Sonnenuntergang-Kehlsteinhaus

Bergerlebnis & Alpenstadt - Blog

Schlagwort: Dreisesselberg

Herbstliche Runde im Lattengebirge

 von Jannis

Glücksbringer am Gipfel des Törlkopfes im Lattengebirge

Drei Gipfel und die Steinerne Agnes im Lattengebirge

Die kommenden Tage bringen nochmal bestes Herbstwetter. Eine schöne Wanderung, die sich bei den herbstlichen Bedingungen besonders lohnt, ist eine Runde im Lattengebirge vorbei an der Steinernen Agnes, über den Karkopf und Törlkopf und einem kurzen Abstecher zum Dreisesselberg. Denn oft führt die Route durch Laubwälder. Als ich diese Tour in der letzten Woche gegangen bin, waren die Farben der Bäume einfach prächtig.

Darüberhinaus bestehen die Reize der Tour insbesondere in den faszinierenden Felsformationen des Lattengebirges, denen man ganz nahe kommt, sowie in der Einsamkeit des Lattengebirges. Neben den vielen, deutlich bekannteren Gebirgsstöcken der Berchtesgadener Alpen führt das Lattengebirge etwas ein Schattendasein.

Während sich die Steinerne Agnes noch über relativ viel Besuch freuen darf, wird der Karkopf nur von der Reichenhaller Seite mit Unterstützung der Predigtstuhlbahn oft bestiegen. Den Törlkopf und auch die Steige zwischen den markanten Wegpunkten hat man zumeist für sich alleine. Entsprechend naturbelassen und teilweise wenig ausgetreten sind die Pfade, aber keine Angst, schwierig wird es an keiner Stelle. Somit kann man die durchgängig großartige Aussicht auf die Berchtesgadener Alpen und darüberhinaus so richtig schön genießen.

An der Steinernen Agnes vorbei zum Karkopf und Dreisesselberg

Am Parkplatz unweit des Campingplatzes Winkl-Landthal starte ich auf demWeg Nr. 477 den Aufstieg in Richtung Steinerne Agnes. Schnell öffnen sich immer wieder Blicke über Bischofswiesen hinaus in die Berchtesgadener Alpen. Über mir sind die verschiedenen Körperteile der Schlafenden Hexe nun ganz nah. Die faszinierenden hellen Dolomit-Felsformationen schimmern von oben immer wieder durch den bunten Herbstwald herab.

Typisches Lattengebirge: Laubbäume, Latschen und verwitterte Felsformationen

Herbstfarben am Aufstieg zur Steinernen Agnes

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Die Schnelllebigkeit unserer heutigen Zeit bringt viel Energie in unser Handeln: Wir leisten, erbringen Fortschritte, entwickeln uns. Dennoch wohnt solchem Aspekt auch teilweise eine Geringschätzung der kleinen Details, die jeder Alltag enthält und solchen somit zu etwas Besonderem macht, inne.

Fernab von dem (positiven) Stress des Alltags existiert die Natur in ihrem reinen Dasein. Dort, wo weder Zeit noch Druck eine Rolle zu spielen scheint herrscht die Quelle meiner Energie: Freiheit.

Um die Achtsamkeit vollends auf die Natur und auf die Wege hin zu meinen Ausgangspunkten der Touren richten zu können, laufe ich seit einigen Wochen unmittelbar von meiner Haustüre zu meinen gewünschten Bergen. Das heutige Ziel: Eine ,,Art“ Dreisesselberg-Überschreitung sowie Umrundung.

Ich starte in Bischofswiesen-Winkl und laufe zunächst bis zur Straße ,,Am Bichlberg“. Die wenigen Wohnhäuser passiert biege ich nun in ein Waldstück ein, in welchem ich mit gelben Beschilderungen konfrontiert werde: Rechts würde ich nach Hallthurm gelangen, links folgend gelange ich zu meinem ersten Stopp: Der Steinernen Agnes.

