Ausflugstipps,  Berge

Einmal im Winter muss sie einfach sein

… die Skiabfahrt vom Untersberg nach Fürstenbrunn.

Denn der Untersberg ist nicht nur ein Paradeberg für Skitourengeher. Auch Skifahrer können, bei ausreichender Schneelage wie im Februar der Fall, die 8 km ins Tal abfahren, nicht ohne vorherige Mühen, aber mit relativ geringen.

 

Das geht so: Man fährt nach Grödig und steigt in die Untersberg-Seilbahn. Die einfache Fahrt, die man wegen der Höhe und der geringen Anzahl der Streben durchaus spektakulär nennen kann, kostet 10 Euro, 9,50 für Alpenvereinsmitglieder. Oben vom Geiereck schaut man hinunter aufs tief verschneite Zeppezauerhaus und im Tal liegt die Landeshauptstadt Salzburg.

Zeppezauerhaus
Zeppezauerhaus

Man nimmt die Skier auf die Schulter und wandert hinauf zur Hochalm, die von einem Husky bewacht wird, der die Wanderer aus hellblauen Augen und ganz gelassen beobachtet. Der Schnee knirscht unter den Skischuhen, der Wind bläst über das Plateau, die verschneiten Latschen sehen aus wie frisch aufgeschüttelte Kissen auf einem Riesenbett.

Hochalm
Hochalm am Untersberg

Zwischendrin schnallt man die Skier an und fährt, dann stapft man die nächste Steigung wieder hinauf. Wer will, geht bis zum höchsten Punkt, dem Salzburger Hochthron hinauf und hat damit die allerlängste Abfahrt. Man kann den Gipfel aber auch rechts liegenlassen.

Salzburger Hochthron
Salzburger Hochthron

Aus südlicher Richtung leuchten die Dachstein-Gletscher herüber. Der Hohe Göll zeigt sich in seiner ganzen Pracht, und hinter dem Berchtesgadener Hochthron ragen die Watzmann-Zacken auf und die Gipfel des Hochkalters. Mit ein bisschen Phantasie glaubt man sich am Nordpol oder mitten auf einem Gletscher. Dann ist das Ziel erreicht, der Beginn der markierten und präparierten Abfahrt mit traumhaften Ausblicken, diesmal nach Norden, auf den Hochstaufen und seine Begleiter. Schade ist nur eines: dass man jetzt runter muss.

Abfahrt
Ski Abfahrt vom Untersberg

An der Schwiegmühlalm gibt’s dann noch einen Einkehrschwung bei der Hütte der Bergrettung Grödig, und dann folgt die Abfahrt ins Tal, nach Fürstenbrunn, entweder über die Buckelpiste oder über den Ziehweg außen herum. Von Fürstenbrunn aus Busverkehr zurück zur Talstation der Bergbahn.

Hütte
Hütte am Untersberg

Lisa Graf-Riemann ist in Passau geboren und lebt seit vielen Jahren in Marktschellenberg im Berchtesgadener Land. Sie schreibt Reisebücher, Lehrwerke und bisher 6 Kriminalromane: "Eine schöne Leich" (2010), "Donaugrab" (2011), "Eisprinzessin" (2013) und "Madame Merckx trinkt keinen Wein" (2015). Die Romane "Hirschgulasch" (2012) und "Rehragout" (2014), die auch im Berchtesgadener Land spielen, schrieb sie zusammen mit Ottmar Neuburger. Mit ihm verfasste sie auch die "111 Orte im Berchtesgadener Land, die man gesehen haben muss" (aktualisierte Neuauflage 2015). Alle Bücher sind im Emons Verlag in Köln erschienen. Wenn sie nicht am Schreibtisch sitzt , findet man sie im Sommer wie im Winter in den heimischen Bergen, auf einem Klettersteig oder beim Schwimmen am Thumsee.

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