kleinen Rucksack mit dem Wichtigsten auf den Rücken und los.

 

Und es ist wirklich ein sehr empfehlenswerter Weg. Nach wenigen Minuten ist der Zivilisationslärm verebbt, durch ein unglaubliches, frisches Grün geht es zügig aufwärts und am Wendepunkt des Alpgartenrundweges nun steiler links hinauf zum Eichelberg, ein wahrlich bezaubernder Weg. Wir waren »hin und weg«, liefen locker bergan, schauten, fotografierten, genossen die Einsamkeit in diesem beeindruckenden Hochtal. Durchaus anstrengend, steil und manchmal etwas ausgesetzt, aber für jeden trittsicheren Wanderer gut zu gehen, zieht der gut ausgebaute Weg vom Eichelberg direkt auf den Gipfel zu (laufen sollte man ihn allerdings nur, wenn man mit solchem Gelände Erfahrung hat).

 

Auf den letzten 100 Hm lag dann aber doch noch Neuschnee, zuletzt knöcheltief (nicht mausknöchel!) und ziemlich rutschig. Deswegen gingen wir hier ins Gehen über. Auf dem Gipfel saßen sogar drei Leute. Kalt war’s, die Wolkenfetzen flogen, aber es gab schöne Fotostimmungen (von denen in unserem privaten Blog einige zu sehen sind).

 

Nach einer nur kurzen Pause (wir waren doch etwas nassgeschwitzt) ging’s anfangs sehr vorsichtig, dann aber recht flott den gleichen Weg wieder hinunter. Und nun wurde das Wetter immer besser, den Sommerstart am folgenden Montag konnte man schon ahnen …

 

Insgesamt eine sehr schöne und empfehlenswerte Tour – ob als Wanderung oder als Berglauf!