Nun folgt eine senkrecht nach oben verlaufende Steigung, in welcher ich die ersten Höhenmeter des Tages sammle. Da mittlerweile das Wetter von herbstlicher Atmosphäre ist, herrscht eine angenehme Lauftemperatur. Der Weg ist schotterbehaftet und umringt von zahlreichen Bäumen die trotz des kalendarischen Herbstanfanges noch in sattem Grün erstrahlen. Ich genieße die mich umgebende Natur in ihrer vollen Gänze und folge kontinuierlich dem immer wieder ansteigenden – dann flacher werdenden Weg. Auf etwa 1.300 Metern erreiche ich dann die Steinerne Agnes. An solcher Felsformation angekommen genieße ich den Anblick des steinernen Gebildes sowie die Aussicht auf Watzmann und Hochkalter, die ich von hier aus bereits gut erblicken kann.

Steinerne Agnes

Nach kurzer Rast mache ich mich weiter auf den Weg und folge der gelblichen Beschilderung in Richtung Karkopf/ Predigtstuhl/ Dreisesselberg. Nun erwartet mich ein kleiner, erlebnisreicher downhill über größere Steine und Bäche, die meinen Weg kreuzen. Der Trail gestaltet sich aufregend und erlebnisreich – führt zu einer Art Abwechslung und lässt meine Beine tanzen. Nach solch kurzem Intermezzo folgt wieder eine Steigung, die sich dann bis zum Höhepunkt meiner heutigen Tour zieht. Der Weg ist jetzt relativ schmal und ich erblicke hinter mir liegend die sandsteinigen Ausläufer des Karkopfes – der höchsten Erhebung des Lattengebirges. Auch vor mir präsetiert sich das Lattengebirge in einem seiner charakteristischen Aspekte: Seiner Naturbelassenheit. Auf meinem Weg existiert keine parallel verlaufende Forststraße; auch eine Seilbahn gibt es hier nicht. Lediglich der Reichenhaller Bereich des Lattengebirges ist mit der Predigtstuhlbahn und einigen Fortstraßen ausgestattet.weiterlesen

Michael

Letzter (?) Schnee im Lattengebirge

 von Michael

Nach den letzten sommerlichen Tagen kann man es sich fast nicht mehr vorstellen: Vor 5 Tagen, am 18. Mai, sind wir im Lattengebirge noch im Schnee gelaufen! Es war mal wieder ein total verregnetes Wochenende. Am Sonntagnachmittag zeigte sich eine vorsichtige Wetterbesserung. Wir hatten uns schon länger vorgenommen, vom Wanderparkplatz den wunderschönen Wanderweg am Wappachbach entlang über den Eichelberg hinauf zum Dreisesselberg einen Berglauf zu machen. Also rein in die Trailrunningschuhe, einen kleinen Rucksack mit dem Wichtigsten auf den Rücken und los.

 

Und es ist wirklich ein sehr empfehlenswerter Weg. Nach wenigen Minuten ist der Zivilisationslärm verebbt, durch ein unglaubliches, frisches Grün geht es zügig aufwärts und am Wendepunkt des Alpgartenrundweges nun steiler links hinauf zum Eichelberg, ein wahrlich bezaubernder Weg. Wir waren »hin und weg«, liefen locker bergan, schauten, fotografierten, genossen die Einsamkeit in diesem beeindruckenden Hochtal. Durchaus anstrengend, steil und manchmal etwas ausgesetzt, aber für jeden trittsicheren Wanderer gut zu gehen, zieht der gut ausgebaute Weg vom Eichelberg direkt auf den Gipfel zu (laufen sollte man ihn allerdings nur, wenn man mit solchem Gelände Erfahrung hat).

 

Auf den letzten 100 Hm lag dann aber doch noch Neuschnee, zuletzt knöcheltief (nicht mausknöchel!) und ziemlich rutschig. Deswegen gingen wir hier ins Gehen über. Auf dem Gipfel saßen sogar drei Leute. Kalt war’s, die Wolkenfetzen flogen, aber es gab schöne Fotostimmungen (von denen in unserem privaten Blog einige zu sehen sind).

 

Nach einer nur kurzen Pause (wir waren doch etwas nassgeschwitzt) ging’s anfangs sehr vorsichtig, dann aber recht flott den gleichen Weg wieder hinunter. Und nun wurde das Wetter immer besser, den Sommerstart am folgenden Montag konnte man schon ahnen …

 

Insgesamt eine sehr schöne und empfehlenswerte Tour – ob als Wanderung oder als Berglauf!